G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 16.02.2015 08:11

Gedenket an eure Lehrer, welche euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an, und folget ihrem Glauben nach.
Hebräer 13,7


Es ist ja wohl merkwürdig, dass der heilige Apostel insbesondere den Glauben als dasjenige hervorhebt, dem wir an Andern nachfolgen sollen. Hier möchte man fragen: Ist denn der Glaube ein so großes Werk? Er ist die, Quelle aller echten Tugenden, und mit Recht kann man das vom Glauben sagen, was Paulus von der Liebe sagt, dass ohne denselben nur Alles Schein und ungültig sei. O! wie selten ist überhaupt ein recht lebendiger und genießender Glaube! Wie selten das Ergreifen, und Vertrauen, und Zufluchtnehmen zu Christo! Welche Ausdrücke braucht auch Paulus Ephes. 1 von der Hervorbringung des wahren Glaubens! Er redet von einer überschwänglichen Größe der Kraft an uns, die wir glauben nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke. Wenn das in Wahrheit von einem Menschen gesagt werden kann: er glaubt, so ist seine Seligkeit himmelfest. Der Glaube ist auch eine sehr kleine Sache – gleichsam das Ausstrecken der Hand, um eine dargebotene Wohltat anzunehmen, und eine solche kleinmachende Sache; denn wessen rühmt, worauf stützt sich derselbe? Er rühmt nicht sich selbst, er sagt nicht: so fromm und tugendhaft bin ich, das alles habe ich getan – er rühmt die heiligen Wunden Jesu, seine Versöhnung und Genugtuung, den Reichtum der göttlichen Barmherzigkeit und Gnade. Hört man ihn von sich selber reden, so hört man ihn von seinen Sünden, von seinem Elende, von seiner Unwürdigkeit und Ohnmacht. Er weiß nichts als Christum, den Gekreuzigten, und ist in ihm herzlich heiter und getrost.

Der Glaub' find't alles in Jesu Christ,
Was uns zum Heil vonnöten ist;
Der Glaub' wirkt Freudigkeit zu Gott,
Bekennt und ruft ihn an in Not.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 17.02.2015 07:50

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist. 1. Timotheus 6,12

Der Kampf der Christen ist schwierig, sowohl wegen der eigenen Schwachheit, als wegen der Beschaffenheit ihrer Feinde. Sie selbst, die Streiter, sind schwach, und wohl so schwach, dass sie auch keinen Augenblick bestehen können. Sogar etwas in ihnen, das es mit den Widersachern hält, und ihnen zum Siege behilflich zu sein sucht, was die Gefahr verdoppelt. Ich bin zum Hinken geneigt, ruft David aus. Die Feinde sind kühn, so dass der Hauptsächlichste unter ihnen sich sogar an den Sohn Gottes selbst wagte. Sie sind so mächtig, dass sie schon die ausgezeichnetsten Heiligen zu Boden geworfen haben, und werden deswegen auch mit Löwen verglichen. Wurde Adam überlistet, was soll aus andern werden? Sie sind so listig wie Schlangen und so giftig wie sie; Alles fallen sie an, die Keuschheit, die Geduld, die Demut, die Liebe. Sie schonen des historischen Glaubens nicht, und suchen vorab das Vertrauen und die Hoffnung wankend zu machen. Diesen suchen sie durch Vorhaltung seiner Sünden, und jenen durch Vorspiegelung seiner Tugenden zu stürzen, diesen durch Lust, den durch Furcht, den einen durch Leichtsinn, den andern aber durch übermäßige Traurigkeit zu Grunde zu richten. Ist der Kampf schwer, so ist selbst die Entschließung zu demselben nicht leicht. Wer sagt denn gern allem ab, um Christo zu folgen, bei dem man zunächst das Kreuz findet? Wer entbehrt wohl ohne die höchste Not ein Auge, Hand oder Fuß? Jedoch ist's ein guter Kampf. Wohl dem, der sich in denselben einlässt, es wird ihn nie gereuen. Dieser Kampf nimmt ein gutes Ende, und alle sind durch Geduld gelaufen in dem

Kampf, der uns verordnet ist.
Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran,
Ich steh' euch an der Seite;
Ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn,
Bin Alles in dem Streite.
Ein böser Knecht, der still darf stehn,
Wenn er den Feldherrn sieht angehn

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 18.02.2015 06:40

Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen. Apostelgeschichte 14,22

Ist dir Barmherzigkeit widerfahren, so wirst du durch manche Verleugnung hindurch müssen, wiewohl das ja nichts Besonderes ist; der natürliche Mensch muss es auch. Er bekommt nimmermehr alles nach seinem Sinn. Er muss sich in vieles schicken, das ihm oft höchst unangenehm ist, und hat doch gar keinen Ersatz dafür. Wie dürfte sich denn ein Christ über Verleugnung beschweren, bei welcher er den Beistand des Herrn genießt, und wofür er einen hundertfältigen Lohn bekommt? Auch geht's hier durch Trübsale. Aber was sind die Trübsale zu achten, durch welche wir, wie Paulus und Barnabas sagten, in das Reich Gottes gehen müssen? Sind denn diejenigen ohne Trübsal in dieser Welt, die doch zur Hölle fahren? Ist denn Gottseligkeit ein Mittel, sich vor Trübsal zu sichern, oder ist nicht vielmehr die Gottseligkeit zu allen Dingen nütze? Was ist das denn für ein unbilliges Geschrei, als sei der Weg so trübsalsvoll, den man zum Himmel wandeln soll? Auf jeden Fall ist's für Christen nur ein Durchgang, wogegen die Unbekehrten endlich in einem Meer von Trübsal untergehen werden, denn den Schlusspunkt dieses Durchgangs macht der Tod, dem Jeder mit starken Schritten entgegen eilt. Für den Gläubigen macht er das Ende aller Trübsal und den Anfang der höchsten Glückseligkeit, für den Ungläubigen aber macht der Tod das Ende aller seiner Glückseligkeit wie den Anfang des äußersten Elends. So ihr das nicht wisset, so tretet auf die Wege und schauet, und fraget nach den vorigen Wegen, welches der gute Weg sei, und wandelt darinnen, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Jer. 6,16.


Unser Weg geht nach den Sternen,
Der mit Kreuzen ist besetzt;
Hier muss man sich nicht entfernen,
Ob er gleich mit Blut benetzt.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 19.02.2015 08:20

Ich will die Sünde desselbigen Landes wegnehmen auf Einen Tag. Sacharja 3,9


Dies gilt für immer; denn mit Einem Opfer hat Jesus in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden. Weil er ein Opfer gebracht hat, das ewiglich gilt, sitzet er nun zur Rechten Gottes, und in diesem einigen Opfer Jesu Christi, einmal am Kreuz geschehen, stehe unsere ganze Seligkeit. – Um desselben willen geschiehet die Gerechtsprechung des bußfertigen Sünders in dem Gericht Gottes, wo er von allen seinen Sünden wird losgesprochen, und in das Recht zum ewigen Leben wird eingesetzt. Nun ist sein Glück für immer und ewig gemacht. Niemand darf ihn seiner begangenen Sünden wegen nicht einmal beschuldigen, will geschweigen verdammen, denn Gott ist hie, der gerecht spricht. Frei wird er von aller Gewalt des Teufels, denn der Verkläger der Brüder wird verworfen, und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut; - frei wird er von allem Zorn Gottes, denn so weit der Aufgang der Sonne ist vom Niedergang, also weit tut er unsere Übertretung von uns; – frei von aller Strafe, denn die lag auf ihm; – frei von aller Sünde, welche ihn fortan weder verdammen, noch beherrschen darf. Dagegen bekommt er die Gerechtigkeit, welche der Sohn Gottes durch seinen aller vollkommensten Gehorsam erwarb, indem ihm dieselbe also zugerechnet wird, als hätte er sie in eigner Person vollbracht und nie einige Sünde begangen noch gehabt. Er bekommt ein Recht an alle Güter des Hauses, hat Frieden mit Gott durch Jesum Christum, fängt den heiligen Geist und das ewige Leben. Jedoch hat bußfertige Sünder erst alsdann den Genuss und die Freuden davon, wenn ihm diese ihm widerfahrne Barmherzigkeit, und Begnadigung durch den heiligen Geist im Herzen versiegelt und bekannt gemacht wird, dass er's selbst glauben, sich zueignen und sich darüber
freuen kann.

An meiner Statt hat Jesus sich
Als Bürge hingegeben,
Und nicht umsonst hat er für mich
Erworben Heil und Leben.
Die Sündenschuld ist abgetan,
Wer klaget mich nun wieder an?
Wer kann mich nun verdammen?

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Beitragvon Peter01 » 20.02.2015 06:36

Herr Zebaoth ist dein Name, groß von Rat und mächtig von Tat. Jeremia 32,18.19

Die notwendig ist uns doch ein zuverlässiger, weiser Ratgeber, der uns an die Hand gebe, wie wir dies ansehen, jenes angreifen sollen, wie wir als Sünder dennoch getrost zu Gott kommen, wie wir als Schwache dennoch alles wohl ausrichten, und das Feld behalten mögen; als Traurige doch allezeit fröhlich sein, und als Arme doch alles inne halten können. Wie kommen wir durch? Wie machen wir's, dass wir des rechten Weges nicht fehlen? und da wir's mit eben so verschlagenen als unermüdet mächtigen und gefährlichen Feinden zu tun haben, wie greifen wir's an, dass wir's ihnen dennoch abgewinnen, und das vorgesteckte Ziel der himmlischen Berufung Gottes in Christo Jesu erreichen? Gewiss tut uns da jemand noch, der uns mit Rat und Tat an die Hand gehe. Und wohl uns, wenn wir dergleichen Rat recht viel bedürfen, es ist ein gutes Zeichen. Aber wo wäre jemand in Israel, der nicht auch an seine Erfahrung von wirklichem und oft empfangenem Rat sich dankbar erinnerte, wenn er auf den zurückgelegten Weg blickt? Diese Erfahrung kann und soll denn Hoffnung und Zuversicht bringen. Zu wem? Zu wem anders, als zu demjenigen, der da Rat heißet, und der von sich sagt: mein ist beides, Rat und Tat. Dies Vertrauen erblickt in diesem Rat – Kraft hinlänglich Gründe, bei aller eignen Ratlosigkeit dennoch gutes Muts zu sein in allen Verwickelungen. Dies leitet ein in eine heilige Stille und Gottgelassenheit, macht tüchtig, alle Sorgen auf ihn zu werfen, der ja für uns sorgt, mehr wie ein Vater für ein geliebtes Kind, und den ganzen Weg auf ihn zu wälzen.

Rat, Kraft, Held ist niemand als du,
Rat gibest du in stiller Ruh,
Kraft bist du auch in höchster Not,
Held ist dein Nam', o Wundergott!

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Beitragvon Peter01 » 23.02.2015 15:09

Als die nichts inne haben, und doch alles haben.
2. Korinther 6,10


Besteht das Gut der Christen nicht in zeitlichen Dingen, so besteht es um so mehr in geistlichen Gütern. Ihnen geht’s überhaupt gut. Ihre Namen sind im Himmel angeschrieben, der dreieinige Gott hat sie lieb, und ist ihnen gnädig. Alle ihre Sünden sind ihnen vergeben, und ihre sündliche Art, mit welcher sie ihr Leben lang zu streiten haben, ist mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt, bis sie endlich gar hinweggenommen werden. Sie haben einen Fürsprecher bei dem Vater. Sie werden erlöset aus allen ihren Sünden. Sie haben mit einem Wort Teil an Christo und allen Schäden und Gaben, welche ein unaussprechlicher Reichtum sind. Wie könnte es ihnen auch anders als stets unter allen Umständen wohl gehen, da sie angenehm gemacht sind in dem Geliebten, und da ihnen alles zu ihrer Seligkeit mitwirken muss? Dieses Wohlergehen haben sie wohl im Besitz, aber nicht im beständigen erquicklichen Genuss. Ihr Erbe wird ihnen im Himmel gehalten, und sie erwarten von bannen ihres Leibes Erlösung. Christus ist ihr Reichtum und mit ihm ihr Schatz im Himmel. Sie haben zwar alles inne, und haben doch nichts und alles. Sie sind reich und arm zu gleicher Zeit. Sie gleichen den Kindern, welche, obschon sie Herren sind aller Güter, doch noch unter den Vormündern und Pflegern stehen, so dass zwischen ihnen und den Knechten kein Unterschied ist, ja sie diesen wohl untergeordnet sind. Sie gleichen oft denjenigen reichen Leuten, welche gerade keinen Pfennig bei sich haben, und immer denen, die nicht ihre ganze Habe in den Händen tragen.

Reicher kann ich doch nicht werden,
Als ich schon in Jesu bin;
Alle Schätze dieser Erden
Sind ein schnöder Angstgewinn.
Jesus ist das rechte Gut,
Das den Seelen sanfte tut.

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Beitragvon Peter01 » 24.02.2015 07:06

Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand. Psalm 73,23

Zwar ist es nur ein einziges Wörtlein, doch gewiss ein Wörtlein von großer Bedeutung, das Wort „dennoch,“ womit Asaph den 23sten Vers des 73sten Psalms beginnt. So eben taucht er aus einer schweren Anfechtung empor, in die er durch Vergleich und seiner elenden, mit anderer Leute herrlichen Umstände geraten war; kaum aber schöpft er etwas Luft, so ruft er aus: dennoch! – Er gleicht einer geschlagenen Armee, welche bald nach erlittenem großen Verlust wieder mutig auf dem Schlachtfelde erscheint, sich auf's neue mit dem prahlenden Feinde zu messen. – Es ist ein Wort des Mutes. Es ist ein Wort der Geduld. Mögen die Leiden noch so empfindlich, mögen sie noch so langwierig sein, ja zunehmen: dennoch! Es ist ein Wort der Beharrlichkeit. Mag's mir bei dir geben, wie es kann und mag, dennoch wird's nicht im Stande sein, mich freiwillig von dir, o mein Gott! zu scheiden, ich halte aus. – Es ist ein Wort der Selbstverleugnung, dennoch mache ich keine Vorschriften und Bedingungen; wie du es machst, so soll es gelten. Es ist ein Wort des Widerstandes gegen die Vernunft, was die auch drein reden – gegen den Unglauben, was für Zweifel er auch aufbringen – gegen das eigne Herz, wie es sich auch sperren mag. – Es ist ein Wort des Bekenntnisses, es sei alles gut, was der Herr mit seinen Kindern tut, denen es immer der Wirklichkeit, oft auch dem Genuss nach wohlgeht.

Duld ich hier schon Spott und Hohn,
Dennoch bleibst du auch im Leide,
Jesu, meine Freude.

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Beitragvon Peter01 » 25.02.2015 06:40

Des Königs Tochter ist ganz herrlich inwendig. Psalm 45,14

Welch' eine edle Gesinnung wohnt in denen, die geistlich gesinnet sind? Sie haben Lust am Gesetze Gottes und dienen demselbigen mit dem Gemüte. Sie trachten nicht nach dem, was auf Erben ist, sondern nach dem, was droben ist. Sie lieben Gott, und sind bereitwillig, um seinetwillen alles zu meiden, alles zu leiden, alles zu verleugnen, und beweisen dies, wenn es darauf ankommt, auch mit der Tat. Es sollten nur einmal alle die Hindernisse aus dem Weg geräumt sein, wie herrlich würde ihr Geist herausbrechen, und der niedergehaltene Palmbaum emporschnellen. Nun aber ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber macht lebendig. Wenn das Vollkommene erscheinen wird, hört das Stückwerk auf. – Edel sind die Christen wegen ihres Reichtums, der so bedeutend ist, dass der Herr selbst sagt: du bist reich. Offenb. 2,9. Ihr seid reich gemacht an allen Stücken, schreibet Paulus den Korinthern, und sagt: Wir haben Alles. Und dieser Reichtum ist über die irdischen Wechselfälle erhaben, er ist unvergänglich. Zwar tragen sie diesen Schatz noch in irdischen Gefäßen, wenn aber Christus ihr Reichtum offenbar werden wird, so werden sie mit ihm offenbar werden in der Herrlichkeit. Sie können alles kaufen, indem sie zugleich so arm sind, dass sie nichts haben. Endlich besitzen sie eine Kraft, vermöge welcher sie in allem weit überwinden und alles vermögen. Vergeblich werden sie mit Krieg überzogen, in allem überwinden sie weit.

Keiner hat Ursache zu sagen; ich bin schwach.
So lange Jesus bleibt der Herr,
Wird's alle Tage herrlicher;
So war's, so ist's, so wird es sein
Bei seiner Blut- und Kreuzgemein.

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Beitragvon Peter01 » 26.02.2015 06:30

Dies Gebot befehle ich dir, nach den vorigen Weissagungen über dir, dass du in denselbigen eine gute Ritterschaft übest.
1. Timotheus 1,18


Wahre Christen sind zum Kriege geboren, durch die Wiedergeburt ist der Geist in ihnen gelegt, der ein streitbarer Held ist wider das Fleisch, der es mit Gott wider alles Ungöttliche hält, und in einem unaufhörlichen Widerspruch gegen alle Sünde steht. Sobald aber dies Kindlein in der Krippe des Herzens geboren ist, trachtet ihm auch irgend ein Herodes nach dem Leben. Das Fleisch gelüstet wider den Geist, diese sind wider einander. Sie sind auch zum Streit befähigt, und die Gemeinde wird im Hohenliede beschrieben als schrecklich wie Heeresspitzen. In allem überwinden wir weit, sagt Paulus. Wie vortrefflich müssen sie denn nicht gerüstet und bewaffnet sein. Der Schwächste unter ihnen wird ja sein wie David. Alle sind sie bewaffnet gegen die Schrecken der Nacht und haben Schwerter in ihren Händen. Gott lehret ihre Fäuste kriegen, und indem sie die ganze Waffenrüstung Gottes anlegen, sind sie stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke, und also tüchtig, Kriegsvölker zu zerschmeißen. Und so führen sie wirklich den allerwichtigsten Krieg. Freilich ist's kein fleischlicher, sondern ein geistlicher Krieg, denn mit Fleisch und Blut, mit körperlichen Dingen, zu denen körperliche Kraft gehört, haben sie's als Christen nicht zu tun. Die Waffenrüstung wie die Ritterschaft ist geistlich, das Herz, das innerste der Seele ist das Schlachtfeld, ist der Tummelplatz, wo ohne äußeres Geräusch und unsichtbar die Kämpfe geführt, die Niederlagen erlitten, die Siege erfochten werden, deren eigentlicher Zeuge nur Gott ist.
Rüstet euch, ihr Christenleute,

Die Feinde suchen euch zur Beute,
Ja Satan selbst hat eu'r begehrt.
Wappnet euch mit Gottes Worte,
Und kämpfet frisch an jedem Orte,
Damit ihr bleibet unversehrt.

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Beitragvon Peter01 » 27.02.2015 06:13

Du hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zungen und Volk und Heiden. Offenbarung 5,9

Das Volk Gottes ist durch einen Krieg gewonnen. Sie waren ein Raub jenes Starken, Gefangene jenes Riesen, und sind ihm genommen und los geworden, da der Herr mit unsern Haderern haderte, nach Jes. 49. Um sie führte der der große Friedensfürst jenen ewig denkwürdigen, gesegneten Krieg, da er sich für seine Schafe dem heranrennenden Wolf entgegenstellte, da gegen diesen Fürsten der Fürst dieser Welt heraufzog, wiewohl er nichts an ihm hatte, da sich dieser brüllende Löwe über den Löwen aus dem Stamme Juda hermachte. Er gab sein Leben zum Schuldopfer und sieht dafür Samen. Er zog die Fürstentümer und Gewalten aus, machte einen, Triumph aus ihnen und trug sie zur Schau öffentlich. Da hat er sich sein Volk errettet von der Obrigkeit der Finsternis. – Diesen siegreichen Krieg, der dem ganzen Heer zu statten kommt, hat er auch in Absicht jedes einzelnen Gliedes desselben geführt, da er als der Stärkere über den stark Gewappneten kam, und ihm seinen Hausrat raubte, wie sorgfältig er ihn auch bewachte. Er siegte, und nach seinem Siege opfert ihm sein Volk williglich in heiligem Schmuck. So bekam er eine Menge zur Beute, und Starke zum Raube, darum dass er sein Leben in den Tod gegeben, und hat vieler Sünde getragen, und für die Übeltäter gebeten.

Gib, dass wir aus Glaubensbrunst
Dir rechtschaffen dankbar sein
Dass du uns der Höllenpein
Durch dein Leiden, Tod und Wunden
So gar willig hast entbunden.

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Beitragvon Peter01 » 02.03.2015 08:35

Es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt hast, dass ich deine Rechte lerne. Psalm 119,71

Welch eine große Sache ist es, die Rechte des Herrn zu lernen, seine Rechte als Gott, geoffenbaret im Gesetz, welche alle Menschen in den Staub danieder werfen; seine Rechte als Vater, geoffenbart in Evangelium, wodurch Gottlose gerechtfertiget, Sünder selig gemacht werden. Diese verstehen, bringt Leben und Friede. In lichten Stunden, wo die Seele diese Vorteile merkt, sagt sie deswegen mit David: es ist mir gut, es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt, so dass ich am Ende nichts mehr zu antworten wusste. Namentlich rühmt der heilige Prophet die Treue Gottes, welche sich darin offenbart. Du hast mich treulich gedemütigt, sagt er, welches sich auf mancherlei Weise darin offenbart. Es wird nicht zu viel, noch zu wenig. Es dauert nicht länger, als es gut ist, hört aber auch nicht zU früh auf. Der Herr kehrt sich an das Widerstreben nicht, nicht an die Klagen und Beschwerdeführungen, sondern setzt seine heilsamen Absichten durch. Er richtet die Demütigung nach eines jeden Bedürfnis ein, und greift ihn da an, wo es am wehesten tut, aber auch am zweckmäßigsten ist; er unterstützt die Seele, das sie es ertragen kann; steigt auch zuweilen das Wasser bis an die Lippen, und geht eine Woge über das Haupt, und schreit die Seele: meine Kraft hat mich verlassen. Zur rechten Stunde verwandelt er das Wasser in Wein, nimmt das Gold aus der Glut und gebeut dem Ungestüm des Windes und des Meeres, dass alles ganz stille wird, macht den begrabenen Lazarus wieder lebendig, und tröstet die Traurigen, dass ihnen Schmuck für Asche wird.

Vor andern küss' ich deine Rute,
Die du mir aufgebunden hast;
Wie viel tut sie mir doch zu Gute,
Und ist mir eine sanfte Last!

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Beitragvon Peter01 » 03.03.2015 12:19

Jesus machte allerlei Kranke gesund.
Matthäus 8,16


Die leibliche Gesundheit ist eine sehr edle Gabe, aber Gesundheit der Seele doch noch eine weit vortrefflichere. Und die können wir alle bei Christo, aber nirgends anders, als bei ihm finden. Keiner darf seine Krankheit für zu gering, keiner aber auch für zu verzweifelt halten, dass er nicht Hilfe bei Jesu suchte. Er macht den Menschen ganz gesund. Sein Gewissen macht er gesund, indem er's durch sein Blut von aller Anklage reinigt, und die Frucht des Geistes hineinpflanzt; seinen Leib macht er auch ganz gesund, indem er ihn endlich zu einem solchen Stand bringt, wo keine Krankheit, kein Tod, kein Schmerz oder Beschwerde ihn mehr presst, wo er voll Schönheit und Herrlichkeit ist, und ewig bleibt, und sodann genießt der Mensch nach Leib und Seele einer ganz vollkommenen. Glückseligkeit, die keiner Störung und Unterbrechung mehr unterworfen ist. Denn wen Jesus einmal in seine Kur nimmt, den lässt er nicht, bis er ihn vollkommen, errettet hat. Jedoch geschieht das nicht auf einmal, sondern allgemach, und der, den Jesus in seine Kur nimmt, sollte bisweilen wohl denken, es werde eher ärger, als besser mit ihm, damit er nachher Christo, desto mehr Ehre geben lerne. Es geschieht häufig auf wundervollen Wegen, und die gänzliche Vollendung der Heiligung erst in jenem Leben. Aber je größer unser Vertrauen zu ihm ist, desto mehr erfahren wir auch, dass alle Fülle in ihm wohnt, und er überschwänglich tun kann, mehr als wir bitten und verstehen.

Mensch, du ein'ger Mensch in Gnaden,
Mache uns zu dir ein Herz;
Arzt, ach heile unsern Schaden,
Lindre allen unsern Schmerz.

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Beitragvon Peter01 » 05.03.2015 07:30

Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb.
Psalm 119,140


Jeremias betet: Erhalte uns dein Wort, denn es ist unseres Herzens Freude, und wenn wir es fanden, haben wir es gegessen, wie eine köstliche Speise. Und gewiss, woher wissen wir's denn, dass bei Gott viel Vergebung ist, dass er Gnade beweiset vielen Tausenden, dass es je gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort ist, dass Jesus Christus gekommen ist in die Welt, Sünder selig zu machen; dass die Armen am Geiste, die Leidtragenden, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, selig sind, dass er den nicht hinausstoßen will, der zu ihm kommt – woher wissen wir diese und die übrigen Heilswahrheiten, auf welchen der gesamte Trost der sündigen Menschen beruht, als eben aus dem Worte Gottes? O! welch eine köstliche Mahlzeit findet nicht manchmal ein heilsbegieriges Gemüt in dem Worte bereitet, und mit welcher Zustimmung sagt es mit David: Es sei ihm köstlicher als viel Gold. – So lange es daher noch eine Bibel aus Erden gibt, so lange hat das Volk Gottes auch eine Quelle der Süßigkeit, die alles Leid versüßt. Sie braucht nur zu fließen, dies Wort braucht nur offenbar zu werden: so heitert sich der ganze Himmel des Gemüts auf. Und wie häufig geht's noch so, wie es Apost. Gesch. 15,31 heißt, da sie das lasen, wurden sie des Trostes froh.

Ein einiges Wort der heiligen Schrift,
Das ein betrübtes Herze trifft,
Ist mehr als Himmel und Erde wert;
Denn wenn das Feuer sie verzehrt.
So bleibt doch Gottes heiliges Wort
Ohn einig's Ende fort und fort.

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Beitragvon Peter01 » 06.03.2015 06:00

Stehe auf, Nordwind, und komme, Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass seine Würze triefen.
Hohelied 4,16


Die angenehm ist es schon im Natürlichen, wenn sich nach schwülem Wetter ein kühles Lüftchen erhebt. Wie gern gibt man sich demselben hin, und atmet's in tiefen Zügen ein. Wie fühlt man sich so gestärkt und in allen Sinnen belebt. Wie wohl ist vollends solchen Kranken, welche an Atemnot leiden, wenn ein Anfall davon wieder vorüber ist; dann ist ihnen, als fehle ihnen nichts mehr. Etwas Ähnliches, aber viel Herrlicheres, gibt es im Reiche Gottes. Der heilige Geist ist die Luft, der Odem des Lebens, und wenn der Herr den nachlässt, verjüngt sich, wie der 104 Psalm sagt, die Gestalt der Erde und des Herzens. Die verdunkelnden Wolken weichen, und die Stellvertretung des Kreuzes und der ganzen Geschichte Christi leuchtet in ihrer eigentümlichen, dem gebeugten Sünder so angemessenen und erfreulichen Glorie und Herrlichkeit. Dieses Anwehen der Himmelslust, der Luft von Bethlehem und Golgatha, und dem Ölberg her, hebt den, in der Beklemmung der Buße ächzenden aus den Schrauben, und zeigt ihm eine Fülle des Heils, die seine Bedürfnisse unendlich übersteigt, und wäre er von den Mördern noch viel ärger zugerichtet, als jener, der hinab ging von Jerusalem nach Jericho. Er muss selber sagen: warum sollte ich doch im Geringsten zweifeln, warum nicht aus aller Macht glauben, und hätte ich allein der halben Welt Sünde auf mir, und alle Teufel wider mich. O! welch' eine herrliche Luft! Welch ein Atemholen!

Gelobet seist du, Gott heiliger Geist,
Der die Versöhnung des Lammes preis't
Als die ein'ge Ursach der Seligkeiten,
Und so vernehmlich sie weiß zu beuten,
Dass wir's verstehn.

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Beitragvon Peter01 » 09.03.2015 06:52

Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet.
1. Johannes 3,19


Und wie sehr hat er uns geliebet! Unmöglich können wir da hineinschauen, ohne dass auch unser Herz in brünstige Gegenliebe entflammt würde. Welche Seligkeit wird das einst in der Seligkeit sein, ihn aus allen Kräften zu lieben und lieben zu können; wie sehr ist's aber zu beklagen, das hienieden unsere Liebe mehrenteils so lau ist. Wie viel Blindheit und Unglaube steckt doch in uns, die solch' einen unfruchtbaren Winter in uns erzeugen. Welch' ein Glück indes, dass das die Liebe nicht ist, dass wir Ihn lieben, sondern dass er uns liebt. Was kann uns auch besser zu ihm treiben, was uns mehr bei ihm festhalten, als entweder die Liebe, oder unsere Not und Elend? Wo sollen wir hin? fragte Petrus, und wo wollen wir denn hin? Je elender es um uns aussieht, desto nötiger haben wir Ihn ja, und auf welchem andern Wege gedenken wir denn irgend einer Not enthoben zu werden? „Dennoch,“ sagt Asaph, mochte es auch gehen, wie es konnte. „Aber doch,“ sagte jenes - kanaanäische Weib und es geriet. Hier will ich sterben, sagte Joab, und fasste die Hörner des Altars. Ich lasse dich nicht, Schrie Jakob mit verrenkter Hüfte. Mögen denn andere dem Eiteln nachjagen, so bleibt's doch bei uns fest dabei:

Jesus soll es sein und bleiben
Dem ich lebe, des ich sei;
Nichts soll mich von Jesu treiben.
Du wirst, Jesu, mich nicht lassen;
Ewig will ich dich umfassen


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