Umgang mit Depressionen

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

Moderator: eddi

lutz
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Beitragvon lutz » 11.04.2009 11:21

Gut, Arne -

es hilft aber niemanden, wenn wir hier regelmäßig alle Dinge auf einmal abhandeln wollen und so regelmäßig alles durcheinanderwerfen.
Damit meine ich, dass du auch ein Auge auf diejenigen Beiträge haben musst, die andere schreiben. Welche Absichten verfolgen sie? Welche Absichten verfolgen sie nicht?

Mir geht es jetzt z. B. nicht um Psychologie, Ursachenforschung ...
(Wir wissen zumindest über Psalm 32 einen Zusammenhang. Sich diesen vor Augen zu stellen ist ratsam - aber über verborgene Sünden bspw. kann kein Mensch hier zu Gerichte sitzen. Tut er es doch und wenn es nur spekulative Behauptungen sind - maßt er sich das Amt des einzigen Herzenskündigers an.)

Die Frage meinerseits lautet also immer noch:
Auf welche Weise wendet der Herr Traurigkeit in Freude?
Auf welche Weise schafft ER Fröhlichkeit im Herzen?

Jer. 31, 10 - 14 - zumindest werden als "Segnungen des Herrn" hier Bilder verwendet, die irdischer Natur sind (Korn, Most, Öl, Tiere).
Apg. 14, 17 - zumindest wird hier vom Herrn ausgesagt, dass er selbst das Herz der Heiden mit Fröhlichkeit erfüllte und irdische Dinge tauchen hier auch auf.

Sicher handelt es sich dabei um eine zeitliche Freude.
Es steht weiter außer Zweifel, dass die Beeinflussung des Leibes eine Rückwirkung auf die Seele haben kann - so wie seelische Erschütterungen leibliche Ausdrucksformen annehmen können.
Der Schmerzgeplagte wird sich zeitlich freuen, wenn er durch eine adäquate Schmerztherapie erleben darf, was es heißt mal ohne Schmerzen zu sein.
Der, dem nachweislich eine Substanz im Leib fehlt, wird sich zeitlich freuen dürfen, wenn eine Therapie diese ersetzt und davon abhängige Symptome verschwinden.
Selbst Sonnenstrahlen rufen im Körper Reaktionen hervor, die die Seele günstig beeinflussen.
Der Schlaf gehört z. B. auch hierher und kommt nicht minder von Gott.
Auch hier zeitliche Freude.

Für den Gläubigen ist es wichtig zu wissen, dass es eine zeitliche Freude ist und etwas anderes gibt es hier nicht zu finden.
Diese ist dem Gläubigen weder untersagt, noch ist sie ihm unwürdig oder abträglich für sich betrachtet.

Das besondere Vorrecht des Gläubigen ist, dass er in Zeiten des Überflusses und in Zeiten des Mangels zurechtkommen kann. Dies gibt ihm aber nicht das Recht den Überfluss zu verteufeln oder den Mangel zu kritisieren.

Lutz

Jörg
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Beitragvon Jörg » 11.04.2009 11:36

Arne, das Miteinander Mediziner/Seelsorger begrenzt sich bei Dir doch auf sehr wenige Ausnahmen. In den meisten Fällen willst Du doch, dass die Biblische-Seelsorge einen Alleingang macht!

Ich lasse mir jedenfalls nicht das "Joch" auflegen: Ein Christ darf nicht zum Psychiater; darf nicht Psychopharmaka nehmen! (bis auf Deine wenigen Ausnahmen). Sondern ich möchte dankbar sein für die vielfältigen Gaben, die Gott uns darreicht.

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Gast

Beitragvon Gast » 11.04.2009 11:42

(Wir wissen zumindest über Psalm 32 einen Zusammenhang. Sich diesen vor Augen zu stellen ist ratsam - aber über verborgene Sünden bspw. kann kein Mensch hier zu Gerichte sitzen. Tut er es doch und wenn es nur spekulative Behauptungen sind - maßt er sich das Amt des einzigen Herzenskündigers an.)
Ist das wirklich anmassung... das Wort Gottes, Jesus Christus zeigt uns unser Herz und das was wirklich drin ist - und sie zeigt auch den Weg heraus...

@Jörgen,

die Psychologie ist ein Bereich der in der Seelsorge nichts zu suchen hat, aber sicher der Facharzt für Neurologie... wenn er benötigt wird, ebenso der Facharzt oder Allgemein Mediziner...

Liebe Grüsse
Arne

P.s Die Ursprung allen Leidens, des Todes und aller Krankheit hat seinen Anfang genommen als der Mensch aus der Gemeinschaft mit Gott herausgerissen wurde - durch sie Sünde ! Was für folgen hatte das auf den Mensch - das sehen wir tag täglich... oder nicht ?

Was gibt es hier für eine Lösung des Problems ?

lutz
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Beitragvon lutz » 11.04.2009 12:29

Es ist Anmaßung, wenn du die verborgenen Sünden eines andern zu kennen meinst.
Es ist keine Anmaßung, wenn du dir deine Sünden vom Herrn zeigen lässt.
Es ist keine Anmaßung allgemein auf diesen Zusammenhang hinzuweisen und die Beispiele zu verwenden, die uns die Schrift offenbart.

Die persönliche Anwendung in Bereiche, die dir nicht zugänglich sind, ist Anmaßung.

Lutz

Jörg
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Beitragvon Jörg » 18.04.2009 09:13

Ein sehr schönes Gedicht (leider ist mir der Verfasser nicht bekannt):

Zwischen Freudenstrahlen und Wolken des Zweifels
kommen und gehen unsere Gefühle;
unser bester Zustand wird unaufhörlich,
durch Höhen und Tiefen, geschüttelt:
keine Stimmung, kein Gefühl, keine Denkweise
ist auch nur für einen Tag beständig;
Du aber, o Herr, Du veränderst dich nicht,
Du bist allezeit derselbe.

Ich ergreife deine Stärke, mache sie mir zu eigen,
mein Herz wird mit Frieden gesegnet;
ich verliere meinen Halt, und dann kommen
Finsternis und kalte Unruhe herab.
Lass mich meinen Trost nicht mehr
aus meinem schwachen Festhalten an dir ziehen;
allein hierin will ich mit Ehrfurcht frohlocken -
wie mächtig du mich ergriffen hast.


Dieses Gedicht macht so wunderbar deutlich, dass ich selbst in den Tiefen der Depression, wenn ich scheinbar ins Bodenlose abzustürzen drohe, vom Herrn gehalten werde, denn "der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes
Gemüt haben" (Psalm 34, 19)

Ermutigende Grüße
Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 19.04.2009 09:35

Hallo Jörg
Danke für das mutmachende Gedicht $:P
Liebe Grüße Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 19.04.2009 09:46

Hallo Jörgen,

ja das ist wirklich ein sehr treffendes Gebet, oder Gedicht .... und sehr Ermutigend :) ... danke !


Allgemein:

Ich möchte noch einen Mp3 Hörtipp weitergeben:

Kampfbahn des Glaubens (W.Krug)

Probleme und deren Seelsorgerliche Lösung (ein Ansatz dafür; Jay Adams/ 15 MB)

Liebe Grüsse
Arne


Hallo Lutz,

noch zu deinen Fragen:
Du schreibst, dass Depression "vielmehr eine große Chance die Wahrheit der Worte Gottes zu erfahren" ist.
Welche Wahrheit der Worte Gottes meinst du und in welcher Weise soll dies erfahrbar werden?
- kommt her zu mir die ihr mühselig und beladen seid - ICH WILL euch erquicken (Matthäus 11,28)
- rufe mich an in der Not... (Psalm 50,15 )
- Ich bin das Brot des Lebens (Johannes 6,35)
- Er ist unsere Hilfe und unser Schild (Psalm 115,9)

Die liste von Psalmen die Joschie gesetzt hat beinhaltet noch viele andere "Verheißungen"

... und vieler Worte mehr die uns deutlich machen ER ist unsere Hilfe... im Vertrauen auf IHN wird man es dann auch erfahren das es die Wahrheit ist - wie schon gesagt - ER steht zu seinem Wort und ER erfüllt es auch nur eben zu seiner Zeit und nach seinem Plan...

Glauben wir IHM ?

Das zu deiner Frage... ist nicht so Kompliziert um es zu verstehen, oder ?
"ER wird es wenden und die Schwere im Herzen in Freude wandeln." - Wie?
(Hebr. 10, 36)

Wenn man sich abmüht und abgeplagt hat und man denkt alles sei vergebene mühe... man resigniert und aufgibt und letztlich am Boden liegt.. was kann einen mehr Freude machen als die ausgestreckte Hand Gottes zu sehen, zu erkennen das ER ALLES ist (das kann man wohl nur im Glauben und schauen auf IHN erfahren... ER ist ALLES und ER ist mein leben und meine Hoffnung)

Wenn man nicht mehr sich - SONDERN IHN vor Augen hat... dann erfüllt es das Herz mit freude... den man weiss ER Trägt und führt, Bewahrt... Alles ist in SEiner Hand ! So wird eben die Schwere im Herzen in Freude gewandelt - durch IHN !
Du schreibst, dass der Glaube da beginnt, wo wir mit unserer Kraft und Weisheit am Ende sind.
Ja die meisten Christen meinen immer noch das sie es sind die die Welt überwinden, sie verlassen dabei auf sich selbst und ihre Begabungen und Fähigkeiten, auf ihren Versandt, auf ihre Gefühle, auf ihre Kraft usw.

Wenn sie damit aber an ihr ende gekommen sind und ihre Luftschlösser und Träume zerfallen... dann hat man eine gute Change zu erkennen das es wirklich ER ist auf den wir Bauen sollten :) und hören müssen, wenn wir fest stehen wollen...

Glaube beginnt aber da wo wir vollkommen auf das Angewiesen sind was uns Gott sagt... Wenn wir in Situationen kommen die für uns schier aussichtslos und Hoffnungslos sind. - dort beginnt der Glaube ... und unsere Hoffnung ruht nicht mehr auf uns und unsere Fähigkeiten sondern auf IHN...

Alles ganz schlicht...
"Jede Depression hat ihr Ende, wenn ihr der Platz zugewiesen wird, der ihr zusteht - sie wird ihr Ende finden im Schauen auf IHN."?
Ist ebenso schlicht zu beantworten... ER ist ALLES unsere Freude und unsere Kraft... ER verändert unser leben...

Wer auf sich selbst und auf seine Fähigkeiten und seine eigene Gerechtigkeit baut, dem wird Galater Kapitel drei sicher etwas bedenkenswertes mit auf den Weg geben...

... OHNE IHN können wir nichts tun ! Und ER hat gesagt wer mir Vertraut wird nicht zu schaden, auch wenn er ein Lamer mit Verrenkter Hüfte ist, auch wenn seine Knie Zittern...

Liebe Grüsse

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Beitragvon Joschie » 22.02.2010 20:27

Hallo Ihr
Es entsteht ein neues "Depression Forum" http://www.depressionen-abc.com/ Schaut doch mal rein
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jörg
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Beitragvon Jörg » 10.11.2010 18:45

Hallo,

leider immer noch Tabuthema - auch unter Christen:

http://195.226.80.70/eZeitung/PDF201011 ... um/018.pdf

Hoffentlich ändert sich das einmal!

Lieben Gruß

Jörg
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Beitragvon Jörg » 13.11.2010 18:28

Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Servant
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Beitragvon Servant » 18.11.2010 22:34

Psalm 1,1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen,

Jörg
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Beitragvon Jörg » 19.11.2010 06:04

Servant hat geschrieben:Psalm 1,1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
Gut, dann werde ich ab sofort den Rat meines Gottlosen Hausarztes nicht mehr befolgen, wenn ich demnächst wegen eines grippalen Infektes zu ihm gehe!
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Beitragvon Joschie » 19.11.2010 08:08

Servant hat geschrieben:Psalm 1,1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
Das Thema ist zu wichtig um damit seine Spielchen zu treiben, darum schreibe in deinen Beiträgen worauf du dich beziehst, damit der Beitrag einen Sinn bekommt!!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Re: Umgang mit Depressionen

Beitragvon Jose » 21.11.2010 20:41

Zwischenzeitlich finde ich dieses Thema auch sehr wichtig. Im Laufe der Jahre habe ich einige Menschen kennengelernt, die unter Depressionen leiden, daher mache ich mir nun doch mehr Gedanken darüber.

Ich habe erfahren, dass sowohl Ungläubige als auch Gläubige unter Depressionen leiden können, selbst solche, die sehr darauf achten, in allen Dingen im Willen des Herrn zu stehen und von denen ich wirklich viel gelernt habe. Dass Krankheiten, Medikamente oder geerbte Veranlagungen zu Depressionen führen können, hat mich am meisten erschreckt, denn dann könnte es theoretisch jeden treffen.

Da ich allerdings kein Spezialist auf diesem Gebiet bin, kann ich nur ermuntern, mit Zuversicht auf dem Herrn zu blicken und Ihm zu bitten, alles Eigene aus dem Herzen zu nehmen und von verborgenen Sünden zu befreien. Es ist dabei wirklich ganz wichtig, dass man von sich weg völlig auf den Herrn blickt und Ihm vertraut. Er lässt manche dunkle Stunde zu, damit wir lernen, ihm blind zu glauben.

Allerdings sind Depressionen mit Sicherheit viel mehr, als gefühlsmäßig nicht mehr zu glauben und sich etwas niedergeschlagen zu fühlen. Die Angstgefühle, verbunden mit einem sehr schweren Gemütszustand, können wahrscheinlich von anderen nicht nachvollzogen werden. Erzählungen, wo selbst gläubige Menschen, wegen Depressionen, Suizidgefährdet waren, mahnen mich, das Thema wirklich ernst zu nehmen.

Es sind schon einige Jahre her, da lernte ich eine ältere Glaubensschwester kennen, die seit Jahren depressiv war. Niemand wusste die Ursache und sie selber litt sehr darunter. Eines Tages erhielt ich einen Brief von Ihrer Schwester, und darin schrieb sie unter anderem, dass die Depressionen von einem Moment auf den anderen verschwunden waren. Hatten es die Gebete bewirkt oder war die schwere Prüfungszeit, in der sie, ihr Ehemann und alle in ihrem näheren Umfeld, schwer geprüft wurden, abgelaufen? Es blieb nur Lob und Dank übrig und das Bewusstsein, wie sehr wir von der Hilfe des Herrn abhängig sind.


Liebe Grüße,
José


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