Schuld der Vorfahren

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Moderator: Jörg

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Dirkpähler
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Schuld der Vorfahren

Beitrag von Dirkpähler »

Hallo Ihr,

ich beschäftige mich zur Zeit mit einem ziemlich komischen Thema. Die Vorfahrenschuld.
Wie ichs verstanden habe geht darum, wenn einer meiner Vorfahren sich mit Dingen beschäftigt hat die Antigöttlich waren (Esoterik, Okkultismus, Nationalsozialismus, Abergaluben, etc.) seine Nachhafren [also ich z.B.] unter einem Bann steh oder noch in dämonischen Bindungen stecke.
Angeblich kann man diese mit
[2. Mose 20.5-6
Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gottb, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten <Generation> von denen, die mich hassen der aber Gnade erweist an Tausenden <von Generationen> von denen, die mich lieben und meine Gebote halten
]
beweisen.

Aber wenn ich Hesekiel 18 oder 5. Mose 24,16 richtig verstehe gibt es keine direkte Vorfahrensschuld (ich kann ja gar nichts dafür dass meine Vorfahren mist gebaut haben.

Wäre schön wenn ihr mir helfen könntet (auch über Literaturhinweise die das Thema vertieft, wäre ich dankbar).

Vielen Dank
Euer
Dirk

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H.W.Deppe
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Beitrag von H.W.Deppe »

Hallo Dirk,
wenn man mit Christus mitgekreuzigt ist und durch die Wiedergeburt "alles neu geworden" ist - wie soll da noch eine "Ahnenlast" weiter bestehen? Wie auch immer 2 Mo 20 zu verstehen ist - beim Gläubigen ist das alles durch das Kreuz bereinigt. Der Gläubige ist frei gemacht von jedem Fluch des Gesetzes.
Gruß, Werner

Dirkpähler
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Beitrag von Dirkpähler »

Sehe ich auch so.
$:o
Vor allem, weil Mose in 5. Mo. 24,16 selber was anderes sagt, oder Hesekiel (Hes. 18,1-32).

LG
D.

MichaelM
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Beitrag von MichaelM »

Diese Ideen stammen wohl eher aus der charismatischen Ecke. Für normal Sterbliche mag das gelten.

Für Christen gilt:

2Kor 5, 17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!

Besondere Rituale oder Freisprechungen oder ähnliche spiritistische Umtriebe sind ein Götzendienst und dienen dazu, die Menschen unter ein Joch zu bringen, als das vollkommene Erlösungswerk unseres Herrn Jesus Christus zu ergreifen.

Gruß
Michael

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andy
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Beitrag von andy »

Ich stimme mit dem bereits gesagten absolut überein: Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei. Wir haben *alle* eine Ahnenschuld. Die reicht von Adam und Eva bis zu uns selbst. Sie hat nichts damit zu tun, ob wir für die Sünden unserer Vorfahren etwas können - sie ist Teil unserer Natur. Alle sind wir in Sünde geboren, doch alle sind wir - als wiedergeborene Christen - von Jesus gereinigt und zu einer neuen Kreatur geworden, die dieser Linie nicht folgt.
Der Gläubige ist frei gemacht von jedem Fluch des Gesetzes.
Damit habe ich lediglich ein Problem. Denn noch immer bringen unsere Frauen unter Schmerzen Kinder zur Welt, und noch immer müssen wir im Schweiße unseres Angesichts für unser Auskommen arbeiten. Das gehört alles zum Fluch. Daher würde ich hinzufügen, "in Bezug auf ewiges Leben oder ewigen Tod". Denn das Fleisch ist weiterhin dem Tod geweiht, auch wenn wir noch so lange darin leben, bis wir "verwandelt werden" und einen unsterblichen Leib erhalten.

Diese Freiheit betrifft auch nicht unbedingt die sonstigen Konsequenzen von Sünde in dieser Welt. Meinten einige Dynastien, durch unbiblische Inzucht eine rein fürstliche Blutlinie zu erhalten, so haben eben all deren Nachkommen z.B. verformte Nasen gekriegt. Die sind auch durch Bekehrung nicht verschwunden. Und wo unsere Eltern mit ihren Finanzen verantwortungslos umgegangen sind, da haben wir eben auch einen entsprechend schlechteren Start in ein vermögensreiches Leben (falls das überhaupt jemals unser Ziel ist). Bestimmte Süchte setzen sich ebenfalls bei den Kindern fort, auch wo es keine Erklärung durch das Erbgut gibt.

Im Geistlichen muß man differenzieren, denke ich: Zum einen gibt es gibt Bereiche, wo wir von unseren Vorfahren Verhaltensmuster übernehmen, die z.B. der Sünde bestimmte Einfallstore offenhalten.

In dieser Kategorie müssen wir uns der Gefahr bewußt sein und besonders in diesen Bereichen wachsam sein. Das kann zum Beispiel eine Neigung zum Jähzorn sein, die teilweise in einer ganzen Familie vorhanden sein kann - daß man in bestimmten Situationen die Kontrolle verliert und sich damit, man könnte beinahe sagen, unter die Kontrolle eines anderen Geistes begibt. In solchen Dingen muß man das Widerstehen gegen den Bösen sehr praktisch üben. Auch einige Suchtgefahren gehören wohl zu dieser Art der "vererbten" Belastungen, wo einfach von vornherein eine bestimmte Schwäche vorzuliegen scheint, der man immer wieder neu in Jesus widerstehen muß.

Zum anderen gibt es Bereiche, wo man seine Freiheit in Jesus "einnehmen" muß und einfach Autorität ausüben muß. Das klingt jetzt so nach Charismatiker-Sprache, aber ich weiß nicht, wie man es sonst in biblischen Begriffen ausdrückt. Autorität meine ich nicht mit viel Hokuspokus - sondern schlicht und nüchtern, wie es in der Bibel zu finden ist.

So haben meine Frau und ich vor zwei Jahren mal im Haus meiner Schwiegereltern übernachtet, wo meine Frau großgeworden war - als Katholikin (sie ist aber vor Jahren dort aus- und in Gottes Familie eingetreten), mit den ganzen Marienbildnissen und dem ganzen okkulten Zeugs. Nachts hatten wir nun beide furchtbare Träume. Wir suchten frühmorgens nach einer Erklärung und Gott machte uns auf einige (Anbetungs-)Gegenstände aufmerksam, die ihm ein Greuel waren. Die haben wir dem großen grauen Müllcontainer zukommen lassen, und die Bedrückung ist verschwunden, als ich auf ein inneres Drängen hin laut ausgesprochen habe, im Namen Jesu sei nun aber Schluß damit. Das war das einzige Mal, daß ich so etwas erlebt habe - es zeigte mir aber, daß der Name Jesu weiterhin Macht hat und daß uns der Geist in solchen seltenen Fällen durchaus den richtigen Weg zur Lösung einer solchen Situationzeigen kann.

Ich sehe diesen Vorfall für ein Beispiel der biblisch belegbaren Verfahrensweise an, z.B. Geister aus- und davonzutreiben, in dem man nicht nur zu Gott betet und sagt, bitte jage sie weg, sondern daß man im Glauben in der Autorität, die allein aus Jesus kommt, dem Geist sein Verschwinden befiehlt. Jetzt ist hier aber Vorsicht geboten - denn man braucht definitiv die Führung des heiligen Geistes, wohl durch die "Gabe der Unterscheidung der Geister", um zu wissen, ob hier so etwas sein Unwesen treibt oder ob vielleicht ein ganz anderer Grund vorliegt - und was die Lösung ist. Bei mir ists's da nicht weit her. Die Jünger haben's auch mal mit dem Befehlen versucht, und Jesus sagte ihnen auf ihr Scheitern hin einfach nur trocken, "diese Art fährt aus durch Beten und Fasten". Sie hatten es gut gemeint, aber die Standardformel gibt's nicht. Entweder wirkt es der Geist (ggf. durch Menschen), oder es klappt nicht.

Daher gebe ich Michael M völlig recht:
Besondere Rituale oder Freisprechungen oder ähnliche spiritistische Umtriebe sind ein Götzendienst und dienen dazu, die Menschen unter ein Joch zu bringen, als das vollkommene Erlösungswerk unseres Herrn Jesus Christus zu ergreifen.
Diese Veranstaltungen maßen sich an, daß man heute schlauer sei als die Jünger, die jahrelang mit Jesus selbst unterwegs waren - und daß heute eine solche Standardformel vorhanden sei. Ja, und entsprechende Rituale, von Ölungen bis zum Blasen in ein israelisches Schufar-Horn. Totaler Unsinn also. Woher kommt es, daß gerade die "geisterfüllten" Charismatiker so oft eine Methode finden, um die Führung durch den Geist durch eine immer gleiche und oft nicht gerade biblisch nachvollziehbare Schablone zu ersetzen...? Und wieso finden sich gerade in den Gemeinden mit "Befreiungsdienst" so viele Leute, die teilweise völlig bescheuerten Lehren hinterherrennen, die wirklich nur irgendeinen Hokuspokus, nicht aber den lebendigen Herrn Jesus verherrlichen?!

Insgesamt ist wohl unsere Heiligung der beste Weg, um sich solchen Kram zu ersparen. Wenn wir in unserem Leben aufräumen, unser Herz von ihm reinigen lassen und unseren Körper als einen Tempel des Heiligen Geistes erachten und damit Jesus verherrlichen, dann wird sich kein übler Geist lange in unserer Nähe aufhalten wollen, oder? In der Charismaten-Ecke, in der ich mal steckte, vermuten ja einige hinter allem ein dämonisches Machwerk und werden ganz paranoid. Das ist Unglaube, denn: Jesus ist der Sieger, niemand kann uns aus seiner Hand entreißen:

"Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn." (Römer 8, 38-39)

Dirkpähler
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Beitrag von Dirkpähler »

Danke, Andy.

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