Bundestagswahl 2005

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Moderator: Jörg

mike
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Beitragvon mike » 13.09.2005 12:42

Hallo Jürgen

GOTT ruft in allen Schichten Menschen für seinen Dienst! Auch in der Politik. Während der Zeit Jesu und danach wurden Politiker oder solche welche politischen Einfluss hatten zur Nachfolge gerufen: Hauptläute und Zolleintreiber z.B.

Als die Heilsarmee in den Bergwerksfamilien evangelisierten, brachten Sie Ihnen nicht nur den Buchstaben, das Wort, sondern Seelenheil, Seife und Suppe. -Was hat das mit Politik zu tun? Es ist wichtig, dass gläubige Menschen die Steuergelder ehrlich verwalten und das die sozialbedürftigen auch zu Ihren Recht kommen. Sozialpolitik hat sehr wohl etwas mit Glauben zu tun. Denn macht Sozialpolitik erst einen Sinn, wenn es einen GOTT gibt. Gibt es keinen GOTT, kommt es auch nicht darauf an, wie man lebt!

Ich wage die Behauptung, wenn wir Christen zusammenstehen würden, und gottesfürchtige Leute aus unseren Reihen in die Regierung wählen würden, dass einiges ins Rollen gebracht werden könnte. Da wir Christen in der "westlichen Welt" aber mehr beschäftigt sind, über Dinge zu streiten, welche uns untereinander trennen statt verbinden, geht sehr viel Kraft und Potential verloren.

Im AT können wir erkennen, was eine "gottesfürchtige" Regierung alles bewirken konnte; aber auch, wenn eine "gottesfremde" Regieurng am Werk war.


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Es gibt kein Gebot Gottes eine Regierung wählen zu sollen oder gar zu müssen.
"Müssen" muss man nur eines: Sterben! Und wenn du ewgiges Leben haben willst, musst du JESUS CHRISTUS in dein Leben aufnehmen und in seinen "Geist" wandeln, - das ist alles!

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Jürgen
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Beitragvon Jürgen » 13.09.2005 14:49

Hallo mike!
mike hat geschrieben:GOTT ruft in allen Schichten Menschen für seinen Dienst! Auch in der Politik.
Richtig. Aber es sind nur wenige Mächtige, Große, Reiche berufen.
Ist Dir in D auch nur ein einziger, wiedergeborener Politiker bekannt? Mir nicht.
Warum geht das in unserem Parteiensystem gar nicht? Weil jeder unten anfangen muß. Ein lebendiger Christ hätte keine Chance, außer er würde den Herrn in Wort und Tat verleugnen. Er müßte sich der Parteiräson beugen und sich dem Geist, der sie trägt unterordnen, also dem Teufel. Hinter jeder Partei stehen Fürsten und Gewaltige der Finsternis. Abtreibung, Schwulenehe, belohnter Ehebruch, Scheidung etc. kommen nicht aus und durch den Geist Gottes, sondern aus dem bösen Herzen der Menschen und von Geistern, denen sie gehorchen und folgen.

"Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun."

Dieses gottlose deutsche Volk hat die Politiker, die es verdient. Ein Mann vom Schlage eines David oder Salomo ist nicht in Sicht und ich bin sicher, der wird auch nicht kommen.
Dem Antichristen werden sie aber einmal nachlaufen, wie sie es schon mit den kleinen Vorläufern getan haben und tun.

Eine Wahl dieser Parteien kommt für mich nicht in Frage, auch nicht um vermeindlich Gutes zu bewirken. Das wäre etwa so, als würde ich eine ungläubige Frau heiraten, in der Hoffnung sie würde sich durch diese Tat bekehren.

Als Christ haben wir nicht die Aufgabe die verlorene Welt zu verbessern, sondern das helle Licht des Evangeliums zu bezeugen und vor allem: zu leben
mike hat geschrieben:Sozialpolitik hat sehr wohl etwas mit Glauben zu tun.
Das glaube ich absolut nicht. Die größten Atheisten schreien am meisten nach dem Sozialstaat. Der Sozialstaat ist der Versuch der Gottlosen, das Paradies auf Erden aufzurichten, aber ohne Gott.
Der Sozialismus ist gescheitert. Auch in D sind die Früchte verheerend: Extreme Staatsverschuldung, Förderung aller negativen Eigenarten des Menschen, wie: Faulheit, Abzocke, Betrug, sich in trügerischer Sicherheit wiegen etc.
Der Sozialstaat ist das Gegenangebot Satans zu wirklicher Nächstenliebe.
Er hat die Menschen kälter, egoistischer und berechnender gemacht. Eben asozialer. Der gefallene Mensch ist nicht sozial von Natur aus, sondern ein gnadenloser Egoist.

Die Demokratie, wie auch der Sozialstaat und das Versicherungsunwesen gehören mit zur Kriegsführung gegen das Lamm Gottes. Damit streiten sie wider das Lamm Gottes. Es wird im Fiasko enden.
Leider haben darin nur wenige Kinder Gottes Licht und sind vielmehr unter dem Einfluß von betrügerischen Geistern.
mike hat geschrieben:Ich wage die Behauptung, wenn wir Christen zusammenstehen würden, und gottesfürchtige Leute aus unseren Reihen in die Regierung wählen würden, dass einiges ins Rollen gebracht werden könnte.
Im Prinzip stimme ich Dir zu. Wir haben aber in D die Demokratie. Da zählt die Mehrheit. Wie viele wiedergeborene Christen mag es in D wohl geben? Es gibt zahllose tote Bekenner, die fest davon überzeugt sind, wiedergeboren zu sein, aber in Wahrheit auf dem breiten Weg der Religiösität in die Verdammnis sind. Ich schätze die Zahl der wirklich Erretteten in D auf unter 10 000. Ernsthaft.

Vergessen wir nicht, daß die Welt relativ wenigen Jahren im Zornesgericht Gottes untergehen wird. Wir leben in Noahs Zeiten. Haben sie es damals nicht beachtet, tun sie es heute auch nicht. Das ist überall sichtbar.

Trotzdem sonnige Grüße
im Vertrauen auf den Herrn.
Er wird alles recht machen.

Jürgen
Zuletzt geändert von Jürgen am 14.09.2005 10:03, insgesamt 1-mal geändert.
Ich muß abnehmen, Christus aber in mir muß zunehmen.

mike
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Beitragvon mike » 14.09.2005 07:59

Hallo Jürgen

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Richtig. Aber es sind nur wenige Mächtige, Große, Reiche berufen. 
Wer hat JESUS CHRISTUS und seine 12 Begleiter begleitet? - Wohlhabende Frauen!
Welche Leute werden in der Apostelgeschichte speziell erwähnt, welche sich für den HERRN entschieden? - Wohlhabende Frauen!

Deine Frage:

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Ist Dir in D auch nur ein einziger, wiedergeborener Politiker bekannt?
In Deutschland nicht; - aber in der Schweiz - lebe ich ja auch dort!

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mike hat Folgendes geschrieben: 
Sozialpolitik hat sehr wohl etwas mit Glauben zu tun. 


Das glaube ich absolut nicht. Die größten Atheisten schreien am meisten nach dem Sozialstaat

Der ganze Sozial-Gedanke hat den Ursprung im christlichen Glauben. "Krankenschwestern" stammt aus der Zeit, als sich die Nonnen den Kranken annahmen! Die Versorgung der Gläubigen lesen wir in der Apostelgeschichte. Was ist das anderes als Sozialpolitik? Schon damals fühlten sich die einen ungerecht behandelt. Nächstenliebe heisst nicht nur, den Menschen von GOTT zu erzählen, sondern den "Mantel" geben, eine "Wegstrecke" mit ihm gehen, Unterkunft und Nahrung geben etc..
Ob man diesem obigen Nächstenliebe sagt oder Sozialpolitik, ist jedem selbst überlassen. Nächstenliebe bleibt nicht im "GOTTES Botschaft erzählen" stehen -Sondern kriegt Hände und Füsse!

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andy
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Beitragvon andy » 14.09.2005 20:07

Hallo Mike,

Was heißt "Sozialpolitik"?

Du ignorierst bei der "Sozialpolitik" den zweiten Teil des Begriffs, nämlich die Politik. Sozialpolitik hat NICHTS mit dem Glauben zu tun - denn es gibt einen riesigen Unterschied zwischen der Tatsache, daß wir uns um Arme, Kranke etc. kümmern sollen und dem Anspruch, ein System eines allgemeinen relativen Wohlstandes zu schaffen, welches bei uns "soziales Netz" und ähnlich heißt.

Sozial: Gottes Liebe durch menschliche Anstrengung ersetzt...

Sozial heißt, sich für Prinzipien wie Gleichberechtigung, Versorgung aller, Gesundheit für alle etc. einzusetzen. Jesus hingegen hat uns geboten, andere zu lieben. Die Sozialpolitik hat dieses Gebot verdreht und dem Volk klargemacht, daß es Sache des Staates sei, dieses Gebot zu erfüllen - und daß sich der einzelne durch Zahlung horrender Steuern daran zu beteiligen habe. Sozialpolitik ist also in der Tat eine Reaktion auf Gottes Gebot, doch es schafft eine Trennung zwischen dem Geber und dem Empfänger, indem es die staatliche Fürsorge als Mittler einsetzt. Wo also in früheren Zeiten die Heilsarmee noch im großen Stil Suppe und Evangelium gemeinsam austeilte, dort wird heute von der verstaatlichten Fürsorge weiterhin Suppe verteilt - doch das Evangelium wird absichtlich unterschlagen. Welche Verbesserung also dadurch entstanden sein soll, daß man Nächstenliebe durch Sozialpolitik ersetzt hat, das leuchtet wohl niemandem ein.

Rekonstruktionismus?

Sehr unruhig macht mich die Aussage, "Ich wage die Behauptung, wenn wir Christen zusammenstehen würden, und gottesfürchtige Leute aus unseren Reihen in die Regierung wählen würden, dass einiges ins Rollen gebracht werden könnte." Das ist purer Rekonstruktionismus. Ich will auf die vielen Irrlehren der momentan (besonders in der Schweiz) aufblühenden Strategieprogramme wie SLT usw. nicht näher eingehen; aber es gibt einfach keine biblische Grundlage für die Annahme, daß Christen weltliche Macht und/oder Einfluß in anderen Beireichen (Wirtschaft usw.) anstreben sollen.

Was in Sünde anfängt, bringt keine Frucht

Wenn Du sagst, daß es in der Schweiz gläubige Politiker gebe, dann beweist diese Tatsache höchstens die Unwirksamkeit ihrer Arbeit. Wenn ich mir die in letzter Zeit verabschiedeten Beschlüsse und Gesetze so ansehe, wird mir übel. Im übrigen ist ja gerade die Schweiz das Land der Volksabstimmungen - also der direktesten Demokratieform. Dennoch machen die paar Christen praktisch keinen Unterschied. Letztendlich ist ein Politiker darauf angewiesen, bei den Wählern beliebt zu sein und sich ein hohes Ansehen zu schaffen - ein grundlegender und zwingender Aspekt der Politik, der dem Gebot Gottes direkt entgegenläuft. Das ist Sünde in einer sehr deutlichen Form.

Einheit durch Konsens: "sehr viel Kraft und Potential"

Dann schreibst Du weiter: "Da wir Christen in der 'westlichen Welt' aber mehr beschäftigt sind, über Dinge zu streiten, welche uns untereinander trennen statt verbinden, geht sehr viel Kraft und Potential verloren." Da schwingt ein bißchen das mit, was schon in Babel schiefging, und es ist eine christliche Version dessen, was auch von EU und UN wiederum gepredigt wird: Wenn wir Menschen und auf das konzentrieren würden, was uns verbindet und die trennenden Merkmale vernachlässigen könnten, dann könnten weltweit alle in Frieden leben. (Doch Jesus ist das trennende Merkmal schlechthin.) Auch ist hier ein wenig christlicher Größenwahn zu entdecken. Es gibt in Deutschland mehr Schwule als Christen. Was sollten wir also bitteschön politisch ausrichten? Vor allem, wenn wir z.B. wissen, daß Homosexualität als Teil des Gerichtes Gottes eben NICHT etwas ist, das wir bekämpfen sollen...?! (Röm. 1:24 u.a.)

Jakob
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Beitragvon Jakob » 14.09.2005 20:20

Es ist leider noch niemand von euch auf den von mir geposteten Artikel von Ouweneel eingegangen. Möglicherweise ist es euch auch zu viel zu lesen, dann ist es ok, aber eigentlich müsste das doch machbar sein. Er ist nicht viel länger als einige Beiträge hier. Wenn ihr ihn wiederlegen könnt könntet ihr mich möglicherweise noch vom wählen am Sonntag abhalten. [zwinker]

http://www.soundwords.de/artikel.asp?su ... ff=&id=929

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Jürgen
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Beitragvon Jürgen » 14.09.2005 21:35

@ Jakob

Wenn Dich dieser fleischliche Typ so motiviert hat, wird Dich auch der Herr nicht mehr umstimmen können. Es sei denn, ER schlägt Dich vorher nieder.

Gruß im Ernst

Jürgen
Ich muß abnehmen, Christus aber in mir muß zunehmen.

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andy
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Beitragvon andy » 14.09.2005 21:55

Hallo Jakob,

ich halte von dem Ouweneel'schen Artikel nicht viel. Es gibt viel dazu zu sagen, aber ich habe dann doch nicht die Zeit, hier einganzes Buch zu schreiben, das am Ende keiner liest. Hier aber zumindest einige Gründe:

(1) Er spielt mit starken Worten, so daß es fast wie Propaganda klingt.
Ouweneel hat geschrieben:Doch heutzutage sage ich: wenn auf diesem Gebiet so viel Böses geschieht, ist das nicht ein Grund mehr, um auf diesem Gebiet eine radikal biblische Stimme hören zu lassen!
Eine "radikal biblische Stimme"? Das erinnert mich an Johannes, die Stimme in der Wüste, die ruft, bereitet den Weg dem, der da kommt im Namen des Herrn. Aber keinesfalls an eine "christliche" Partei. Gottes Wort sagt uns, das uns ALLES zufallen werde, wenn wir sein Reich vor Augen hätten. Die Politik hingegen will durch menschliche Anstrengung ein System verbessern, das aus Gottes Sicht bereits von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Eine radikal biblische Stimme wäre auch eine, die von Nichtchristen gehört werden würde - und nicht die bloße Verschiebung einer Statistik um ein paar Nachkommastellen. Herr Ouweneel scheint hier absichtlich eine Überbewertung zu bezwecken, um seine neue Richtung zu untermauern.

(2) Der Ouweneel'sche Richtungswechsel kam nicht von Gott oder aus der Bibel...

...sondern durch eine Erkenntnis, die Herr Ouweneel aus der Philosophie gewann. Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß seine Schlußfolgerungen weitab biblischer Argumentation entwickelt werden.
Ouweneel hat geschrieben:Insofern ist es auch fehl am Platz zu behaupten, dass Christen nicht von politischen Machtmitteln Gebrauch machen dürfen, sondern allein von der geistlichen Waffenrüstung (Eph 6). Das ist für mich auch wieder ein falscher Gegensatz. Strukturell gibt es viele Waffen, wovon Christen Gebrauch machen können (z. B. eine Zivilrechtsprechung) [...]
Damit widerspricht er der Bibel in vielen Punkten. Gott baut sein Reich nicht durch Heer oder Kraft (inkl. politischen Machtmitteln), sondern durch seinen Geist. Auch sollen wir die Zivilrechtsprecheung nicht als Maßstab anerkennen, sondern Gottes Maßstab. Demnach sollen wir jemandem, der uns ein Fahhrad klaut, auch noch den dazugehörigen Kindersitz schenken, anstatt ihn vor Gericht zu zerren. Wir sollen den segnen, der uns Böses tut und dem die Schuld erlassen, der bei uns borgt und dann nicht zurückzahlt. Wo bei solchen biblischen Maßstäben diese sogenannte "Zivilrechtsprechung" auf Grundlage humanistischer Gerechtigkeitsphantasien hineinpaßt (basierend auf der dem Menschen allein durch die erste Sünde zugänglichen Unterscheidungsfähigkeit zwischen Gut und Böse), das will mir nicht einleuchten.

(3) Die Vergleiche hinken.

So wirft Herr Ouweneel diejenigen Beziehungen/Gemeinschaften, in denen wir eine Verantwortung aus biblischer Sicht innehaben, in einen Topf mit der Staatsbürgerschaft. Dabei übersieht er, daß Gemeinschaft kein Urzustand ist, sondern gewählt werden muß. Ich bin für meine Familie verantwortlich, weil ich Ja zu dieser Gemeinschaft gesagt habe und mich Gott dafür zur Rechenschaft ziehen wird. Ich habe am Arbeitsplatz einen Vertrag unterschrieben, und auch dafür muß ich geradestehen. Doch hinsichtlich der Staatsbürgerschaft fällt mir ebensoviel Verantwortung zu wie in Bezug auf die Tatsache, daß ich aufgrund irgendeiner Klausel von Geburt an evangelisch war: Für eine solche erzwungene Teilnahme, die ohne mein Wissen entsteht und die ich nachher nur schwer beenden kann, wird Gott mich nicht zur Rechenschaft ziehen.

(4) Die Sache mit dem christlichen Einfluß
Ouweneel hat geschrieben:Das ist auch begreiflich. Wenn wir fleißig christliche Schulen gründen, Betriebe aufrichten nach christlichen Grundsätzen, christliche Stiftungen und Vereine (z. B. eine christliche Radiosendung) ins Leben rufen, warum dann nicht eine christliche politische Partei?
...weil keine dieser vielen Einrichtungen bis zum heutigen Tag wirklich nachhaltige Früchte vorweisen kann! Selbst die ganz frommen Werke werden spätestens bei der Übernahme der zweiten Generation an Leitern lau und selbstzentriert, mit einigen ganz wenigen Ausnahmen. Und daß eine wirkliche Beeinflussung der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens stattgefunden haben soll, ist eine Lüge, die man anhand eines kurzen Blicks in die Tageszeitung widerlegen kann. Wieso sollen also noch mehr Millionen und noch mehr menschliche Mühe in christliche Werke (in diesem Fall Parteien) gesteckt werden, während man das Evangelium ohne die politische Komponente sicherlich viel unverfälschter und direkter predigen könnte?! Mal im Ernst: Würde jeder PBC-ler statt Wahlwerbung evangelisieren, dann wäre das ein wesentlich besseres Zeugnis. Ich würde sofort auf alle politischen Maßnahmen zur Wohlstandssicherung verzichten, wenn andererseits deutschlandweit auch nur 100 Menschen durch eine solch ausgedehnte Kampagne zum Glauben kämen.

(5) Ouweneel beurteilt nicht mehr objektiv

Das Problem ist offenbar, daß Herr Ouweneel durch seine Hinwendung zu einem manipulativen System dessen Prämissen ungeprüft übernimmt und als seine eigene Meinung weitergibt. Ein Beispiel:
Ouweneel hat geschrieben:Gerade deswegen ist nach einem langen Entwicklungsweg die Demokratie entstanden, um an Terror und Unterdrückung soviel wie möglich (mehr ist nicht zu erreichen!) ein Ende zu machen. Und so nehmen wir die Demokratie dankbar als ein Geschenk von Gottes Vorsehung an.
Herr Ouweneel versteht es nicht, die geschichtlichen Tatsachen konsequent zu deuten. Jede Demokratie eskaliert früher oder später durch eine ständige Zunahme an staatlicher Kontrolle zu einer Diktatur. Jede Demokratie unterdrückt ab irgendeinem Punkt entweder das eigene Volk (z.B. durch Gleichschaltung und einen "Konsens", der Andersdenkende marginalisiert) oder andere Völker (z.B. Kontrolle der US-Truppen in zahlreichen Ländern). Wer heutzutage im holländischen politischen Geschehen steckt und glaubt, die Demokratie würde der Unterdrückung ein Ende machen, der läuft mit geschlossenen Augen umher. Längst sind viele Freiheiten in Gefahr. Wer in der Fußgängerzone einkauft, muß sich mit den Überwachungskameras anfreunden, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgen. Wer ab Frankfurt fliegen will, muß sich per Netzhautscanner und/oder anderen biometrischen Geräten erfassen lassen. Wer Schwule Sünder nennt, der macht sich der Diskriminierung schuldig. Wer Moslems gegenüber behauptet, Allah sei nicht Gott, der provoziert und ist intolerant. Abtreibung und Sterbehilfe sind in Holland ja eh schon akzeptiert, und Gegner werden mit anderen Störern und Randalierern in einen Topf geworfen.

Demokratie zieht Terror an

Am Ende waren es stets zur Diktatur verkommene "demokratische" Staaten, die die größten Kriege und Massen- und Völkermorde begangen haben. Vor der Regierungsgewalt einer durch ein gottloses Volk ins Amt gewählten Regierung sollte es uns grauen... wie also die Demokratie ein Mittel gegen Terror sein soll, ist mir ein Rätsel. Terror existiert doch überhaupt erst wirklich, seitdem es Demokratien gibt?! Erst im Zeitalter der Demokratien ist es interessant, das Volk in Angst und Schrecken zu versetzen und damit auf die vom Volk gewählte Regierung Druck ausüben zu wollen. Nur in der Demokratie bietet Terror überhaupt einen Anreiz für Fanatiker, die die Meinung einiger weniger der gesamten - im Vergleich zur Regierung verhältnismäßig schutzlosen - Gesellschaft aufzwingen wollen. Nur in einer Demokratie richtet sich eine feindselige Haltung gegen eine Regierung automatisch gegen deren ganzes Volk...?

Zu Ouweneel selbst

Absegehen davon, daß er Rekonstruktionist ist und daher meint, wie sollten am irdnischen "Königreich Gottes" (er verwendet diesen Begriff außerhalb der biblischen Definition) bauen, bis Jesus auf diese Welt zurückkommt und seine Herrschaft einnimmt, ist sein Autoritätsanspruch auch in seiner Selbstdarstellung klar ersichtlich - wo von Demut keine Spur ist und statt persönlicher Eingenschaften (Charakter, Integrität) nur aufgezählt wird, welche Anerkennung er von anderen erhält und welche Kompetenz ihm von anderen zugestanden wird:
Ouweneel hat geschrieben:Willem Johannes Ouweneel wurde 1944 in Zaandam (Niederlande) geboren. Er hat in drei verschiedenen Fachbereichen einen Doktortitel erworben (Dr. rer. nat. Utrecht, NL, 1970; Dr. phil. Amsterdam, NL, 1986; Dr. theol. Bloemfontein, Südafrika, 1993). Er arbeitet als Dozent für Philosophie und Theologie an der Evangelische Hogeschool in Amersfoort (NL) und als Professor für Philosophie und Theologie an der European School for Evangelical Theology in Heverlee/Leuven (Belgien). Daneben entfaltet er eine rege Tätigkeit als Prediger und Schriftsteller; insgesamt erschienen bis jetzt über 110 Bücher aus seiner Feder, davon über 30 auch in deutscher Sprache. Außerdem wirkte er an über 40 weiteren Büchern mit und schrieb viele Hunderte von Artikeln...
Wer sich so sehr über die Anzahl an Titeln und Veröffentlichungen definiert wie dieser Mann, der sucht eindeutig das Ansehen bei den Menschen und nicht bei Gott. Wer so viele Jahre mit dem Streben nach all diesen Titeln verbringt (und das ist sehr harte Arbeit und kostet meist auch viel Geld), der hat nicht erst "letztens" erkannt, daß Einfluß in der Welt für ihn eine sehr attraktive Vorstellung ist. Ich bezweifle, ob er je zu einer ähnlichen Erkenntnis gekommen wäre, wie er sie in diesem Artikel schildert, wenn er sich mit 30 aus dem Drogenmilieu heraus bekehrt hätte und überhaupt keine Chance hätte, in diese akademische Liga aufzusteigen oder je als Politiker Autorität auszuüben. Es ist mehr eine Rechtfertigung dessen, was er von Anfang an angestrebt zu haben scheint. Denn wer über 23 Jahre lang Doktortitel sammelt, der tut dies mit einem Ziel vor Augen. Anerkennung vor Gott wird dieses Ziel nicht sein.

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Beitragvon mike » 15.09.2005 08:22

Hallo Andy

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Was heißt "Sozialpolitik"?
für dich heisst Nächstenliebe Sozial - und in der Gesellschaft ist Nächstenliebe Sozialpolitik. Sogar die erste Gemeinde machte Sozialpolitik, indem sie Prioritäten setzten, wer was wieviel erhält, womit sie das bezahlen. Sozialpolitik = Sozialorganisation und deren Entscheidungen? Koordinieren, Wählen und Entscheiden, wer mach twas etc. wurde in der ersten Gemeinde praktiziert! - Heute nennen wir dies: Sozialpolitik!

Weisst du warum es so schei..... in der Sozialpolitik zu und hergeht. Weil in der Regierung so wenige sind, welche an GOTT glauben - und sagen, was endlich getan werden muss. Nur schimpfen, dass der Sozialstaat falche prioritäten setzt, dass es soviele Nutzniesser und Schmarozer gibt nützt nichts. Entweder ihr lasst das schimpfen und wettern gegen die Regierung, oder ihr unternimmt was. Ich unternehme was. Ich diskutiere via Internet mit unseren Politikern und gehe die fähigen Leute wählen. Es ist wichtig, dass Christen in der Gesellschaft mitreden, nicht nur in unseren Gemeinden. Wir sind kein "Kuschelclup der Geretteten", sondern es gibt noch Leute, die erwarten Antworten auf wichtige Lebensfragen , nicht nur auf Heilsfragen! - Und dazu sind auch wir Christen gefordert! Wenn wir keine Lösungen anzubieten haben, wer dann sonst?

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Beitragvon andy » 15.09.2005 10:30

Mike hat geschrieben:[...] in der Gesellschaft ist Nächstenliebe Sozialpolitik
Sozialpolitik ist nicht "Nächstenliebe"

Dafür sind die Unterschiede (besser gesagt, Gegensätze) zwischen beiden zu groß. In der ersten Gemeinde gab jeder freiwillig, was Gott ihm aufs Herz gelegt hat zu geben. Und zwar im Geheimen. Jeder mußte mit Gott ausmachen, wieviel er zu geben hatte. Und so war man auch nur Gott gegenüber verantwortlich. Dann hat man sich natürlich in der Gemeinde beraten, wo man dies am ehesten im Sinne der Nächstenliebe einsetzen könne, logisch.

Die Sozialpolitik hingegen ist ein System der erzwungenen Umverteilung an Geldern - wo keiner das Recht hat, nichts zu geben, wenn ihm nicht danach ist. Das allein Gott zustehende Recht, uns für unser Geben zur Rechenschaft zu ziehen, hat der Staat an sich gerissen. Das Prinzip vom "fröhlichen Geber" ist weg, und statt Nächstenliebe zu fördern und Leute zum Geben zu ermutigen wird sie durch staatliche Vollstreckung (bis hin zur Pfändung von Eigentum) eingefordert. Die Deutschen zahlen nicht aufgrund positiver Ermutigung und Nächstenliebe so viel Geld in die Sozialkasse ein, sondern aufgrund der Tatsache, daß sie bestraft werden, wenn sie es nicht tun. Dies zu übersehen ist Zeichen einer illusorischen Weltanschauung, die krampfhaft versucht, biblische Maßstäbe und weltliche Zustände miteinander in Einklang zu bringen, obwohl sie geistlich aus absolut entgegengesetzter Richtung stammen. Liebe läßt sich doch nicht durch die staatliche Exekutive einfordern, oder?!

Es ist der alte Widerspruch zwischen Gnade und Gesetz. Barmherzigkeit ist eine Gabe Gottes, doch an unserem Opfer um des Gesetzes Willen hat Gott keinen Gefallen. Auch sollen wir im Geheimen geben... stattdessen haben wir ein System, wo jedem vorgeschrieben ist, wieviel er gibt. Obendrein lassen wir selbst bei zusätzlichen Spenden den Staat die Summe wissen, so daß wir dadurch um unserer Großzügigkeit Willen steuerliche Vorteile erhalten. Wir befriedigen mit solchem Geben allenfalls unser menschliches Verlangen nach einer vermeintlichen sozialen Gerechtigkeit. Mit Nächstenliebe hat dies nichts zu tun.

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Beitragvon User1211 » 15.09.2005 13:47

andy hat geschrieben:(4) Die Sache mit dem christlichen Einfluß
Ouweneel hat geschrieben:Das ist auch begreiflich. Wenn wir fleißig christliche Schulen gründen, Betriebe aufrichten nach christlichen Grundsätzen, christliche Stiftungen und Vereine (z. B. eine christliche Radiosendung) ins Leben rufen, warum dann nicht eine christliche politische Partei?
...weil keine dieser vielen Einrichtungen bis zum heutigen Tag wirklich nachhaltige Früchte vorweisen kann! Selbst die ganz frommen Werke werden spätestens bei der Übernahme der zweiten Generation an Leitern lau und selbstzentriert, mit einigen ganz wenigen Ausnahmen.
Hallo andy,

ich lese Deine Beiträge immer mit großem Interesse, aber die Argumentation hier kann ich nicht nachvollziehen. Wieso ist das Scheitern vieler Werke und die Eintretende Lauheit in der zweiten Generation ein Grund nicht etwas neues zu versuchen? Gründen wir jetzt auch keine Hauskreise, Gemeinden usw. mehr, weil in der zweiten Generation eh alles den Bach runter geht?

Was ich bis jetzt in der ganzen Diskussion komisch finde, ist doch eigentich, dass niemand expliziet mit der Bibel begründen kann, das Wählen gehen oder sich wählen lassen falsch ist. Zu dem Thema gibt es übrigens einiges auf der Homepage der PBC zu lesen.
Lieben Gruß
Thorsten

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Beitragvon andy » 15.09.2005 16:05

Hallo User1211,

tut mir leid - ich habe da tatsächlich versäumt, etwas klarer darzustellen, wo ich die Grenze ziehe bzw. wo m.E. das Problem liegt. Daß dies am Ende das von Dir erwähnte Mißverständnis provoziert, ist mir jetzt klar. Ich versuche es also deutlicher zu machen.

Von Gott eingesetzt oder vom Menschen erdacht?

Dort, wo Gott Strukturen geschaffen hat (Ehe, Familie, Hauskreis, Gemeinde, bis hin zur Monarchie als Staatsform etc.), sehen wir seine Weisheit in vielen Details, und diese Strukturen haben seit jeher funktioniert. Doch sobald Menschen versuchen, "bessere" bzw. zusätzliche Strukturen zu schaffen, dort werden Strukturen einengend und verführen zum Mißbrauch. Keine Gemeinde ist effektiver, weil sie wie ein Unternehmen komplett nach menschlichen Erkenntnissen durchorganisiert ist (auch wenn Bill Hybels und Rick Warren es behaupten). Auch die Stimme von Christen wird nicht dadurch besser gehört, daß wir in Deutschland bereits zahlreiche christliche Medienverbände, ein paar politische Splittergruppen, mehrere christliche Radio- und Fernsehsender (deren Programm sich immer weniger an Nichtchristen richtet) und ähnliche Strukturen aufgebaut haben. Die Strukturen können uns nicht weiterhelfen, wo wir einzeln nicht aus der Kraft Gottes leben. Menschliche Strukturen und Werke können nicht Gottes Reich vorantreiben. Zu oft ersetzen wir Gottes Vorbild durch unsere eigenen Ideen und vergessen, daß Menschen nicht durch christliche Institutionen zum Glauben kommen, sondern durch Gottes Geist, der u.a. in uns offenbar wird, wenn wir es zulassen und uns auf Seine Bedingungen einlassen bzw. vor Gott kapitulieren und unsere Weisheit an den Nagel hängen.

Zweierlei Maß?

Zum Vergleich verschiedener Strukturen: Die Ehe ist das Ein-Fleisch-Werden von einem Mann mit einer Frau. Das ist klar definiert, und wir lehnen z.B. die Relativierung der Ehe zugunsten homosexueller Lebensgemeinschaften konsequent ab. Auf der von Gott eingesetzten Institution namens Ehe liegt sein besonderer Segen, und ohne diesen Segen geht's nicht. Wie ist es nun aber mit der Regierung? Gott hat Monarchen eingesetzt. Niemand ist von Gott zum Herrscher eines Landes berufen worden, der nicht auch einen speziellen Segen (eine Salbung) für diesen Dienst erhalten hat. Wie können wir nun also rechtfertigen, daß bei der Ehe dieser Segen Gottes auf der ganzen Sache so wichtig sei? Oder andersherum: Wie können wir hinsichtlich der Regierung so tun, als sei die Demokratie in den Augen Gottes eine ebenso akzeptable Regierungsform wie die Monarchie, obwohl die Demokratie aus dem humanistischen Selbstbestimmungsanspruch des Menschen stammt und die Monarchie von Gott eingesetzt wurde?!

Wählen und Gewähltwerden

Zu der Sache mit den Begründungen, was am Wählen und Gewähltwerden denn nun so problematisch ist: Ich hatte in dem anderen Thread schon viel dazu geschrieben - Hauptpunkt war dabei, daß Wählen und Sich-wählen-lassen zwangsläufig Sünde nach sich zieht.

(1) Wählen: Wir sollen nichts und niemanden beurteilen, wenn wir es nicht prüfen können. Für die Entscheidung für oder wider einen Wahlkandidaten stehen uns i.d.R. nur diejenigen Informationen zur Verfügung, die man gezielt in die Öffentlichkeit injiziert. Wir sehen nur schillernde Propaganda auf der einen Seite und - wenn der Kandidat prominent genug ist - Versuche der Rufschädigung auf der anderen Seite. Meist werden wir dahingehend manipuliert (und haben teilweise kaum eine andere Informationsquelle), auf das Äußere zu sehen (unbiblisch) und die dem Kandidaten zugerechneten Erfolge, Ehren und Auszeichungen zu betrachten (ebenfalls unbiblisch, auch wenn ein Herr Ouweneel auf diese Weise in ein ansehnliches Amt kommt). Wir tun so, als wäre die uns zugängliche Information genug, um eine ausgewogene Entscheidung zu treffen, obwohl gerade in den letzten Jahren immer mehr nur Slogans in den Wahlkampf geschickt werden, die von Marketingexperten entwickelt wurden, weil sie die breite Masse am ehesten zwecks Stimmgewinnung manipulieren.

(2) Gewählt werden: Ein Politiker (in einem demokratischen System) muß eine möglichst große Zahl von Wählerstimmen auf sich versammeln können. Dazu muß er sich per Definition bei Menschen beliebt machen und auf sein Ansehen vor Menschen bedacht sein. Beides ist Sünde. Klarer geht's nicht. Wahlkampf ist (wie viele andere Werbung auch) Manipulation pur. Sollte ein Christ solche Methoden anwenden? Sein Gesicht oder einen Slogan so in Umlauf bringen, daß diese Botschaft potentielle Wähler allein durch die ständige Berieselung unterschwellig beeinflußt? Beim Fototermin so lange mit dem Licht experimentieren, bis man 10 Jahre jünger aussieht? Videospots drehen (wie die PBC), die suggerieren, daß man wirklich von politischer Ebene aus erreichen könne, daß sich Eltern mehr Zeit für ihre Kinder nehmen? Diese Lügen, Halbwahrheiten und Schönmalereien bringen Wählerstimmen nur in dem Maß, wie sie auf den Segen Gottes verzichten. Und ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen als christliche Politiker, die sich durch solchen Unfug selbst des Segens Gottes berauben, dann in eigener Kraft handeln und dennoch behaupten, im Namen Gottes zu handeln. Die Geschichte berichtet von genug solcher Menschen, die auf ihrer angeblichen göttlichen Berufung beharrend ganze Völker in den Ruin getrieben haben.

Am Ende gibt es in der Demokratie ebensowenig Entscheidungsfreiraum wie sonst irgendwo. Häßlich aussehende Politiker haben kaum eine Chance, ein dynamisch wirkender Schröder schon eher. Wenige fragen sich, wie der Mann ein Land aus der Krise führen kann, wenn er es schon nicht geschafft hat, seine erste, zweite oder dritte Ehe zu retten. Die Wähler sind berechenbar, und der Erfolg einer Partei hängt von ihrer Imagestrategie ab, nicht vom Programm. Besser ein schlechtes Programm in schöne, nichtssagende Worte verpackt als ein gutes Programm entwickelt und ehrlicherweise auch die wenigen Nachteile erwähnt. Das System bevorteilt die Lüge und ist damit Gottes Maßstäben entgegengesetzt.

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Beitragvon Jürgen » 15.09.2005 16:26

@andi

Deinen Ausführungen stimme ich voll zu!

Vor 20 Jahren bin ich gläubig und errettet worden. Anfangs war ich völlig alleine. Plötzlich gaben sich bei mir die Irrlehrer, etwa Zeugen, Mormonen, Charismatiker die Türklinke in die Hände gegeben.
Durch die Gnade Gottes durfte ich all das all Lüge erkennen.

Dann kam eine ganz andere Versuchung auf mich zu, denn die Welt hätte ich schon gerne verbessert, zumal ich ein gewisses Charisma, rethorische, aber auch durchaus demagogische Veranlagung habe.

Ich sollte in die Politik gehen. Mir wurde von allen Seiten großer Erfolg prophezeit. Natürlich von Ungläubigen! Weil das so massiv war, bat ich den Herrn, mir die Augen über seinen Willen darin zu zeigen.
Die Antwort war prompt und klar: Keinesfalls solle ich das tun.

Obwohl ich viele geistliche Zusammenhänge damals noch nicht kannte, bin ich heute froh, daß ich gehorsam war.

Gruß Jürgen
Ich muß abnehmen, Christus aber in mir muß zunehmen.

Jakob
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Beitragvon Jakob » 15.09.2005 23:45

Hallo Andi,

danke für deine Antwort. Ich habe leider gerade nicht die Zeit das ganze mal genau zu überdenken, aber ich werde schauen, dass ich da bis Sonntag noch zu komme. Eventuell werde ich dann noch auf dein Post antworten.

Grüße,
Jakob

mike
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Beitragvon mike » 17.09.2005 14:04

Hallo Andi

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(2) Gewählt werden: Ein Politiker (in einem demokratischen System) muß eine möglichst große Zahl von Wählerstimmen auf sich versammeln können. Dazu muß er sich per Definition bei Menschen beliebt machen und auf sein Ansehen vor Menschen bedacht sein. Beides ist Sünde. Klarer geht's nicht. Wahlkampf ist (wie viele andere Werbung auch) Manipulation pur. Sollte ein Christ solche Methoden anwenden? Sein Gesicht oder einen Slogan so in Umlauf bringen, daß diese Botschaft potentielle Wähler allein durch die ständige Berieselung unterschwellig beeinflußt? Beim Fototermin so lange mit dem Licht experimentieren, bis man 10 Jahre jünger aussieht? Videospots drehen (wie die PBC), die suggerieren, daß man wirklich von politischer Ebene aus erreichen könne, daß sich Eltern mehr Zeit für ihre Kinder nehmen? Diese Lügen, Halbwahrheiten und Schönmalereien bringen Wählerstimmen nur in dem Maß, wie sie auf den Segen Gottes verzichten. Und ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen als christliche Politiker, die sich durch solchen Unfug selbst des Segens Gottes berauben, dann in eigener Kraft handeln und dennoch behaupten, im Namen Gottes zu handeln. Die Geschichte berichtet von genug solcher Menschen, die auf ihrer angeblichen göttlichen Berufung beharrend ganze Völker in den Ruin getrieben haben. 
Wie sieht das denn bei der Prediger-Wahl in deiner Gemeinde aus; - wie wird der Ältestenrat bestimmt? Auch diese Wahl eine Sünde. Muss sich ein Prediger bei Euch profilieren! - Nein?- Was ist, wenn ein Prediger bei euch bei wichtigen (Lehr)-Fragen eine andere Meinung vertritt, als diejenige der Gemeinde und der Gemeindeleitung. Darf er sein Priesteramt weiterführen bei euch, weil der Prediger weiss, dass er in eure Gemeinde berufen wurde? Weil er weiss, dass GOTT ihn dazu berufen hat? -Oder ist es nicht so, dass die Lehrperson bei euch das Amt ausführen darf, weil die mehrheit eurer Einigkeit, der Lehrauffassung des Lehrers trägt?

-Was verstehst du denn unter profilieren? - Könnte man das nicht ausdrücken mit: bekanntmachen seines Profils?
-Ein Profil hat jeder.
-Profilieren muss nicht immer eine schlechte Sache sein. Wenn ich mich zu JESUS CHRISTUS bekenne, erstellt der andere von mir sofort ein Profil. Die einen reagieren possitiv, andere gleichgültig, andere wiederum negativ!
-Wie lerne ich das Profil eines anderen kennen? - Indem ich mich mit dieser Person auseinander setze, mit ihm spreche, kommuniziere und anhand dem was er gesagt hat mit dem vergleiche, was er lebt!

Auch im Job musst du dich profilieren. Machst du eine praktische Ausbildung oder ein Studium - was die Arbeitswelt angeht, hast du bereits ein Profil - nicht wertend ob gut, besser oder schlecht, nein einfach ein Profil. Willst du Vorgesetzter werden, musst du gewisse Fähigkeiten haben. Die müssen in einem Betrieb sichtbar werden - profilieren.
Und so gäbe es wohl noch viele weitere Beispiele!

Viele Wörter kann man possitiv oder negativ auswerten! Nicht alle!

Profilieren gehört sicher in die Kathegorie Wörter, welche possitiv oder negativ ausgewertet werden können! Wenn du eher ein melancholischer Mensch bist, dann wirst diese Kathegorie Wörter bestimmt mehrheitlich zuerst negativ betrachten - wenn du jedoch eher ein fröhlicher Mensch bist, dann betrachtest du zuerst mal gewisse Dinge possitiver! - Auch ein Profil!

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andy
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Beitragvon andy » 17.09.2005 22:18

Hallo Mike,

da ich meine Ausführungen mittlerweile in zahlreichen Beiträgen entwickelt habe, weil es meinen ersten Äußerungen zu diesem Thema etwas an Klarheit fehlte, sehe ich wenig Sinn darin, mich jetzt auf ein einziges Wort wie "profilieren" zu konzentrieren, das ich lediglich in einem einzigen früheren Beitrag in diesem Thread gebraucht habe und das ich im allgemein verständlichen Sinn verwendet habe, während Du eine eigene Definition dafür vorziehst. Sich "profilieren" habe ich gebraucht im Sinne von, "sich bei den Menschen ein gehobenes Ansehen verschaffen", und ich denke, das ist auch durch meine weiteren Erläuterungen so rübergekommen.

Unvermeidbares Risiko oder beabsichtigte Image-Verfälschung?

Allgemein geht es mir darum, unsere komplette Verfehlung biblischer Maßstäbe darzustellen. Daß in der Gemeinde auch Vorsicht geboten ist, daß man bei der Ernennung von Leitern wirklich auf den Geist Gottes hört und sich nicht von Äußerlichkeiten beeindrucken läßt, das ist natürlich klar. Aber es ist ein riesiger Unterschied, wenn man in der Gemeinde ein solches Risiko aushalten muß, oder ob man sich der weltlichen Politik widmet, wo dies nicht ein mögliches Risiko, sondern von vornherein kalkulierte Absicht ist. Ebenso ist es nicht auszuschließen, daß manche hin und wieder ein falsches Bild von uns bekommen. Aber wehe uns, wenn wir dies absichtlich verursachen, um unser Ansehen bei anderen zu steigern. Wir sind uns sicherlich einig, daß im Wahlkampf eine solche Absicht bei allen Parteien vorliegt.

Die Wahl wäre auch nicht so spannend, wenn es den Medien nicht in erster Linie darum ginge, ob nun der "charismatische" Kanzler oder die "emanzipierte" Kanzlerin drankommt. Eine sachliche Diskussion über politische Ziele ist offenbar zweitrangig, wenn man die Einschaltquoten hoch und das Publikum bei Laune halten muß.


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