Leitung durch den Heiligen Geist

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Moderator: Jörg

Gast

Beitragvon Gast » 18.06.2008 18:07

Hallo Till,

wir lesen aber nichts von Führung durch innere Eindrücke und deren Interpretation.
Interessant ist auch, wann es solche Führungen gab. Ich zitiere nochmal aus dem Buch:
Direkte, übernatürliche Führung für spezielle Entscheidungen war die Ausnahme, nicht die Regel.
Direkte Führung wurde Menschen gegeben, die eine strategische Rolle in der Entfaltung der Weltevangelisation hatten.
Direkte Führung wurde nur an kritischen Punkten der Gründungsjahre der Kirche gegeben.
Direkte Führung wurde immer durch übernatürliche Offenbarung mitgeteilt.
(S.28; Zitat aus "Decision Making and the WIll of God" von Gary Friesen, J. Robin Maxson)

Wir werden eben soweit ich weiß nirgends dazu aufgefordert, um über die Bibel hinausgehende Leitung zu bitten, wohl aber um Weisheit (Jak. 1,5).

Ws stellt sic da gerade beim Dienst dann auch eine ganz praktische Frage: Woran macht man zum Beispiel die Entscheidung fest,
...ob man in die Mission geht.
...und viele andere Entscheidungen.

Gruß,
David

Phil3,17
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Re: Leitung durch den Heiligen Geist

Beitragvon Phil3,17 » 15.07.2008 09:03

Joschie hat geschrieben:Hallo Ihr!
In Johannes 16,13 steht das uns der Geist in alle Wahrheit führt, das er uns auch die Bibel aufschließt als Lehrer ist ja klar, aber wie sieht es im täglichen Leben aus, im Beruf oder Alltag? Wie ist eure Erfahrung damit?
Gruß und Segen vo :wink: $:P n Joschie!
Lieber Joschie,
der Hl. Geist zeigt mir beispielsweise ganz konkret (auch im Internet über schriftliche Äußerungen eines Menschen oder in Lehrbüchern, und ohne eine Person leiblich im Gespräch vor mir zu haben), ob jemand ihn hat oder nicht, ganz wie es der Apostel Johannes auch beschreibt. Also z. B. auch in diesem Forum ist das nicht schwierig zu erkennen, wenn man eine Weile mitliest. :wink: Also auch dass der Geist uns die Bibel "aufschließt", ist in keinem Fall für jeden einzelnen Teilnehmer dieses Forums klar, wie sich aus vielerlei fruchtlosen Diskussionen ergibt, die es nicht gäbe, wenn alle den Geist hätten und sich dann entsprechend den Anweisungen aus der Bibel einander gegenüber verhalten würden. Das ist schon mal die simple Anwendung der Schrift auf konkrete Sachverhalte.

Persönliche Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Hl. Geist mache und habe ich jeden Tag, mitunter auch im Schlaf (Träume), also man kann sagen rund um die Uhr. Mein Mann und unser Sohn auch. Die Erfahrungen und Erlebnisse sind sehr vielfältig und unterschiedlich: das geht vom Schutz des Kindes durch Gebet gegen leibliche Bedrohung auf dem Schulhof über pünktliche Zahlungseingänge oder Anbahnung eines neuen Geschäfts oder Auftrags zur Sicherung des Lebensunterhaltes bis hin zum Erkennen von Dämonen in anderen Personen und ihrer Ansprache im Geist. Sowas wird aber nur derjenige verstehen können, der den Hl. Geist a) ebenfalls hat UND Ihm b) konkret in einer jeweiligen Situation gehorcht. Für natürliche Menschen ist das selbstverständlich eine Torheit, wie auch geschrieben steht und sie werden darauf auch entsprechend mit Ablehnung reagieren, was kein Gotteskind jemals verwundern wird, weil es ja alles geistlich beurteilt.

Sola scriptura etc. - That's it.

Gast

Re: Leitung durch den Heiligen Geist

Beitragvon Gast » 15.07.2008 09:13

Phil3,17 hat geschrieben: bis hin zum Erkennen von Dämonen in anderen Personen und ihrer Ansprache im Geist.
Sola scriptura etc. - That's it.
Hi Phil 3,17
Du sprichst mit Dämonen? "Im Geist"? Was heißt denn das?
M.

Phil3,17
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Re: Leitung durch den Heiligen Geist

Beitragvon Phil3,17 » 15.07.2008 09:39

MephiboschethHi Phil 3,17
Du sprichst mit Dämonen? "Im Geist"? Was heißt denn das? M.
Das heißt, dass z. B. eine Person (beruflich Vorgesetzter) etwas sehr Böses / Lästerliches ausgesprochen hat, sie daraufhin im Namen Christi gesegnet wurde und dann aber weiterhin böse lachte bzw. unverständlich vor sich hin murmelte. Die Ansprache bestand dann nach kurzem Gebet ganz konkret im Aussprechen des Satzes: "Sie hören den Segen sicher gern, doch der in Ihnen wohnt, hört das gar nicht gern, nicht wahr?" - woraufhin nichts weiter geschah als dass diese Person das Gotteskind fortan in Ruhe ließ. Es heißt, dass ein Gotteskind durchaus mit Dämonen reden kann, ohne dass die von ihnen besessene Person das bewusst mitbekommt. Zeigt nur die Wahrheit der Schrift und dass wir es mit geistlichen Mächten der Finsternis zu tun haben und nicht gegen Menschen kämpfen, denn diese Mächte benutzen die Besessenen quasi als "Sprachrohr" (ebenso wie Gott auch durch uns redet, wenn wir im Geist sprechen, das sind nicht wir selbst, sondern da redet Gott - also genauso auch umgekehrt). Austreiben des Dämons wäre allerdings hier konkret nicht am Platz gewesen, weil das nicht zum Auftrag des Geistes gehörte. Außerdem ist hier unbedingt Mt 12, 43-45 zu beachten, eine nicht zu unterschätzende Verantwortung vor dem HERRN.

Gast

Re: Leitung durch den Heiligen Geist

Beitragvon Gast » 15.07.2008 10:00

Phil3,17 hat geschrieben:
der Hl. Geist zeigt mir beispielsweise ganz konkret (auch im Internet über schriftliche Äußerungen eines Menschen oder in Lehrbüchern, und ohne eine Person leiblich im Gespräch vor mir zu haben), ob jemand ihn hat oder nicht, ganz wie es der Apostel Johannes auch beschreibt. Also z. B. auch in diesem Forum ist das nicht schwierig zu erkennen, wenn man eine Weile mitliest. :wink:
Ok, Schonfrist vorbei.

Annabel, ich finde das ehrlich gesagt, sehr vermessen von Dir zu denken, Du koenntest beurteilen, wer den heiligen Geist hat und wer nicht. Wobei ich aber nicht mal weiss, was Du damit meinst: "jemand hat den heiligen Geist nicht".

Fuer mich bedeute eine Person hat den heiligen Geist nicht: Diese Person ist kein Glaeubiger und nciht Teil des LEibes des Herrn. Ist es das was Du meinst?

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Beitragvon H.W.Deppe » 15.07.2008 10:07

Guten Tag Annabel,

vielen Dank, dass du deine Glaubensansichten hier so offen darlegst und sie nicht versteckt hinterm Berg hälst.

Allerdings muss ich dich als Admin darauf hinweisen, dass dies hier ein *biblisches* Forum ist und kein "charismatisches" oder mystisch-spirituelles. Wenn du dich berufen fühlst, hier missionarisch deinen "Dienst der Ermahung" auszuüben, möchte ich dich bitten, dies zu unterlassen. Leider passt du dann nicht hierher.

Danke für dein Verständnis.
Hans-Werner
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Beitragvon Phil3,17 » 15.07.2008 13:19

H.W.Deppe hat geschrieben:Allerdings muss ich dich als Admin darauf hinweisen, dass dies hier ein *biblisches* Forum ist und kein "charismatisches" oder mystisch-spirituelles. Wenn du dich berufen fühlst, hier missionarisch deinen "Dienst der Ermahung" auszuüben, möchte ich dich bitten, dies zu unterlassen. Leider passt du dann nicht hierher.

Danke für dein Verständnis.
Hans-Werner
Lieber Hans-Werner,
dann nimm bitte meine Anmeldung umgehend zurück bzw. lösche sie entsprechend. Wenn selbst der Admin den Geist nicht hat, wie aus dieser Antwort ersichtlich ist, so ist eine weitere Beteiligung in diesem Forum für mich in der Tat sinnlos, wie der HERR mir insofern zu verstehen gab.

DENN ES STEHT GESCHRIEBEN: (Schlachter 2000)

Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. ... Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. (Joh 3, 6; 11)

Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh 4, 23-24)

Denn diejenigen, die gemäß [der Wesensart] des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß [der Wesensart] des Geistes sind, [trachten] nach dem, was dem Geist entspricht. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. (Röm 8, 5-9)

Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss. (1. Kor 2, 14)

Darum lasse ich euch wissen, daß niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt; es kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist. (1. Kor 12, 3)

Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins; und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein. (1. Joh 5, 7-8)


Möge der HERR euer Ansinnen eines Tages recht beurteilen, Er allein sieht die Herzen.

Gast

Beitragvon Gast » 15.07.2008 13:28

Annabel, falls Du das noch lesen solltest: Bitte, sucht euch eine Gemeinde! Es ist nicht der Wille Gottes, dass Ihr nicht zu einer Gemeinde gehoert. Um Eures und des Wolles Eures Sohnes willen, sucht Euch bitte eine Gemeinde.

Hans-Werner kann Dir sicher welche in Eurer Naehe empfehlen.

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Re: Leitung durch den Heiligen Geist

Beitragvon H.W.Deppe » 15.07.2008 20:51

Nochmal zurück zur Ausgangsfrage:
Joschie hat geschrieben:In Johannes 16,13 steht das uns der Geist in alle Wahrheit führt, das er uns auch die Bibel aufschließt als Lehrer ist ja klar, aber wie sieht es im täglichen Leben aus, im Beruf oder Alltag? Wie ist eure Erfahrung damit?
Das imho Wichtigste beim Bibelauslegen ist das genaue Hingucken, was da steht.
Und da steht eben nicht, dass der Hl. Geist uns in alle Wahrheit leitet.
Da steht, dass der Hl. Geist die Apostel nach seinem Kommen (Pfingsten) in die ganze Wahrheit leiten werde bzw. geleitet hat. Und genau das ist geschehen, deshalb haben wir heute von den Aposteln und ihren Mitarbeitern die Bibel, die ganze Wahrheit und vollständige Offenbarung Gottes, inkl. des "Kommenden" (Eschatologie).

Heute vom Heiligen Geist geleitet zu werden, heißt, von Gottes Wort geleitet zu werden. Sein Wort ist Geist und Leben.

Grüße, Wernher

PS: Literaturtipp dazu: Ronald Senk: Das Schwert des Geistes (Betanien)
Kurzfassung hier: http://www.betanien.de/Material/wortundgeist.pdf
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Beitragvon Georg » 21.08.2008 16:52

Hallo Werner,

mich würde der Vers interessieren, indem steht, dass der Hl. Geist nur die Apostel in alle Wahrheit geleitet hat, aber nicht mehr uns, weil wir das Wort haben.

Die Apg. spricht deutlich darüber, dass der Hl. Geist sie durch das Leben begleitet hat. Z.B. hat er Paulus den Weg zu einer Stadt geöffnet oder verschlossen. D.h. der Hl. Geist leitet auch ganz praktisch und persönlich im alltäglichen Leben. Der Buchstabe alleine tötet, aber der Hl. Geist führt in alle Wahrheit. Man kann die Bibel ohne Geist garnicht richtig begreifen.

Dass der Hl. Geist heute nicht mehr leitet (als persönlich und direkt) halte ich für eine Irrlehre. Sonst könnten wir auch die Geistesgaben garnicht haben und anwenden. Wörter der Erkenntnis oder Prohetien sind Dinge, die ich persönlich erlebe. Und das wirkt der Hl. Geist.

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Beitragvon H.W.Deppe » 23.08.2008 19:50

Georg hat geschrieben:mich würde der Vers interessieren, indem steht, dass der Hl. Geist nur die Apostel in alle Wahrheit geleitet hat, aber nicht mehr uns, weil wir das Wort haben.
Der Vers steht in Joh 16,12-13:
Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen.
Dies ist eindeutig keine allgemeine, sondern eine situationsbezogene und persönliche Aussage an die Apostel. Sonst würde ja auch allgemein gelten, dass wir es "jetzt nicht tragen" können. Die Beweislast liegt also bei denen, die behaupten, hier würde eine allgemeine *direkte* Geistesleitung bzw. -offenbarung gelehrt. Wo lehrt das NT, dass alle Christen eine direkte Leitung und Offenbarung vom Heiligen Geist erwarten sollen?

Dadurch, dass der Heilige Geist die Apostel und ihre Mitarbeiter tatsächlich die ganze Wahrheit, den ganzen Ratschluss Gottes, offenbart hat, haben wir heute die Bibel und durch sie auch (genau wie die Apostel) die ganze Wahrheit, durch die uns der Hl. Geist leitet - ein unschätzbar großes Vorrecht!

Sehr gut finde ich hier, was Bernhard Kaiser in seinem Lehrbuch über die Offenbarung Gottes schreibt:
1. Sachlich findet die Offenbarung Gottes in Christus ihren Höhepunkt. Keiner kannte und kennt Gott, den Vater, besser als der Sohn. Christus ist Gott; in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Daraus ergibt sich, dass seit Christus keine Offenbarung stattfinden konnte, die über jene in Christus hätte hinausgehen können ... Aus der Perspektive des Autors des Hebräerbriefes hat Gott "Am Ende dieser Tage" (Hebr 1,1) durch seinen Sohn geredet. Dieser Begriff weist auf die End-Zeit, als die die messianische Zeit anzusehen ist. Das Reden Gottes durch seinen Sohn überholt das "vielfältig und auf vielerlei Weise" geschehene Reden Gottes im Alten Bund. Es ist seinerseits nicht mehr überbietbar. Insofern hat diese Aussage auch eine Zeitliche Implikation: Christus ist Gottes letztes Wort.

2. In Christus ist das Evangelium offenbar ... Mehr kann und muss nicht gesagt werden, um den Menschen ins Heil zu stellen.

3. Das NT stellt nicht in Aussicht, dass Gott in der neutestamentlichen Heilsordnung zu den Christen direkt reden werde, und es weist die Christen nicht an, auf solche Kundgebungen Gottes zu warten. Eine Fortsetzung der Offenbarung aber kann nicht postuliert werden ohne positiven biblischen Grund, auch nicht eine Offenbarung in eine der Bibel untergeordneten Form. Im AT hingegen wurde laufend auf den kommenden Christus hingewiesen. Das NT weist wohl auf die Wiederkunft Christi, aber nicht auf weitere Offenbarungen im Kontext der Gemeinde.

4. Indem im Rahmen der Offenbarungsgeschichte die Fakten, die das Heil konstituieren, zustande gekommen und bezeugt sind, kommt die Offenbarungsgeschichte zu einem vorläufigen Endpunkt. Gott hat sich seit der Zeit Christi und der Apostel nicht wieder in (offenbarungs-) geschichtlicher Dimension enthüllt. Christus ist der vorläufige geschichtliche Endpunkt der Selbsterschließung Gottes. Freilich wird Christus erst im apostolischen Zeugnis bekannt gemacht, so dass die von Christus autorisierten Apostel und damit die Jahrzehnte nach Christus zur Offenbarungsgeschichte hinzugehören. In diesen Jahrzehnten werden die Implikationen des Werkes Christi bekannt gemacht. Doch die zeit der neutestamentlichen Offenbarung endet mit dem Tod der Apostel, der Augenzeugen Jesu Christi, und ein Geschehen, das mit Recht als Offenbarung angesehen werden könnte, ist aus der nachapostolischen Zeit nicht überliefert.

5. Gott kommuniziert in seiner Offenbarung Inhalte. Er verfolgt bei seiner Offenbarung in der Geschichte nicht die Absicht, deutlich zu machen, wie er sich (immer wieder) offenbart. In diesem Falle müssten die Modi der Offenbarung ständig im Volk Gottes Anwendung finden: Gott müsste regelmäßig durch Träume, Nachtgesichte, Auditionen oder Zeichen und Wunder "reden". Die im Neupietismus verbreitete Ansicht, Gott habe im Rahmen der speziellen Offenbarung verdeutlicht, wie er generell zu den Menschen spreche, ist nicht durch biblische Aussagen gedeckt. AUch die Gaben der Prophetie und Zungenrede, die in apostolischer Zeit vorhanden waren, werden nicht als Modus für die Kommunikation zwischen Gott und der Gemeinde in Aussicht gestellt. Vielmehr wird deren Aufhören angekündigt (1Kor 13,8-10)

6. ...

Damit ist gesagt: Es gibt seit der Zeit der Apostel keine neuen Offenbarungen. Zwar hat es immer wieder Menschen und Bewegungen gegeben, die den Anspruch erhoben oder erheben, dass Gott durch sie rede. Doch damit rücken sie sich in die Welt der Sekten. ... Es lässt sich darüber hinaus zeigen, dass vieles, was im Lauf der Kirchengeschichte und selbst im Rahmen der Kirche den Anspruch erhoben hat, Offenbarung Gottes zu sein, ein Rückfall in Unglauben und Werkgerechtigkeit war.
Link zum Buch
Georg hat geschrieben:Der Buchstabe alleine tötet, aber der Hl. Geist führt in alle Wahrheit.
Vermutlich willst du - wie unter Charismatikern üblich - 2Kor 3,6 ("... der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig") als Totschlagargument missbrauchen, um den Glauben *allein* an die Schrift zu verurteilen. Dies beruht aber auf einer Fehldeutung von 2Kor 3,6. Beachte den Zusammenhang: mit "Buchstabe" ist in dem gesamten Abschnitt nicht ein Textzeichen gemeint, sondern das alttestamentliche Gesetz (das den Sünder verurteilt und tötet), und mit "Geist" das Evangelium (das ewiges Leben gibt). Lies selbst. Aber das Evangelium besteht nun auch mal aus Text.

Nach charismatischem Verständnis kann 2Kor 3,6 herangezogen werden, um Bibelstudium, Predigten, Lehre usw. zu verwerfen und sich stattdessen nach esoterisch-mystischen Erfahrungen auszustrecken, was als "Geist" definiert wird. Na dann gute Nacht, solchen "Geist" gibts im New Age, Spiritismus usw.

Grüße, Wernher
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Beitragvon Georg » 24.08.2008 21:47

Hallo Werner,

du ziehst aus dem einen Vers die Lehre, der Geist würde nicht mehr persönlich sprechen/führen/lehren? Manchmal frag ich mich, ob ich lieber lachen oder weinen soll...

Ich denke auch nicht, dass es viel Sinn macht mit dir darüber zu sprechen. Das ist jetzt nicht abwertend gemeint, versteh mich richtig.
Wenn du glücklich mit deinem Leben bist und die Schrift dein Leben bestätigt, muss man seine Meinungen ja auch nicht ändern.

Ich persönlich lese aus der Bibel heraus, dass Gott derselbe ist- vor 2000 Jahren wie auch jetzt. Ich lese in der Apg. klare Anweisungen des Geistes, die ganz praktisch sind und erstmal nichts mit der Schrift/Theologie zu tun haben.
Wer meint, der Hl. Geist redet heute nicht mehr zu Menschen oder leitet sie, der hat viele Dinge nicht verstanden/ erlebt. Klingt bissel forsch, ist aber meine Meinung.

Der Hl. Geist ist eine Person und führt (mich jedenfalls- bin wohl privilegiert) in alle Wahrheit. Er offenbart das Wort Gottes, er tröstet, er schenkt erbauende Worte für leidende Geschwister, er schenkt die Sprachenrede (die explosive Kraft besitzt), etc etc. Man könnte Bücher schreiben über den Geist und sein Handeln (auch) heute.
Ich akzeptiere es, wenn du anderer Meinung bist- Gott segne dich.
Aber ich halte es für unbiblisch und herabwürdigend, so über den Geist zu sprechen, wie du es tust, lieber Werner.

Und noch etwas: Ich nenne mich nicht "Charismatiker", weil Gott so eine Bezeichnung auch nicht benutzt. Ich bin ein Königssohn, der das Wort Gottes sehr liebt und alles tun will was es sagt. Lassen wir als das Klischee- Gerede von wegen "das Wort ist zweitrangig- die Erfahrung/ das Gefühl zählt". Es mag Geschwister geben, die so etwas lehren. Aber nicht alle sind so, ebenso wenig wie ich Evangelikale oder Baptisten über einen Kamm schere.

Ach noch etwas: "Mystik" bedeutet "Übernatürlich/ geheimnissvoll". Mein Gott ist demnach mystisch.

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Beitragvon H.W.Deppe » 24.08.2008 21:55

Georg hat geschrieben:du ziehst aus dem einen Vers die Lehre, der Geist würde nicht mehr persönlich sprechen/führen/lehren?
Du hast mich nach *einem* Vers gefragt, und den habe ich dir genannt. Warum jetzt der Vorwurf?
Natürlich kann ich diese herkömmliche Sicht der "Geistesleitung" systematisch quer durch die Bibel belegen, aber weder möchte ich an dieser Stelle einen buchfüllenden Text posten, noch hast du mich danach gefragt ...
Georg hat geschrieben:Ach noch etwas: "Mystik" bedeutet "Übernatürlich/ geheimnissvoll". Mein Gott ist demnach mystisch.
Gut, dass du das ansprichst, denn es gibt oft einen missverständlichen Gebrauch des Wortes "mystisch". Mit mystisch meinen wir die Gottesunmittelbarkeit. Die ist zutiefst heidnisch. Gemeinschaft mit Gott haben wir nicht unmittelbar, sondern mittelbar über Christus und zwar durch sein Wort - das heißt aus Glauben.

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Beitragvon Georg » 24.08.2008 23:15

Gut dass ich meinen Gott nicht nur aus einem Buch kenne, sondern ihn live erlebe. Bin somit wohl ein Mystiker. Naja.

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Beitragvon H.W.Deppe » 25.08.2008 09:16

Georg hat geschrieben:Gut dass ich meinen Gott nicht nur aus einem Buch kenne, sondern ihn live erlebe. Bin somit wohl ein Mystiker.
Treffende Aussage. Bisher lebe ich noch aus Glauben, hoffe aber auch irgendwann in das Vorrecht der sinnlichen Wahrnehmung zu gelangen ...

Das verdeutlicht den Unterschied zwischen uns herkömmlichen Christen, die an sola scriptura glauben und ein "Volk des Buches" sind - und den Schwärmern, die schon jetzt aus Schauen/Erfahren zu leben meinen. Ich frage mich manchmal, ob das nicht zwei komplett verschiedene Religionen sind. (Übrigens ist dieses Forum - wie bereits früher gesagt - für diejenigen gedacht, die sich allein auf die Bibel gründen)

Noch zurück zu deinem vorherigen Beitrag: Mich wunder noch vielmehr, dass du deine Ansicht nicht nur auf bloß *eine*, sondern auf gar keine biblische Aussage gründest ...

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