Was ist ein christliches Lied?

Alte, geschlossene Beitragsfolgen

Moderator: Jörg

Gast

Beitragvon Gast » 27.06.2008 01:16

Hallo,
Da halte ich es viel lieber mit Paul Gerhardt!
Da stimm ich Dir voll zu, Anton. Oder auch die Lieder von Hiller,...

Unabhängig davon, ob ein Lied jetzt charismatisch ist oder nicht, die Musikrichtung als christlich angesehen wird oder nicht,.... finde ich die meisten neuen Lieder ziemlich flach und oberflächlich. Das rauhe Kreuz und das Blut Jesu sind daraus meist verschwunden. Warum?

Gruß,
David

maxb
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Beitragvon maxb » 27.06.2008 11:40

Weil die Menschen Gott nicht mehr kennen. Heiligkeit und Souveränität sagt keinem mehr etwas. Hauptsache, man fühlt sich wohl.

1. Kor 1,18: Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.

Das Evangelium ist nicht mehr Gottes Kraft zum Heil, sondern ein nettes Angebot, auf das man eingehen kann oder auch nicht. Um es an den Mann zu bringen vermittelt man es so schonend wie möglich, dass sich blos niemand angegriffen fühlt. Ein bisschen Romantik hier und nette Gefühle da und schon hat man ein ich-gefülltes Lied.

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Georg
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Beitragvon Georg » 27.06.2008 22:33

Paul Gerhardt war sicherlich ein Mann Gottes und seine Lieder haben die Kirchengeschichte geprägt, aber ich halte es für nicht notwendig 300 Jahre alte Lieder ständig zu singen, weil die neuen Lieder anscheinend oberflächlich sind.

Ich finde es z.B. sehr gut, dass die neuen Lieder oftmals an Gott persönlich gerichtet sind. Dass man sich klar macht, dass Gott sich nach einer Beziehung zu uns sehnt.
Dabei halte ich das Kreuz und das Blut Jesu ebenfalls für sehr wichtig.
Aus dem spanischen Bereich kommen sehr viele von diesen Liedern, die über das Blut und das Kreuz handeln.

Die sind wirklich zu empfehlen. Schlussendlich geht es bei Gott um ein anbetendes Herz. Man kann Lieder von P. Gerhardt genauso kalt trällern wie auch neue Lieder.

Ich persönlich kann Matt Redman sehr empfehlen. Gute Texte, gute Musik.
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 28.06.2008 07:33

Es ist sehr lieblos, besonders den älteren Geschwistern gegenüber, nur moderne Lieder in den Gottesdiensten zu singen. Ja, es ist egoistisch, weil man nur den eigenen Stil durchsetzen will. Gott will aber, dass man die Alten ehren soll. Er will, dass wir das tun, was dem anderen dient. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass man nur die alten Lieder singen soll. Es geht um Ausgewogenheit nicht um Einseitigkeit. Warum schaffen es die Generationen nicht mehr einander auszuhalten? Warum gönnt man dem anderen nicht mehr sein Lieblingslied? Die Geschmäcker sind halt verschieden. Kinder haben auch "ihre" Lieder. Auch die Lebensumstände sind sehr verschieden. Wenn ich zum Beispiel durch eine Lebenskrise gehe, sind die Lieder von Paul Gerhardt mir eine große Trost-Quelle. Er spricht eine Sprache, die jeder, der durch tiefes Leid geht, auch heute noch versteht. Seine Sprache erreicht die Herzen, nicht nur den Verstand. Seine Lieder sind durch-lebt. Ich will nicht einseitig alle Lieder, die aus der sogenannte Charismatischen Bewegung - besser Charismatische Bewegungen - kommen schlecht reden. Aber mir drängt sich doch der Eindruck auf, dass das Thema "Leid" eher ein Randthema ist. Man singt vorwiegend Psalm 103 oder Psalm 150 oder ähnliche. Warum singt man nicht einmal Psalm 88 - der traurigste Psalm der Bibel -? Die Bibel ist halt ein sehr ehrliches Buch. Nicht nur Sonnenschein, nicht nur Sommer sondern auch Regen und Winter. Zum Schluß noch ein Wort von Rolf Scheffbuch: "Bei Chorälen ist`s ja so, dass es nicht einfach heißt: Jesus, ich hab dich lieb, sondern Choräle sind wie ein Suchrätsel bei dem ganz viele Bibelstellen komprimiert untergebracht sind." Und ein Bonner Journalist sagte einmal: Choräle sind die Filetstücke des Glaubens". Jetzt aber wirklich zum Schluß: die Lieder von Manfred Siebald kann ich sehr empfehlen. Sie sind für mich gesungene Predigten. Jörg
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Georg
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Beitragvon Georg » 28.06.2008 11:05

Wir z.B. sind eine sehr junge Gemeinde. Wir haben kaum Leute über 50 Jahre. Da haben modernere Lieder meistens Vorrang, wobei wir auch ältere Lieder singen. Die älteren Personen freuen sich bei uns aber über die neuen Lieder und singen immer kräftig mit. Man lernt ja auch schnell.
Da gab es bei uns noch keine Probleme.

Letztendlich kommt es auch nicht so sehr auf das Erscheinungsdatum des Liedes an, sondern um ein anbetendes Herz. Ich z.B. freue mich auf die Zeit, wo ich zum älternen Kaliber gehören werde und die jungen Geschwister neue Lieder in die Gottesdienste bringen. Es ist immer wunderbar ein neues Lied zu singen, aber auch die Klassiker in Ehren zu halten.
Da stimme ich Jörg schon zu, es muss eine gewisse Ausgewogenheit da sein.
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Beitragvon Anton » 28.06.2008 11:18

Anbetendes Herz und Art des Liedes bedingen sich gegenseitig!
Man kann nicht das eine gegen das andere ausspielen!

Ich kann mit einem anbetendem Herzen keinen Schwachsinn singen,
erst recht nichts, wovon ich weiß, dass es eher Gott entehrt $:(

Ein anbetendes Herz ist wichtig, Georg, aber kein Freipass für alles Mögliche.

Lieben Gruß,
Anton
»Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zur Vollendung.«
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Beitragvon Georg » 28.06.2008 11:20

Ich hatte ja schon zwei Beiträge vorher etwas zu den Texten geschrieben.
Ich habe nicht gesagt, dass man alles singen kann, Hauptsache das Herz stimmt.
Es ging mir eher um alte oder neue Lieder, beide mit gutem Inhalt.

Gottes Segen
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Beitragvon Jörg » 29.06.2008 07:08

Hallo Georg, ich wollte mit meinem Beitrag nicht nur betonen, dass ich es wichtig finde auf die Ausgewogenheit zwischen alten und neuen Liedern zu achten. Mindestens genauso wichtig ist mir die inhaltliche Ausgewogenheit. Wo findet in einer typischen charismatischen Gemeinde der Schmerz, die Klage, mein Versagen, ja, alle die Schattenseiten meines Lebens, Raum in den Liedern? Genau das aber findet man in Psalmen!!! Hier gibt es nicht nur Lob- und Anbetungslieder, sondern ebenso Klagelieder!!! Nimm doch mal ein stinknormales Gesangbuch: es gibt verschiedene Rubriken. Z. B. "Loben und Danken" oder "Angst und Vertrauen" und viele andere mehr. Bei vielen Charismatikern scheint es aber (fast) nur die Rubrik "Loben und Danken" zu geben. Aus genau diesem Grund entsteht auch der falsche Eindruck: Von dem Tage meiner Bekehrung gibt es nur noch Sieg, Freude, ja alles scheint sehr einfach zu sein. Das aber ist sehr entmutigend, weil die Lebenswirklichkeit anders aussieht. Viele Charismatiker scheinen auch ein sehr geschichtsloses Denken zu haben. Sie tun so, als wenn sie das Christentum neu erfunden hätten. Das Studium der Kirchengeschichte kann uns aber eine Warnung sein nicht immer wieder die gleichen Fehler zu wiederholen. Gruß Jörg
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Georg
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Beitragvon Georg » 30.06.2008 22:43

Hi Jörg,
es ist sicher eine Kinderkrankheit der Christen aus dem "charismatischen Umfeld" immer von Sieg und Kraft zu reden.
Sieg ist eine Verheißung Gottes, die auf bestimmte Gehorsamsschritte und Treue folgt. Aber viele kennen diese Schritte nicht, tun aber trotzdem so, als wenn in ihrem Leben alles rosig sei.

Umgekehrt ist es bei den Baptisten, die sich selber sehr gering ansehen und als arme sündige Waschlappen erniedrigen.
Lass uns also nicht pauschal über Konfessionen reden. Das bringt sowieso nichts. Es gibt bei den Baptisten wie auch bei den Charismatikern gesunde Lehre in diesem Bereich.

Ich z.B. (der wohl unter das Genre "Charismatiker" fällt) habe bei uns in der Gemeinde viel mit Anbetung zu tun. Und dort gibt es genug Bußlieder und die Bibellehren handeln sehr viel über den biblischen Lebensstil und in der Gemeinde wird viel an Treue, Ausdauer und "Gott kennen" gesprochen.

Pauschalisieren ist also nie ein guter Weg.
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Liedbeispiel

Beitragvon eugen » 01.07.2008 08:31

Liebe Forumteilnehmer,

vielleicht wäre es nicht schlecht wenn wir einfach Textbeispiele nehmen und diese Texte biblisch prüfen (von der Musik sehen wir einfach mal ab). Dadurch bekommen dann unsere Musikkriterien Hand und Fuß ... vielleicht. :-)
Ich schlage vor, dass z.B. Georg einfach mal den Text eines moderner Liedes reinstellt und wir uns darüber austauschen.
@Georg
Es kann ein modernes Lieblingslied von dir sein oder eines dass du grad neu gelernt hast. Eine Bitte noch: Schreib alle wiederholte Texte aus, d.h. wenn Halleluja 4x wiederholt wird, dann schreib es 4x aus.

Was haltet ihr von dem Gedanken?

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Beitragvon Joschie » 01.07.2008 09:20

Hallo Eugen
Ich halte die Idee für gut,aber bitte an das Urheberrecht denken :!: Da viele Texte geschützt sind sollte man sich der Genehmigung erkundigen,bitte immer die Quelle angeben.
Gruß und Segen von Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Georg » 02.07.2008 11:26

Die Tatsache, dass Menschen Lieder vom Heiligen Geist vermarkten und so "schützen", dass man nicht mal den Text öffentlich einsehen darf, ist schon recht armselig.
Dann können wir das hier wohl nicht machen.
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Text reinstellen - Copyright

Beitragvon eugen » 02.07.2008 15:46

Ähm... Ich kenn mich mit den Urheberrechten nicht so gut aus, aber ... was nützt mir nur der Text ohne die Melodie?
Außerdem: Wenn wir daraus keinen finanziellen Vorteil haben, also es nicht vermarkten, dann spricht doch nichts dagegen, oder?

Gast

Beitragvon Gast » 16.08.2008 08:16

So, ich stell jetzt mal ein Lied rein, bei dem Urheberrechte kein Problem sind. Denn der Autor ist seit 220 Jahren tot.

Dieses Lied ist einer meiner Lieblingschoraele. Leider nur auf Englisch, aber alles laesst sich nun wirklich nicht uebersetzen.

Ladies and Gentlemen, would you please welcome:


Charles Wesley



1. And can it be that I should gain
an interest in the Savior's blood!
Died he for me? who caused his pain!
For me? who him to death pursued?
Amazing love! How can it be
that thou, my God, shouldst die for me?
Amazing love! How can it be
that thou, my God, shouldst die for me?

2. 'Tis mystery all: th' Immortal dies!
Who can explore his strange design?
In vain the firstborn seraph tries
to sound the depths of love divine.
'Tis mercy all! Let earth adore;
let angel minds inquire no more.
'Tis mercy all! Let earth adore;
let angel minds inquire no more.

3. He left his Father's throne above
(so free, so infinite his grace!),
emptied himself of all but love,
and bled for Adam's helpless race.
'Tis mercy all, immense and free,
for O my God, it found out me!
'Tis mercy all, immense and free,
for O my God, it found out me!

4. Long my imprisoned spirit lay,
fast bound in sin and nature's night;
thine eye diffused a quickening ray;
I woke, the dungeon flamed with light;
my chains fell off, my heart was free,
I rose, went forth, and followed thee.
My chains fell off, my heart was free,
I rose, went forth, and followed thee.

5. No condemnation now I dread;
Jesus, and all in him, is mine;
alive in him, my living Head,
and clothed in righteousness divine,
bold I approach th' eternal throne,
and claim the crown, through Christ my own.
Bold I approach th' eternal throne,
and claim the crown, through Christ my own.



Melodie gibt es auf http://www.hymnsite.com/lyrics/umh363.sht zu hoeren.

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Georg
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Beitragvon Georg » 21.08.2008 15:24

Also, es ist recht schwer Liedtexte zu finden, die man einfach so veröffentlichen kann. Deswegen hier ein Lied von einem Mann, den ich auch persönlich kenne und der nichts dagegen hat, dass seine Texte veröffentlicht werden:

Es gibt nur eine Rettung

Es gibt nur eine Rettung für Deutschland, Jesus unser Herr!
Es gibt nur eine Hoffnung für Deutschland, Jesus unser Herr!

Herr, wir brauchen dein Erbarmen,
woll’n mit deinen Augen sehn!
Und wir suchen deine Pläne, denn nichts Eignes wird besteh’n.

Wenn dein Geist uns wirklich leitet,
wird es Licht in dunkler Nacht.
Lasst uns fröhlich sein und jubeln,
denn der Herr, er kommt mit Macht.

Autor: Axel Weber, Zwickau
www.fcg-zwickau.de
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