Manna für den Morgen/Impulse für den Tag

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Joschie
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1.Kor.3.1

Beitragvon Joschie » 16.10.2008 08:26

1.Kor.3.1


C.H.Spurgeon ,,Junge Kinder in Christo." 1 Kor. 3, 1.


Trauerst du, liebe gläubige Seele, daß du so schwach bist im Leben aus Gott; daß dein Glaube so klein ist und deine Liebe so matt? Werde munter, denn du hast alle Ursache, dankbar zu sein. Bedenke, daß du in etlichen Stücken dem erwachsensten und reifsten Christen vollkommen ebenbürtig dastehst. Du bist ebenso mit Blut erkauft, wie er. Du bist ebensogut ein wohlgefälliges Kind Gottes als jeder andre Gläubige. Ein Kindlein ist ebenso wahrhaftig ein Kind seiner Eltern, wie der erwachsene Mensch. Du bist ebenso völlig gerechtfertigt, denn deine Rechtfertigung ist nichts, was sich nach Graden abstuft; dein kleiner Glaube hat dich ganz und gar gereinigt. Du hast ein ebenso großes Recht an die köstlichen Güter des Testaments, wie die gefördertsten Gläubigen, denn dein Recht an die Bundesgnaden hängt nicht von deinem Wachstum ab, sondern vom Bund und Testament selber; und dein Glaube an den Herrn Jesum ist nicht der Maßstab, sondern nur das Pfand deines Eigentumsrechts an Ihn. Du bist ebenso reich, wie der Reichste, wenn nicht am Genuß, so doch an wirklichem Besitz. Der kleinste Stern, der von oben funkelt, steht am Himmel; der schwächste Strahl des Lichts ist mit dem großen Tagesgestirn verwandt. Im Familienbuch der Herrlichkeit sind der Große und der Kleine mit der gleichen Feder eingezeichnet worden. Du bist seinem Vaterherzen ebenso teuer, wie das älteste Familienglied. Der Herr Jesus ist ganz liebevoll und zärtlich gegen dich. Du bist wie der glimmende Docht; ein unzarter Sinn würde rücksichtslos verlangen: ,,Löscht doch den glimmenden Docht aus, er erfüllt die Luft nur mit widrigem Gestank!" aber den glimmenden Docht wird Er nicht auslöschen. Du bist wie ein zerstoßenes Rohr; und eine rauhere Hand wie die des großen Saitenspielers würde dich zerknicken oder dich wegwerfen; aber Er will das zerstoßene Rohr nicht gar zerbrechen. Statt über deinen Zustand betrübt und niedergeschlagen zu sein, solltest du frohlocken in deinem Heiland Jesus Christus. Bin ich der Geringste in Israel? Dennoch bin ich in Christo erwählt, zu thronen in den himmlischen Gefilden. Bin ich arm im Glauben? Dennoch bin ich in Jesu ein Erbe aller Dinge. Bin ich auch weniger als nichts, so darf ich mich gleichwohl rühmen als in der Torheit; ist nur die Wurzel des Guten in mir, so will ich mich freuen in dem Herrn, und mich rühmen in Gott, meinem Heil.
Zuletzt geändert von Joschie am 17.10.2008 07:57, insgesamt 1-mal geändert.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Pilger Andreas
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Beitragvon Pilger Andreas » 16.10.2008 11:24

Aus einer Predigt von H. F. Kohlbrügge über Matthäus 6,9.10: Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel. Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, auf Erden, wie im Himmel.

Und der barmherzige Hohepriester, wie hat er es gewußt was es mit dem Sichtbaren auf sich hat. Du, unser Vater, in den Himmeln, befiehlt er uns zu beten. Denn unser Gott ist ja in den Himmeln, er kann tun alles was er will, und was will er? Lauter Gutes zukommen, ja aus der Fülle seiner Barmherzigkeit zufließen lassen seinen Armen und Elenden, die zu ihm hinaufschreien um Heil, um Errettung und Gerechtigkeit, um Durchkommen durch dieses Leben, um Erfüllung seiner guten und tröstlichen Verheißungen. Ja der barmherzige Hohepriester, der Heiland Jesus, er hat es gewußt was es hier auf Erden gibt: Leiden allerlei Art, Kreuz, Not und Anfechtung allerlei Art. Wie ist es der geängstigten Seele manchmal so beklommen hier auf Erden. Was ist bei dem Geschöpf zu suchen, zu finden; wer von den Menschenkindern kann eine zerschlagene Seele aufrichten? Wer diese Not so ganz, so durch und durch fühlen, wie der sie fühlt, der von der Not fast erdrückt wird; wer hat hier ein Herz für alles Elend, für alles was in der Seele sich anhäuft von allerlei Beschwerden? Wer vermag hier alle Schmerzen zu lindern, wer vermag Bahn zu machen, daß die Gerechtigkeit worauf der Gerechte hofft durchbreche und das verheißene Recht hervorleuchte wie der Mittag? Was können Menschen helfen die heute sind und morgen ist ihre Macht und Glanz dahin? Was findet man auf Erden gewöhnlich anders als Verkennung, Verwerfung, als Schmach, als daß man von allen verlassen wird? Alles hier unbeständig, nichts auf die Dauer! Aber das muß dir Mut machen du angefochtene Seele; in den Himmeln haben wir einen Vater; unser Vater ist sein Name, dem steht alles zu Gebote, der weiß zu trösten, der weiß Sünden wegzunehmen, der weiß Rat zu schaffen, der weiß so zu regieren und alles so zu lenken, daß seine Verheißungen alle treulich bei dir erfüllt werden. Denn er regiert mit Gnade und Wahrheit, die herabstrahlen von seinem Antlitz auf Jeden in seiner Not; er regiert mit Gerechtigkeit und Gericht, und ist damit schnell herbei zur Hilfe dem, der es hier nicht mehr finden kann und es bei Ihm sucht.

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Joschie
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1.Kor.3.9

Beitragvon Joschie » 17.10.2008 07:59

1.Kor.3.9


J.Kroeker Vom Dienst in der Gemeinde.

"Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, Gottes Ackerfeld und Gottes Gebäude seid ihr." 1.Kor. 3,9.

,

In Korinth hatten sich in der Gemeinde verschiedene Strömungen geltend gemacht. Da gab es einige, die sich mehr zu Apollos hielten, andere, die sich auf Paulus beriefen, und noch andere, die sich stark zu Kephas bekannten, und wiederum andere sagten: wir sind nur christisch.

Diesen Strömungen gegenüber warf der Apostel Paulus die Frage auf: Wer sind wir denn? Wer ist denn Apollos, wer ist denn letzthin Paulus und wer ist denn Kephas? Er kommt zu der wunderbaren Antwort: Mitarbeiter Gottes sind wir. Er sagt nicht, dass Gott unser Mitarbeiter sei. Denn dann würde es sich ja im ganzen Gottesreiche um Gott innerhalb eines Menschenwerkes handeln. Er stellt vielmehr von vornherein ungemein klar fest: Nicht ist Gott unser Mitarbeiter, ob das nun Paulus, ob das Apollos, ob das Kephas oder sonst wer ist.

Wie oft haben aber auch wir in unserem Dienst so gehandelt, als ob Gott unser Mitarbeiter wäre, d.h. als ob es sich im Reiche Gottes darum handele, dass Gott zur Geltung käme innerhalb eines Menschenwerkes.

Darum hat es sich jedoch nie seit der Verkündigung Jesu gehandelt. Die Apostel haben ein derartiges Evangelium einer erstorbenen, einer in sich zusammengebrochenen Schöpfung nicht gebracht. Wenn sie mit ihrem Christus-Evangelium in die alte Welt traten, so handelte es sich ihnen in ihrem Dienst immer um ein Gotteswerk, in welches der Mensch hineingezogen werden sollte. Ich weiß nicht, inwieweit wir den ganzen Ernst dieser Wahrheit fühlen, inwieweit wir den gewaltigen Unterschied fassen, der darin besteht, ob Gott sich offenbaren soll innerhalb eines Menschenwerkes, oder ob der Mensch sichtbar werden soll innerhalb eines Gotteswerkes. Nur im letzteren Fall kommt zum Ausdruck, dass der Barmherzige unser Leben als einen in sich unwerten Ton in seine Meisterhand nahm, um sich aus demselben ein Gefäß der Barmherzigkeit zuzubereiten. Dann ist der Einzelne nichts anderes als ein lebendiger Stein innerhalb seines großen Gotteswerkes.

Ob es sich in diesem Seinem Werk nun handelt um den Aufbau seines Tempels oder um die Ausbreitung seines Königreiches, Gott ist der Handelnde und wir werden als Mitarbeiter in seine Aktivität mit hineingezogen. Gott lässt uns teilnehmen an seinem schöpferischen und gestaltenden Wirken und teilt mit uns den Segen und die Freude, die mit der Hingabe an sein Werk verbunden sind.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1Kor.3.10

Beitragvon Joschie » 18.10.2008 08:13

1.Kor .3.10

J.Kroeker Vom Dienst in der Gemeinde.


"Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein kundiger Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf; ein jeglicher sehe zu, wie er darauf baue. Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." 1.Kor. 3,10 f.

Es handelt sich im gegenwärtigen Gottestempel, in dem uns wahrnehmbaren Reiche Gottes, um ein einheitliches Werk. Es kann kein zweiter Grund gelegt werden als der, der da gelegt ist. Und dieser. Grund ist Jesus Christus. Glauben wir an dieses einheitliche Gotteswerk oder glauben wir vielmehr an unser Werk und dass Gott da mitarbeiten, es segnen, stärken soll? Wer ist Paulus? Wer ist Apollos? Wer ist Kephas? Paulus hat zwar gepflanzt, Apollos hat zwar begossen, Gott aber gab das Gedeihen. Paulus bezeugt: Ein jeder hat entsprechend seiner besonderen Gabe gearbeitet, aber "nicht uns", sagt er, "die da gepflanzt und begossen haben, gebührt der Ruhm, sondern der Ruhm ist Gottes."

Sind aber nicht im Laufe der Geschichte immer neu die Versuche gemacht worden, einen zweiten Grund zu legen? Nicht nur im Heidentum, auch wir als Diener Christi und Mitarbeiter Gottes haben oft versucht, einen dritten oder vierten Grund zu legen. Und was haben wir damit erreicht? Wir haben vielfach auch das Christentum zu einer Religion erniedrigt. Wir haben oft genug die Christusgemeinschaft zu einem Christentum gemacht und dabei Christus verloren!

Professor Althaus hat seiner Zeit in Rostock eine Predigt gehalten über "die Kirche Gottes". Er spricht in diesem Vortrag Sätze aus, von denen man wünschte, dass sie gehört werden möchten bis in die kleinste Hütte unseres Volkes. Er sagt: "Das ist das Furchtbare, dass wir vor dem lebendigen Gott fliehen und uns retten können in die Gedanken über Gott." Wie oft begnügte man sich mit dem Sprechen über Gott, hatte aber das Sprechen Gottes verloren. Wie oft hat auch die Kirche Christi sich damit begnügt, über Christus zu sprechen und lebte doch ohne das Zeugnis von Christus. Auf unseren Universitäten können wir uns um die Frage zanken, ob es sich im Reiche Gottes nur um eine Christusidee oder um eine Christus-Persönlichkeit handelt. Manche sagen uns, es genügt uns die Christusidee, wenn wir die nur haben! Ob Jesus einmal gelebt hat oder nicht - das kommt weniger in Frage. Es kommt nur in Frage, ob wir eine Christus-Idee haben, durch die wir erlöst werden. Dann wäre das ganze Christentum nichts anderes als Religionsphilosophie, dann wäre alle Erlösung nur Selbsterlösung. Fühlen wir den Schmerz, den auch Paulus angesichts der Parteirichtungen in Korinth empfunden haben muss, wenn er sagt: "Es kann kein zweiter Grund gelegt werden als der, der da gelegt worden ist: Christus!" ?
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1.Kor.3.11

Beitragvon Joschie » 19.10.2008 07:31

1.Kor.3.11.


C.H.Spurgeon Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 1. Kor. 3, 11.

Seht denn, wie dieser Text alle die von der Annahme bei Gott ausschließt, die nicht Christus, den Sohn Gottes, als ihren Mittler ergreifen. Bisweilen heißt es: "Jeder hat Recht; sei er Jude oder Heide, oder was sonst, jeder hat Recht." Nun, laßt es euch denn ein für alle Mal gesagt sein, daß die Religion Christi einer solchen Idee keinen Vorschub leistet. Sie nimmt ausschließlich für sich allein den Thron im Reiche religiöser Wahrheit in Anspruch. Sie wendet allerdings keine Ketten und keine Folterwerkzeuge an, um sich ein unfreiwilliges Bekenntnis ihrer Wahrheit zu erzwingen; aber sie schmeichelt auch dem Ungläubigen nicht mit beruhigenden Verheißungen, sondern droht ihm vielmehr mit einem über alle Beschreibung schrecklichen Los. In diesem Buch Gottes ist nicht eine einzige Zeile, die mich glauben ließe, daß es einen Weg zu Gott für die Mohammedaner gibt oder für die Juden, oder für irgendeinen, der nicht zu ihm kommt durch Jesus Christus. Die Religion Christi ist intolerant in diesem Stück. Sie erklärt, daß einen anderen Grund niemand legen kann, als der gelegt ist, Jesus Christus. Sie erklärt, daß niemand zu Gott kommen kann, als durch Jesus Christus. All die christliche Liebe, von der einige Leute reden, ist betrügerisch und wertlos. Wir können keine Hoffnung haben für die, welche Christus nicht annehmen. Wir bemitleiden sie, wir lieben sie, wir beten für sie, wir ringen für sie, damit sie zum Glauben kommen mögen; aber wir wagen es nicht, sie zu hintergehen, wir wagen es nicht, ihnen zu sagen, daß Gott ihre Gebete erhören werde, wenn sie nicht durch Jesus Christus zu ihm kommen wollen. Nein, wir wollen so duldsam sein, wie Jesus war; aber Jesus selber sagte: "Wer nicht glaubt, der wird verdammt werden;" und was du auch sein magst - Nationalist, Socinianer, Ungläubiger, Deist, oder was sonst, und wie aufrichtig auch deine Gebete sein mögen, Gott verabscheut sie und haßt sie, wenn du sie nicht durch Jesus Christus vor ihn bringst, den einzigen Weg zwischen Gott und dem Sünder.
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1.Kor.3.12

Beitragvon Joschie » 20.10.2008 07:48

1.Kor.3.12



J.Kroeker Vom Dienst in der Gemeinde.

"Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Schilf, so wird eines jeden Werk offenbar werden, der Tag wird es klar machen, denn durch's Feuer wird es offenbar werden." 1.Kor. 3,12 f.


Wenn die Bibel von Feuerproben spricht, so handelt es sich immer um Gerichtszeiten. Denn das Feuer in seiner Kraft baut nicht auf, es reißt nur nieder, verbrennt nur Bestehendes - und das ist Gericht. Und von solch einem letzten Gericht über all unser Dienen und Bauen und Wirken spricht hier der Apostel. Dann wird offenbar werden, was wir als Baustoffe durch unser Leben, unsern Dienst im Reiche Gottes geliefert haben. Dann muss sich zeigen, ob es Werte sind, die durchs Feuer gehen können, ohne es als ein Gericht zu erleben. Auch Daniels Freunde gingen einst durchs Feuer. Das ist der gewaltige Unterschied, ob die Baustoffe unseres Dienstes als Gold, Silber, Edelsteine oder als Heu, Stroh oder Schilf durch die Gerichtsproben gehen. Jene verlieren im Schmelztiegel höchstens die Form, nicht aber den inneren Wert.

Wir können ein und dasselbe erleben und es doch ganz verschieden erleben. Im letzten Weltkrieg ist es mir unendlich groß geworden, dass man ein Weltgericht mit durchleben kann, ohne gerichtet zu werden. Als Israel durch das Rote Meer ging, fand es hier den Weg zu seiner Freiheit. Als nachher Pharao mit seinen Reitern durch dasselbe Meer ging, fand er dort sein Grab. - Auch wir kommen alle in die Feuerprobe hinein, ausnahmslos. Ob die Kirche Christi vor oder nach der großen Trübsal entrückt werden wird, ist das Entscheidende nicht. Das Entscheidende aber ist, ob wir innerlich vorher dem entrückt sind, was im Gericht zusammenbrechen oder verbrennen muss. Wenn wir dann auch in die Trübsal hineinkommen, dann wird sie für uns ein Reinigungs- und Dienstboden sein, so die Kraft und Majestät Gottes offenbarend, wie wir sie vielleicht ohne Gericht nie erlebt hätten. An Daniels Freunden war hernach nicht einmal ein Brandgeruch zu merken.

Alles aber, was wir als Bauende, als Mitarbeiter Gottes an Stroh, Heu und Schilf mitgeschleppt haben, wird gewiss verbrennen. Wir werden die Werte in der Ewigkeit und im kommenden Gottesreich vergeblich suchen, die nicht aus dem Geist geboren waren. Was in unserem Leben und Dienst vom Fleisch gezeugt, gepflegt und großgezogen wurde, wird im Gericht des Fleisches enden. Wer sich jedoch zuvor durch das Kreuz Christi lösen lässt von dem, was nicht feuerfest sein wird, der fürchtet nicht die Feuerprobe des Gerichts für alles Fleisch. Sein Dienst als Frucht des Geistes bleibt, denn er floss aus dem Umgang mit Gott.
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1.Kor.3.16

Beitragvon Joschie » 20.10.2008 21:38

1.Kor.3.16



J.Kroeker Von der Mission der Kirche Christi.

"Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt?" 1.Kor. 3,16.



Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man selig wird wie ein Lot, oder ob man selig wird wie ein Abraham. Wer ist denn heute bereit, sich segnen zu lassen im Namen eines Lot? Wer aber möchte nicht gesegnet sein im Namen Abrahams!

Es handelt sich daher um die große Frage: ob wir selig werden wollen wie einer, der durchs Feuer gegangen ist, oder ob wir selig werden wollen mit jener wunderbaren Begrüßung des Herrn: "Ei du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, Ich will dich über viel setzen!"

Daher die große Besinnung, zu der der Apostel Paulus uns auffordert, wenn er diese ganze Abhandlung mit den Worten schließt: "Wisst ihr denn nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass der heilige Geist in euch wohnt?" Wie könnt ihr sagen: Ich bin des Paulus! Wie könnt ihr sagen: Ich bin des Apollos! Wie könnt ihr sagen: Ich bin des Kephas! Wie könnt ihr sagen: Ich bin nur christisch! Wisst ihr denn nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und dass nur einer Anspruch hat, Herr des Tempels zu sein? Und das ist Christus in der Gegenwart seines Geistes! Ist diese Herrschaft sichtbar in unserem Leben, regiert sie in unserer Kirche, wird sie offenbar als die Kraft des heiligen Geistes innerhalb des gegenwärtigen Gottestempels? Oder herrscht ein anderer Geist in dem Tempel, den wir bauen?

Das ist der ganze Ernst dieses Wortes. Ein jeder sehe daher zu, was er darauf baut. Wird diese Besinnung kommen? Diese Besinnung auf die Bedeutung und eigentliche Bestimmung des Gottestempels? Oder werden wir die Warnung überhören: "Euer Tempel ist heilig! Und wer diesen Tempel entweiht, den wird der Herr verderben." Im Griechischen ist für Entweihung ein Wort gebraucht, das gleichbedeutend ist mit Schändung einer Jungfrau. Dasselbe Wort braucht hier der Apostel für Entweihung des Gottestempels. Wenn ein fremder Geist sich der Braut Christi bemächtigt, dann tritt Schändung ein! Wenn ein fremder Geist Einfluss gewinnt und sich vermählen kann mit unserem Leben, das Christus geweiht ist, dann tritt die schwerste Entweihung ein. Eine solche Entweihung ist dann immer der Vorbote des Gerichts.

Lernt man das sehen, dann fleht man nicht nur für die eigene Gemeinde oder für den Kreis, in dem man selbst steht und dient, dann wird die ganze Kirche Christi zu einer priesterlichen Last auf unserer Seele. Dann lernt man beten: Reinige, Herr, deinen Tempel der Gegenwart! Löse deine Gemeinde von jeder falschen Verbindung! Denn welche Geister haben sich nicht gelegentlich derer bemächtigt, die allein unseres Gottes und unseres Herrn Jesu Christi sein sollen.
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1.Kor.3.16

Beitragvon Joschie » 21.10.2008 07:10

1.Kor.3.16


W.MacDonald »Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und solche seid i h r.« 1. Korinther 3,17



In diesem Vers bezieht sich der Tempel Gottes auf die örtliche Versammlung. Paulus spricht hier nicht zu einzelnen Christen, sondern zu den Gläubigen in ihrer Gesamtheit, wenn er sagt: »Der Tempel Gottes seid i h r (Mehrzahl).« Die Heiligen in Korinth bildeten einen Tempel Gottes.

Natürlich ist es ebenso wahr, daß die einzelnen Gläubigen ein Tempel des Heiligen Geistes sind. Der Apostel stellt das in 1. Korinther 6,19 heraus: »Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid?« Der Heilige Geist Gottes wohnt im Leib jedes Gotteskindes.

Aber in unserem Vers für heute steht die Versammlung im Vordergrund. Paulus sagt, daß jemand, der die Versammlung verdirbt, seinerseits von Gott verdorben wird. »Das Wort 'verderben' bedeutet hier, eine örtliche Gemeinde zu ruinieren, indem man sie von dem Zustand heiligen Lebens und reiner Lehre, in dem sie bleiben soll, wegführt, und es bedeutet Gottes vergeltende Vernichtung des Zerstörers, der sich dieser Sünde schuldig gemacht hat« (W.E. Vine).

Unser Vers enthält also eine ernste Warnung davor, an einer örtlichen Versammlung herumpfuschen zu wollen. Letztlich ist es eigentlich eine Form von Selbstzerstörung. Und doch sind Christen auf diesem Gebiet oft so unendlich zaghaft, gegen solche Leute vorzugehen. Ein Mann kann beispielsweise seinen Willen in der Versammlung nicht durchsetzen. Oder er verwickelt sich in einen persönlichen Streit mit einem anderen Bruder. Anstatt die Dinge auf schriftgemäße Weise in Ordnung zu bringen, sammelt er Leute, die sich auf seine Seite stellen, und bildet so eine Partei in der Gemeinde. Die Sache entwickelt sich vom Schlechten zum Schlimmeren und bald gibt es eine offene Trennung.

Oder vielleicht ist es eine fleischliche Schwester, die eine wahre Kampagne von Klatsch und übler Nachrede gegen jemand anders führt. Ihre verleumderische Zunge schlägt solange zu, bis die Gemeinde mit Bitterkeit und Streit erfüllt ist. Sie hört nicht auf, bis eine einst lebendige und wachsende Gemeinde zu einem Trümmerhaufen geworden ist. Doch solche Menschen spielen ein gefährliches Spiel. Sie kommen nicht ungeschoren davon. Der große Gott des Universums ist entschlossen, die zu verderben,welche die Versammlung verderben. Dies ist eine Warnung für alle die, die zu Parteigeist neigen
!
Zuletzt geändert von Joschie am 27.10.2008 17:27, insgesamt 1-mal geändert.
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1.Kor.3.19

Beitragvon Joschie » 27.10.2008 17:26

1.Kor.3.19


C.H.Spurgeon Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott. 1. Kor. 3, 19.

Nach der Meinung der Menschen ist das Reich Gottes etwa folgendermaßen beschaffen: Hoch oben dort, auf dem höchsten Gipfel, sitzt der allervornehmste Rabbiner, der hochwürdige Herr, der hochgeschätzte und ausgezeichnete Doktor der Theologie, der große Philosoph, der hochstudierte, der in allem bewanderte, der außerordentlich geistreiche Mann. Er sitzt auf dem Thron; er ist der höchste, weil er der weiseste ist. Und gerade unter ihm befindet sich eine andere Klasse: Leute, die auch hochgelehrt sind - nicht ganz so tüchtig, wie jener, aber doch auch ausnehmend weise - und sie blicken hinab auf die, welche am Fuß der Pyramide stehen und sprechen: "Das da unten ist das gemeine Volk, das nichts vom Gesetz weiß." Ein wenig tiefer, und wir kommen zu den verständigen und respektablen Denkern, - nicht solche, die sich zu Lehrern aufwerfen, sondern solche, die selten lernen wollen, weil sie ihrer Meinung nach selber schon alles wissen, was man lernen kann. Nach ihnen kommt eine noch größere Zahl von sehr ehrenwerten Leuten, die es in weltlicher Weisheit sehr weit gebracht haben, wenn sie auch nicht so hoch stehen, wie der Philosoph und der Rabbi. Noch niedriger finden wir die, welche das gewöhnliche Maß von Weisheit und Kenntnissen besitzen; und dann am Fuße des Gebäudes kommen die Dummen und das kleine Kind und endlich der Säugling. Wenn wir diese Rangordnung betrachten, so müssen wir sagen: Das ist die Weisheit dieser Welt.

Nun seht, wie Christus die ganze Welt umkehrt. Da steht sie, Er kehrt sie eben um: "Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen." "Nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen." "Hat nicht Gott erwählt die Armen auf dieser Welt, die am Glauben reich sind und Erben des Reichs, welches er verheißen hat?" Das heißt das ganze Gebäude der menschlichen Gesellschaft umkehren. Wenn ihr diese Umkehrung der Welt in ihrer Vollkommenheit sehen wollt, so schlagt das fünfte Kapitel im Evangelium nach Matthäus auf; da habt ihr eine vollständige Beschreibung der verkehrten Welt. Jesus Christus kehrte schon mit der allerersten Predigt, die er hielt, die Welt um.
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1.Kor.3.21

Beitragvon Joschie » 27.10.2008 17:49

1.Kor.3.21


W.MacDonald »Alles ist euer.« 1. Korinther 3,21-23

Die unheiligen Heiligen in Korinth hatten sich über menschliche Führerpersönlichkeiten in der Versammlung gestritten. Für einige war Paulus das Ideal. Andere machten Apollos zu ihrem Favoriten. Und wieder andere meinten, daß Kephas allen anderen überlegen wäre. Paulus macht ihnen klar, daß es lächerlich ist, ihre Wahl auf einen dieser Männer zu beschränken, wenn doch alle zusammen ihnen gehören. Anstatt »Apollos gehört mir« sollten sie lieber sagen: »Paulus, Apollos und Kephas gehören alle mir.«

Dieses Wort gilt uns besonders auch heute. Wir gehen in die Irre, wenn wir ausschließliche Nachfolger von Luther, Wesley, Booth, Darby oder einer anderen großen Gabe an die Versammlung werden. Alle diese Männer sind unser und wir dürfen uns in dem Maß des Lichtes erfreuen, das uns jeder von ihnen gibt. Wir sollten niemals Nachfolger irgendeines einzelnen Mannes werden.

Aber nicht nur die Diener des Herrn gehören uns. Die Welt ist unser. Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi. Eines Tages werden wir zurückkommen und mit dem Herrn Jesus über die Welt herrschen. In der Zwischenzeit wird alles hier von unbekehrten Menschen regiert, als ob die Welt ihnen gehörte. Aber es ist nicht so. Sie sind einfach Geschäftsführer dieser Welt, die sie für uns bis zu dem Tag verwalten, an dem wir sie in Besitz nehmen.

Das Leben ist unser. Das heißt nicht einfach, daß wir Leben haben; denn das haben alle Menschen. Es bedeutet vielmehr, daß wir das über die Maßen überströmende Leben haben, das ewige Leben, das Leben Christi Selbst. Unser Leben ist nicht Nichtigkeit und Verdruß des Geistes; es ist sinnvoll, zielgerichtet und wunderbar lohnend.

Und der Tod ist unser. Wir sind nicht mehr das ganze Leben hindurch durch Todesfurcht der Knechtschaft unterworfen. Der Tod ist jetzt der Bote Gottes, der unsere Seelen in den Himmel bringt. Darum ist Sterben Gewinn. Und zusätzlich zu all dem gehören wir Christus, und Christus gehört Gott. Wenn ich an all das denke, werde ich an Guy Kings eigenartige Bemerkung erinnert: »Was für schwerreiche Bettler sind wir doch!«
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1.Kor.3.23

Beitragvon Joschie » 28.10.2008 06:45

1.Kor.3.23


C.H.Spurgeon ,,Ihr aber seid Christi." 1 Kor. 3, 23.

Ihr aber seid Christi. Ihr seid sein eigen als Gabe, denn der Vater hat euch dem Sohn gegeben; sein eigen durch sein blutiges Lösegeld, denn Er hat den hohen Preis für eure Erlösung bezahlt; sein eigen durch euer Gelübde, denn ihr habt euch Ihm übergeben; sein eigen durch Verwandtschaft, denn ihr seid nach seinem Namen genannt und seid seine Brüder und Miterben geworden. So zeige denn, lieber Christ, durch die Tat, daß du der Knecht, der Freund, die Braut Jesu bist. Versucht dich die Sünde, so antworte: ,,Wie sollt' ich ein solch großes Übel tun; ich gehöre ja Christo an." Ein unsterbliches Gesetz verwehrt dem Freunde Christi die Sünde. Wenn euch reicher Gewinn zur Sünde verlocken will, so sagt, daß ihr Christi seid, und rührt nichts an. Drohen euch Verlegenheiten und Gefahren, dann seid standhaft und gedenket, daß ihr Christi seid. Seid ihr hingestellt, wo andre müßig sitzen und zusehen, so macht euch mit Aufbietung aller Kraft ans Werk; und rinnt euch der Schweiß von der Stirne und wollt ihr ermatten, so ruft: ,,Nein, ich will nicht ruhen, denn ich bin Christi. Wäre ich nicht mit Blut erkauft, so möchte ich vielleicht wie Isaschar mich zwischen den Grenzen lagern; aber ich bin Christi, und darf nicht ruhen." Wenn der Sirenengesang der Luft euch vom Pfade der Gerechtigkeit hinweglocken will, so sprecht: ,,Dein Reigen verführt mich nicht, denn ich bin Christi." Verleugne dein Bekenntnis nie. Deine Tat sei allezeit Christi würdig, deine Rede lieblich gewürzt, dein Wort und Wandel himmlisch, auf daß alle, die dich sehen, wissen, daß du dem Heilande angehörst und in dir seine Liebe und sein heiliges Gemüt wohnen. ,,Ich bin ein römischer Bürger!" das war vorzeiten ein unantastbarer Schutzbrief; wieviel mehr sollte dir dies Wort ein Schutzbrief und Vorrecht zu einem Wandel der Heiligung sein: ,,Ich bin Christi!" ,,Selig, Fröhlich Sind die Seelen, Die erwählen, Ohn' Bedenken Ihrem Jesu sich zu schenken."
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1.Kor.4.1

Beitragvon Joschie » 29.10.2008 07:59

1.Kor.4.1


J.Kroeker Vom Geheimnis seiner Gemeinde.

"Also soll man uns betrachten: als Christi Diener und Haushalter göttlicher Geheimnisse." 1.Kor. 4,1.



Die Kirche Christi ist auch die Verwalterin der Geheimnisse Gottes. Sie hat als Gottes Prophetin dessen Offenbarungen zu dolmetschen und als Apostel Jesu Christi die Kreuzes- und Auferstehungsbotschaft zu künden. Denn Prophet Gottes zu sein bedeutete einst ein Dolmetscher der Offenbarung, das Gewissen der Welt und ein Künder des ewig Neuen zu sein, das Gott zu wirken vermag. Schwieg erst der Prophet, dann redeten in der Regel die Gerichte der Welt. Dolmetschte erst kein Prophet mehr einem Nebukadnezar seine Träume, dann suchte er vergeblich Philosophen und Staatsmänner, die ihm den wahren Sinn des Lebens, die Verantwortung für seine Handlungen, den Gang der Geschichte und die Herrschaft des Höchsten zu deuten vermochten. Und hat die Kirche in unsern Tagen erst der Welt nichts mehr zu sagen, dann hat die Welt ihr etwas zu sagen. Hört die Welt mit ihren Sünden und Gerichten, mit ihrem Materialismus und Untergang, mit ihrer Schauspielerei und Verzweiflung, mit ihrer Sehnsucht und Enttäuschung auf, das Missionsfeld der Kirche zu sein, dann wird die Kirche zum Missionsfeld für die Propheten der Welt. Schweigt erst auf unsern Kanzeln und Kathedern, in unserem Volks- und Staatsleben die Gottesstimme, dann hören wir überall nur noch die Stimme des Menschen. Niemals wies aber des Menschen Stimme über den Menschen und dessen Zersetzung und Untergang hinaus.

Was wir, was unser Volk, was die Völker brauchen, ist daher Licht vom göttlichen Licht, eine Orientierung vom Standpunkt der Ewigkeit aus, einen Aufbau, der sich aus der inneren Erneuerung des Geistes und des Lebens ergibt, eine Hoffnung, deren Sehnsucht auf den Anbruch der Königsherrschaft Jesu Christi geht.

Denn alles Heil für unsere gefallene Schöpfung und Menschheit kann nur von Christus ausgehen. Was zu Gott führen soll, muss von Gott herkommen. Daher muss die Kirche in ihrem Dienste auch Apostel sein. Als solcher hat sie jene Kreuzesbotschaft zu bezeugen, in der die Welt das Gericht ihres von Gott gelösten Lebens erkennt, und jene Auferstehungsbotschaft zu bringen, durch die derselben der Anbruch eines neuen, von Gott gerechtfertigten Lebens angeboten wird. Ihr Leben ohne Gott, das sich durch das Kreuz gerichtet sieht, soll durch die neuschaffende Kraft des Geistes zu jenen neuen Menschen erweckt werden, dessen Kraftquellen hinfort in Dem ruhen, der als der Auferstandene der Anbruch einer neuen Schöpfung geworden ist.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.4.2

Beitragvon Joschie » 30.10.2008 08:48

1.Kor.4.2


S.Keller 1. Kor. 4, 2: «Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden.»


Untreue löscht alle andern guten Eigenschaften eines Mannes aus, der einen Vertrauensposten bekleidet. Er kann sich mit keinem Lob über andere Leistungen oder Erfolge gegen den Blick der Vernichtung wappnen, womit sein Herr am Tage des Gerichts den Überführten straft: "Untreue!" Wenn man im geistlichen Dienst seine Ehre, seinen Vorteil, seine Anerkennung, seine Bequemlichkeit sucht und nicht das Interesse seines Herrn, wird man untreu erfunden. Die Gefahr, sich über diesen Punkt selbst zu täuschen, ist bei den Eifrigsten und Erfolgreichsten am größten. Da mischen sich in die gesteigerte Tätigkeit so leicht falsche Triebe. Menschen, die einen loben und beräuchern, verwirren das klare Selbstgericht, und allmählich wird man ein Opfer aller dieser falschen Vorstellungen. An andern sehen wir bisweilen, wie ihre Vielseitigkeit sie verdirbt; über uns selbst können wir im gleichen Augenblick ganz verblendet bleiben. Da ist es noch ein Segen, wenn vielleicht ein feindlicher Tadel, der uns zuerst nur verletzt, uns die Augen öffnet und wir den Abgrund erkennen, an dem wir wandeln. Nur nicht im unklaren, wem unsere Treue gehört.

Herr Jesu, es steht zu viel auf dem Spiel für meine arme Seele und meine Arbeit. Erbarme dich meiner und hilf mir nach deiner Barmherzigkeit. Strafe meine Untreue jetzt und vergib mir. Mach du mich treu. Amen
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1.Kor.4.3.

Beitragvon Joschie » 31.10.2008 05:24

1.Kor.4.3

S.Keller 1. Kor. 4, 3: «Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht.»

Das hat mancher dem großen Apostel nachgesprochen, der weniger Grund dazu gehabt hat als er. Denn es gehört doch ein tadelloses Gewissen und ein unbeflecktes Herz dazu, seinen menschlich-befangenen, engherzigen Richtern mit einem solchen Wort entgegentreten zu können. Paulus lehnt sie alle im voraus ab. Aber daß er sich auch selbst nicht richten wolle, könnte befremdlich klingen, wenn man nicht aus dem folgenden Verse den Grund erfahre. Weil der Herr allein richtig seines Knechts Arbeit beurteilt und gerecht rechten wird, hat es nach beiden Seiten keinen besonderen Sinn, wenn Paulus von seinem eigenen Gericht viel abhängig machen wollte. Beurteilt er sich zu gut, dann könnte diese Selbsttäuschung ihm schaden - fällt seine Zensur in kleinmütiger Stunde zu schlecht aus, könnte er alle Lust zur Weiterarbeit verlieren. Gott ist größer als unser Herz. Wollen wir stets im Blick auf sein genaues, aber gerechtes Urteil leben und arbeiten, dann wird der Weg lichter und leichter. Für die Fehler und Schwachheiten, die uns unterlaufen, gibt es bei demselben Richter nur eine wundersame Vergebung, wenn er die Aufrichtigkeit des Herzens vorfindet. Laßt uns nicht nach Menschen uns richten, sondern nur auf Jesum schauen.

Herr Jesus, du bist uns zum Richter und zum Retter bestellt. In deinen Händen wollen wir bleiben. Mach du es mit uns nach deiner Güte und Treue. Verlaß uns jetzt nicht in der Arbeit, damit wir dich nicht zu scheuen brauchen am Tage des Gerichts. Amen
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1.Kor.4.4

Beitragvon Joschie » 01.11.2008 08:42

1.Kor.4.4



Ch.Spurgeon "Der Herr ist es, der mich beurteilt." 1. Korinther 4,4

Ein junger Mann, der seinen Beruf beginnt, wird leicht übermütig, wenn man ihn ein bißchen lobt. Und es gibt unverständige Leute genug, die jeden hoffnungsvollen Anfänger mit Lob überschütten. Mein lieber Freund, der Beifall derer, die dich ins Gesicht loben, ist nicht viel wert. Diese Menschen sind meist töricht und überdies falsch. Sie verhalten sich wie Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen. Wenn mir einer recht schöne Worte ins Gesicht sagt, weiß ich, daß ich mich vor ihm in acht nehmen muß. Hüte dich vor dem Netz des Schmeichlers und der Lockspeise des Schönredners. Das Urteil der Menschen ist wandelbar und im besten Fall aus Gutem und Bösem gemischt, so daß wirklich nicht viel darauf gegeben werden kann. Wenn uns die eine Hälfte der Menschen rühmt und die andere uns schmäht, wägt eins das andere auf.

Ein bekannter Prediger hörte auf der Straße hinter sich jemand sagen: "Wenn es überhaupt einen guten Menschen auf der Welt gibt, so geht hier einer." Das war sehr schmeichelhaft; aber als er in die nächste Straße kam, hörte er von einem Umstehenden die Worte: "Wenn überhaupt jemand verdient, daß man ihn hängt, so verdient es der da; er macht die Leute toll mit seinen Predigten."

Wenn man dir in der Stube schmeichelt, so höre, was man in der nächsten über dich sagt: Das wird deinen Übermut dämpfen. Es ist gut, daß übermäßiges Lob auf der einen Seite oft durch übermäßigen Tadel auf der anderen aufgewogen wird, denn Lob verweichlicht uns. Da wir nun sicher manchmal gescholten und verlästert werden, ist es viel besser, wir haben eine dicke Haut. Das Lob macht unsere Haut empfindlich; es beraubt uns des Panzers, den wir um unsere Seele legen sollten.

Um die Achtung der Menschen zu buhlen ist das sicherste Mittel, sie zu verlieren. Wir wollen lieber daran denken, wie unendlich wichtig das Urteil Gottes über uns ist, und so leben, daß er uns loben kann. Dann werden wir nicht mit knechtischer Unterwürfigkeit nach Menschengunst streben.
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