Pro- und Contra-Artikel in "Gemeindegründung"

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Vito
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Pro- und Contra-Artikel in "Gemeindegründung"

Beitragvon Vito » 29.08.2006 08:42

Guten Morgen Ihr Lieben!

Gestern habe ich im Bus zur Arbeit die Pro- und Contra-Artikel über den "Calvinismus" und den Buchausschnitt aus dem neuen Buch von James McCarthy gelesen. Wenn einer von Euch die Artikel gelesen hat, was denkt Ihr darüber? Könnt Ihr Wilfried Plock folgen mit der Auffassung, Pro und Contra seien ausgewogen und durch das McCarthy-Kapitel "abgerundet"?

Bis demnächst,
Vito

P.S.: Sorry für diejenigen, die "Gemeindegründung" nicht beziehen. Ich könnte ggf., wenn das legal ist, das Ding einscannen und bei Bedarf zuschicken.

P.S. für Hans-Werner: Wäre es nicht langsam an der Zeit, ein Buch von James R. White zum Thema "Calvinismus" zu übersetzen, das sich mit den Argumenten gegen das Evangelium der Gnade auseinandersetzt, am besten "Debating Calvinism", das er zusammen mit Dave Hunt geschrieben hat.

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User1211
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Beitragvon User1211 » 29.08.2006 16:44

Hallo Vito,

die Mühe mit dem Scannen kannst du dir sparen. Man kann das Heft als PDF HIER downloaden (ganz legal von der Homepage der KfG).
Lieben Gruß
Thorsten

Vito
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Besten Dank!!!

Beitragvon Vito » 29.08.2006 21:32

Hey Thorsten, vielen Dank, ich habe extra auf der KFG-Website geschaut und nichts gefunden. Danke, dass Du mir geholfen hast.
Wenn Du willst, kannst Du mir mal ne PN schicken; denn es würde mich schon mal interessieren von wo auf dem Westerwald Du kommst.
Hui Wäller,
Vito

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 30.08.2006 00:04

Ich muss sagen, dass ich ziemlich erschrocken war, als ich die neue "Gemeindegründung" bekam. Zunächst, weil wieder einmmal mit dem ach so schlimmen Begriff "Calvinismus" polarisiert wird, als sei Glaube an die souveräne Gnadenwahl deckungsgleich mit dem gesamten theologischen Systems Calvins und seiner Nachfolger.

Dann vertiefte sich der Schreck, weil mit Peter Streitenberger jemandem der Contra-Calvinismus-Part zugeteilt wurde, der vor allem für seinen inflationären öffentlichen (bibelkreis.ch) Gebrauch von Begriffen wie "Irrlehrer" und Schimpfwörtern bekannt ist und sogar Wilfried Plock u.a. damit öffentlich geschmückt hat. Zudem ist Streitenberger jemand, der anscheinend nicht gerade ein friedliches Miteinander sucht, sondern es offenbar auf Aggression und Spaltung angelegt hat. Für ihn sind ja diejenigen, die an die Erwählung glauben, gar nicht gläubig, sondern haben einen "Monstergott", den er verspottet.

Ein Blick auf die Relationen der Artikel hat meine Bestürzung vertieft: Spurgeons Artikel ist nicht nur kurz, sondern enthält kaum biblische Argumentation, ähnelt eher einem Kalenderblättchen. Streitenberger hingen zückt sein ganzes Sammelsurium vermeintlicher biblischer Schwerthiebe in einem etwa doppelt so langem Artikel. Die Zusammenstellung dieser beiden Artikel liefert m.E. ein unfaires, unausgewogenes Bild. Als ob es nicht bessere Ausarbeitungen zum Thema Erwählung gäbe. Für mich macht das den Eindruck, als solle dem Calvinismus hier ein Armutszeugnis ausgestellt werden.

Ich finde es auch unglücklich, im Vorwort Spurgeon im Gegensatz zu einem "besonders guten Griechischkenner" zu stellen. War Spurgeon etwa kein hochkarätiger Griechischexperte?

In dem Auszug aus dem Roman Fiat Lux von McCarthy kann ich nichts zwischen den Positionen Vermittelndes finden (liegt aber vielleicht an mir), enthält eher ein Übergewicht an anti-calvinistischer Propaganda, ganz zu schweigen von den nicht gerade nachahmenswerten Praktikten: Gott "spielen" inklusive Umarmungen zwischen Studentinnen und "Christus".

Auch das Titelbild halte ich für suggestiv tendentiös: Der Rettungsring ist das arminianische Modell, wo es letztlich an dem Ertrinkenden liegt, ob er zugreift oder nicht (was, wenn er bereits bewusslos ist?). Wie großartig, dass Gott uns nicht nur einen Rettungsring hinwirft nach dem Motto "friss oder stirb", sondern seinen Sohn gegeben hat, der mit höchstem aktiven Einsatz und absolut sicherem Erfolg rettet!

Ich habe meine Zweifel, ob solche "Beiträge zu Gemeindegründung und Gemeindeaufbau" dem Volk Gottes in erbaulicher Weise dienen.

Wenn schon verschiedene Positionen nebeneinander gestellt werden, würde ich gern mal das Thema "Dispensationalismus - pro und kontra" vorschlagen. Aber der Dispensationalismus darf wahrscheinlich überhaupt nicht in Frage gestellt werden, nicht einmal in unausgewogener Weise.

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
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Ron
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Beitragvon Ron » 30.08.2006 11:10

Kurze Rezension zum Artikel von Streitenberger zum Calvinismus in der KfG Zeitschrift „Gemeindegründung“.

Eine Ausführliche Darlegung der biblischen Erwählungslehre findet sich in SENK, RONALD. 2006. „Das Israel Gottes“. RVB: Hamburg (unter cbuch.de zu beziehen).

Ich bin kein Calvinist, nur weil ich Erwählungslehre vertrete. Vieles aus der Lehre Calvins verwerfe ich (z.B. Kindertaufe, Scheidung von Wort und Geist u.a.).

"Bei seinem „Plädoyer für den Calvinismus“ handelt es sich zwar nicht um einen theologischen Lehraufsatz, sondern um einen Auszug aus seiner Autobiographie. Nichtsdestotrotz legt er seine Argumente für den Calvinismus überzeugend dar. Die Gegenposition vertritt Streitenberger, der besonders gute Griechisch-Kenntnisse besitzt."

Diese Aussage von Plock ist lächerlich und peinlich zugleich. Wird hier doch zugegeben, dass die calvinistische Sichtweise durch einen nicht-exegetisch und zudem (exegetisch) unaktuellen Auszug aus einer Biographie von Spurgeon entnommen wurde, der zudem um einiges kürzer ist, wie die Abhandlung von Streitenberger. Am Anfang des Artikels wird sogar betont, dass Streitenbergers Ausführungen um 1/3 gekürzt wurden. Plocks Aussage, dass der calvinistische Standpunkt dennoch „überzeugend dargelegt“ werde, ist ein Hohn. Als wenn es keine bessere, ausführlichere, aktuellere oder exegetische Verteidigung der Erwählungslehre gebe.
Peinlich ist die Aussage, dass Streitenberger „besonders gute Griechischkenntnisse“ besitze. Denn zum einen muss man wissen, dass Spurgeon ein Meister der griechischen Philologie war. Hier wird es so dargestellt, als wenn nur Streitenberger seine Ansicht mit Argumenten aus dem Grundtext begründen könne. Zum anderen ist es peinlich, weil die Ausführungen von Streitenberger das Gegenteil beweisen (siehe unten).
Persönlich würde es mich noch interessieren, ob die Erwähnung der Griechischkenntnisse ein von Plock oder Streitenberger ausging.

Werner hat ja schon einige Kritikpunkte angebracht, so dass ich mich auf die exegetischen, hermeneutischen, philologischen und theologischen Aussagen beschränke.

Er reißt AT-Stellen aus ihrem Kontext und wendet diese ohne weiteres auf die neutestamentliche Soteriologie an (siehe Bsp. Auf S. 15f.17.21 u.a.). Lk.13,34 (S.17) z.B. redet vom AT, wo Israel bereits das auserwähltes Volk Gottes war und die Propheten diese zur Rückkehr und Gehorsam des Gesetzes aufriefen. So missversteht er auch andere Argumente wie zB Hes.33 auf S.21, wo auch das AT-Gottesvolk gemeint ist und nicht die allgemeine Menschheit.
Auch seine angeblichen Argumente aus dem NT reißt er aus dem Zusammenhang und zitiert biblische Aussagen einseitig-gekürzt. Dazu gehört auch die Stellen-Auflistung auf Seite 15, welche klar soteriologische Begriffe beinhaltet. Sie ist zudem nicht vollständig (es gibt noch weit mehr biblische Aussagen zur Erwählungslehre).

Auf S.18 nennt er Argument aus Joh.17 und meint mit 2.Petr.2 dies widerlegen zu wollen. Aber warum bringt er dann keine Exegese von Joh.17? Stattdessen versucht er anhand mit 2.Petr.2 seine falsche Interpretation von Joh.17 zu „begründen“. Dabei übersieht er die Tatsache, dass es hier um falsche Propheten geht (die sich selber als „Christen „ bzw. „erkaufte“ bezeichneten – deswegen „FALSCHE Propheten“!) und im weiteren Verlauf von 2.Petr.2 weiter deutlich wird, dass hier sicher keine echten Christen gemeint sind (vgl. auch 1.Joh.2,19).

Apg.13,48 (S. 14) spricht nicht vom „Vorherwissen“, sondern von bestimmen! Die griech. Konstruktion macht deutlich, dass nicht der Glaube die Bestimmung „veranlasste“, sondern die Bestimmung den Glauben vgl. Apg.2,41.47 („tat hinzu, die gerettet werden sollten“). Sein ständiges Reden davon, dass die Erwählung auf den Glauben folge, ist nicht nur philologisch, sondern auch theologisch absurd. Denn Gott hat vor Grundlegung der Welt seine Gemeinde erwählt (Eph.1,3f).
Zitat :
„Die Heilige Schrift bezieht Auserwählung und Vorherbestimmung auf wiedergeborene Gläubige und Gottes Pläne und Ziel mit ihnen. Bedingung dazu ist der persönliche Glaube an Jesus Christus, d.h. jedoch nicht, dass Gläubige sich selbst auserwählen und vorherbestimmen, da der Akteur Gott allein ist.“
Streitenberger mag diese Konsequnez seiner Ansicht hier unbegründet ablehnen, aber dennoch bedeutet genau dies seine Ansicht!

Röm.8,29 (S. 14): „erkannt“ bedeutet in Bibel mehr als nur „wissen“, sondern eine innige Beziehung (z.B. wird auch der Vollzug der Ehe damit beschrieben „er erkannte seine Frau“). Zudem wird dort im weiteren Verlauf von 8,29ff deutlich gesagt, dass er die „erkannten“ auch erwählt bzw. vorherbestimmt hat.

Joh.6,64: er nennt aber nicht 6,65 – den Vers direkt nach der von Streitenberger genannten Aussage Jesu. Denn dort begründet Jesus, warum er weiß, wer glauben würde und wer nicht: weil nur der zu ihm kommen kann, den der Vater zieht (vgl. 6,44). Zudem sagt Jesus in 6,69f, dass Jesus seine Apostel erwählt hat und direkt im Zusammenhang dann ausspricht, dass davon einer ein Teufel ist. Zudem wird in Joh.13,18 und Apg.1,16f deutlich, dass der Verrat des Judas vorherbestimmt war („Dienst“ meint Dienst des Verrates und nicht des Apostelamtes! Vgl. auch 4,27f) (S.15f)

2.Petr.3,9 (S.16) Er übersieht, dass das Pronomen „euch“ sich auf die erwählte Gemeinde (vgl. 1.Petr.1,1f; 2.1-8 u.a.) bezieht.

Tit.2,11; 1.Tim.2,4; Joh.3,16; 1.Joh.2,2 (S.16): Die Begriffe „Welt, Nationen, alle“ bezeihen sich vom Kontext auf Kategorien von Menschen im Sinne von Gal.3,28 (Gott erwählt sein Volk aus allen Völkern, Ständen und Geschlechtern). Wer hier „alle“ oder „jeden“ uneingeschränkt für alle Menschen versteht, muss die Allversöhnung lehren, da hier eben nicht steht „für alle angeboten“, sondern „gegeben“. Er nennt (S.18) z.B. auch Rö.5,15ff aber zitiert nicht V.17, wo deutlich gesagt wird, dass mit den geretteten „allen“ nur die gemeint sind, die die Gnade und das ewige Leben EMPFANGEN!

Lk.7,30 (S.17): Die griech. Grammatik macht deutlich, dass nicht der Ratschluss Gottes „unwirksam“ gemacht wurde, sondern sie lediglich im Unglauben verharrten und den Plan Gottes (Heils-Ratschluss) mit Jesus als Messias nicht anerkannten. Es ist lediglich eine Beschreibung für Unglaube, nicht für die Auflösung des Ratschlusses Gottes!

Röm.9 (S.18): Er übersieht die Tatsache, dass Pharao verstockt wurde, bevor er geboren war (Röm.9,14-18). 2.Mo. 4 macht zudem klar, dass Verstockung Gottes zuerst genannt wird – darauf folgt dann die Aussage, dass sich Pharao verstockte!

Unglaube, „nicht annehmen“ und Widerstreben sind Beschreibungen des geistlich toten Menschen. Auch die Aufrufe zum Glauben implizieren keine Freien Willen, da Gott das Wort und die Predigt als Mittel wählte, seine Erwählten zu retten und im Glauben zu erhalten (Röm.1,16; 10,17; 1.Kor.1,21; 1.Petr.1,23f u.a.). Als Jesus den toten Lazerus aus dem Grab rief, entschied dieser sich nicht selber wieder lebendig zu werden. Genauso ist das mit den geistlich toten Menschen (Eph.2,1ff). Der Ruf Gottes impliziert nicht, dass der Mensch einen freien Willen hat, sondern nur, dass Gott durch das Wort Leben schafft (wie bei der Schöpfung und Erhalt der Schöpfung) – denn seine Worte sind Geist und Leben (Joh.6,63).
Damit ist auch seine falsche Darstellung der calvinistischen Erwählungslehre widerlegt, über der er auf Seite 13f behauptet hat:
Jeglicher menschlicher Wille, Verantwortung, Glaube oder Gehorsam sind nicht erforderlich und werden sogar ausdrücklich ausgeschlossen.
Schon das Zitat von Calvin danach macht deutlich, dass diese Aussage über calvin bzw. die Erwählungslehre falsch ist. Natürlich muss auch der Erwählte das Wort hören und gehorsam glauben. Dies aber wird ihm von Gott geschenkt.

Er sagt auf Seite 19:
"Da nirgends eine Aufforderung Gottes zum Hass gegen die Feinde gefunden wird, sehen wir hier einen ähnlich fehlerhaften Umkehrschluss wie im Calvinismus"

Wenn er dies grundsätzlich bzw. gesamtbiblisch meint, hat er ein Problem (vgl. Jos.11,20; Ps.139,21ff uva, worauf Mt.5,43 anzuspielen scheint; vgl. aber auch Lk.14,26).

Er sagt auf Seite 14:
„Die Schrift lässt an keiner Stelle erkennen, dass es irgendeinen Menschen gibt, der nicht glauben kann,weil Gott ihm die notwendige Voraussetzung versagt hätte“

Die Schrift sagt was anderes: AT: Spr.16,4; Jos.11,20 u.a.; NT: Joh.10,26; 12,37ff; Röm.9,14-24; 1.Petr.2,7f; Jud.4 uva.

Der Gott Streitenbergers muss ein anderer sein als der, welcher sich in der Bibel offenbart. Denn seine Thesen sind allesamt nicht mit der Bibel zu begründen. Die Folgen davon sind vielfältig. Zum einen wird Gott die Ehre genommen und der Mensch humanistisch-erhaben hingestellt. Der so denkende Evangelikale meint, Gott hier verteidigen zu müssen, da er von der falschen Annahme ausgeht, Gott würde in der Erwählungslehre als ungerechter und gefühlloser Despot charakterisiert werden. Doch Paulus macht klar, dass Gott deswegen nicht ungerecht ist, weil er niemanden Rechenschaft schuldet – er kann tun und machen was er will, weil er (und nicht der Mensch!) Liebe/Barmherzigkeit und Gerechtigkeit definiert und auch bestimmt, wer sie erhält und wer nicht (Röm.9,10-18). Wer die Erwählungstatsache hinterfragt, maßt es sich an, Gott selber und sein Handeln in Frage zu stellen (Röm.9,19ff). Man erkennt nicht, dass die Lehre vom „freien Willen“ die eigentliche Blasphemie ist. Denn zum einen wird hier Gottes Wort und Ehre missachtet, da er ganz klar seine absolute Souveränität in der Schrift offenbart hat. Der Mensch will autonom sein. Er erkennt nicht, dass es keinen „freien Willen“ gibt, da der Mensch von Geburt an ein unter dämonischen Mächten gefangener und geistlich toter Sünder ist. Es wird so hingestellt, als wenn Gott einen toten und von Satan gefangenen Menschen sich und seiner angeblichen „Entscheidung“ überlässt. Dies wäre so, als wenn man einen toten und gefesselten Menschen dazu auffordert, sich selber zu befreien. Zudem hat er die Mission faulen und fehlerhaften Menschen anvertraut, obwohl es hier doch um das ewige Schicksal der Menschen geht! Wie kann der so denkende Evangelikale bei einer solchen Ansicht überhaupt von Gottes „Retterliebe“ sprechen? Hier passt doch irgendetwas nicht! Was ist das für ein Gottesbild, wenn man auf der einen Seite fälschlicherweise behauptet, dass Gott ausnahmslos alle Menschen retten will, aber jeden Tag Millionen ungerettet sterben!? Gott wird als jemand hingestellt, der unfähig ist, seinen Willen und seine Liebe durchzusetzen bzw. auszuführen. Wenn Gott – wie viele Evangelikale meinen – dem Menschen den „freien Willen“ gab und dadurch bewusst in kauf nahm, dass viele dann verloren gehen, dann kann die Aussage „Gott will jeden Menschen retten“ nicht stimmen. Es sei denn man sagt, Gottes Plan und Wille habe versagt.
Die Ablehnung der erwählenden Gnade Gottes ist auch eine Form von Werkgerechtigkeit, gegen die die Heilige Schrift klare und harte Worte findet. Ein solcher Evangelikaler kann sich eigentlich nie seines Heils sicher sein, weil er nicht auf Christus, sondern auf sich selber schaut (dies ist ihm oft aber nicht bewusst, weil er seine Werke tatsächlich oft für ausreichend hält!). Damit macht er sich selbst für die Erlangung und der Erhalt des Heils verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit wird von den Evangelikalen unterschiedlich gefüllt. Einige lesen die Errettung an Äußerlichkeiten ab, andere an ihrem missionarischen Eifer usw..
Dann gibt es noch inkonsequente Kompromisslösungen, in denen die Erwählung zwar abgelehnt, aber die Heilssicherheit vertreten wird. Aber wie kann er auf der einen Seite eine angeblich von Gott gewollte „Freiwilligkeit des Menschen“ gegenüber der Erwählungslehre verteidigen, obwohl er durch die (biblische!) Lehre der „ewigen Heilssicherheit (Unverlierbarkeit des Heils)“ diese geforderte „Freiwilligkeit“ selber verwirft?

Ronald Senk

C.K.
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Beitragvon C.K. » 30.08.2006 13:38

Herzlichen Dank an Hans Werner und Ronald für ihre Stellungnahmen, ich schliesse mich an.

Ich war ziemlich enttäuscht und verärgert, als ich das Heft las. Das hat mit objektiver und neutraler Berichterstattung nun wirklich nichts zu tun!
SOLI DEO GLORIA!

Gast

Beitragvon Gast » 30.08.2006 14:01

C.K. hat geschrieben:Herzlichen Dank an Hans Werner und Ronald für ihre Stellungnahmen, ich schliesse mich an.

Ich war ziemlich enttäuscht und verärgert, als ich das Heft las. Das hat mit objektiver und neutraler Berichterstattung nun wirklich nichts zu tun!
Hallo,
wenn ich Herrn Plock recht verstehe, ist es ihm um die Darstellung unterschiedlicher Sichtweisen zu tun, um Anregung zum Prüfen an der Schrift, "ob es sich so verhielte" und als Ermutigung zum tieferen Studium. Objektivität und Neutralität sind darüberhinaus auch in diesem forum nicht zu finden. Jeder sieht durch seine Brille. Überhaupt: man wende sich an den Herausgeber- oder diskutiere mit Herrn Streitenberger. Der wird sich die Butter allerdings schwerlich vom Brot nehmen lassen. Herrn Plock hier zu zerpflücken wirft ein kritisches Licht auf manchen Charakter.
M.

Ron
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Beitragvon Ron » 30.08.2006 14:11

Hallo Mephib.(?!),

wenn es Herrn Plock um eine ausgewogene und neutrale Darstellung und Prüfung ginge, hätte er dies so einseitig und abstrus nicht abdrucken dürfen. Zudem muss man immer seinem Anspruch gerecht werden. Soweit ich weiß hat dieses Forum keinen Anspruch, neutral oder ausgewogen zu sein, sondern biblische Lehre zu vermitteln. Und wenn ein Herr Plock - oder sonst wer - solche Dinge von sich gibt, dann muss das benannt werden. Mit "Charakterschwäche" hat dies nichts zu tun. Sie reden ja so, als wenn jeder, der Herrn Plocks Aussagen oder Veröffentlichungen hinterfragt, einen schlechten oder "ungeistlichen" Charakter hat.

Ron

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Beitragvon User1211 » 30.08.2006 14:29

Ron hat geschrieben:Und wenn ein Herr Plock - oder sonst wer - solche Dinge von sich gibt, dann muss das benannt werden. Mit "Charakterschwäche" hat dies nichts zu tun. Sie reden ja so, als wenn jeder, der Herrn Plocks Aussagen oder Veröffentlichungen hinterfragt, einen schlechten oder "ungeistlichen" Charakter hat.
Hallo Ron,

ich möchte mich den Vorbehalten anschließen. Soweit ich weiß ist W. Plock in diesem Forum kein User. Wenn jetzt nicht irgendwer von hier ihm einen Hinweis auf die derzeitig in diesem Thread stattfindenden Diskussion gibt, hat er keinerlei Möglichkeit sich dazu zu äußern.

Von daher kann ich verstehen, wenn man dazu auffordert nicht öffentlich eine Diskussion über jemandem sondern "unter vier Augen" mit jemandem zu führen.

Ich kann dir versichern, dass es mir hier nicht um W. Plock oder die KfG geht, ich sehe das grundsäztlich so und tue das auch immer nach außen kund (was ich an anderer Stelle in der Vergangenheit auch schon getan habe). Ich fände es biblischer sich direkt mit W. Plock auszutauschen als hier über ihn.
Lieben Gruß
Thorsten

Gast

Beitragvon Gast » 30.08.2006 14:41

Hallo Thorsten,
vielen Dank für Deine Ergänzung.

Ron hat geschrieben:Hallo Mephib.(?!),

Soweit ich weiß hat dieses Forum keinen Anspruch, neutral oder ausgewogen zu sein, sondern biblische Lehre zu vermitteln.

Ron
Dieses Forum soll biblische Lehre vermitteln? Na, dann schau doch mal in die Diskussion der letzten Tage weiter oben.
:shock:

C.K.
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Beitragvon C.K. » 30.08.2006 15:17

Mephiboscheth hat geschrieben: Dieses Forum soll biblische Lehre vermitteln? Na, dann schau doch mal in die Diskussion der letzten Tage weiter oben.
:shock:
Der Moderator hat dort ja jetzt eingegriffen :wink:

Kehren wir zurück zu den Artikeln, die in der KfG-Zeitschrift abgedruckt waren und nehmen wir diese unter die Lupe.
SOLI DEO GLORIA!

Ron
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Beitragvon Ron » 30.08.2006 15:21

Hallo Moderator Thorsten,

wenn man niemals über ÖFFENTLICHE Aussagen und Veröffentlichungen etwas sagen darf, dann darf man zu nichts und niemand etwas schreiben - eagl ob Charismatiker, Irrlehrer oder vorbildlicher CHrist. Dies ist sicher nicht Sinn der Sache, da hier ständig Strömungen oder Literatur besprochen wird, ohne das der Autor davon weiß geschweigedenn bei bifo mitmacht. W. Plock oder Streitenberger haben etwas veröffentlicht - und hier wird darüber gesprochen und dies beurteilt. Dies ist eine ganz normale Vorgehensweise. Wenn jemand eine Rezension zu meinem Buch schreibt, dann kann ich nicht erwarten, dass ich darauf in derselben Zeitschrift eine Antwort geben kann. Trotzdem ist es das gute Recht der zeitschrift, einen (kritische) Rezension zu schreiben bzw. zu veröffentlichen. Mit "Charatker" etc. hat dies nichts zu tun. Entweder widerlegt man unsere Kritik anhand der Schrift, oder lässt es bleiben. Einfach zu behaupten, man dürfe keine veröffentliche Literatur rezensieren ist wohl ein Scherz - besonders in einem Diskussionsforum. Als bifo-Moderator sollte man dies wissen.

Ron

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Beitragvon User1211 » 30.08.2006 16:35

Lieber Ron,

es steht zwar noch immer dort geschrieben, aber ich bin keineswegs mehr Moderator dieses Forums (Werner, da fehlt noch immer die Änderung des Status).

Mir geht es nicht darum, dass wir nicht über die Artikel schreiben, sondern darum, wie mit Wilfried hier umgegangen wird. Ihm werden Motive, Absichten und was sonst noch unterstellt, ohne ihn danach zu fragen. Auf mindestens drei Homepages im WWW besteht die Möglichkeit mit ihm per e-mail Kontakt aufzunehmen. Warum nicht Fragen?

Das man über Umfang der Artikel und Aussagen, die darin gemacht werden, schreibt finde ich nicht abwegig.

Damit verabschiede ich mich aus diesem Thema.
Lieben Gruß
Thorsten

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Beitragvon H.W.Deppe » 30.08.2006 20:42

User1211 hat geschrieben: wie mit Wilfried hier umgegangen wird. Ihm werden Motive, Absichten und was sonst noch unterstellt
Unterstellungen sind hier natürlich unerwünscht. Es wäre aber hilfreich zu wissen, wo genau hier Unterstellungen geäußert wurden, denn ich kann keine finden. Ich habe lediglich von meinem persönlichen "Eindruck" gesprochen, und es ist etwas ganz anderes, ob man etwas als Eindruck oder als Tatsache darstellt. Natürlich unterstelle ich keineswegs, dass Wilfried Plock dem Calvinismus *absichtlich* ein Armutszeugnis ausstellen wollte, ganz sicher wollte er das nicht. Aber leider ist doch so etwas dabei herausgekommen.

Gruß, Werner
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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2006 09:03

Sorry Hans-Werner,
der "Calvinismus" soll in der Zeitschrift unterlegen dargestellt werden? Das habe ich aber gaaanz anders empfunden. Allein schon der Name "Spurgeon" wiegt weit mehr als der des Herrn Streitenberger, den ich bislang als einen Vertreter der Menschheit empfunden habe, der seinem Namen alle Ehre macht ( wir wissen, von welchem forum wir reden). Wer könnte die Brillianz der Worte des Erstgenannten schmälern? Die Argumente seien mal dahingestellt- ich bin überzeugt, daß ernsthafte Christen genau das tun sollten, was die Studenten in "fiat lux" tun sollen: direkt die Bibel befragen, darüber beten, bevor man sich mit den Lehrgebäuden von Calvin, Luther, Beza, Turretin, Arminius, Hunt oder wem-weiß-ich-noch beschäftigt. Wie gesagt: es lugt doch ein jeder durch seine Brille. Und ich bin gewiß, daß Herr Plock genau das will: Appetit machen, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, zu forschen. Es wäre doch eine Geringschätzung der Leser, zu glauben, daß ein paar Artikel dazu führen, das eigene Weltbild ausschließlich durch sie bestimmen zu lassen.
M.


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