Calvin und "Die Lehre von der Prädestination"

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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lutz
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Beitragvon lutz » 02.07.2010 00:04

Luther erklärt auch sehr ausführlich in
http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... ien_willen .
Daraus möchte ich auch kleine Auszüge zitieren, obwohl eigentlich Alles zu lesen wäre, weil eine falsche Annahme über den Willen des Menschen nach dem Sündenfall zu irrigen Vorstellungen zu diesem Thema führen wird.
(Es geht u. a. um 2. Mose 4, 21.)

Auszug:
…Es steht hier das Wort Gottes: „Ich will das Herz des Pharao verstocken“. Wenn Du sagst, das sei so aufzufassen oder könne so aufgefasst werden: „Ich will zulassen, dass es verstockt wird“, so höre ich zwar, dass es so aufgefasst werden kann. Aber hier ist nicht Platz für eine solche Art von Beweis. Was willst Du mit einem Gewissen machen, das folgendermaßen fragt: Siehe, Gott, der Urheber, sagt: „Ich will das Herz des Pharao verstocken“.

Auf Grund welcher Autorität, auf Grund welcher Überlegung, auf Grund welcher Notwendigkeit wird mir jene natürliche Bedeutung des Wortes so verdreht? Wie, wenn der Leser und Ausleger sich irrt? …
Auszug:
…Wenn aber Gott des Vermögens und der Weisheit des Erwählens beraubt wird, was wird er anderes sein als ein Götzenbild des Zufalls, durch dessen Walten alles blindlings geschieht? Und schließlich wird man dahin kommen, dass die Menschen selig und verdammt werden, ohne dass Gott es weiß, da er ja nicht durch eine sichere Erwählung diejenigen geschieden hat, die selig und verdammt werden sollen, sondern es den Menschen überlassen hat, ob sie selig oder verdammt werden wollen, …
Auszug:
…Die Ungereimtheit ist also eine der Hauptursachen dafür, dass die Worte Moses und des Paulus nicht im schlichten Wortsinn verstanden werden sollen. Aber gegen welchen Glaubensartikel sündigt diese Ungereimtheit? Oder wer wird durch sie aufgebracht? Die menschliche Vernunft wird aufgebracht, welche, obwohl sie in allen Worten und Werken Gottes blind, taub, töricht, gottlos und gotteslästerlich ist, an dieser Stelle als Richterin über die Worte und Werke Gottes herangezogen wird. …
Auszug:
…Glaube und der Geist urteilen anders, die glauben, dass Gott gut sei, und wenn er auch alle Menschen verdürbe. Und was nützt es, wenn wir uns mit diesen Überlegungen abmühen, um die Schuld an der Verstockung dem freien Willen zuzuschreiben? Es mag der freie Wille in aller Welt und mit allen Kräften tun, was er kann, er wird dennoch keinen Fall zustande bringen, in welchem er entweder die Verstockung vermeiden kann, falls Gott nicht den heiligen Geist gibt. oder in welchem er die Barmherzigkeit verdient, wenn er seinen eigenen Kräften überlassen gewesen ist. Denn was verschlägt es, ob er verstockt wird oder ob er verdient, dass er verstockt werde, da die Verstockung zwangsnotwendig geschieht, so lange jenes Unvermögen vorliegt, durch welches er das Gute nicht wollen kann …
Auszug:
…Hier siehst Du, dass, wenn Gott in Bösen und durch Böse wirkt, zwar Böses geschieht, Gott kann jedoch nicht böse handeln, mag er auch Böses durch Böse verrichten, weil er selbst gut ist und nicht böse handeln kann. Er benutzt jedoch die Bösen als Werkzeuge, die dem Zugriff und der bewegenden Kraft seiner Macht nicht entgehen können. Die Schuld liegt also bei den Werkzeugen, denen Gott müßig zu sein nicht erlaubt, so dass Böses geschieht. Gott selbst wirkt dabei als bewegende Kraft nicht anders, als wenn ein Zimmermann mit einem schlechten und schartigen Beil schlechte Hiebe tut. Daher kommt es, dass der Gottlose nicht anders kann als immer irren und sündigen, weil ihm, fortgerissen von dem Antrieb der göttlichen Allmacht, müßig zu sein nicht gestattet wird, sondern er wollen, wünschen und handeln muss, ganz so wie er beschaffen ist. …
Auszug:
Denn da sie sich aus sich selbst heraus durch die Verderbnis der Natur von Gott abgewandt haben, so werden sie um so viel mehr von ihm abgewandt und werden böser, sofern ihrer Abkehr widerstanden oder ihr Abbruch getan wird. So, als Gott dem gottlosen Pharao seine Gewaltherrschaft entreißen wollte, reizte er ihn und verstockte und verschlimmerte noch mehr sein Herz, indem er ihn durch das Wort des Moses angriff, als ob dieser sein Reich nehmen und das Volk seiner Gewaltherrschaft entziehen wollte. Er gab ihm auch nicht inwendig den heiligen Geist, sondern ließ zu, dass seine gottlose Verderbnis - worüber der Satan herrschte - entflammte, aufschwoll, wütete und zunahm, mit rechter Selbstsicherheit und Gleichgültigkeit gegen Gott.
Auszug:
…Deswegen soll nicht irgend jemand denken, Gott, wenn es von ihm heißt, er verstocke oder wirke Böses in uns (denn verstocken bedeutet Böses tun), handle so, als schaffe er von neuem Böses in uns, ebenso wie wenn Du Dir einen bösartigen Schenkwirt vorstellst, der selbst böse in ein nicht böses Fass Gift hineingießt oder mischt, wobei das Fass nichts tut, als dass es die Bösartigkeit dessen hinnimmt oder duldet, der es so zurichtet. Denn man scheint sich einzubilden, dass der an sich gute oder wenigstens nicht böse Mensch von Gott die böse Handlung duldet, wenn man hört, dass wir sagen, Gott wirke in uns Gutes und Böses und wir seien in reiner passiver Notwendigkeit dem wirkenden Gott unterworfen. Sie bedenken nicht genügend, wie unaufhörlich bewegend Gott in allen seinen Geschöpfen wirkt und keines untätig sein läßt. Sondern so muss der es betrachten, wer überhaupt irgendwie derartiges verstehen will, dass Gott in uns, das heißt durch uns, das Böse wirkt nicht durch Verschulden Gottes, sondern infolge unseres Mangels, die wir von Natur böse sind. Gott ist aber wahrlich gut, der uns mit seinem Wirken entsprechend der Natur seiner Allmacht fortreißt, und nicht anders handeln kann, als dass er, der selbst gut ist, mit den schlechten Werkzeugen Böses tut, wenngleich er auch dies Böse seiner Weisheit entsprechend zu seiner Ehre und unserem Heil wohl anwendet. So findet er den Willen des Satans böse, den er aber nicht schafft, sondern der als Gott ihn verließ und der Satan in Sünden fiel, böse wurde, packt ihn mit seinem Wirken an und führt ihn, wohin er will, mit eben dieser göttlichen Wirkung, wenn auch jener Wille nicht aufhört, böse zu sein. Es bleibt also übrig, dass jemand fragt, warum Gott nicht von der allmächtigen Wirkung ablässt durch welche der Wille, der Gottlosen bewegt wird, böse zu sein und noch böser zu werden?
Darauf ist zu antworten: das heißt wünschen, dass Gott um der Gottlosen willen davon ablasse, Gott zu sein. Denn wenn Du wünschst, dass seine Kraft und Wirkung aufhöre, so bedeutet das, dass er aufhören soll, gut zu sein, damit jene nicht böser werden. …
Lutz

lutz
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Beitragvon lutz » 02.07.2010 07:31

Dann noch einige Verweise, die schon an anderen Orten erwähnt wurden.

1. Tim. 2, 4
http://www.betanien.de/verlag/material/ ... php?id=126

Joh 3, 16
http://www.betanien.de/verlag/material/JamesWhite1.pdf

Offb. 3, 5
viewtopic.php?t=605

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 03.07.2010 10:37

„Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.“ (Mt 22,14).

Dieser Satz wird gesprochen in Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier des Herrn. Kommen also "unechte" Christen auch zur Hochzeitsfeier und können da rausgeschmissen werden? Hat der Herr in seinem souveränen Allwissen einige namenchristliche Sünder mit in den Himmel genommen?

Wie kommen sie zur Hochzeitsfeier ???
a) Werden sie mit in den Himmel entrückt?
b) Oder findet die Hochzeitsfeier vor der Entrückung auf der Erde statt?
c) Oder sind alle Wiedergeborene berufen und entrückt, jedoch nicht alle sind zur Hochzeit aufgrund ihres Lebenswandels (Kleider) ausserwählt?

wie sieht es die Lehre der Prädestination, bzw Calvin?

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 03.07.2010 12:59

Hallo Pit
Wie kommst du jetzt auf Mt 22.14? Sind wir nun doch bei den Gleichnissen angekommen :mrgreen:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 03.07.2010 18:54

Hallo Joschie,
ich finde da nichts lustiges gerade. Es geht um die Auserwählung, in einem Link von lutz wird die Stgelle erwähnt, jedoch nur einseitig. Die Fragen, die ich gestellt habe wurden überhaupt nicht behandelt. Nun wollte ich wissen, ob Calvin dazu irgendwo Stellung nimmt. Es geht doch um Auserwähltsein.

OK?
;-)

lutz
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Beitragvon lutz » 03.07.2010 19:05

pit hat geschrieben:„Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.“ (Mt 22,14). ...
wie sieht es die Lehre der Prädestination, bzw Calvin?
Damit kann ich nichts Genaues anfangen, deswegen werde ich mich darauf konzentrieren, ob Calvin alles anhand der Lehre der Prädestination abgleicht.
Ich kann auch nicht ausschließen, dass es sich hier wieder um Sprachprobleme handelt, aber ich habe jetzt nicht die Zeit dich, Peter, rückzufragen.
Calvins Vorgehensweise einen Bibeltext auszulegen, anzuwenden richtet sich nicht zuerst nach der Lehre der Prädestination.
Da in dem von dir eingestellten Vers der Begriff „erwählt“ vorkommt, wird man um Aussagen zur Prädestination nicht herumkommen.
Wie Calvin Berufung und Erwählung sieht, kann hier nachgelesen werden:

Aus einem älteren Beitrag:
Calvins Institutio umfasst insgesamt ca. 850 Seiten in der deutschen Ausgabe von Otto Weber. Dieses Buch enthält 4 Bücher. Die Prädestinationslehre wird im 3. Buch behandelt, im 21. Kapitel und die „Bekräftigung dieser Lehre aus Zeugnissen der Heiligen Schrift“ im 22. Kapitel. Das sind ca. 15 Seiten. Im 23. Kapitel beschäftigt er sich mit der „Widerlegung der Verleumdungen, mit denen man diese Lehre zu allen Zeiten unbillig beladen hat“. Das sind ca. 11 Seiten. Das 24. Kapitel behandelt das Thema: „Erwählung und Berufung“. Das sind ca. 14 Seiten.
Diese Information möchte ich dir noch mitgeben um Ort und Umfang dieser Lehre in seinem Lehrbuch zu zeigen.
Diese Lehre wird in knapp 40 Seiten von ca. 850 dargelegt und findet sich am Ende des dritten Buches. Also weder von der Seitenzahl, noch von der Stellung des Themas (nicht am Anfang, nicht in der Mitte) ist eine besondere Ausrichtung auf diese Lehre deutlich.
Das Ganze ist unter www.calvin-institutio.de frei zugänglich.

Über die Person Calvins geben besonders seine geschriebenen Briefe Auskunft (unter www.glaubensstimme.de sind derzeit Briefe von 1531 bis 1558 zu lesen.)
Hier wird man auch seine „Schlüsselvorstellungen“, Absichten, Motive … gut kennen lernen.
Ein Bsp. hier:
Brief Nr. 41 aus dem Jahre 1539.
http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... :calvin:41
An Simon Grynäus in Basel.
Dedikationsbrief des Kommentars zum Römerbrief, den Calvin dem Grynäus wohl als Dank für die in Basel erfahrene Gastfreundschaft widmete.
Vom Prinzip der exegetischen Arbeit.
"…Und gewiss, wenn es fast seine einzige Pflicht ist, den Gedanken des Schriftstellers, den er erklären will, wirklich deutlich zu machen, so ist jedes Ablenken des Lesers von diesem Gedanken auch ein Abweichen von seiner, des Auslegers, Absicht oder Abschweifen von seinem Gebiete …

… Es existieren zu diesem Brief viele Kommentare der Alten, viele von neuern Gelehrten. Sicher konnten sie ihren Fleiß nirgends besser anwenden; denn wer diesen Brief versteht, dem ist der Zugang offen zum Verständnis der ganzen heiligen Schrift. …

… Von mir wage ich nichts Anderes zu sagen, als dass ich glaubte, ganz unnütz werde die Arbeit nicht sein, zu der mich wirklich nichts Anderes veranlasst, als das Bestreben, dem Allgemeinwohl der Kirche zu dienen….

… So ist es auch eine Kühnheit, die an Heiligtumsschändung grenzt, die Schrift hierhin, dorthin zu wenden, und wie an einem Spielzeug seinen Spaß daran zu haben, wie es von Alters her von Vielen geschehen. Aber man muss doch auch immer darauf achten, dass selbst die Leute, denen weder frommer Eifer, noch Gewissenhaftigkeit und Nüchternheit zur Behandlung der göttlichen Geheimnisse fehlten, nicht immer unter sich einer Meinung waren. Denn solcher Wohltat hat Gott seine Knechte nie gewürdigt, dass er Einem von ihnen volle und vollkommene Einsicht in allen Dingen verliehen hätte. Und das ohne Zweifel deshalb, weil er uns erstens in der Demut, zweitens in gemeinschaftlichem, brüderlichem Streben festhalten will. Da wir deshalb in diesem Leben nicht hoffen dürfen, was freilich sehr zu wünschen wäre, dass es einmal im Verständnis aller Schriftstellen eine bleibende Übereinstimmung unter uns gäbe, so müssen wir uns Mühe geben, nicht von Neuerungssucht uns reizen zu lassen, nicht uns treiben zu lassen von der Lust scharfer Polemik, uns von keiner Gehässigkeit aufstacheln, von keinem Ehrgeiz kitzeln zu lassen, sondern wirklich nur der Notwendigkeit gehorchend, und in keiner anderen Absicht als zu nützen, von der Meinung früherer Ausleger abzuweichen. Ferner soll das wohl in der Schriftauslegung so sein, in der Dogmatik aber, wo Gott vor allem wünscht, dass die Seinen übereinstimmen, soll diese Freiheit weniger in Anspruch genommen werden …"
(Der ganze Brief kann auch hier nachgelesen werden - 22. 02. 2010, Joschie stellt immer wieder Beiträge zu Calvin zusammen -: http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... &start=135 )

Dieses Beispiel soll zeigen, dass es Calvin nicht darum ging etwas „Neues“ zu erfinden, sondern die Aussagen anderer zu begreifen und recht darzustellen. Eine reine Arbeit des Nachdenkens mit besonderer Betonung auf der Vorsilbe: NACH-, einer gehörigen Portion Realismus, dem Streben nach Übereinstimmung in notwendigen Lehrfragen und …
Das bedeutet nicht, dass Calvin sich selbst für fehlerlos (sündlos) hielt, das bedeutet auch nicht, dass seine Entscheidungen immer auf ungeteilte Zustimmung stießen, das bedeutet nicht, dass er jedes Mal bei Unstimmigkeiten Freundschaften kündigte ….
Aber wie gesagt, um Calvin kennen zu lernen, soweit es Menschen aus einer anderen Zeit, aus anderen Umständen, mit anderen Zeitproblemen möglich ist – lese man seine eigenen Briefe.

Lutz

PS: Die Hinweise sollten insgesamt gesehen reichen, um sich selbst ein Bild machen zu können.

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Beitragvon Joschie » 03.07.2010 20:02

pit hat geschrieben:Hallo Joschie,
ich finde da nichts lustiges gerade. Es geht um die Auserwählung, in einem Link von lutz wird die Stgelle erwähnt, jedoch nur einseitig. Die Fragen, die ich gestellt habe wurden überhaupt nicht behandelt. Nun wollte ich wissen, ob Calvin dazu irgendwo Stellung nimmt. Es geht doch um Auserwähltsein.

OK?
;-)
Hallo Pit
Es war ironisch gemeint $:P Es wäre bestimmt hilfreich wenn du bei deiner Frage den Link von Lutz zitierst hättest. Manche Fragen gehen einfach unter, am besten stellst du die dir besonders wichtig sind
nochmals, damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht :idea:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte (Mt 22,14)

Beitragvon Jose » 06.07.2010 21:49

pit hat geschrieben:"Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte." (Mt 22,14). Dieser Satz wird gesprochen in Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier des Herrn. Kommen also "unechte" Christen auch zur Hochzeitsfeier und können da rausgeschmissen werden? Hat der Herr in seinem souveränen Allwissen einige namenchristliche Sünder mit in den Himmel genommen?
http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... 5772#15772
Um die Gleichnisse Jesu zu verstehen muss man sich m.E. auf die Gesamtaussage konzentrieren. Mit dem Gleichnis vom Hochzeitsmahl, Matthäus 22,1-14, zeigt uns Jesus wie die Menschen auf die Einladung Gottes reagieren. Im ersten Teil sind hier sicherlich zunächst die Pharisäer bzw. allgemein gesprochen die Juden gemeint, denen gezeigt wird, dass sie Jesus nicht als den Messias erkannten und als die "Seinen" Ihn nicht annahmen. Danach wird erklärt, dass das Evangelium allen Menschen verkündigt wird, d.h. die Einladung Gottes gilt allen Menschen. Dann aber wird klar gemacht, dass auch wenn alle eingeladen sind, dennoch nur die an der Hochzeit des Lammes teilnehmen werden, die ein hochzeitliches Kleid haben, d.h. die ihre Kleider reingewaschen haben im Blut des Lammes.

Der König hat sich alle Gäste angesehen, da hat sich keiner einschleichen können. Vielleicht hatten manche zuvor ein weißes Kleid, dieses aber wieder besudelt mit der Sünde, von anderen unerkannt, aber nicht von dem, der das verborgene des Herzens ans Licht bringen wird.

In den Himmel kommen nur die Erlösten: "Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können, auch die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt." 1.Kor 15,50

Das Hochzeitsmahl des Lammes findet im Himmel statt: "Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitgemacht." Offb 19,7

Die Summe aller Wiedergeborenen bildet den Leib Jesu, der Leib Jesu wiederum ist die Gemeinde. Die Gemeinde ist die Braut: "Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Heiland des Leibes" Eph 5,23. "Ihr aber seid Christi Leib und, einzeln genommen, Glieder" 1.Kor 12,27.

Wie es die Prädestinationslehre sieht bzw. ob es von Calvin dazu ein Kommentar gibt, weiß ich leider nicht. Würde mich auch interessieren. Ich denke aber, aus Sicht der Prädestinationslehre dürfte es schwer sein, das Gleichnis zu erklären, bereits beginnend mit denen welche die Einladung ablehnen. Wer sind sie und wieso werden die eingeladen wenn sie gar nicht wollen?


Liebe Grüße,
José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

lutz
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Re: Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte (Mt 22

Beitragvon lutz » 06.07.2010 22:17

Jose hat geschrieben: Wie es die Prädestinationslehre sieht bzw. ob es von Calvin dazu ein Kommentar gibt, weiß ich leider nicht. Würde mich auch interessieren.
Lutz hat geschrieben: Aus einem älteren Beitrag:
Zitat:
Calvins Institutio umfasst insgesamt ca. 850 Seiten in der deutschen Ausgabe von Otto Weber. Dieses Buch enthält 4 Bücher. Die Prädestinationslehre wird im 3. Buch behandelt, im 21. Kapitel und die „Bekräftigung dieser Lehre aus Zeugnissen der Heiligen Schrift“ im 22. Kapitel. Das sind ca. 15 Seiten. Im 23. Kapitel beschäftigt er sich mit der „Widerlegung der Verleumdungen, mit denen man diese Lehre zu allen Zeiten unbillig beladen hat“. Das sind ca. 11 Seiten. Das 24. Kapitel behandelt das Thema: „Erwählung und Berufung“. Das sind ca. 14 Seiten.
Diese Information möchte ich dir noch mitgeben um Ort und Umfang dieser Lehre in seinem Lehrbuch zu zeigen.
Diese Lehre wird in knapp 40 Seiten von ca. 850 dargelegt und findet sich am Ende des dritten Buches. Also weder von der Seitenzahl, noch von der Stellung des Themas (nicht am Anfang, nicht in der Mitte) ist eine besondere Ausrichtung auf diese Lehre deutlich.


Das Ganze ist unter www.calvin-institutio.de frei zugänglich.
Jose hat geschrieben:Ich denke aber, aus Sicht der Prädestinationslehre dürfte es schwer sein, das Gleichnis zu erklären, bereits beginnend mit denen welche die Einladung ablehnen. Wer sind sie und wieso werden die eingeladen wenn sie gar nicht wollen?
Du hast mit deinen Vorannahmen über den Menschen bspw. Probleme mit der Prädestinationslehre. Das ist ganz normal. Hätte ich auch unter diesen Umständen.
Diejenigen, die diese Prädestinationslehre mit Überzeugung teilen, kennen solche Bedenken nicht! Sie haben aber auch deine Annahmen über den Menschen nicht.
Ist mir wichtig, dass du verstehst, dass diese Form der Bedenken nur bei dir sind - nicht bei mir.

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 06.07.2010 23:24

Hallo lutz,
Das Ganze ist unter www.calvin-institutio.de frei zugänglich.
darin zu lesen ist fuer mich echt ein Kraftakt, kann man da eigentlich auch nach Texten suchen?

Was sagst du denn als Anh'nger dieser Lehre zu dem Vers Mt 22:14 ? Wie kommt ein nicht ausserwahlte Hochzeitsgast in den Himmel? Ich mein' irgend eine Erklaerung muss du dazu haben.

Danke
:-)
Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 07.07.2010 00:04

Hallo Peter,

für mich ist es einfacher, weil ich sowohl eine antiquarische Ausgabe der Institutio als Buch mit Inhaltsverzeichnis habe, als auch die neue bspw. hier zu beziehen:
http://www.cbuch.de/product_info.php/in ... igion.html

Ich gebe mal einen Überblick über das 24. Kapitel, vielleicht ist es dann einfacher im Link dahin zu kommen:

www.calvin-institutio.de
Institutio, 3. Buch, 24. Kapitel:
„Die Erwählung wird durch Gottes Berufung bekräftigt; die Verworfenen aber ziehen sich die gerechte Verdammnis zu, zu der sie bestimmt sind“

Lektion 1: Die Berufung ist von der Erwählung abhängig und deshalb wie diese einzig und allein ein Werk der Gnade.
Lektion2: Die Art der Berufung selbst macht deutlich, dass diese allein aus Gnaden geschieht.
Lektion 3: Der Glaube ist Wirkung der Erwählung; diese ist also nicht von ihm abhängig.
Lektion 4: Der rechte und der falsche Weg, um zur Gewissheit der Erwählung zu kommen.
Lektion 5: Die Erwählung ist nur in Christus zu verstehen und zu erkennen.
Lektion 6: Christus schenkt den Seinen die Gewissheit, dass ihre Erwählung unwiderruflich ist und Bestand hat.
Lektion 7: Wer wahrhaftig gläubig ist, kann nicht abfallen.
Lektion 8: Allgemeine und besondere Berufung (Matth. 22, 2 ff.).
Lektion 9: Das Beispiel des Judas ist kein Gegenbeweis.
Lektion 10 / 11: Die Erwählten vor ihrer Berufung. Es gibt keinen „Samen der Erwählung“.
Lektion 12: Gottes Gerichtswalten über den Verworfenen.
Lektion 13: Selbst die Predigt des Wortes kann der Verstockung dienen.
Lektion 14: Die Ursache der Verstockung.
Lektion 15: Schriftstellen, die das Gegenteil der dargelegten Lehre beweisen sollen. a) Ez. 33, 11.
Lektion 16: b) 1. Tim. 2, 4 und ähnliche Stellen.
Lektion 17: Weitere Einwände gegen die vorgetragene Lehre.

Eine Predigt aus heutiger Zeit zu diesem Gleichnis findet sich hier:
http://berg-giessen.de/download/predigt ... Mt_22_1-14
(Matthäus 22,1–14:
Das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl
Predigt am 14. Januar 2007 in der
Bekennenden Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Gießen)

Lutz

Jose
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Kehrt um und werde wie die Kinder (Matthäus 18,3)

Beitragvon Jose » 07.07.2010 21:55

Mit Verweis auf http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... 5727#15727 möchte ich erwähnen, dass ich entsetzt war über diese Aussage:
Indes macht er zuweilen auch solche dieser Berufung teilhaftig, die er bloß für eine Zeitlang erleuchtet und nachher aus Verdienst ihrer Undankbarkeit wieder fahren lässt und mit umso größerer Blindheit schlägt. …“
Daher kommentierte ich es auch:
Das ist aber seltsam, dass Gott das macht?!?
Das ist somit eine dritte Gruppe, die "Halbberufenen" würde ich sagen, die am Ende natürlich das Ziel verfehlen und auch verloren sind.


Die Reformatoren waren von Gott gebrauchte Personen, aber mir persönlich geht es zu weit, die Art und Weise wie man sich beispielsweise so entschieden auf Calvin bezieht. Ich muss mich fragen, wie es möglich ist, dass man so etwas wie die Prädestinationslehre, die wir, wenn es sie so gäbe ohnehin nicht beeinflussen könnten, aus der Schrift lesen, aber z.B. die Praxis der Kindertaufe, die soviel Verderben über die Kirche gebracht hat, nicht einfach ablehnen kann.

Wenn wir im Johannesevangelium lesen: "Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!" Joh. 1,29, und im 1. Johannesbrief: "Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt" 1. Joh 2,2, warum kann man das nicht so einfach stehen lassen? Es kann kein Mensch von sich aus zum Glauben kommen, aber alle Menschen haben in sich etwas, dass sie von den Tieren unterscheidet: "Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich!" 1. Mose 1,26, d.h. die Menschen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen. Darum ist auch jeder Mensch in der Lage, mit dem Verstand das Evangelium zu vernehmen. Wenn der Mensch sich nicht verschließt, kann Gott das Wollen und das Vollbringen wirken. Hiob hatte bereits gesagt: "Wer erkennt nicht an all diesem, daß die Hand des HERRN dies gemacht hat?" Hiob 12,9, und damit meinte er sicherlich: "Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien" Röm 1,20.

Lasst uns noch bedenken: "Denn seht, eure Berufung, Brüder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind; sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache" 1. Kor. 1,26.27. Wenn ich an die Prädestinationslehre glauben würde, müsste ich an dieser Stelle die armen Weisen bedauern, denn die könnten schließlich auch nichts dafür, nicht erwählt zu sein. Aber die Weisen sind sehr wohl verantwortlich, weil sie mit ihrer Weisheit das Opfer Jesu ablehnen.

Beim eröffnen dieses Themas hatte ich Matthäus 18,3 zitiert: "Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen." Es geht eben darum, Gottes Wort wie ein Kind aufzunehmen. Hierzu sind die Weisen dieser Welt leider nur selten fähig. Aber auch ich wäre es nicht gewesen, daher ließ Gott zu, dass ich in große innere Not kam, verursacht durch meine Schwerbehinderung. Dadurch lernte ich, nach Ihm zu rufen und erkannte, dass Kindestaufe, Kommunion, Beichte, Messe usw. wertlos sind und nichts mit einer persönlichen Beziehung zu Jesus zu tun haben.


Vielen Dank für alle Antworten und euer aufrichtiges Bemühen, mir das Verständnis für die Prädestinationslehre zu vermitteln.


José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

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Re: Kehrt um und werde wie die Kinder (Matthäus 18,3)

Beitragvon lutz » 07.07.2010 23:10

Hallo Jose,
Jose hat geschrieben: Es kann kein Mensch von sich aus zum Glauben kommen, aber alle Menschen haben in sich etwas, dass sie von den Tieren unterscheidet. Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! 1. Mose 1,26, d.h. die Menschen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen. Darum ist auch jeder Mensch in der Lage, mit dem Verstand das Evangelium zu vernehmen. Wenn der Mensch sich nicht verschließt, kann Gott das Wollen und das Vollbringen wirken.
Du hast ein sehr hohes Tempo in den letzten Wochen vorgelegt – es sind eine Unmenge von Informationen gegeben worden.
Wenn du dich recht erinnerst, dann bin ich in diesen Austausch eingestiegen, weil du ein Zitat von mir am 10. 06. als Aufhänger eines deiner Themen eingebracht hast.
Lutz hat geschrieben:Mich stört an der ganzen Sache, dass die Verzerrung eher da liegt, wo Nichtcalvinisten, Calvinisten ihr Gottesbild versuchen zu erklären
- ohne sich Mühe zu machen, wie der Calvinist tatsächlich Gott sieht.
Mein alter Beitrag (16. 07. 2008) damals umfasste auch Folgendes (vorher):
Lutz hat geschrieben:Wo liegt dann eigentlich der Knackpunkt?
Ich glaube es liegt am Menschenbild. Ist es hier nicht möglich eine einheitliche Sicht aus der Schrift zu gewinnen, ist die meiste Diskussion der Erwählung frustrierend und endet in Gottesbildunterstellungen.


Und wegen dieser Aussage, die sich für mich subjektiv immer wieder teilweise oder ganz bestätigt, möchte ich dir noch Folgendes mitgeben in Antwort auf deine Ausführungen:

Wie versteht der natürliche Mensch das Evangelium (er vernimmt die Worte, er vernimmt die Satzstruktur, …)?

Und hier gebe ich dir noch einmal etwas aus meinem Beitrag an dich vom 15. 06. 2010 – 17:23 Uhr zu bedenken:
Lutz hat geschrieben:Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.“ (1. Kor. 2, 14)
„Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft“ (1. Kor. 1, 18)


Die, die gerettet werden – waren die einmal etwas anderes als „natürliche Menschen“?
Wenn der natürliche Mensch das, was vom Geist Gottes kommt als Torheit beurteilt und es gar nicht erkennen kann,
wo wird ihn denn sein Wille und seine Entscheidungen regelmäßig hinziehen?
Der natürliche Mensch will keine Torheit annehmen und sich selbst nicht zum Toren machen – das Wort vom Kreuz wird er als „Torheit“ beurteilen. So steht es geschrieben.
Dieses „Tut Buße und Glaubt“ ist vom Geist Gottes oder nicht?
Dieses „Tut Buße und Glaubt“ gehört zum Wort vom Kreuz oder nicht?
Schon diese Bibelstellen für sich genommen zeigen den absolut hoffnungslosen Zustand des Sünders ohne das Erbarmen Gottes!
Gott kann nicht einmal bei der Vernunft oder beim Verständnis oder … einen Anknüpfungspunkt finden. Der natürliche Mensch wird IHM alles als Torheit aus der Hand schlagen, was immer ER ihm anbietet. Das war gestern so, das ist heute nicht anders und morgen wird sich daran nichts ändern, weil der Mensch sich nicht zum Besseren entwickelt.
Es gibt nur einen einzigen Fluchtpunkt und das ist die Barmherzigkeit Gottes – nicht der Verstand des gefallenen Menschen.
Der Sündenfall hat größere Dimensionen als du annimmst und das alles steht geschrieben - genauso wie die Erwählung vor Grundlegung der Welt zum Heil.

Und weil die Barmherzigkeit Gottes noch kein Ende hat, dürfen wir die Worte der Schrift, die Worte eines Paulus ganz, ganz hoch halten:
Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ (Röm. 1, 16. 17)

Die Gnade des Herrn Jesu Christi sei mit dir,
Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 08.07.2010 13:56

lutz hat geschrieben: III. Buch, 24. Kapitel, Lektion 8:
„ …Da ist zunächst die allgemeine Berufung, kraft deren Gott durch die äußere Predigt des Wortes alle gleichermaßen zu sich einlädt, auch die, welchen er solche Predigt als „Geruch des Todes“ und als Anlass zu desto schwererer Verdammnis anbietet. Die andere Art der Berufung ist die besondere, deren er gemeinhin allein die Gläubigen würdigt, indem er nämlich vermittelst der innerlichen Erleuchtung durch seinen Geist bewirkt, dass das gepredigte Wort in ihrem Herzen einwurzelt. Indes macht er zuweilen auch solche dieser Berufung teilhaftig, die er bloß für eine Zeitlang erleuchtet und nachher aus Verdienst ihrer Undankbarkeit wieder fahren lässt und mit umso größerer Blindheit schlägt. …“
Na, wer sagt's denn. Da haben wir doch die Ueberwinder: "Die andere Art der Berufung ist die besondere", das hat Clavin messerscharf erkannt. Leider hat er gleichzeitig die erste Berufung auf eine "aeussere, aus den Gottlosen" herunter gestuft. Die zweite dagegen sei die "den Geist der Wiedergeburt bringende" Berufung, was natuerlich eine Erfindung von ihm ist. Denn sie wird ausschliesslich durch seine Lehre erzwungen worden sein.
Er will naemlich nicht den Fakt beruecksichtigen, dass die Hochzeit ein Ereignis nach der Entrueckung ist. Daher koennen an dieser Hochzeit keine Gaeste ohne den Geist der Wiedergeburt teilnehmen.

Leider habe ich keine Zeit zum Schreiben mehr.

Gnade und Barmherzigkeit des Herrn mit uns allen.
Amen

Gast

Beitragvon Gast » 08.07.2010 19:41

ich habe also an der Stelle folgende Frage:

- was ist diese erste "allgemeine" Berufung und was ist das Ergebnis dieser allgemeinen Berufung, wenn Calvin selbsthaendisch die Wiedergeburt als Ergebnis dieser Berufung ausdruecklich ausschliesst?

lutz, hast du eine Antort darauf?
Ich will naemlich nicht allein deswegen das Institutio durchnaehmen. Die Lektuere von Kap 24 hat ausgereicht um die deutliche Vorzuege Calvins gegenueber der katholischen Lehre schaetzen zu lernen.

dein zweiter Link http://berg-giessen.de/download/predigt ... Mt_22_1-14 beantwortet leider meine Frage auch nicht. WIE der Gast ueberhaupt zu den Gaesten hinzugesellen konnte. Denn die Hochzeit findet in der Auffahrt statt. Wie kommt da einer, der Christus nicht hat hinein?
Die Argumentation in dem Aufsatz ist gut und ich bin mit den schluessen voellig einverstanden, aber die Antwort auf die Frage haette ich lieber.

Gruss
Peter


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