Systemisch oder biblisch denken

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Sanftwut
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Systemisch oder biblisch denken

Beitragvon Sanftwut » 08.11.2008 10:28

Hallo,

Unser menschlicher Verstand ist auf systemisches Denken hin angelegt. Wenn wir die Dinge um uns herum nicht in bestimmte Systeme einordnen können, verstehen wir sie nicht. Genauso ist es mit der Bibel. Die Aussagen einzelner Bibelstellen ordnen wir systematisch zusammen. Daraus gewinnen wir biblische Lehre: die Lehre über Gott, die Lehre von Menschen, über Erlösung, von der Gemeinde usw.
Alle diese Lehren könnte man wieder in ein größeres System verschiedener kirchlicher Gruppierungen einordnen; also eine protestantische, katholische, reformatorische oder Brüdertheologie. Solch ein System besteht in der Kombination verschiedener biblischer Lehren zu einem geschlossenen Ganzen. Es gibt nur ein Problem: Diese Systeme sind menschliche Denkkonstruktionen, von denen einerseits eine große Faszination ausgeht, die aber andererseits enge Grenzen setzen, die Schrift verkürzen und das eigenständige Denken einschränken.

Ich will nun mit einigen Thesen versuchen, einige charakteristische Merkmale eines Denken in geschlossenen Systemen dem biblischen Denken gegenüberzustellen.

1.Wer im System denkt, kennt die Ergebnisse des Systems. Er weiß z.B., wann die Entrückung stattfinden wird und wie man das Gleichnis vom Schatz im Acker auslegen muss.
Wer versucht biblisch zu denken, kennt die Grundlage, die Schriftstellen auf die man sich bei der betreffenden Lehre gründet und die Regeln, die man bei der Auslegung beachten sollte. Manchmal kommt er zu den gleichen Ergebnissen, wie das System, denn die Systeme sind schließlich auch durch Bibelstudium entstanden.

2.Wer im System denkt, findet z.B. die Antworten auf seine Frage nach Scheidung und Wiederheirat, wenn er die Lehrschriften der Väter studiert. Auslegung ist vorgegeben.
Wer versucht biblisch zu denken, weiß vorher noch nicht, was herauskommt. Es kann sogar sein, dass er andere Antworten findet, als das System vorgibt. Auslegungen werden geprüft.

3.Wer im System denkt, arbeitet oft mit Behauptungen. Er sagt etwa: dies ist ein Bild für…,obwohl das durch nichts bewiesen werdenkann. Wer versucht biblisch zu denken, akzeptiert nur klare Schriftbeweise und fragt bei seinem Gegenüber oft vergeblich danach.

4.Wer systemtreu denkt, liest fasst nur die Schriften der Systemväter und verdächtigt jeden, der nicht zu gleichen Ergebnissenkommt. Wer versucht biblisch zu denken, liest auch andere bibeltreue Auslegungen und kalkuliert damit dass auch die Väter irren können und prüft alles anhand der Bibel.

5. Wer im System denkt, studiert natürlich auch die Bibel, aber er liest die Bibel mit der Brille des Systems und kommt überhaupt nicht auf den Gedanken es könnte anders sein. Jedes Detail, das er entdeckt, baut er in das vorgegebene System ein. Neue Überlegungen sind ihm suspekt
Wer biblisch denkt, vertieft seine Schriftkenntnis und entdeckt zu seiner Überraschung manches, was er nicht erwartet hätte und was auch nicht in das vorgegebene System passt.

6 Wer im System denkt, kennt manchmal auch Bibelstellen, die nicht ins System passen.
Wer versucht biblisch zu denken, stellt sich auch „unpassenden“ Aussagen und versucht nicht, sie mit Gewalt ins System hineinzubekommen. Denn dabei wird fast immer die Schrift vergewaltigt.

7.Wer im System denkt, verkürzt unwillkürlich biblische Wahrheit.
Wer biblisch denkt, versucht die biblische Wahrheit zu erfassen, wie sie ist, auch in ihren scheinbaren Widersprüchen. Er hütet sich davor die Schrift zu verändern.

8.Wer im System denkt, für den sind Kompromisse kaum möglich. Extreme Vertreter des Systemdenkens sind typische Sektierer. Außerhalb ihres Systems gibt es für sie nichts mehr. Wer versucht biblisch zu denken, weiß, wie schwer manche Schriftstellen zu erklären und zu vereinbaren sind. Er weiß, dass er manchmal auf Hilfskonstruktionen angewiesen ist. Das macht ihn vorsichtig, aber deshalb sind für ihn auch andere Hilfskonstruktionen denkbar.


Neben diesen Überlegungen bleibt die Frage interessant, wie wir die Wichtigkeit oder Bedeutung von biblischen Lehren klassifizieren können. Gibt es objektive Größen, an denen man die Bedeutung einer biblischen Aussage festmachen kann?

Was denkt ihr?

Gruß
Sanftwut
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 08.11.2008 14:22

Sanftwut schreibt
Neben diesen Überlegungen bleibt die Frage interessant, wie wir die Wichtigkeit oder Bedeutung von biblischen Lehren klassifizieren können. Gibt es objektive Größen, an denen man die Bedeutung einer biblischen Aussage festmachen kann?
Ich denke es stimmt noch der alte reform.Grundsatz die Schrift legt die Schrift aus.Keine lehrmäßige Aussage kann über die Schrift hinausgehen oder sie wiedersprechen.
Gruß Joschie
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Gast

Beitragvon Gast » 08.11.2008 17:10

Hallo Sanftwut,
das von dir angeschnittene Thema ist sehr wichtig und zentral.
Letztlich stellst du ein geschlossenes System, welches sich gedanklich/inhaltlich abkapselt in Opposition zur Bibel, dem biblischen Denken. Ich fürchte aber nur, dass keiner so richtig dem zustimmen kann.
Grund ist, dass letztlich jeder in geschlossenen Mustern denkt und man das daher nicht immer als unbiblisch bezeichnen kann.

Was diese Brüderlehren betrifft, ist feststellbar, dass sie sicher ein komplett geschlossenes System darstellen. Evolutionsdenken ist auch so ein geschlossener Denkprozess, ebenso die kath. Dogmatik.

Ich würde das biblische Denken rekursiv nennen, d.h. erst in der Auswirkung der Schlussfolgerung zeigt sich, ob diese Schlussfolgerung zutreffend ist. Man kann viele Stellen vielfältig auslegen und denken. Wer keine Blockierungen durch diese System hat, kommt hier sicherlich auf viele Möglichkeiten. Jedoch jede Möglichkeit weiter gedacht führt zu weiteren Ergebnissen. Bei vielen dieser Möglichkeiten bilden sich aber Widersprüche zum Wort, so dass dann in der Folgerung diese Möglichkeiten sich verneinen und so aus den im Kontext möglichen Varianten sich die Erkenntnis dessen, was die Bibel lehrt, bildet.

Martin

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Sanftwut
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Beitragvon Sanftwut » 08.11.2008 17:24

Hallo Joschie,

danke für deinen Hinweis, dass sich die Schrift durch die Schrift auslegen muss, dem ich gerne zustimme.Dennoch gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Lehrauffassungen, was sich unschwer auch in diesem Forum feststellen lässt. Die Frage ist wie bedeutsam sind diese Unterschiede?
Ich möchte das jetzt noch etwas in Anlehnung an ein Referat von K.H.Vanheiden (Systemtreu oder Bibeltreu) vertiefen. Seiner Auffassung nach gibt es drei Kriterien, mit deren Hilfe man die Bedeutung einer biblischen Lehre bestimmen könnte. Diese drei Faktoren sind: Gewissheit, Gewicht und Gewöhnung. Der erste Faktor ist der wichtigste und der letzte drückt besonders die Subjektivität aus.

Es ist nicht möglich hier nur objektive Größen zu verwenden, denn wir alle haben ja schon eine bestimmte Lehrtradition hinter uns. Diese subjektive Größe dürfen wir nicht vernachlässigen, weil sie im Hintergrund immer anwesend ist.

Die Bedeutung einer biblischen Lehre für uns resultiert also

- aus ihrer biblischen Gewissheit
- ihrem Gewicht für das Heil
- ihrer gemeindlichen Gewöhnung

Wenn wir diese Faktoren bedenken, helfen sie uns unützen Streit zu vermeiden. Denn es wäre unsinnig, alles für eine Lehre mit geringer Bedeutung aufs Spiel zu setzen. Leider ist das oft genug im Lauf der Kirchengeschichte geschehen und hat zahllose Spaltungen verursacht.
Doch nun zu den einzelnen Punkten:

1. Gewissheit
Mit Gewissheit meine ich das, was aus der Schrift über diese Lehre hervorgeht, ihre biblisch-exegetische Begründung. Ist diese Lehre in der Schrift so fest verankert, dass es keinen Zweifel darüber geben kann? Ist sie eindeutig und für jeden Bibelleser nachvollziehbar aus der Bibel abzuleiten? Gibt es keine ernsthafte biblische Einwände gegen diese Lehraussage? Stimmen die verschiedenen bibeltreuen Ausleger in diesem Punkt überein?
Wenn diese Fragen bejaht werden können, haben wir volle Gewissheit. Wenn aber fast jeder Ausleger zu einer anderen Aussage kommt, wie z:b. bei der Frage der Taufe der Toten, müssen wir vorsichtig sein. Und selbstverständlich müssen wir im letzten Fall anderen Auslegungen gegenüber tolerant sein.

2. Gewicht
Unter Gewicht verstehe ich den Zusammenhang der Lehre mit unserem Heil, deswegen Heils-Gewicht. Wenn wir eine Lehre biblisch gesichert haben, müssen wir zweitens untersuchen, welches Gewicht sie für unsere Erlösung in Christus hat. Denn von der Erlösung hängt alles ab.
Wir fragen ja auch "Ist diese Lehre heilsnotwendig?". Wir müssen also feststellen, inwieweit die Lehraussage Auswirkungen auf mein Heil hat. Dabei gibt es einen direkten und indirekten Zusammenhang mit dem Heil.

Der direkte Zusammenhang ergibt sich aus der Frage:
Kann ein Mensch gerettet werden, der diese Lehre nicht hat?Nehmen wir z.B. die Lehre von der leibhaftigen Auferstehung Jesu. Paulus sagt unmissverständlich, dass wir alle noch in unseren Sünden wären, wenn Christus nicht auferstanden ist. Die Lehre von der Auferstehung ist also für unser Heil von größter Bedeutung. Ein Mensch der nicht daran glaubt, ist auch nicht errettet.
Anderes Beispiel wäre die Lehre von der Taufe. Der Verbrecher am Kreuz wurde nicht getauft, war aber dennoch gerettet. Also eine Taufe zum falschen Zeitpunkt (Säugling) durch falsche Personen (nicht gläubige Pfarrer) hat keine Auswirkungen auf mein Heil. Das Gewicht dieser Lehre ist also niedriger anzusetzen.

Eine indirekte Auswirkung könnte durch die Frage geklärt werden:
Welche Wirkung hat diese Lehre auf die Lehre vom Heil?
Nehmen wir die Lehre von der göttlichen Inspiration der Bibel. Es ist durchaus möglich, dass ein Mensch gerettet werden kann, der diese Lehre nicht kennt, aber wenn er sie ablehnt, sägt er systematisch an dem Ast auf dem er sitzt. Wer anfängt irgendwelche Aussagen der Schrift als nichtinspiriert zu bezweifeln, muss sich fragen lassen, aus welchem Grund er dann heilsentscheidende Aussagen festhalten will. Fazit: Die Lehre von der Inspiration hat durchaus Heils-Gewicht.

3. Gewöhnung
Dieser Punkt will die Bedeutung einer Lehre für einen bestimmten Kreis oder für eine Person abgreifen. Dieser Faktor ist der relativste und subjektivste und macht in der Regel die meisten Probleme. Aber wir können ihn nicht außer Acht lassen, weil er für unsere Entscheidungen einen Kompromiss anzunehmen oder nicht, eine ziemliche Rolle spielt. Wir treffen nun mal Lehrentscheidungen nicht auf einer Insel, sondern in der Gemeinde in der wir uns befinden. Jenachdem ob du in einer lutherischen oder charismatischen Gemeinde zu Hause bist, wirst du bei bestimmten Lehren zu unterschiedlichen Auffassungen kommen.
Die Gewöhnung einer Gemeinde an eine Lehre wird uns vor allem dann in Schwierigkeiten bringen, wenn wir feststellen müssen, dass die biblische Gewissheit sich umgekehrt proportional zu dieser Gewöhnung verhält.
Beispielsweise wenn eine Gemeinde sehr stark an die Lehre gewöhnt war, dass Frauen keine Hosen (Mannskleidung) tragen dürfen, dann fällt es schwer andere Auffassungen zu akzeptieren, obwohl diese Lehre weder exegetisch begründet ist noch Heils-Gewicht hat.
Besonders kritsich wird es in einer Gemeinde, wenn eine Lehre mit hohem Heils-Gewicht und Gewissheit nicht gelehrt wurde. Dann kann das Vorstellen eines solchen Themas schon mal eine Revolution auslösen. $:)

Vielleicht können wir ja an einigen Beispielen das mal durchexerzieren.

Gruß
Sanftwut
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 08.11.2008 18:52

Sanfwut schreibt
Vielleicht können wir ja an einigen Beispielen das mal durchexerzieren.
Was hälst du von der Taufe als Beispiel :?: Schö $:P n mal wieder was von dir hier zu lesen.
Gruß und Segen vo :wink: n Joschie
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lutz
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Beitragvon lutz » 08.11.2008 23:45

Hallo Sanftwut,

also ich kann anhand der vorgestellten Kriterien und Ansichten kein einziges Beispiel durchexerzieren.

Vorweg folgende Gedanken:
"Biblisch denken" - "systematisch denken", darin sehe ich erst einmal keinen prinzipiellen Gegensatz. Es sei denn, die Lehrbriefe der Apostel würden als unsystematisch aufgefasst oder wie die Propheten lehrten oder ...
Von erkannter Wahrheit lasse ich nicht mehr. Dabei ist es unbedeutend, ob ich von "System" oder "Grundlagen" oder ... spreche.

Ich beginne bei dem Kriterium, von dem du sagst, es wäre das Wichtigste: Gewissheit.
" ... was aus der Schrift über diese Lehre hervorgeht, ihre biblisch-exegetische Begründung." - ich meine, dies entspricht dem: "die Schrift legt sich selbst aus" und hier stimme ich zu.

Nachfolgend sehe ich aber eine Menge subjektiver Komponenten.
1. "Keine Zweifel" - Macht eine angezweifelte Aussage dieselbe zur Unwahrheit?
Bsp.: Ein Gläubiger weiß, dass Gott gut gegen die Seinen ist. Hätte der Schreiber von Ps. 73 ergebnisoffen geurteilt, wäre er gestrauchelt. Nach sichtbarem Urteil sah es gerade anders aus. Seine Zweifel führten letztlich nicht dazu über seinen Gott umzudenken - trotz ...
Ich würde auch nicht sagen, dass sein Denken letztlich unstrukturiert erscheint - ich könnte sagen er denkt letztlich in einem System von erkannten wahren Aussagen.

2. "Für jeden Bibelleser nachvollziehbar aus der Schrift" - Verführerische Lehren haben auch den Schein einer "Exegese" und sind sehr wohl nachvollziehbar von Bibellesern und bleiben dennoch Lüge.

3. "Ernsthaft biblische Einwände" - Was macht einen Einwand zu einem ernsthaft biblischen?

4. "Bibeltreue Ausleger" - Wovon hängt dies ab? Es ist sehr heilsam sich u. a. an die Behandlung und den "Erfolg" der Propheten im AT zu erinnern. Dort finden wir z. Bsp. die Maßgabe der Übereinstimmung von vielen verschiedenen Propheten in einer Aussage nicht. Die Schrift kennt das Prinzip der "zwei Zeugen" - aber es wäre falsch zu schlussfolgern, dass immer wenn zwei dasselbe sagen Wahrheit damit verbunden ist.
Die Pharisäer zu des Herrn Lebzeiten hier hätten sich selber sicher als bibeltreu nach heutigem Verständnis bezeichnet - und dennoch suchten sie ihn zu töten und beugten sich nicht unter seine Wahrheit.

Ich komme nicht umhin daran festzuhalten, dass es allein objektive Maßstäbe (unabhängig von Tradition, Alter, Mehrheitsauffassungen ...) zur Bestimmung von Wahrheit gibt.
Damit möchte ich aber nicht sagen, dass gemeinsame Glaubenszeugnisse keinerlei Wert hätten. Sie sind unterstützend und ermutigend - aber sie sind nicht der Fels auf dem gebaut wird.

Lutz

jeremia
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Denken,System oder Glaube!

Beitragvon jeremia » 09.11.2008 01:10

Die Bibel ist relativ einfach zu verstehen,ich würde sagen "logisch"! Denn wen die Schrift sagt,daß Gott alles erschafen hat und die Schöpfung ein Zeichen dafür ist,daß es ihm gibt,dann passt es einfach mit unseren Welt
betrachtung und können wir nur zustimmen. Die Evolution ist aber,ein Töriche und unlogische sache,welche der Mensch erschafen hat! Das der Menschen dem Böse nach,gefallen ist,wird unter den Himmel bestätigt seit der Sündefall bis heute durch das Werk des Mensch. Das sehen wir heute. Noch mehr könnten man einfach erkennen und die Bibel bestätigen aus das lesen des Wort Gottes in das,was wir sehen und hören in der Welt.
Aber der Mensch wie gesagt ist in Sünden gefallen und will diese nicht zustimmen. Nicht das er es nicht könnte,sondern er ist fremd Gottes geworden und suche nicht nach ihm. Gleich wie Satan gefallen ist und das
seine sucht(Verherrlichung/Macht/Anbetung,usw...),so der Mensch gleich,
er sucht nicht Gott und interessiert sich nicht über sein Wille und Wort.

Deshalb kann denken und System so gut wie sie sind,uns nicht davon lösen vom eigene"Ich". Von da,kommt alles Irrtüm,auch im Bezug zur Bibel und verstehen,bzw,einordnen.

Der Heilige Geist ist es,der uns überführt in alle Wahrheit,uns verständnis gibt daß wir ihn erkennen. Ohne ihn sind wir Blind und Bloß.
Durch den Glaube und anhame des Erlösungs Werk Christi ist unser Herz
gereinigt und bereit auf Gott zu hören,ihm zu folgen. Hier fängt das Bibel verstehen und leben im Glaube.

"Ohne glaube ist es unmöglich,Gott zu gefallen",Glaube ist schon mal ein Anfang,wo der Herr uns die Schriften öffnet. Wenn wir aber,ihn wiederstehen,werden wir immer Blinder.

Zugleich ist das Wort vom einen Tiefe verborgene Weisheit,der uns zum
staunen bringt über unserm Gott. Und ich kann nur wie Paulus am Ende
des Römer br.zustimmen und Gott preisen. (Römer 16,25-27)

Also halte ich es so,daß die Schrift sich selbst bestätigt und außlegt.
Das der "Glaube" zu der Türe der erkenntnis uns führt,und letztendlich das
nur Jesus,die Schlüssel in der Hand hat.

"Ohne mich könnte ihr nichts tun"

Gast

Beitragvon Gast » 10.11.2008 12:08

Hallo Sanftwut,
ein sehr gutes Thema. Allerdings: wer von uns ist nicht geprägt, entscheidet geistliche Sichtweisen nach vielfältigen Umständen. Wer ist objektiv, kann sich selbst dem "System" entziehen?
Manchmal ist es tatsächlich gut, mehrere Sichtweisen eines Textes stehenzulassen, weil beide passen. Ich bereite z:b. gerade 1. Thess. 4,4 vor. Wer oder was ist das "Gefäß"? Da kann man beide Sichtweisen stehenlassen, weil eben beide Sinn machen.
M.

Gast

Beitragvon Gast » 10.11.2008 16:47

Hallo Sanftwut,
ich halte diese obigen Kriterien wenig tauglich für Lehrfragen. Zählt etwas als Wahrheit, nur weil die Leute sich daran gewöhnt haben?? Leider ist es aber bittere Realität, dass Wahrheit als Produkt der Gewöhnung gesehen wird.

Ich habe vor längerer Zeit meine Gedanken dazu in einem Aufsatz niedergeschrieben, der viele Punkte anspricht, jedoch auch nicht geeignet ist, eine komplette Lösung zu geben.
http://bibel-info.net/Themen/lehrfragen ... egung1.PDF

Wir müssen anerkennen, dass Gott wollte, dass Lehre durch Jünger verbreitet wird (Evangelium von Mensch zu Mensch), er hat sein Wort durch Menschen niederschreiben lassen und es durch Menschen bewahrt. Verständnis ist daher, dass Gott menschliches Verhalten und Denken in seinem Plan einbezieht. Dies ist nicht ohne Spannung und scheinbare Widersprüche und erklärt auch vielfach die Streite zwischen Erkenntnis aus dem Wort und Traditionsverständnis.

Martin

jeremia
Beiträge: 39
Registriert: 22.10.2008 00:41

Gottes Plan und uns Menschen.

Beitragvon jeremia » 10.11.2008 17:51

Und wenn es so ist,wie sollen wir ein klares Bild von ihm haben,wenn jede
was anders sieht in der Bibel. Vielen sind zwar einig um die liebe,ich spreche von eine Menschliche liebe,dulden aber Irrlehr. Wie ist dann die Liebe zum Herrn? Und die Liebe zu anderen Menschen,welchen in Irre sind? Und wenn es keine klares Bild von der Lehre der Bibel gibt,dann tut
ein jeder wie es gut ist im seine Augen.
Die Bibel lehrt uns auch,daß der Feind der sie gesät,der Satan ist. Und das
tut er daswegen,damit wir ihn nicht erkennen und so,überführt werden.
Also ist es Gottes Pla,heißt es in Epheser br.zu eine einheit zu gelangen. Dies geschiet nicht durch Menschen,sondern durch sein Geist.

Gast

Beitragvon Gast » 10.11.2008 19:54

Hallo Jeremia,
ich bin überzeugt, dass die Bibel nur eine Lehre hat, (bis auf einige Ausnahmen und Varianten). Es gibt aber auch eine größere Varianz, wie man diese Lehre praktisch auslebt und gestaltet (z.B. Lieder, Gemeindeorganisation, Kleidung ...).
Das Problem ist aber doch immer schon gewesen, diese Einigkeit in der Lehre zu finden. Jeder beruft sich auf den Heiligen Geist und benennt die anderen als Irrlehrer. Wenn jeder den Geist wirklich hätte und jeder wirklich auf ihn hören würde, wäre es vielleicht so. Doch die praktische Erfahrung spricht dagegen. Jeden, der nun nicht meiner Meinung ist, damit gleich als Irrlehrer abzustempeln ist auch kein Weg und Möglichkeit (wobei es nicht diskutable Punkte sicher gibt).

Leider ist der praktisch einzige Ansatz die Gewöhnung in den Gemeinden, d.h. eine Gemeinde hat sich an eine Lehre gewöhnt und diskutiert nicht mehr die Lehre, sondern sie wird vielfach nur noch reproduziert und ausgekleidet.

Du wirst also für das Lehrproblem keine Lösung finden im Großen. Wenn du sie im kleinen Rahmen findest, freue dich.

Martin

jeremia
Beiträge: 39
Registriert: 22.10.2008 00:41

Außnahme und variante!

Beitragvon jeremia » 11.11.2008 01:52

Und welchen Außnahme wär es? Gerade spürt man hier der wiederstand
gegen Gott und sein Wort,wenn man noch an irgendwas festhält an Außnahmen und Varianten. Waren nicht die Pharisäer abgeirrt von der Wahrheit um ihren überlieferungs willen?
Und was ist mit unserm Lob und singen,wenn wir seinen Wille mißbrauchen
wird es ihm gefällig sein? Eine seit loben wir dem Herrn,und mit dem selbe Mund fluchen wir die Menschen,welche nach Gottes Bild erschafen sind.
Die Quelle sprudelt nicht Süße und Salziger Wasser hervor?
Und wer wird uns leiten in der ganze Wahrheit,wenn nicht der Geist Gottes? Hier geht es nicht um meinungen sondern um die wahrheit des Wort Gottes,aber ich sehe daß es euch nicht gefällt wenn einer davon spricht.
Was bleibt denn euch übrig als euch selbst vor Gott zu retten!
Sind wir etwa stärker? Und wenn wir ihn wiederstehen,wird es uns gelingen? Deshalb ermahne ich euch im Herrn,euch zu demütigen und ihn
reden zu lassen. Denn er hat uns nicht verlassen wie manchen glauben.

Gott ist am Werk,das bin ich mir sicher und wie Jesus sagt;"Selig ist wer nicht an mir sündigt"

Gast

Beitragvon Gast » 11.11.2008 08:19

Es gibt unter ernsthaften Christen intensiven Streit über Kleidung, Absonderung von der Welt, Scheidung (bei Ehebruch oder gar ausgeschlossen), Lieder, Geistesgaben, Ältestenschaft, Art des Abendmahls, Art der Taufe (auf Dreieinigkeit, auf Jesus Christus) ......

Noch weiter geht es auseinander in Fragen des Bibelverständnisses (Bundestheologie, Dispensionalismus usw.). Von den anderen Streitfrage gar nicht zu reden.

In der obigen Liste sind die Vorgaben nie so genau beschrieben, als dass man es exakt festlegen kann. Das ist immer eine individuelle oder gemeindliche Frage. Daher muss man hier im Umgang auch entsprechend dies berücksichtigen.

Was deine Aussagen betrifft, scheinst du etwas zu übersehen und nicht zu bedenken: Lehre ist wichtig und zentral, wichtiger ist es aber, nach dem Willen Gottes zu leben. Die richtige Gemeindelehre zu haben, rettet nicht. Mir wären oft falschbelehrte, aber in der Gesinnung Christi lebenden Mitchristen lieber, als hochnäsige, hartherzige, richtig lehrende Geschwister.

Martin

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Beitragvon Naomi-Liebliche » 11.11.2008 09:55

Lehre ist wichtig und zentral, wichtiger ist es aber, nach dem Willen Gottes zu leben. Die richtige Gemeindelehre zu haben, rettet nicht.

Das stimmt!
Zu mehr als Überwindern hat er uns gemacht, seien wir es auch...Bild

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 11.11.2008 23:17

mh-ing hat geschrieben: Lehre ist wichtig und zentral, wichtiger ist es aber, nach dem Willen Gottes zu leben. Die richtige Gemeindelehre zu haben, rettet nicht.
Diese Polarisierung kann ich nicht nachvollziehen.
Meinst du, den Willen Gottes könnte man kennen und tun ohne Lehre?
Meinst du, den Willen Gottes zu tun sei der Weg der Errettung?
Meinst du, die Verkündigung des rettenden Evangelium sei keine Lehre?

??!

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
Lasst uns bei dem bleiben, was geschrieben steht! Sola Scriptura!


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