Umgang mit Depressionen

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Jörg
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Beitragvon Jörg » 27.03.2009 21:48

Georg schreibt: Die Bibel spricht in Verbindung mit einer festen Beziehung mit dem Vater immer von Freude, Wohlergehen, Gesundheit, seelischer Freiheit usw.

Diese Aussage ist absolut unbiblisch!!!

Nehmen wir das Beispiel Hiob. Nachdem er die schwersten Anfechtungen erdulden musste, sagte er: Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen; der Name des Herrn sei gelobt. (Hiob 1,21).

Nach Deiner Theologie, lieber Georg, müsste es heißen: Der Herr hat´s gegeben, Satan hat´s genommen. Aber es heißt: der Herr hat´s genommen!!!

Diese schwere Anfechtung Hiob´s war das Gegenteil von "Wohlergehen" und "Gesundheit" wie Du oben schreibst und dennoch war es absolut Gottes Wille, was in Hiobs Leben geschah; und ich glaube auch nicht, dass Hiob einen Funken Freude in diesen Momenten verspürte.

Gruß Jörg
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)

Gast

Beitragvon Gast » 28.03.2009 00:26

Jörgen hat geschrieben:
Diese schwere Anfechtung Hiob´s war das Gegenteil von "Wohlergehen" und "Gesundheit" wie Du oben schreibst und dennoch war es absolut Gottes Wille, was in Hiobs Leben geschah; und ich glaube auch nicht, dass Hiob einen Funken Freude in diesen Momenten verspürte.
...würde ich auch meinen... - das Wort Gottes sagt uns "freut euch in dem Herrn" - auch wenn ihr durch mancherlei Not, Trübsal oder Anfechtungen geht... uns bleibt Traurigkeit, Not und Leid nicht erspart(Apostelgeschichte 14,22; Apostelgeschichte 20,19; 1. Thessalonicher 3,4; Jakobus 1,2; 1. Petrus 5,9 u. vieler mehr) - doch im schauen und Hoffen auf IHN wird unser Herz getröstet und gestärkt - DA ER, Jesus das Lamm Gottes, DER CHRISTUS IST - der gesiegt hat und Treu ist und SEin Wort hält - das ist eine Zuversicht die uns Gewissheit gibt auch wenn wir durch schwere Tage gehen wo einem nicht gerade zum Lachen zu Mute ist...

Buchtipp:
Glaube ist kein Gefühl

LG
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Georg
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Beitragvon Georg » 28.03.2009 19:51

Hallo Jörg,

ich habe an keiner Stelle gesagt, dass Leid, Schmerzen etc Christen erspart bleibt. Die Schrift sagt sogar, dass jeder der gottgefällig lebt, Verfolgung erleiden wird (2. Tim. 3, 12). Das hat nicht viel mit Freude zu tun.
Paulus sagt sogar, dass er sich freut, Jesu Leiden zu teilen (Phil. 3,10).
Dass Leiden zum Leben eines Christen dazugehören ist biblisch und die meisten können das auch aus eigenen Erfahrungen bestätigen.

Hier geht es aber nicht um Leiden, sondern um Depression. Ich glaube an dieser Stelle reden wir aneinander vorbei.
Depression bedeutet nicht eine Zeit des Leidens, sondern eine innere Entscheidung, sich das Leid zu Herzen zu nehmen und "aufzugeben".
Ein Depressiver hat sogar oftmals kein konkretes Leid, sondern fühlt sich einfach "irgendwie" ausgeschlossen.
Ein Depressiver hat keine Perspektive, keine Hoffnung auf Heilung oder Besserung, die Gott aber versprochen hat (2. Tim. 3.11).

Es ist somit ein Unterschied ob ich Leid erlebe (z.B. Probleme in der Familie) oder ob ich depressiv bin. Man kann (soll) durch Leiden mit Freuden gehen (1. Petr. 4, 13).
Das klingt erstmal nach Klischee- "das muss man halt als Christ sagen".
Aber genau das sagt die Schrift. Somit ist Depression GEGEN den Willen Gottes. Leid ist normal, aber Depression ist falsch.

Nicht die Probleme sollen unseren Gemütszustand bestimmen, sondern wir sollen über unsere Gefühle herrschen (Röm. 5, 17).
Das ist zumindest die Theorie der Schrift. Praktisch muss man in dem Bereich (ich an ersten Stelle) vieles überwinden.

Gottes Segen
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Anton
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Beitragvon Anton » 28.03.2009 20:55

Georg hat geschrieben:Aber genau das sagt die Schrift. Somit ist Depression GEGEN den Willen Gottes. Leid ist normal, aber Depression ist falsch.
Man muss bitte vorsichtig sein, wenn man von dem "Willen Gottes" spricht.
Gott will nicht, dass jemand in die Hölle kommt, heißt das, dass niemand in die Hölle kommen und für seine Sünden Strafe erleiden wird?

Wir müssen die Unterschiede beachten und verstehen, wenn wir mit dem Willen Gottes konfrontiert werden. Wir sehen in Seinem Wort, dass Gott einen Willen hat und diesen auch hier und da klar äußert, der auf jeden Fall zu Stande kommt. In diesem Sinne kann nichts passieren, was Gott nicht will und es wird alles passieren, was Gott will. Eben weil Gott es so will und Er es in Seiner Führung allen Geschehens nicht anders zulassen wird (siehe Belege aus der Bibel weiter unten).
Dann begegnen wir Gottes gebietendem Willen. Dass ist Sein Wille, den Er von uns erfüllt sehen möchte. Wir begegnen dem z.B. in den Zehn Geboten oder auch in Seiner Aufforderung, Buße zu tun.
Und als letztes begegnen wir Gottes Willen, der Seine Gesinnung bzw. Einstellung offenbart. Z.B. dass Gott nicht will, dass jemand in die Hölle kommt.

Entspricht es Gottes Gesinnung, Unheil anzurichten? Nein, sicher nicht! Will Er von uns, dass durch uns Unheil zu Stande kommt, verlang Er das von und? Nein, tut Er nicht. Aber manchmal entspricht Unheil Gottes souveränem Willen:

Jesaja 45,7
»der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der HERR, vollbringe dies alles.«

Ein hartes Wort, aber ein biblisches!
Kann etwas Gottes Kontrolle entgleiten und anders geschehen, als Er es wollte? Ich glaube nicht.
Ist dann unser Leiden (selbstverschuldet oder nicht), Gottes Wille für uns?
Ja, ist es:

1.Petrus 4,19
»Daher sollen auch die, welche nach dem Willen Gottes leiden, ihre Seelen ihm als dem treuen Schöpfer anvertrauen und dabei das Gute tun.«

Hebräer 12,5-6
»und habt das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen spricht: "Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt."«

Römer 8,28-29
»Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.«

Zum Nachdenken:

Johannes 3,27
»Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.«

Apostelgeschichte 2,23
»diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluß und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet.«

Römer 9,18
»So erbarmt er sich nun, über wen er will, und verstockt, wen er will

Römer 13,1
»Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.«
Auch nicht die ganz fiesen ??? Nein, auch die nicht!

Epheser 1,11
»in ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluß seines Willens

Hebräer 6,16-18
»Denn Menschen schwören ja bei einem Größeren, und für sie ist der Eid das Ende alles Widerspruchs und dient als Bürgschaft. Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung in noch stärkerem Maße beweisen wollte, wie unabänderlich sein Ratschluß ist, sich mit einem Eid verbürgt, damit wir durch zwei unabänderliche Handlungen, in denen Gott unmöglich lügen konnte, eine starke Ermutigung haben, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen.«

Wie sollen wir damit umgehen?
Demütig und geduldig Gott vertrauen!
Und im Falle einer Depression?
Hilfe bei Gott ersuchen und bei treuen und gereiften Christen. Am besten bei den Ältersten der eigenen Gemeinde (Jak. 5,14-15).

Viele liebe Grüße,
Anton
»Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zur Vollendung.«
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Anton
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Beitragvon Anton » 28.03.2009 21:37

Ich habe im Bezug auf Depression bzw. Niedergeschlagenheit, vor kurzem eine sehr gute Predigt von C.J. Mahaney gehört, die ich sehr empfehlen kann:
The Troubled Soul
God’s Word and Our Feelings


Tut mir leid, Joschie, aber sie ist auf Englisch... $:|

Darin zitiert er Spurgeon und dessen Einstellung gegenüber seiner Depression:
Charles Spurgeon (1834–1892)

Charles Spurgeon wrote the following:
  • Why, I tell you, young Christians, that the most experienced believers, the men who have great doctrinal knowledge and much experimental wisdom, the men who have lived very near to God and have had the most rapt and intimate fellowship with their Lord and Savior, are the very men who have their ebbs, and their winters.
And Spurgeon himself was very familiar with those ebbs and the winter season of the soul. John Piper, in giving a biographical address about Mr. Spurgeon, noted his recurrent battles with depression. John Piper writes,
  • It is not easy to imagine the omni-competent, eloquent, brilliant, full-of-energy Spurgeon weeping like a baby for no reason that he could think of. In 1858, at age 24 it happened for the first time. He said, "My spirits were sunken so low that I could weep by the hour like a child, and yet I knew not what I wept for."....

    He saw his depression as his "worst feature." "Despondency," he said, "is not a virtue; I believe it is a vice. I am heartily ashamed of myself for falling into it, but I am sure there is no remedy for it like a holy faith in God."
Spurgeon would once write, "This depression comes over me whenever the Lord is preparing a larger blessing for my ministry." Charles Spurgeon was very familiar with a downcast, troubled soul.
Im Original (s. Link oben) kann man die Quellen-Angaben finden.

Spurgeon sah seine Depression nicht als Tugend an, sondern als Laster.
Dennoch erkannt er sie als offenbar notwendig für sein Leben und seinen Dienst.

Viele liebe Grüße,
Anton
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 28.03.2009 21:53

Georg schreibt: Hier geht es aber nicht um Leiden, sondern um Depression. Ich glaube an dieser Stelle reden wir aneinander vorbei.
Depression bedeutet nicht eine Zeit des Leidens, sondern eine innere Entscheidung, sich das Leid zu Herzen zu nehmen und "aufzugeben".


Wer glaubt, man kann einer Depression mit einer Willensentscheidung aus dem Weg gehen, dessen Botschaft und Vorwurf lautet: "Du musst nur wollen". Das ist ja in unserer deutschen Kultur so drinnen seit Kant, der gesagt hat: "das größte in der Welt ist der gute Wille". Schon Paulus wusste von der Begrenztheit seines Willens. "Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht."(Römer 7)

Wer selber einmal eine Depression durchgemacht hat (ich gehöre selber dazu), weiß, dass in der Phase der Depression der Wille sehr, sehr geschwächt ist.

Martin Luther, der selbst unter Depressionen gelitten hat, betete folgendes Gebet:

Herzliebster Herr Jesu, was für ein großer Stein schwerer Anfechtung und Gedanken liegt auf meinem Herzen! Ach, meine Seele ist mit Traurigkeit beladen und bedeckt, dass der Trost deines süßen Evangeliums nicht hineinfließen kann. Erbarme dich mein! Lege deine starke Hand an und hebe den großen Angst- und Trauerstein von meinem Herzen. Nimm weg meine Anfechtung und große Schwermut, dass ich Luft kriege und dein heilsames, herzerquickendes Lebenswasser mein mattes, ohnmächtiges Herz kühle und erfrische, dass mein Geist wieder lebendig werde und meine Seele und Leib in dir, o lebendiger Gott, sich zeitlich und ewig freuen möge. Amen
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)

Gast

Beitragvon Gast » 28.03.2009 22:04

Hallo Georg,

und deswegen sollen wir auf IHN sehen - nicht nur bei Depressionen :)

Es ging aber wohl eher um diese Äußerung von dir:
Georg schreibt: Die Bibel spricht in Verbindung mit einer festen Beziehung mit dem Vater immer von Freude, Wohlergehen, Gesundheit, seelischer Freiheit usw.
Ja - FREUDE im Blick auf IHN !!!!!

Doch nicht von Wohlergehen, Gesundheit usw. - was ER geben kann, aber nicht muss und auch kein Zeichen von einer Guten Beziehung zu IHM ist...

Denn so manch großer Mann Gottes war Bettelarm ... und doch Unendlich Gesegnet mit FRUCHT des Geistes ... und hatten gebrechen... wie sogar ein Paulus

Und so manches "Leiden" kann auch eine Depression sein :) - den so mancher Leidet darunter.... ob sie es nun wollten - ich denke eher nicht !

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Georg
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Beitragvon Georg » 29.03.2009 18:51

Hallo Arne,
ich denke wir meinen dasselbe, wir drücken uns nur anders aus $:D

Hallo Anton,
ich bin absolut für die Souveränität Gottes. Kein Spatz fällt vom Himmel ohne seinem Einverständnis.

Trotzdem wehre ich mich dagegen, falschen Umgang mit Problemen als "Gottes Wille" zu entschuldigen.
Jede Versuchung, jedes Problem dient uns (ich rede nur von Christen). D.h. wir ziehen etwas Positives, etwas Dienliches aus den schlechten Umständen, in denen wir oft stecken.
Aber wenn uns die Probleme fertig machen (ich meine jetzt Depression- ein dauerhaftes Niedergeschlagensein), dann handeln wir schlicht und einfach falsch.
Wie gesagt- es geht mir jetzt nur um die Theologie.
Ich würde keinem Depressiven sagen: "Bist selber schuld, sieh mal zu, dass es besser wird".
Hier geht es um die Sicht Gottes und die entnehme ich der Schrift.
Ich sage mit keinem Wort, dass ein Christ nicht niedergeschlagen sein oder Zweifel an Gott bekommen darf. Ein Christ ohne Probleme ist für mich kein Christ.
Aber hier geht es darum, dass Gott will, dass wir aus unser Traurigkeit rauskommen (und zwar schneller als unter die Diagnose "depressiv" zu fallen).
Deswegen ruft Jesus die Mühseligen und Beladenen zu sich. Bei Jesus ist Wasser das sättigt.

Ein Depressiver hat aber diese Hoffnung und Quelle der Kraft nicht, bzw er nimmt sie nicht in Anspruch. Selbst wenn er sich Christ nennt.
Jemand der chronisch in Traurigkeit steckt und sich täglich im lauwarmen Wasser des Selbstmitleids badet, handelt gegen den Willen Gottes.
Die Schrift sagt, dass Gott WILL, dass seine Kinder herrschen. Das bedeutet nicht, dass wir unser ganzes Leben jauchzend und springend durch den Tag gehen, wir aber unsere Kraft aus Ihm ziehen.
Wenn jemand Kraft aus Jesus zieht, sitzt er an einer immer fließenden Quelle. So ein Mensch kann nicht depressiv werden (ich rede weiterhin vom Krankheitsbild der Depression, nicht vom bloßem "traurig sein").

Ich traue mich das zu sagen, weil ich viele Probleme durchlebt habe und immer noch tue. Ich bin kein toller Glaubensheld, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Jesu Angebot immer zählt, auch in der dunkelsten Zeit und dass Er ns niemals in Depression fallen lässt. Kein Problem ist zu schwer für uns, wenn Er es uns zutraut.

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Georg
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Beitragvon Georg » 29.03.2009 18:51

Hallo Arne,
ich denke wir meinen dasselbe, wir drücken uns nur anders aus $:D

Hallo Anton,
ich bin absolut für die Souveränität Gottes. Kein Spatz fällt vom Himmel ohne seinem Einverständnis.

Trotzdem wehre ich mich dagegen, falschen Umgang mit Problemen als "Gottes Wille" zu entschuldigen.
Jede Versuchung, jedes Problem dient uns (ich rede nur von Christen). D.h. wir ziehen etwas Positives, etwas Dienliches aus den schlechten Umständen, in denen wir oft stecken.
Aber wenn uns die Probleme fertig machen (ich meine jetzt Depression- ein dauerhaftes Niedergeschlagensein), dann handeln wir schlicht und einfach falsch.
Wie gesagt- es geht mir jetzt nur um die Theologie.
Ich würde keinem Depressiven sagen: "Bist selber schuld, sieh mal zu, dass es besser wird".
Hier geht es um die Sicht Gottes und die entnehme ich der Schrift.
Ich sage mit keinem Wort, dass ein Christ nicht niedergeschlagen sein oder Zweifel an Gott bekommen darf. Ein Christ ohne Probleme ist für mich kein Christ.
Aber hier geht es darum, dass Gott will, dass wir aus unser Traurigkeit rauskommen (und zwar schneller als unter die Diagnose "depressiv" zu fallen).
Deswegen ruft Jesus die Mühseligen und Beladenen zu sich. Bei Jesus ist Wasser das sättigt.

Ein Depressiver hat aber diese Hoffnung und Quelle der Kraft nicht, bzw er nimmt sie nicht in Anspruch. Selbst wenn er sich Christ nennt.
Jemand der chronisch in Traurigkeit steckt und sich täglich im lauwarmen Wasser des Selbstmitleids badet, handelt gegen den Willen Gottes.
Die Schrift sagt, dass Gott WILL, dass seine Kinder herrschen. Das bedeutet nicht, dass wir unser ganzes Leben jauchzend und springend durch den Tag gehen, wir aber unsere Kraft aus Ihm ziehen.
Wenn jemand Kraft aus Jesus zieht, sitzt er an einer immer fließenden Quelle. So ein Mensch kann nicht depressiv werden (ich rede weiterhin vom Krankheitsbild der Depression, nicht vom bloßem "traurig sein").

Ich traue mich das zu sagen, weil ich viele Probleme durchlebt habe und immer noch tue. Ich bin kein toller Glaubensheld, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Jesu Angebot immer zählt, auch in der dunkelsten Zeit und dass Er ns niemals in Depression fallen lässt. Kein Problem ist zu schwer für uns, wenn Er es uns zutraut.

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Beitragvon Jörg » 29.03.2009 20:07

Hallo Georg, es ist ja sehr schade, dass Leute wie Spurgeon oder Luther Dich nicht kennenlernen durften. Sie hätten sich sicher viele Depressionen ersparen können, wenn sie gewusst hätten, wie leicht es ist, mit ihnen fertig zu werden.

Jörg
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Gast

Beitragvon Gast » 30.03.2009 09:35

Jörg hat geschrieben:Hallo Georg, es ist ja sehr schade, dass Leute wie Spurgeon oder Luther Dich nicht kennenlernen durften. Sie hätten sich sicher viele Depressionen ersparen können, wenn sie gewusst hätten, wie leicht es ist, mit ihnen fertig zu werden.

Jörg
Ach was! Diese "Ueber Gefuehle herrschen" - Theorien funktionieren doch nicht. Genauso wenig wie die "Gott will immer Heilung" - Theorien. In Gemeinden wo solches gelehrt wird, gibt es doch genauso viel Kranke und Depressive wie woanders. Nur dort haben sie noch dazu ein schlechtes Gewissen, dass sie immer noch krank oder depressiv sind.

Gast

Beitragvon Gast » 30.03.2009 16:13

Der gut gemeinte Allerwelts Trost: "Es wird schon wieder..." - das wäre mir zuwenig ! - den wer sagt mir den das es wieder gut geht ?

Was ist unsere Hoffnung ?

Das könnte uns hier zu diesem Thema eine schritt weiterbringen :) - oder haben wir gar keine ?

LG
Arne

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Anton
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Beitragvon Anton » 30.03.2009 16:35

HALLO, wohin soll das bitte schön noch gehen???

Die Hilfe bei einer Depression ist genau so individuelle, wie die Depression selbst.
Depressionen funktionieren nicht (!) nach dem Schema: Bei A nimm B, dann wird alles gut!

Das Thema ist zu ernst als dass man hier alle paar Tage mal einen "klugen Spruch" von sich geben kann!

Wer zu dem Thema "nichts" zu sagen hat, soll sich hier auch bitte nicht dazu äußern. Mit Spekulationen ist niemandem geholfen!
Echte Kenntnis von dem Problem wäre sehr angebracht und da kann man z.B. hier anfangen, welche zu gewinnen:
Edward T. Welch: Depressionen - Die hartnäckige Dunkelheit

Bitte habt etwas mehr Respekt vor Leuten, für die "Depression" nicht einfach nur ein Wort aus dem Lexikon ist :!:

Viele Grüße,
Anton
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Gast

Beitragvon Gast » 30.03.2009 17:53

Hallo Anton,
Das Thema ist zu ernst als dass man hier alle paar Tage mal einen "klugen Spruch" von sich geben kann!
ich weiß nicht warum du so reagierst, in meinen Augen etwas zu überzogen, aber ich sehe in der Frage - was für eine Hoffnung haben wir als Christen ? - eine großen Trost und keinen "klugen Spruch"!

Für mich ist es alles andere als aus einem Lexikon her ausgelesen - da ich Depressionen sehr gut kenne und auch weiß wie ich ihnen begegnen muss... und da ich auch gesehen habe wie der Herr Geschwister herausgeführt hat, allein schon durch die Tatsache das ihnen bewusst geworden ist - das es eine Hoffnung gibt die Berechtigt ist..., also nicht auf eine lose Floskel beruht - die Zuversicht gibt - Trotz der Not in der man sich vielleicht befindet.

Es mag hier Leute geben denen ein klinisches Thematisches abhandeln von Theorie große Freude macht - nur ich denke das es Sinnlos ist..

Ok ich werde mich hier heraus nehmen, vielleicht können die Fachleute hier ein Paar T(r)ips geben.

LG
ARne

Jörg
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Beitragvon Jörg » 30.03.2009 18:31

Ich halte die Reaktion von Anton für nicht überzogen, wenn ich sehe, wie Georg hier bei sämtlichen Themen (!) die extremsten Ansichten vertritt!!!
Das kommt wohl davon, wenn man zuviel Hartwig Henkel u.ä. liest.

Wenn Streiten wenigstens etwas bringen würde. Aber ich habe den Eindruck, man opfert viel Zeit zum Nachdenken und Schreiben und muss anchließend feststellen, dass Georg nicht einen Millimeter von seiner falschen Theologie abweicht.

Gruß Jörg
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