Umgang mit Depressionen

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

Moderator: eddi

Gast

Beitragvon Gast » 02.04.2009 20:25

Hallo Jörg,

das ist wirklich ein SUPER lese Tipp !!! :) - bis auf ein Paar Punkte

Ich habe mir das gleich durch gelesen und Verschlungen - es war lecker... falls ich das mal so ausdrücken darf... nur das ich nach wie vor darauf bestehen muss - das Todessehnsucht, Blockierende Ängste, keine Krankheit sind (auch nicht Wertfrei, den zu sagen es sei eine Krankheit ist schon nicht mehr ohne Bewertung - sprich "Schublade"), sondern in den meisten Fällen Folgen einer falschen Haltung zu bestimmten Sichtweisen oder Umständen.

Bezogen auf diese aussage:
Neben Hinfälligkeiten des Körpers wie Lungenentzündung, Magengeschwüre oder gebrochene Gelenke gibt es auch solche der Seele. Und überflutende Empfindungen von Panik, Selbstanklagen, Resignation bis Todesfurcht sind zunächst einmal wertfrei als Krankheit anzusehen und anzunehmen.
Das müsste noch mit in den Trade - Lügen die man Glaubt, abgelegt werden... als "Hoax" ;)

Das einzige Leckere und wohltuende waren jene Worte:
Eine Flut von Depressionen überschwemmt die Menschen unserer Zeit. Und welch ungezähltes Heer von Verzagten gibt es auch unter denen, die da glauben. Von zwei Seiten erfolgt nun ein völlig verständnisloser Angriff auf sie, der sie die Ketten ihrer Angst noch quälender empfinden lässt. Einmal geschieht er durch platte Parolen wie: "Lass dich nicht so hängen" oder "Das ist alles nicht so schlimm". Solche Ratgeber haben kein Mitleid mit den Schwachheiten der Brüder und Schwestern und stoßen sie noch tiefer in die Grube der Verzweiflung. Zum anderen äußern sich speziell
charismatische Kreise über Trübsinnige bisweilen dahin, dass Gottes froher, freier, starker und freudiger Geist doch nicht in derart Belasteten wohnen könne. Von hier aus ist es dann nur noch ein kleiner Schritt bis zur Unterstellung, depressive Gläubige hätten womöglich die von der Vergebung ausgeschlossene "Lästerung des Heiligen Geistes" begangen. Und dieses Urteil nehmen die ohnehin schon Geplagten geradezu begierig auf, weil es exakt ihrer düsteren Grundstimmung und den Befürchtungen ihrer Herzen entspricht. Dazu ist klar herauszustellen: Eines solchen Vergehens kann nur schuldig werden, wer wider besseres Wissen die Wunderzeichen Christi als Teufelsspuk und ihn selbst als Gesandten der Hölle abtut – wie in ihrer Vermessenheit die Pharisäer zur Zeit Jesu. Ebenso ist die Annahme in höchstem Grad unbiblisch, dass ein Geheiligter generell nicht mehr krank sein dürfe. Und das gilt nicht minder für Psychische Gebrechen. Denn noch leben wir gemäß Römer 8 im Leib der
Sünde und des Todes und seufzen in uns selbst, die Vollerlösung erwartend.
Wie anders spricht der lebendige Gott zu denen, die sich in Psalm 38,7 entdecken:
Ich bin gekrümmt und über die Maßen gebückt. Den ganzen Tag gehe ich traurig umher. Nach dem Lockruf des Heilands aus Matthäus 11 dürfen vielmehr gerade Müdegewordene oder wörtlich Abgeschundene ermunternde Erquickung erfahren. Und nach Jesaja 57 will der himmlische Vater vor allem Gebeugte und in sich selbst Zerschlagene aufrichten und bei Ihnen sein.
Wer in anhaltender Traurigkeit versinkt, wird freilich nach der Erfüllung dieser göttlichen Verheißungen fragen. Von der zugesagten Nähe, Rettung und Belebung verspürt er nämlich häufig wenig oder überhaupt nichts, obwohl er sich sehnsüchtig danach ausstreckt. Und da ist zuerst von allergrößtem Wert, dass der Betrübte zu einer nüchternden Betrachtungsweise seines Ergehens gelangt.
Ansonsten war einiges dabei was ich auch so sehe... das es eben auch eine Körperliche Ursache gibt - nur das ist gewissermaßen NICHT bei den meisten Fällen der Fall - und da ist der Seelsorger, oder das Wort Gottes die einzig wirkliche Medizin für die Seele.

Ob es eine Organische Ursache hat muss dann wohl eher mit einem Neurologen abgeklärt werden... , aber nicht mit einer Ideologie mit Dr. Titel.

Die Kliniken sind voll mit Menschen... ohne Hoffnung... aber es ist ja alles Recht gut Schubladisiert aufgelistet....

Als Schlusssatz, den ich werde aus Rücksicht hier nicht mehr zum Thema schreiben - Jeder Depressive Mensch soll hören - ES gibt eine Hoffnung die hindurch trägt - sie ist an SEIN Wort gebunden, ob Körperliches Leid, oder durch Umstände... ER wird dich Tragen, weil ER dich liebt... mach es nicht an deinen Gefühlen fest, mache alles an IHM fest... ER hat es gesagt !
Du bist vielleicht irgendwo in Behandlung, ok. - alles dient uns mit zum Guten... - nur Vergesse niemals - das ER der Christus ist der deine Hoffnung ist und dich hindurch Tragen wird - Vertaue IHM .... auch wenn du langsam, schritt für schritt dich vorwärts Kämpfst... du wirst im Vertrauen auf IHN den Dschungel hinter dich bringen... den ER Kämpft für dich !!!

Jörg
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Beitragvon Jörg » 05.04.2009 18:02

Dr. Martyn Lloyd-Jones schreibt (und das deckt sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen mit Depressionen):

"Menschen, die psychisch krank sind, können nicht zuhören. Wenn Sie ihnen einen Vers zitieren oder ihnen eine biblische Wahrheit erklären, sind sie wie taub. Sie wiederholen statt dessen immer wieder ihren eigenen Standpunkt und warten in einem Gespräch nur darauf, dass ihr Gegenüber fertig ist, um dann mit der alten Leier wieder von vorne beginnen zu können. Von dieser Regel gibt es kaum eine Ausnahme.

.....An psychisch-kranken Menschen prallt jede Art von Seelsorge ab. Ich habe immer das Gefühl, dass sie, bildlich gesprochen, einem Kreis gleichen, an den man zwar eine Tangente anlegen, bei dem man aber niemals bis ins Innere vordringen kann." (aus "Das Beste von Martyn Lloyd-Jones, S. 87, VLM-Verlag).

Wie gesagt, diese Zeilen decken sich mit meiner eigenen Erfahrung mit der Depression. Ich glaubte in der depressiven Phase voller Überzeugung, die Sünde wider den Heiligen Geist begangen zu haben. Alle gutgemeinten Versuche, mich vom Gegenteil zu überzeugen, schlugen fehl.

Arne, Du schreibst: Ansonsten war einiges dabei was ich auch so sehe... das es eben auch eine Körperliche Ursache gibt - nur das ist gewissermaßen NICHT bei den meisten Fällen der Fall - und da ist der Seelsorger, oder das Wort Gottes die einzig wirkliche Medizin für die Seele.

Lieber Arne, woher weißt Du, dass bei den meisten Depressionen keine körperliche Ursache vorliegt? Kennst Du all die Scharen der psychisch Kranken? Ich vermute, dass Du diese Sichtweise von anderen übernommen hast.

Ich schließe mit einem Liedvers von Paul Gerhardt, den man auch gut als Gebet für Depressive beten kann:

Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen.

Eine gesegnete Woche wünscht Jörg
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 05.04.2009 19:22

Noch eine Ergänzung aus dem Buch "Das Beste von Martyn Lloyd-Jones", S.84-86, VLM-Verlag:


"Jemand, der diese Zusammenhänge (das es sich bei Depression um eine Krankheit handelt) wie kaum ein anderer durchschaute, war der puritanische Theologe Richard Baxter, der vor mehr als dreihundert Jahren lebte. Was Baxter hinsichtlich der Differentialdiagnose bei psychisch Kranken schreibt - wie man geistliche Symptome von psychischen unterscheidet-, ist besser als alles andere, was ich zu diesem Thema bisher gelesen habe. Baxter führt folgendes aus:

"Melancholie liegt meiner Ansicht nach nicht bei solchen Menschen vor, deren Verstand sich um ihre Sünden sorgt - die die Sünde als schwere Last empfinden und sich eine Errettung und Erlösung von dieser Last von Herzen wünschen, selbst wenn diese Gefühle ihre ganze Persönlichkeit und ihr ganzes Denken in Anspruch nehmen - jedenfalls, solange Verstand und Vorstellungsvermögen noch intakt sind und die Denkfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. Melancholie"- und damit meint Baxter eine psychische Erkrankung - "liegt dann vor, wenn das Denken krankhaft verändert ist, wenn Phantasie und Vorstellungsvermögen fehlerhaft sind und verletzt reagieren, was man für gewöhnlich an folgenden Kennzeichen erkennen kann..."

Baxter führt dann 35 Punkte auf, die eine genaue Differentialdiagnose ermöglichen, d.h. diejenigen, die in einer "geistlichen Krise" stecken, von denjenigen unterscheiden, die tatsächlich psychisch krank sind. Ich nenne Ihnen einige der wichtigsten Punkte:

1. Es sind Menschen, die über die Maßen ängstlich sind, ohne daß es einen greifbaren Grund für ihre Angst gäbe. Alles, was sie hören oder lesen, trägt zur Verstärkung dieser Angst bei, ganz besonders dann, wenn die Krankheit erstmalig durch ein Angstgefühl ausgelöst wurde (was fast immer der Fall ist).

2. Ihre Phantasie trägt dazu bei, das Schuldgefühl und den Kummer nur noch zu verstärken.

3. Oft steigen die Gefühle der Traurigkeit ins Unermeßliche. Die Menschen weinen völlig grundlos, wenn sie auch selbst einen Grund für ihre Traurigkeit zu erkennen meinen. Wenn sie dann jedoch einmal lachen oder Anzeichen von Fröhlichkeit zeigen, verdammen sie sich sofort wieder selber, gerade so, als wäre Fröhlichkeit eine Sünde.

4. Glaube und Religion dieser Menschen erschöpfen sich in Gefühlen von Trauer und Sündenbewußtsein ("mein sündiges Fleisch").

5. Sie klagen sich ständig selber an und benutzen alles, was sie sehen, hören oder lesen dazu, um diese Selbstanklagen zu verstärken.

6. Von der Melancholie befallene Menschen glauben, daß Gott sie verlassen hat und daß es für sie keine Hoffnung mehr gibt.

7. Sie glauben, daß der "Tag des Heils" der Vergangenheit angehört und an ihnen vorbeigegangen ist.

8. Sie denken oft über die Lehre der Erwählung und Prädestination nach und sind davon überzeugt, daß sie zu den "Verworfenen" gehören und daß nichts und niemand auf der Welt ihnen helfen kann, da Gottes Gnade an ihnen vorübergegangen ist.

Baxter schließt seine Ausführungen folgendermaßen ab:

Punkt 35: Und in dieser fürchterlichen Seelenqual der Melancholie" - womit im damaligen Sprachgebrauch, wie gesagt, eine psychische Erkrankung gemeint war - "glauben die allerwenigsten daran, daß sie unter einer solchen Krankheit leiden. Sie verabscheuen vielmehr jeden, der ihnen vorhält, daß sie von diesem Leiden betroffen sind. Nein, sagen sie, es sei der Verstand, der ihnen sage, daß Gott sie verlassen und seinen Zorn über sie ausgegossen habe. Man kann diese Menschen daher auch kaum dazu bewegen, irgendeine Medizin einzunehmen oder etwas für ihre körperliche Gesundung zu unternehmen, denn sie glauben ja, daß alles in Ordnung sei und daß lediglich ihre Seele leide. Es steht also sehr schlimm um diese Menschen, und sie verdienen unser ganzes Mitleid."
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Beitragvon lutz » 05.04.2009 19:44

Hallo Jörg,

ich habe deine Beiträge mit Interesse gelesen und hätte jetzt zwei Fragen an dich.
(Wenn diese sich nicht beantworten lassen, ohne in persönliche Details gehen zu müssen - dann ignoriere einfach.)

1. Aus deiner ganz persönlichen Erfahrung:
Gab es "Dinge", die dir die depressive Situation milderten?
(Also gab es Menschen, die so reagiert haben, dass es dir erträglicher
war? Wenn ja, was haben sie getan?)

2. Wie bist du letztlich rausgekommen?

Danke!
Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 05.04.2009 19:56

Hallo Jörg,
Lieber Arne, woher weißt Du, dass bei den meisten Depressionen keine körperliche Ursache vorliegt? Kennst Du all die Scharen der psychisch Kranken? Ich vermute, dass Du diese Sichtweise von anderen übernommen hast.
Das was ich geschrieben habe ist aus meiner Praktischen Erfahrung und aus meinem Glauben an Jesus Christus geschrieben wurden - und nicht aus einem Lehrbuch... nur als INFO !

Warum Fragst du mich das ? Tipp von mir... unterhalte dich mit Depressiven Menschen und hör dir ihre Geschichte an :) - ich habe schon einige Geschichten zu erzählen - und es gibt sicher noch Stellen bei denen man sich nach genaueren Zahlen erkundigen kann - ich wollte eigentlich nicht weiter auf dieses Thema eingehen, aber da du mich ja direkt angesprochen hast möchte ich noch mal darauf eingehen was du geschrieben hast...

Wenn du das was ich geschrieben habe gelesen hast... müsstest du gelesen habe das ich viele Punkte die Jones auflistet, ebenfalls genannt habe... nur das ich zu einer anderen Schlussfolgerung gekommen bin wie Jones - denn er bleibt an dieser stelle stehen... Wir müssen sehen das wir manchmal bei unseren Beurteilung von Umständen einen Weg beschreiten der einmal einem Lot oder einem Abraham ähnelt...

Glaubst du das wir die diejenigen sind die einem "Depressiven" aus diesem Loch heraus helfen können ? Der sich eben genau an den von Jones genannten Abgründen befindet - sprich "Endstation" ?

Wir geben die Hoffnung weiter die in uns ist... Gebet, Vertrauen, liebe, Geduld und Tiefe Betroffenheit... aber immer ziehend zum Vater und immer im Blick auf Jesus Christus... ER ist der Handelnde...

Was haben wir für eine "Hoffnung" ?

Im meinem bis jetzt kurzem leben bin ich vielen Menschen begegnet - Christ wie nicht Christ - die in derart Hoffnungslosen Situationen anzutreffen waren... und ich kenne auch solche Situationen - Situationen in denen nur Jesus Christus helfen kann... und ich lebe - und Preise Gott für diese Gnade... eine Hoffnung zu haben die selbst dann noch lebt wenn die Wüste einen verschlingen will... und darum geht es mir - Jesus IST der Christus... (kann man Verstehen was ich damit sagen möchte)

Das mit der Behauptung - das die meisten "Depressionen" durch eine falsche Sicht und einem falschem Umgang mit Lebensumständen herrührt ist zu beobachten...

Man kann auch sagen das hier sicher nicht nur eine "Depression" angesiedelt ist, sondern auch andere Äusserungen von Seelischer Not die sich im Organischen Bereich niederschlagen... Bullemie, Magersucht, Ritzen, und sogar Psychosen... Magengeschwüre usw.

Darf ich dich fragen warum haben wir Christen eine "Hoffnung" worauf stützt sie sich ....

Die Antwort ist auch die Lösung !

Glauben wir IHM !

Hast du hier auch schon mal rein geguckt - was sagst du ?
http://server-p002.hostpoint.ch/~biblisch/public_html/

Übrigens ich höre jetzt gerade die erste MP3 dieser Homepage... weil ich noch nicht dazu gekommen bin und ich bin überrascht das ich auch hier das wiederfinde was ich selbst auch Glaube... zu mindestens das was ich jetzt gerade höre... schön ...

Jörg
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Beitragvon Jörg » 05.04.2009 20:39

Hallo Lutz, damals, es war im Jahr 1989, als ich glaubte, ich hätte die Sünde begangen, die nicht vergeben werden kann, ging ich in meiner Verzweiflung zu einem Pastor einer freien evangelischen Gemeinde, der für mich betete. Als ich von ihm wegging, hatte sich zunächst einmal überhaupt nichts verändert. Ich ging genauso hoffnungslos zu Bett wie zuvor; ohne Hoffnung von Gott einmal angenommen zu werden - nur die Erwartung der Hölle. Am nächsten Morgen passierte etwas, was ich als ein Wunder empfinde: Ich schlug die Bibel auf und stieß auf das Wort:
"Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. (Psalm 31, 23). In diesem Moment geschah das Erstaunliche: ich konnte wieder glauben, daß Gott mich angenommen hat. Einen Tag vorher hatte der Pastor für mich gebetet und ich glaube, Gott hatte das Gebet erhört.

Das soll nun nicht heißen, daß ich seidem keine Depressionen mehr hatte. Nein, ich hatte noch einige Male damit zu tun. Aber es war, Gott sei Dank, nie mehr so schlimm, daß ich meinte, Gott hat mich völlig verlassen.

Was hat mir geholfen? Vielleicht sage ich ersteinmal, was mir nicht geholfen hat. Im Krankenhaus besuchte mich damals ein Glaubensbruder und das einzige, was er mir anbot, war, ich könne ihm meine Sünden bekennen. Es wäre besser gewesen, er hätte mich nicht besucht.

Geholfen haben mir Menschen, die ebenfalls unter Depressionen gelitten haben. Das waren Menschen, die wirklich mitleiden konnten.

Ich bin aber auch dankbar für Ärzte und auch für Medikamente wie schon Dr. Martyn Lloyd-Jones schreibt:

"Wir können also getrost denjenigen, die unter einer psychischen Krankheit leiden, versichern, daß es erlaubt ist, Medikamte einzunehmen und damit den Gehirnstoffwechsel positiv zu beeinflussen. Wenn die Verabreichung von Psychoharmaka medizinisch angezeigt ist, sollten sie "mit Danksagung empfangen" werden. Die Wirkstoffe der Natur und die Erzeugnisse der Pharmaindustrie sind Gottes Geschenke und sollten zu seiner Verherrlichung eingesetzt werden." (aus "Das Beste von Martyn Lloyd-Jones, S. 107, VLM-Verlag)

Ein Arzt sagte damals treffend: Ein Medikament ist eine Krücke!

Was mir damals auch half war ein Abteilungswechsel innerhalb der Firma. Sicherlich hat Gott es so gelenkt, dass ich heute eine Arbeit ausführen kann, die eine Depression nicht begünstigt.

Es wäre noch viel zu sagen, aber ich kann heute sagen, daß ich ohne Gott nicht mehr leben würde. IHM sei alle Ehre.

Liebe Grüße Jörg
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)

Gast

Beitragvon Gast » 05.04.2009 21:00

Hallo Jörg,

diesen Trost zu erleben - darum geht es ...
Hallo Lutz, damals, es war im Jahr 1989, als ich glaubte, ich hätte die Sünde begangen, die nicht vergeben werden kann, ging ich in meiner Verzweiflung zu einem Pastor einer freien evangelischen Gemeinde, der für mich betete. Als ich von ihm wegging, hatte sich zunächst einmal überhaupt nichts verändert. Ich ging genauso hoffnungslos zu Bett wie zuvor; ohne Hoffnung von Gott einmal angenommen zu werden - nur die Erwartung der Hölle. Am nächsten Morgen passierte etwas, was ich als ein Wunder empfinde: Ich schlug die Bibel auf und stieß auf das Wort:
"Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. (Psalm 31, 23). In diesem Moment geschah das Erstaunliche: ich konnte wieder glauben, daß Gott mich angenommen hat. Einen Tag vorher hatte der Pastor für mich gebetet und ich glaube, Gott hatte das Gebet erhört.
Ich kenne "Depressionen", ich kenne innere Zerrissenheit, ich kenne Hoffnungslosigkeit... ist das in deinen Augen ein Hohn wenn ich sage das Jesus Christus unsere Hoffnung ist und eine Depression in den meisten fällen keine Organische Ursache hat - und das Jesus Christus heraus führt wenn man IHM Vertraut und nicht der Krücke - den wenn die Krücke zum Fundament wird - was bleibt einem dann ?

ich kenne es... auch ohne Krücke, weil ich es selbst erlebt habe ... und ich habe IHN erfahren und ER wurde mir zum Trost... und zur Kraft und zur Freude...

Glaubst du das ich einem Depressiven den Vorwurf mache nicht richtig zu Glauben, das er so ist weil er eine Sünde begangen hat - wenn das so sein sollte, ich weiss es nicht - dann muss ich dir einfach sagen es ist ein Irrtum - ich möchte hier die Change nutzen und den Hoffnungslosen zusagen das es eine Hoffnung gibt die eben nicht am tropf und in Resignation besteht - sondern in Freiheit und freude zu kommen im Blick auf IHN - wer gefallen daran findet sein leben darin zu fristen mit dem Blick in den Spiegel zu verleben... bitte es ist jedem selbst überlassen - aber es muss nicht sein...

Diesen Vortrag höre ich gerade:
http://server-p002.hostpoint.ch/~biblis ... rmon_id=17

Ich habe erlebt wie mein zwei Jähriger Bruder in seinem eigenen Blut lag und starb als ich sechs Jahre Alt war, ich sah Verzweiflung und zerstöre Familien, Suff, Streit und Hass - ich sah wie meine Mutter durch ihren Mann in den Tot getrieben wurde, sie bekam einen Herzinfarkt mit 50, ich musste erfahren das sich ein lieber Bruder im Herrn und Familien Vater das leben nahm... ich sah wie lähmend die Hoffnungslosigkeit in vielen Menschen wirkt - wie sie ihren Trost und ihre Hoffnung auf alles richten was ihn irgendwie nur verspricht heraus zu kommen... manche die ich kennen gelernt habe sind heute noch unfähig ihr leben in den Griff zu bekommen - und immer dieses Kreisen um ihren Abgrund...

Ich denke ich kenne Verzweiflung und darum weise ich auf Jesus Christus hin - den ER hält was ER verspricht, also werfen wir unser Vertrauen nicht Weg welches eine große Belohnung hat!

Liebe Grüsse
Arne

P.s Meine Hoffnung ist - das Menschen ihre Hoffnung auf Jesus Christus setzen... und nicht auf sich selbst und nicht auf Menschen...
Zuletzt geändert von Gast am 05.04.2009 21:22, insgesamt 1-mal geändert.

Jörg
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Beitragvon Jörg » 05.04.2009 21:18

Lieber Arne, ich glaube nicht, daß Du zu der Sorte Christen gehörst, die einem Depressiven sagen: Du hast gesündigt oder zu zu wenig Glauben. Fühle Dich bitte nicht persönlich angesprochen. Ich habe nur meine persönliche Erfahrung wiedergegeben.

Eine Bitte habe ich nur noch an Dich, verurteile nicht einen Christen, der vielleicht einmal in die Situation kommt, Medikamente gegen die Depression zu nehmen. Bete dafür, daß Gott fröhliche Gedanken gibt, "den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen", wie Paul Gerhardt das so wunderbar ausdrückt.

Gute Nacht und alles Gute Jörg
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)

lutz
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Beitragvon lutz » 05.04.2009 21:24

Hallo Jörg,
erst einmal Danke für deine mutige und ausführliche Antwort.
Ich denke, dass mich die Antwort auf die Frage nach konkreter, menschlicher Hilfe nicht allein interessiert.

Eine Frage habe ich doch noch:
Du schreibst, dir haben die geholfen, die auch darunter leiden oder gelitten haben.
Ist diese Hilfe so zu verstehen:
Als ein Mitfühlen, ein Verstehen?
Oder ist es gar mehr gewesen, ein ganz spezieller Umgang?
Ganz spezielle Gespräche?

Dass dieses "Rauskommen" nur ein Vers von Gottes Wort war, habe ich auch schon bezeugt bekommen. (Zumindest von einer Person, die monatelang im Suizidkreislauf war - sich ähnlich von Gott ganz verlassen glaubte und auch jeder persönliche Glaube schien sich im Zweifel aufzulösen.)
Dieses "Rauskommen" gestaltete sich nicht als ein euphorisches von 0 auf 100. Es ging langsam, aber merklich!

Übrigens teile ich die Verteufelung von Medikamenten auch in diesem Bereich nicht.
Mir ist es aber wichtig, dass was du zitiert hast:
Medikamente als Krücke!
Dabei denke ich auch an Familienväter, die u. Umständen Alleinverdiener sind, an Frauen mit Kleinkindern ...
Hier darf man an eine krückenhafte Hilfe denken, um der Verantwortung für die Familie gerecht zu werden.
Und wie du schön ausführst - Medikamente sind auch eine gute Gabe unseres himmlischen Vaters und wir dürfen auch hier mit Danksagung empfangen.

Dabei stimme ich auch Arnes Ausführungen zu, nicht das Medikament ist unsere Hoffnung. Wir leben nicht auf Grund eines Medikaments.
Die Sicht wird sicher weiter und tiefer gehen, so dass wir zur Quelle aller guten Gaben zurück gelangen.
Wir müssen die Gaben nicht gegen den Geber ausspielen (Gabe kann auch ein Arzt sein ...) - wichtig ist, dass wir wissen woher die Gaben uns zukommen!

Liebe Grüße Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 05.04.2009 21:27

Jörgen ich Verurteile sie nicht ich kann sie Verstehen, wenn sie das tun... aber lass mich ihnen sagen... Es gibt eine "Hoffnung" die sie mit Freude erfüllen wird... und es ist unser Herr der uns sagt... so sehr habe ich DICH geliebt, so sehr... das ich mich für dich gab.. - und ER ist Treu und ER steht zu allem was ER uns Versprochen hat... Es ist sein Wort...

Ich Verstehe es, wer diese Schmerzen kennt kann nicht Verurteilen... sondern nur sagen - ER kann... Vertraue IHM !

Gast

Beitragvon Gast » 05.04.2009 22:37

lutz hat geschrieben:
Übrigens teile ich die Verteufelung von Medikamenten auch in diesem Bereich nicht.
Mir ist es aber wichtig, dass was du zitiert hast:
Medikamente als Krücke!
Dabei denke ich auch an Familienväter, die u. Umständen Alleinverdiener sind, an Frauen mit Kleinkindern ...
Hier darf man an eine krückenhafte Hilfe denken, um der Verantwortung für die Familie gerecht zu werden.
Und wie du schön ausführst - Medikamente sind auch eine gute Gabe unseres himmlischen Vaters und wir dürfen auch hier mit Danksagung empfangen.

Dabei stimme ich auch Arnes Ausführungen zu, nicht das Medikament ist unsere Hoffnung. Wir leben nicht auf Grund eines Medikaments.
Die Sicht wird sicher weiter und tiefer gehen, so dass wir zur Quelle aller guten Gaben zurück gelangen.
Wir müssen die Gaben nicht gegen den Geber ausspielen (Gabe kann auch ein Arzt sein ...) - wichtig ist, dass wir wissen woher die Gaben uns zukommen!
Es weicht vom Thema ab, aber was denkt ihr ueber das weit verbreitet ADS und die entsprechende Medikation?

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Beitragvon lutz » 05.04.2009 22:50

Hallo Till,

mir ist jetzt nicht klar, wo hier was abweicht?

Eingangs sind folgende Fragen als erstes formuliert:
Wie gehe ich als Christ mit Depression um? und
Wie gehe ich mit Geschwistern um, die von Depression betroffen sind?

Lutz

Jörg
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Beitragvon Jörg » 06.04.2009 05:21

lutz hat geschrieben: Eine Frage habe ich doch noch:
Du schreibst, dir haben die geholfen, die auch darunter leiden oder gelitten haben.
Ist diese Hilfe so zu verstehen:
Als ein Mitfühlen, ein Verstehen?
Oder ist es gar mehr gewesen, ein ganz spezieller Umgang?
Ganz spezielle Gespräche?
Hallo Lutz, ich kann schon von Freundschaften sprechen. Wunderbare Freundschaften, die bis heute anhalten. Mit zwei Freunden bin ich regelmäßig Joggen gegangen; hierbei führten wir sehr intensive Gespräche und das körperliche Training hatte auch positive Aspekte.

Viele Grüße Jörg
Wer sich nur nach dem, was er fühlt, richtet, der verliert Christus. (Martin Luther)

Gast

Beitragvon Gast » 06.04.2009 07:38

Hallo Lutz,
nicht das Medikament ist unsere Hoffnung. Wir leben nicht auf Grund eines Medikaments.
Die Sicht wird sicher weiter und tiefer gehen, so dass wir zur Quelle aller guten Gaben zurück gelangen.
Das ist es... und darum geht es auch unserem Herrn, den er ist ja nicht unsere Krücke für unser leben hier in dieser Welt, sondern unser leben.

Oft werden hier die dinge verkehrt... Jesus Christus wird zur Krücke und das Medikament oder die Methode zum leben...

Darauf Zielen meine Worte...

LG
Arne

Gast

Beitragvon Gast » 06.04.2009 09:59

lutz hat geschrieben:Hallo Till,

mir ist jetzt nicht klar, wo hier was abweicht?

Eingangs sind folgende Fragen als erstes formuliert:
Wie gehe ich als Christ mit Depression um? und
Wie gehe ich mit Geschwistern um, die von Depression betroffen sind?

Lutz
Meine Frage zu ADS weicht vom Thema ab. Nicht was du geschrieben hast.


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