Christen in der Politik?

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H.W.Deppe
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Christen in der Politik?

Beitragvon H.W.Deppe » 18.09.2007 21:55

Auf Wunsch von Joschie stelle ich diesen Beitrag, der ursprünglich aus einem anderen Thread stammt, zur Diskussion an dieser Stelle rein:
Joschie hat geschrieben:sollen sich Christen generell aus der Politik heraushalten oder auf welchen Feldern sollten sie sich einbringen?
Es gibt Gemeinderichtungen, in denen es sogar Tabu ist, sich an Wahlen zu beteiligen. Ich selbst konnte mich als Christ auch noch nicht dazu durchringen, einer Partei meine Stimme zu geben. Aber hier ein "Verbot" zu machen, ginge wohl über die Schrift hinaus.

Da Paulus dazu ermuntert, dass jeder in der gegebenen Stellung bleiben sollte, denke ich, dass ein Staatsmann oder Regent, der Christ wird, durchaus ein solcher bleiben kann. Problematisch ist es, wenn ein Parteipolitiker Christ wird, der in einer Partei ist, die Abtreibung oder Homosex usw. programmatisch fördert.

Als Christen jedoch gemeinschaftlich und organisiert die Politik zu beeinflussen (von wegen "Partei bibeltreuer Christen" und vor allem die aktuellen Allianz- und Evangelikalen-Bestrebungen, oben kräftig mitzumischen), das halte ich für sehr bedenklich. Demokratische Politik ist immer ein Weg der Kompromisse. Ich kann mir nicht vorstellen, da biblischen Grundsätzen treu bleiben zu können, wie z.B. nicht mit Ungläubigen an einem Joch ziehen (2Kor 6) und im Bewusstsein als Himmelsbürger und Fremdlinge zu leben.

Wohin die Vermischung von Machtinteressen mit dem Anliegen der Gemeinde Jesu führt, sieht man an der RKK.

Wenn weiterer Diskussionsbedarf besteht, bitte neuen Thread anfangen, da es hier sonst zu komplex wird.

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
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Beitragvon Willi A. » 24.09.2007 15:12

Hi, Ich Persönlich komme auch aus einem Kreis wo man behauptet das
Politik nix für Christen sei...
und natürlich besteht da eine gewisse Gefahr so eine Position als Christ einzunehmen.

Ich bin zwar kein Charismat aber mir gefällt die Aussage die mal einer gemacht hat:Wir bräuchten eine Christliche Regierung die die Moral und die Gerechtigkeit in unserem Land hüten würde!!

Klingt machtgierig und wenn jemand wie Er so eine Position einnehmen würde so würden die meisten Christen denken er sei der Antichrist nicht war?

Mal ganz ehrlich:wenn jemand wie DU in der Regierung ein wörtchen
mit zu reden hätte , dann würden so manche Gesetze nicht mal in Frage kommen...wie Ehe von Homosexuelle u.s.w.

Unabhängig davon ob du Baptist, Katholik oder sonst jemand bist

Ich sehe klare vorteile darin Christ zu sein und in der Politik mit zu mischen $:D So VIIIIIIIIIIIIIELE wie möglich

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Beitragvon H.W.Deppe » 24.09.2007 15:47

Willi A. hat geschrieben:Ich sehe klare vorteile darin Christ zu sein und in der Politik mit zu mischen
Pragmatismus hin oder her - hier im *biblischen* Forum stehen wir aber vor der Frage, was sagt die Bibel dazu?

Es wird oft behauptet, die Schrift sagt, wir sollten "der Stadt Bestes suchen" (mit Hinweis auf Jer 29,7). Doch welche neutestamentliche Schriftstelle unterstützt die Forderung, Christen sollten in die Politik? Jeremia 27,9 bezieht sich auf das damalige Babylon, das vor vielen Jahrhunderten durch Gottes Gericht von der Erde verschwand. Wer diese Aussage einfach auf heute übertragen will, muss dann auch zugestehen, dass die heutige "Stadt" ebenfalls babylonisch ist ...

Außerdem sind es ja zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, ob man aktiv politische Führungspositionen erstrebt, oder ob man das Wohl der Gesellschaft sucht durch Evangelisation, Gebet, Diakonie, Vorbild, Meinungsäußerung etc.

Grüße, Werner
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Beitragvon Joschie » 24.09.2007 19:22

Hallo Ihr!
Aus euren Beiträgen ersehe ich das man erstmal klären müßte was man mit Politik meint. Mir ging es primär nicht darum das Christen Mandatsträger werden müssen, sondern um die Einmischung in Alltagsfragen wie ein Thema z.b. was mir ganz wichtig ist, Sterbehilfe. Ich denke es ist eine Illusion das sich Christen aus der Politik raushalten können. Vielleicht bin ich auch durch meine Erfahrung in der DDR geprägt, wo schon nicht zu den Wahlen gehen und den Armeedienst zu verweigern als politisch eingestuft wurde.
Joschie!
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Beitragvon Joschie » 28.09.2007 18:01

Hallo Ihr!
Nach mehreren Gesprächen zu diesem Thema stellte ich fest ob man positiv oder negativ dazu eingestellt ist, hängt sehr stark davon ab wie man die Endzeit sieht. Als Christ so sehe ich es wird man immer im Spannungsfeld zwischen Rö. 13 und Off. 13 leben. Bin auf eurer Meinung gespannt.
Gruß und Segen vo :wink: $:P n Joschie!
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