Theologiestudium

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Moderator: eddi

maxb
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Theologiestudium

Beitragvon maxb » 13.03.2008 17:59

Hallo.
Ein Bruder steht vor der Wahl des Studiums und er tendiert grade ziemlich zu Theologie. Was er danach machen möchte weiß er selbst noch nicht genau und möchte sich das so offen wie möglich halten.
Wäre nett wenn hier jemand Erfahrungen zu verschiedenen Einrichtungen teilen könnte.
Die Ausbildung soll schon bibeltreu sein, weshalb die staatlichen Unis schon mal weg fallen. Allerdings habe ich davon gehört, dass man in Tübingen zusätzlich zum "normalen" Theologiestudium noch sone Art "Gegengift" über das Albrecht-Bengel-Haus bekommen kann...Ist das empfehlenswert?
Falls es Bibelschulen gibt, die man aus gewissen Gründen gleich ausschließen kann wäre ich auch dafür dankbar (bitte mit Angabe von Gründen).

Gruß,
max

Olly
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Beitragvon Olly » 13.03.2008 19:15

Hallo,

es gibt immer ein für und gegen bestimmte Bibelschulen und da kann man schwerlich einen Rat geben.

Es lohnt aber vielleicht trotzdem die Nachfrage, aus welcher Gemeinderichtung derjenige welcher kommt, der ein Bibelstudium oder ähnliches betreiben möchte, denn es wäre sinnvoll, eine Bibelschule mit gleicher Ausrichtung zu besuchen.

Generell würde ich die Akademie für Reformatorische Theologie (ART) in Hannover empfehlen. Sollte jedoch nur ein Bibelstudium dran sein, so hilft bestimmt einmal ein Blick in Richtung SBS oder EBTC. Und wer weiter weg und zwar in die Schweiz will, demjenigen könnte ich noch Beatenberg empfehlen.

Ansonsten schon mal etwas vom Martin Bucer Seminar gehört?

Gruß

Olly
Was sagt Dir das Wort "Hebräer" ?

maxb
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Beitragvon maxb » 13.03.2008 19:23

Es soll schon eine richtige Ausbildung mit Abschluss sein. Sollte die Ausbildungseinrichtung nicht eher gewisse Werkzeuge in die Hand geben an Hand deren sich der Student dann selbst eine Meinung bilden kann? So sollte doch dann die theologische Ausrichtung der Bibelschule/Akademie/etc. "neutral" sein, wenn ihr versteht, was ich meine? Von der Gemeindeausrichtung her kommt er aus ner Brüdergemeinde. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass die Bibel als vollkommen irrtumslos angesehen wird und nicht irgendwie daran herumgewässert wird.
Das ART klingt interessant, schau ich mal nach. Danke!

chritsch
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Re: Theologiestudium

Beitragvon chritsch » 13.03.2008 20:19

Hallo Max
maxb hat geschrieben:Ein Bruder steht vor der Wahl des Studiums und er tendiert grade ziemlich zu Theologie. Was er danach machen möchte weiß er selbst noch nicht genau und möchte sich das so offen wie möglich halten.
Aus eigener Erfahrung: Der Bruder sollte sich wirklich gut überlegen was er sich da antut! Vor allem dann, wenn er (noch) keinen klaren Ruf von Gott her in diese Richtung erhalten hat (und dies lese ich zumindest aus deinen Zeilen heraus). In einer gründlichen theologischen Ausbildungsstätte - auch in einer mit "guter Theologie" - wird sein persönlicher Glaube stark durchgeschüttelt und er wird immer wieder herausgefordert die alten, manchmal lieb gewonnenen Überzeugungen zu hinterfragen. Ohne die Gewissheit, dass Gott ihn da hinein gestellt hat, wird er sich ziemlich schwer tun.

Ich habe genau das vor einigen Jahren durchgemacht... Ich wollte in meiner beruflichen Zukunft "irgend etwas" im Reich Gottes tun. Da ich vom Typ her mehr Theoretiker als Praktiker bin und einige Leute aus meiner damaligen Gemeinde mir diesen Weg auch nahe gelegt haben, begann ich mit einer theologischen Ausbildung. Leider "vergass" ich auf Gottes Antwort zu warten. Die Zeit während der Ausbildung war in vielen Lebensbereichen sehr herausfordernd und "die Probleme wurden immer grösser" (dies wurde zu einem geflügelten Wort, wenn wir Studenten wieder einmal mit rauchenden Köpfen über unseren Arbeiten sassen). Lange Einleitung, kurzes Ende: Nur wenige Meter vor der Ziellinie habe ich mein Studium abgebrochen... Und ich war nicht der einzige in meinem Jahrgang, der an seine Grenzen kam - gerade weil die klare Berufung Gottes fehlte.

Keine Frage, ich habe in dieser Zeit viel über mich und auch über Gott gelernt, aber es war auch eine harte Lebensschule.

Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich dem Bruder dringend empfehlen die ganze Angelegenheit weiter vor Gott zu bringen, bis Dinge wie "tendiert grade ziemlich", "weiß er selbst noch nicht genau" und "so offen wie möglich halten" einer klaren Berufung gewichen sind.
Freundliche Grüsse
Hitsch Meyer

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H.W.Deppe
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Re: Theologiestudium

Beitragvon H.W.Deppe » 13.03.2008 20:39

chritsch hat geschrieben: keinen klaren Ruf von Gott her in diese Richtung
Was genau meinst du damit? Etwas Hörbarbes, Spürbares, nur subjektiv Wahrnehmbares?

Und wo lehrt das NT, dass solch ein solch subjektiver "Ruf" erforderlich ist, bevor man mit einem organisierten Bibelstudium beginnt? ??!

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
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chritsch
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Re: Theologiestudium

Beitragvon chritsch » 13.03.2008 21:03

Hallo Werner
H.W.Deppe hat geschrieben:Und wo lehrt das NT, dass solch ein solch subjektiver "Ruf" erforderlich ist, bevor man mit einem organisierten Bibelstudium beginnt? ??!
Du hast mich ertappt - ich neige zu einem übermässigen Gebrauch von frommen Floskeln :wink:

Aber vielleicht kann ich es so ausdrücken: Diejenigen Studenten, die sich im Klaren waren, mit welchen Zielen sie diese Ausbildung in Angriff nahmen, hatten auch in schwierigen Zeiten die Motivation das Studium durch zu ziehen. Anderen (so wie z.B. mir) fiel es viel schwerer durchzuhalten, da sie "irgend wie irgend etwas in diese Richtung" machen wollten und keine wirkliche Vorstellung hatten weshalb sie eigentlich hier waren.

Mein Punkt ist, dass sich der Bruder wirklich gewiss sein sollte, ob dies der richtige Weg für sein Leben ist, sonst könnte es sein, dass er nach drei,vier oder fünf Jahren die Ausbildung zwar beendet, aber trotzdem ohne Perspektive da steht.

Mir ist bewusst, dass ich ein notorischer Pessimist bin $:| - trotzdem ist mir wichtig diesen Punkt festzuhalten, wenn mich jemand nach einer theologischen Ausbildung fragt.
Freundliche Grüsse
Hitsch Meyer

maxb
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Beitragvon maxb » 13.03.2008 21:11

Vielen Dank für deinen Rat, Hitsch!
Auch, wenn ich Werners Antwort nachvollziehen kann, wäre ich dankbar dafür, wenn hier keine Diskussion über den Willen Gottes entsteht ;)

Im Allgemeinen wird es wohl nicht passieren, dass er auf ein Mal eine Stimme hört, die ihm sagt welche Bibelschule/Universität er besuchen soll.
Aber ich denke schon, dass man eine große innere Gewissheit bekommen kann und ich werde ihm das ans Herz legen. Aber manchmal hat man auch keine vollkommene Gewissheit.
Egal, was er tut, es wird ihm nach Röm 8,28 zum Besten dienen.
Was, wenn Gott dieses Studium nicht will?
Ich möchte gerne diese Nachricht weiter geben: http://www.youtube.com/watch?v=f4ld0JjIdqA

Für alle, die kein Englisch können, hier der Kernsatz:
Es geht nicht um UNSERE Fähigkeit Gott zu hören, sondern um SEINE Fähigkeit uns zu leiten.

Nu hab ich schon Futter für eine Diskussion gegeben...vlt. in einem extra-thread?

Gast

Beitragvon Gast » 14.03.2008 08:59

Hi Max,
der "bruder" sollte schon wissen, warum er Theologie studieren möchte. Was ist das Ziel? Leidenschaft für das Volk Gottes? Pastor werden? Wenn ja, wo? Denn wenn er z.B. in der FEG mitarbeiten möchte, gibt es dort spezielle Ausbildungsstätten. Oder die FTA in Gießen. Will er vollzeitig arbeiten, sich also von der Gemeinde oder der LK bezahlen lassen? Oder einfach nur solide geistliche Information und Ausbildung? Warum dann unbedingt ein "Abschluß"? Der wird doch gebraucht, wenn man sich anstellen lassen möchte. In der LK braucht man schon einen univers. Abschluß zum Pfarramt. Da wäre Tübingen zu überlegen. Das Bengelhaus wäre erste Anlaufstelle. Oder wie wäre es mit den LK-Gemeinschaften, Gnadau, MArburg? Ist er auch in einer Brüdergemeinde? Die haben doch (fast) gar keine Vollzeitler, oder? Die, die ich kenne, rekrutieren ihr "Personal" aus befähigten "Laien", deren geistliche Reife und Schriftkenntnis groß sind.
Also: warum macht er was. Diese Frage sollte er erst beantworten, bevor er sich evtl. einmal frustriert zurückzieht. Denn das Studium besteht ja nicht aus eitel Sonnenschein, sondern z.T. aus trockenen, unbequemen Lehrinhalten, dem Schreiben von Seminararbeiten, dem Büffeln von Vokabeln fremder Zugensprachen etc.pp.
Gruß
M.

maxb
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Beitragvon maxb » 17.03.2008 17:35

Das Ziel ist schon eine Vollzeitliche Anstellung. Der genaue Bereich steht dabei allerdings noch nicht ganz fest. Wahrscheinlich könnte man sich die meisten Türen offen halten, indem man einen staatlichen Abschluss bekommt. Wie gut ist das allerdings geistlich gesehen wirklich? Wisst ihr genaueres über die Arbeit in dem Bengel-Haus?

Ich habe gelesen, dass in Liebenzell die "Hermeneutik der Demut" gängig ist...gibt es da noch mehr Bibelschulen die das tun? Wenn ja, welche?

Raphael
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Beitragvon Raphael » 20.03.2008 15:21

Bei dem was ich bisher von der ART mitbekommen habe, kann ich sie nur empfehlen. Ich möchte selber auch dort studieren und war aus diesem Grund im Januar mal dort. Es gilt als Grundlage auf jeden Fall die absolute Autorität und Irrtumslosigkeit der HS. Außerdem herrscht ein herzliches Miteinander und man wird freundlich aufgenommen.
Herzliche Grüße

Raphael
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rean
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Beitragvon rean » 08.07.2008 08:30

Hallo zusammen,

ich interessiere mich auch sehr für eine Theologiestudium, nur wollte ich wahrscheinlich ein Studium in den USA machen.
Ich favorisiere das Master Seminary von John MacArthur, trotz des Dispensationalismus, dass dort vertreten wird. Hier muss ich aber auch ehrlicherweise zugeben, dass ich mich mit dem Buch der Offenbarung noch zu wenig beschäftigt habe, um meine Sichtweise festzulegen...

Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit dem Master Seminary und vielleicht gibt es ein empfehlenswertere Einrichtung als das von MacArthur?

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 08.07.2008 10:46

A.R. hat geschrieben:Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit dem Master Seminary und vielleicht gibt es ein empfehlenswertere Einrichtung als das von MacArthur?
Auf der letzten KfG-Herbsttagung hab ich einen Studenten getroffen, der vom TMS wechselte zum Westminster Theological Seminary in Kalifornien und sich darauf freute - weil er den Disp. des TMS ablehnt. Westminster in Kalifornien soll gut sein, aber das an der Ostküste (Philadelphia?) soll ziemlich liberal sein.

Grüße, Werner
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Beitragvon rean » 08.07.2008 13:26

Hättest du mir vielleicht die Email-Adresse von der Person oder irgendwelche Kontaktdaten, damit ich mich evtl. mit ihm in Verbindung setzen könnte und so Informationen bezgl. der Bewerbung und den Vorbereitungen und vielleicht direkte Infos von den Seminarys u.v.m. bekommen könnte?
Wenn jemand anderes eine Person kennt, die so ein Studium in den USA bereits gemacht hat, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir die Kontaktdaten etc. zukommen lassen könnten.

Natürlich nur wenn die betreffende Person nichts dagegen hat...

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Beitragvon maxb » 08.07.2008 13:58

Frag mal hier nach, die stehen mit dem Masters Seminary in Kontakt:
http://ebtc-berlin.de/

rean
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Beitragvon rean » 13.01.2009 09:41

Wie sieht es eigentlich mit einem Theologiestudium in der Schweiz? Hat jemand Erfahrungen über die erwähnte Bibelschule in Beatenberg und gibt es dort vielleicht weitere Einrichtungen, die empfehlenswert sind?

Ich bin auf der Suche nach einem Theologiestudium in der Schweiz, die bibeltreu und v.a. reformatorisch ausgerichtet ist. Die ART in Hannover ist für mich zu weit, deshalb die Schweiz, in der Hoffnung dort gibt es etwas in näherer Umgebung.

Ich bin für jede Information und Erfahrung sehr dankbar.

Gruß
Andreas


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