Johann Calvin - Reformierter Papst und Irrlehrer, Mörder

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sola-fide
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Johann Calvin - Reformierter Papst und Irrlehrer, Mörder

Beitragvon sola-fide » 25.03.2009 18:00

Johann Calvin - Reformierter Papst und Irrlehrer, Mörder und Diktator

Auszug aus:

S. H. Geiser - Die Taufgesinnten Gemeinden im Rahmen der allgemeinen Kirchengeschichte

Es war um das Jahr 1536, als Johann Calvin (1509-1564) auf der Durchreise in Genf Halt machte. Ganz befehlsmässig richtete Farel an ihn die Worte "Ich kündige dir im Namen des allmächtigen Gottes, dass du mit mir das Werk treibest, zu dem ich berufen bin !" Calvin nahm das als einen Ruf von Gott an und gewann sehr bald einen beherrschenden Einfluss in Genf. Farel und Calvin hatten aber durch ihre unbeugsame Kirchenzucht den Widerstand der Bürgerschaft hervorgerufen, so dass sie beide bereits um Ostern 1538 aus Genf weichen mussten. Farel ging nach Neuchatel, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Calvin kam nach Strassburg.

Als aber in Genf ein furchtbares Durcheinander herrschte, wurde Calvin zurückgerufen, worauf er im September 1540 wieder nach der Rhonestadt zog. Damit begann eine Epoche, die vielleicht einzig dasteht in der Kirchengeschichte. Nämlich eine Zeit grausam strenger Kirchenzucht, die das ganze Volksleben unter die Herrschaft einer alttestamentlich-gesetzlichen, weltflüchtig-asketischen Frömmigkeit zwang. So vermochte Calvin sein Ideal von Staat und Kirche dem Volk in Genf aufzuzwingen und einen Kirchenstaat, eine Theokratie zu errichten. Mit seiner "Gemeinde der Heiligen", seinem alttestamentlich-theokratischen Kirchenbegriff hat er einen Standpunkt vertreten, der die Anwendung des Bannes bis zur Todesstrafe rechtfertigte. Wurde diese auch von der Obrigkeit ausgeübt, so stand doch der Theologe Calvin mit seinem Rat an die Behörden dahinter.

Calvins Ideal von einem christlichen Staat, in welchem Behörden und Kirche die Grundgebote christlicher Sittenstrenge überwachen und aufrechthalten, sollte nun unter Anwendung von Gewalt verwirklicht werden. "Der Staat ist verpflichtet", meinte er, "der Kirche in Verwirklichung ihrer Ideale behilflich zu sein", so wie "umgekehrt" die Kirche des Staates Zwecke durch Handhabung der Sittlichkeit fördert. "Unter Inanspruchnahme des weltlichen Arms wurde mit beispielloser Grausamkeit die neue Ordnung der Kirchenzucht durchgeführt, wobei sogar die Folter in schärfster Form angewandt wurde. In den Jahren 1542-1546 sollen 58 Personen in Genf hingerichtet, 76 verbannt und 34 Frauen als Zauberinnen gevierteilt und verbrannt worden sein. Auch jede geringste Abweichung von Calvins Kirchenbekenntnis und Kirchenform wurde sehr streng bestraft. Wer an einem Abendmahlssonntag nicht kommunizierte, musste öffentlich Kirchenbusse tun. Fürwahr eine sonderbare Form der Heilsverkündigung ! Dass es sich bei solcher Kirchenzucht nicht um wahre Gemeindezucht im biblischen Sinn handelte, sollte jedermann klar sein. Unter Calvins "geistlicher Amtskirche" wurde die Kirche zur Polizeikirche.

Der mit einem scharfsinnigen Geist ausgerüstete Reformator ging in seinen Ansichten über die Kirchenautorität viel zu weit. Sein überbetonter Kirchenbegriff ist in dem Satz dokumentiert : "Die Kirche ist unsere Mutter !" Der Glaubenssatz Cyprians "Ausser der Kirche kein Heil" erlangte hier erneut Geltung. Calvin kann sich ausserhalb der kirchlichen Verwaltung der Gnadenmittel kein Heil denken. Sein Hauptbestreben ging dahin, in Staat und Kirche das Volk durch festgeordnete Gewalten "nach Gottes Willen" zu regieren und zu erziehen. Sein strenger Kirchenbegriff erklärt auch seine Intoleranz gegen Andersdenkende. Dass auf Calvins Anklage hin sogar die Todesstrafe gegen den Antitrinitarier Michael Servet, den berühmten Arzt und Entdecker des Blutkreislaufes, angewandt und dieser 1553 in Genf verbrannt wurde, ist kein Ruhmesblatt in der Geschichte der reformierten Kirche. Servet war ein geistig hervorragender, vielseitig begabter Mann von tiefer Frömmigkeit und aufrichtiger Ehrfurcht vor der heiligen Schrift, ein wahrer Christ[Anmerkung: Antitrinitarier sind nicht unbedingt "wahre Christen"]. Noch weniger kann Calvins Rigorismus in Ansehung seiner Prädestinationslehre gerechtfertigt werden. Für ihn ist die Kirche die Gemeinschaft der Auserwählten. Dass man aber die "Nichtauserwählten" mit Feuer und Schwert ausrotten muss, ist furchtbar. Calvin ist auch der Schöpfer der Theorie von der Verbalinspiration der Heiligen Schrift. (Religion in Geschichte und Gegenwart 1909 Sp. 1546.)

Nach dem Welsch Missiven-Buch ist das bedeutende Werk Hubmaiers [Anmerkung: war leider ein Militarist] "von der christlichen Tauff der Gläubigen" von Pierre Pellot in Neuenstadt, ins Französische übersetzt und im Jahr 1543 in 1500 Exemplaren gedruckt worden. Farel benachrichtigte Calvin davon. Dieser antwortete schon am 1. Juni 1544 mit einer Refutation, die er betitelte : Brieve instruction pour armer tous bons fideles contre les erreurs de la secte des Anabaptistes (Kurze Belehrung, um alle Treuen zu waffnen gegen Irrtümer der Sekte der Anabaptisten). Diese Schrift ist eine Bestreitung aller sieben Artikeln der täuferischen Thesen der Glaubensartikeln von Schlatten am Randen. Auffallend ist wie sie "widerlegt" werden und wie versucht wird, die von den Täufern aufgestellten Dogmen niederzureissen.'(Calvini Opera VII S. 22, Zit nach Ch. Ummel: Eglise mennonite ou anabaptiste en Pays Neuchätelois 1969.)

Nach der Tauftheologie Calvins bestätigt die Taufe dem Getauften seine Zugehörigkeit zu Gottes Gnadenbund mit seinem Volk, ist demnach eine "Einpflanzung in Christus", bezw. die Aufnahme in die Gemeinde der Auserwählten. In diesem Sinn suchte er die Kindertaufe zu begründen und zu verteidigen; er stützte sich dabei, wie Zwingli, auf das alttestamentliche Bundeszeichen der Beschneidung. Er glaubte darin ein "sicheres Argument" für die Taufe von neugebornen Kindern zu finden. Damit war eine "erbliche Existenz" und eine wesentliche Einheit des Alten und des Neuen Bundes erreicht. Nach dem Glaubensbegriff Calvins ist die Kindertaufe ein Mittel des zur späteren Erkenntnis des Heils gelangenden Glaubens. Nach ihm ist es kein Geringerer als Satan selber der die Kindertaufe angreift.

Wenn auch die calvinische Lehre in einem grossen Teil des Abendlandes Anerkennung gefunden und Calvin weit ausserhalb Genfs einen grossen Einfluss ausgeübt hat, konnte doch die Opposition gegen sein drakonisches Kirchenregiment nicht ausbleiben; von vielen wurde er "der reformierte Papst" genannt.
Der Calvinismus mit seiner Theokratie war im Begriff sich zu einer "Weltmacht" zu gestalten. Als Genf im Jahr 1549 mit den zwinglischen Kirchen von Zürich, Basel und Bern anlässlich einer Vereinigung der Schweizer Kirchen in ein freundschaftliches Verhältnis gekommen war, kam es auch zu einer Verständigung zwischen Genf und Zürich über das Abendmahl. Calvin starb am 27. Mai 1564. Sein Nachfolger als Leiter der Kirche von Genf wurde Theodor Beza (de Beze); 1519-1605), der Vollender der französischen Psalmendichtung. Beza war ein milder Mann, hielt aber streng an der Prädestinationslehre Calvins fest.
Mit der Vereinigung der schweizerischen reformierten Kirchen wurde der Bruch mit dem deutschen lutherischen Protestantismus eingeleitet. Nun trat nicht nur der Gegensatz zwischen Katholizismus und Protestantismus zu Tage, sondern es kam auch zu einem grossen Wettkampf zwischen Calvinismus und Luthertum. Der gewaltige Herrschergeist Calvins mit seiner ganzen eisernen Härte, und der Starrsinn Luthers spiegeln sich in diesem Kampfe wieder. Wie dem Luthertum die "reine Lehre", so war dem Calvinismus die "reine Kirche" eigentümlich.
In Deutschland drang jetzt vielerorts, wo die lutherische Reformation bereits durchgeführt war, das calvinische Bekenntnis durch und vermochte festen Fuss zu fassen, namentlich in den Rheinlanden und der Pfalz. Als das Luthertum sich in den Kämpfen um die Augsburger Konfession und die Abendmahlslehre immer mehr versteinerte, erschien vielen der Calvinismus als freiere Fassung des evangelischen Christentums; man flüchtete von der "rabiaten Theologie" Luthers in das "diktatorische Evangelium" Calvins. Dass es da innerhalb des deutschen Protestantismus zu zahlreichen Lehrstreitigkeiten infolge der dogmatischen Gegensätze gekommen ist, kann jedermann begreifen. Man lehnte von nun an die Bezeichnung "Calvinisten" ab und wollte nur noch den Ausdruck "Reformierte" gelten lassen. Die Tatsache, dass die reformierte Lehre Calvins sich in Deutschland immer mehr ausbreiten konnte, hat Luther nie vertragen können. Wenn auch die Lehranschauung Calvins bei ihm in einem andern Lichte als diejenige Zwinglis erschien, so hat er sie doch energisch bekämpft. Er war nahe daran, in der reformierten Kirche Calvins eine Teufelskirche zu sehen. Er pries sich glücklich, dass er diesen "Seelenmördern und Seelenfressern" stets widerstanden habe. Der konfessionnelle Hader zwischen den Lutheranern und den Reformierten steigerte sich derart dass diese in lutherischen Landen wie Pestkranke gemieden wurden. Der grosse gegenseitige Kampf dieser beiden Religionsparteien wurde aber erst nach Luthers Tod (1546) ausgefochten.
Eine grosse Wendung zu Gunsten des Calvinismus trat im Jahr 1560 nach der Heidelberger Disputation ein, als es zu üblen Theologenkämpfen kam und der Kurfürst von der Pfalz, Friedrich III., genannt der Fromme (1515-1576), zu den Calvinisten übertrat. Dieser Uebertritt schuf für die Reformierten einen starken Stützpunkt in Deutschland. Bald darauf beauftragte der Kurfürst seine Hoftheologen Kaspar Olevianus und Zacharias Ursinus, einen neuen Katechismus zu verfassen, in welchem der Lehrbegriff der pfälzischen Kirche festgelegt werden sollte. Dieser weithin berühmt gewordene Heidelberger Katechismus vom Jahr 1553 trägt den Titel : "Katechismus oder christlicher Unterricht, wie er in den Kirchen und Schulen der Kurfürstlichen Pfalz getrieben wird". In streng reformierter Weise wird darin auch die Sakramentslehre von Taufe und Abendmahl nach dem calvinischen Lehrtypus behandelt. Der heidelbergische Katechismus wurde auch in vielen Städten der Schweiz, namentlich in Bern, St. Gallen und Schaffhausen eingeführt.

lutz
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Beitragvon lutz » 25.03.2009 19:45

Hallo sola-fide,

der von dir eingestellte Text spiegelt in der Tat das Calvinbild ab, welches man noch sehr oft antrifft.
Ob es einer seriösen Kirchengeschichtsforschung standhält, darf mit guter Zuversicht bezweifelt werden.
So müssen uns solche Darstellungen nicht irritieren.

Z. Zt. veröffentlicht gerade www.glaubensstimme.de Briefe von Calvin selbst.
Er wurde ja zu seinen Lebzeiten schon aufs Heftigste angegriffen, mit Vorwürfen überschüttet ...
Außerdem findet man dort eine Biographie und zwei längere Schreiben von Prof. Wernle (Geleitworte zur zweibändigen Ausgabe "Calvins Lebenswerk in Briefen" übersetzt von Rudolf Schwarz), die die Briefe in den Lebenszusammenhang einbetten und somit eine differenzierte Sichtweise vermitteln.

Es werden also noch eine Reihe Selbstaussagen Calvins und Aussagen über ihn zu lesen sein.
Darüber hinaus gibt es im "Calvin-jahr" sicher noch eine Reihe von Publikationen, Bücher - die empfehlenswert sind.

Es sei noch darauf hingewiesen, dass man auf dieser Webseite auch eine Reihe Aussagen Luthers lesen kann und auch die Theologie eines Calvin ist über Kommentare ... einsehbar.

Lutz

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Anton
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Beitragvon Anton » 27.03.2009 19:57

Ich bin mir gar nicht sicher, was solche Leute von Christen erwarten, die von Gott gebraucht wurden $:|

Es gibt so viel Übles über Calvin und auch Luther zu lesen, dass einem dabei die Augen ausfallen möchten.

Dabei wird aber in der Regel der historische Kontext völlig missachtet und die Ereignisse maßlos übertrieben. Man behandelt die Ereignisse, als wären sie vor vlt. zehn Jahren passiert, aber nicht fast 500. Dies darf aber nicht vergessen werden, denn das Denken, Reden und Handeln vor 500 Jahren war anders als wir es heute gewohnt sind. Dazu gehören besonders geschichtliche Verästelungen, zum Beispiel falsches Handeln anderer, welches nicht erwähnt wird.

Und ja, die Reformatoren waren Menschen, die auch mit Fehlern behaftet waren. Die Erbsünde ist an ihnen genau so wenig vorbei gekommen, wie bei uns. Vlt. wissen wir gerade deshalb so viel Schlimmes von anderen zu erzählen, weil wir uns so wenig unserer eigenen Sündhaftigkeit bewusst sind! Wie viel Schuld laden wir eigentlich Tag täglich auf uns, weil wir so bequem und behaglich leben? Da waren uns die Reformatoren sehr weit voraus! Wie viel Eifer, Mühen und Gefahren haben sie auf sich genommen, um Gott zu dienen? Wem von Ihnen können wir da das Wasser reichen? Wie viele Schriften haben sie uns hinterlassen und sie hatten keine Schreibmaschinen, Computer, bequeme Betten oder sterile Toiletten! Ja, in ihrem Eifer ist auch manches schief gegangen, aber unsere Schuld wird womöglich noch viel größer vor Gottes Thron zu tragen kommen als deren!

Darüber sollten wir nachdenken und nicht einfach über andere Menschen richten, die nachweislich von Gott gebraucht wurden!

Was halten wir eigentlich von solchen Herren?
Simson brach alle Vorschriften des Nazaräer-Gelübdes: Er trank Wein auf seiner Hochzeit (Ri 14,10: “mahl” [Hb. mishteh] bedeutet hier “Trankfeier”); er hatte Kontakt zu Toten (z.B., 14,8–9.19; 15,15); und er erlaubte es, dass sein Haar geschoren wurde (16,17–19). Darüber hinaus heiratete er eine ungläubige Philisterin (14,1–20), und hatte intime Begegnungen mit mindestens zwei weiteren philistinischen Frauen (16,1.4).

In Hebräer 11 wird er zu den Glaubenshelden gerechnet, weil er trotz allen offensichtlichen und unentschuldbaren Fehlern zu Gott gehörte und von Ihm gebraucht wurde!

David brach die Ehe mit Bathseba und ließ ihren Mann töten (2. Samuel 11). Er war nicht fähig, seine Söhne richtig zu erziehen (2. Samuel 13). Und dennoch heißt es von ihm (neben seiner Erwähnung in Hebräer 11), er war ein Mann nach dem Herzen Gottes (1. Samuel 13,14).

Johannes und Jakobus wollten die samiritischen Städte mit Feuer verbrennen lassen (Lk. 9,54). Johannes ist nachher als "Apostel der Liebe" bekannt geworden.

Und da gibt es noch Abraham, Gideon, Elia, Elisa und viele mehr ...
Und wer von uns kann sich da nicht mit einreihen?
Wer von uns ist nicht auf Gottes Gnade in Leben und Sterben angewiesen?

Viele Grüße,
Anton
Zuletzt geändert von Anton am 04.04.2009 19:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon joasch » 04.04.2009 12:01

(Ironie ein)
Wahrhaftig, welch satanisches Monster war doch Calvin!
(Ironie aus)

Vieles, was über die Reformatoren so kolportiert wird, stammt aus der Mottenkiste anti-evangelischer Greuelpropaganda Roms, die nach der Jesuiten-Devise funktionierte: "Der Zweck heiligt die Mittel." Manches davon war derart offenkundig erlogen, daß selbst katholische Apologeten dies heute nicht mehr erwähnen (etwas daß Luther ein Fresser, Säufer und Hurer gewesen wäre). Da wundert es mich ja beinahe, daß die notorischen Calvin- und Luther-Hasser noch nicht der "alleinseligmachenden Mutter Kirche" beigetreten sind (d.h. Rom, auch Babel genannt).

Kein Wort davon, daß
  • Calvin in Genf für die Trennung von Kirche und Staat eintrat (erfolglos, da vom Stadtrat abgeschmettert);
  • Calvin selbst eine Zeitlang aus Genf ausgewiesen wurde, weil sein Einsatz gegen das gottlose Treiben in der Stadt vielen ein Dorn im Auge war;
  • Calvin Servets Hinrichtung verhindern wollte und, als der Rat der Stadt dies ablehnte, versuchte, wenigstens die Verbrennung Servets auf dem Scheiterhaufen abzuwenden;
  • Calvin sich nicht gegen den Stadtrat durchsetzen konnte, der Loys Bourgeois, den Herausgeber des Genfer Psalters, ins Gefängnis warf, weil dieser in einer Neuauflage ein paar Melodien geändert hatte (Bourgeois verließ danach Genf);
  • zahllose verfolgte Protestanten in Genf Asyl fanden oder für die Weiterreise großzügig mit Mitteln versorgt wurden
etc. pp.

Einer schreibt vom anderen ab, ohne zu prüfen, ob's stimmt. Wahrlich ein Armutszeugnis für so manche evangelikale Arminianer.

Traurige Grüße
Joachim
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eugen
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Beitragvon eugen » 04.04.2009 12:47

joasch hat geschrieben: Calvin in Genf für die Trennung von Kirche und Staat eintrat (erfolglos, da vom Stadtrat abgeschmettert);
Das ist mir aber wirklich neu. Gibt es Bestätigung dafür?

joasch
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Beitragvon joasch » 04.04.2009 13:06

eugen hat geschrieben:
joasch hat geschrieben: Calvin in Genf für die Trennung von Kirche und Staat eintrat (erfolglos, da vom Stadtrat abgeschmettert);
Das ist mir aber wirklich neu. Gibt es Bestätigung dafür?
Hallo Eugen,

Martin Erdmann erwähnte dies in einem Vortrag auf der Verax-Konferenz 2008. Der sollte irgendwo im Netz als MP3 zum Download stehen, ich habe ihn aber trotz Google nicht wiedergefunden. :cry:

Will mal nachforschen, wo die Aufnahmen geblieben sind...

MfG
Joachim
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Anton
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Beitragvon Anton » 04.04.2009 19:24

Hallo,

ich kann euch den Vortrag als PDF anbieten; als mp3 habe ich ihn irgendwie selber nicht. Aber vielleicht kann da C.K. helfen?
Dr. Martin Erdmann: Calvins Lehre von der Kirchenzucht (PDF)

Viele Grüße,
Anton
Zuletzt geändert von Anton am 04.04.2009 21:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast

Beitragvon Gast » 04.04.2009 20:41

Werte sola fide,

warum postet du diesen Artikel? Willst du vielleicht noch ein paar Worte dazuschreiben und deine Intention erlaeutern? Es ist ja dein erster Beitrag.

Danke,
Till

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Beitragvon lutz » 14.11.2010 18:22

Auf
http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... erzeichnis
sind heute die letzten Briefe der zweibändigen Ausgabe „Calvins Lebenswerk in Briefen“ in Deutsch zu lesen.

Und unter dem Bibelvers:
„Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach! Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“ (Hebr. 13, 7. 8)

möchte ich genau zu diesem Thema im Forum Auszüge aus Calvins Bekenntnis und letztem Willen einstellen, die auch ein ganz besonders gutes charakterliches Bild abgeben (ca. 4 Wochen vor seinem Tod):

Nr. 758 (C. R. – 4103) aus dem Jahre 1564:
http://www.glaubensstimme.de/doku.php?i ... calvin:758
… Im Namen Gottes. Ich, Johannes Calvin, Diener an Gottes Wort in der Kirche von Genf, fühle mich von verschiedenen Krankheiten so zerschlagen, dass ich nicht anders denken kann, als Gott wolle mich bald heimholen aus dieser Welt, und habe mich deshalb entschlossen, ein Testament und eine Äußerung meines letzten Willens schriftlich aufsetzen zu lassen in folgender Form:

Zuerst danke ich Gott, dass er Mitleid gehabt hat mit mir, seiner armen Kreatur, und hat mich herausgezogen aus dem Abgrund des Götzendienstes, in dem ich steckte, um mich ans Licht des Evangeliums zu ziehen und mit teilhaben zu lassen an der selig machenden Lehre, deren ich nicht wert war; er hat auch seine Barmherzigkeit weiter walten lassen und hat mich getragen mit allen meinen Fehlern und Schwachheiten, mit denen ich hunderttausend mal verdient hätte, von ihm verworfen zu werden.

Und nicht nur das, sondern noch mehr: er hat seine Gnade so weit gehen lassen an mir, dass er mich und meine Arbeit zur Förderung und Verkündigung der Wahrheit seines Evangeliums brauchte. So erkläre ich, dass ich leben und sterben will in diesem Glauben und keine andere Hoffnung und Zuversicht habe als darauf, dass er mich aus Gnaden angenommen hat, worauf all meine Seligkeit beruht; ich nehme die Gnade an, die er mir in unserm Herrn Jesu Christo erwiesen hat, und stütze mich auf das Verdienst seines Leidens und Sterbens, auf dass dadurch alle meine Sünden begraben seien; auch bitte ich ihn, er wolle mich waschen und reinigen durch das Blut dieses unseres großen Erlösers, das vergossen worden ist für alle armen Sünder, damit ich erscheinen könne vor seinem Angesicht, sein Bild an mir tragend.

Ich erkläre auch, dass ich nach dem Maß der Gnade, die er mir verliehen hat, mich bemüht habe, sein Wort rein zu lehren in Predigten und Schriften und die heilige Schrift getreulich auszulegen. Auch habe ich in allen Streitigkeiten, die ich mit den Feinden der Wahrheit durchzufechten hatte, nie Hinterlist noch Sophisterei gebraucht, sondern bin stets ehrlich vorgegangen in der Verteidigung seiner Sache. Aber ach, das Wollen, das ich hatte, und mein Eifer, wenn ich so sagen darf, waren so kalt und feige, dass ich mich recht schuldig fühle in allem und überall, und wäre nicht seine unendliche Güte, so wäre all mein leidenschaftliches Streben nichts als Rauch gewesen; ja die Gnadengaben, die er mir verliehen, machten mich nur noch schuldiger; so bleibt meine Zuflucht, dass er der Vater der Barmherzigkeit ist und sich auch als der Vater eines so elenden Sünders zeigen und erweisen wird. …
Lutz

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Beitragvon Anton » 14.11.2010 18:28

Danke!
»Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zur Vollendung.«
2.Korinther 12,9 | -> "Best Message"

Gast

Beitragvon Gast » 15.11.2010 17:11

Entschuldignug Sola-fide du postest im falschen Bereich dieses Forums. Deine Kritik hättest du gerne im allgemeinen Forum posten können. Bist du nicht letztes Jahr wegen deinem Verhalten hier im Forum und deinen unsachgemäßten Äußerungen gesperrt worden? Warum darfst du dich nun wieder beteiligen?

Der Artikel den du gepostet hast scheint mir sehr unausgewogen zu sein. Selbst die Schreiber der Evangelien haben über den Verräter Judas Iskariot mehr Selbstbeherrschung gezeigt als das was hier über Calvin gesagt wurde. Lasst uns diesen Gottesmann in Ehren halten. Wie Anton schon gesagt hat gab es viele Heilige vor uns, die so mancher von uns nicht im Himmel erwarten würde.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.11.2010 17:28

Ich bitte zu beachten das Sola-fide seit dem 14.04.2009 nicht mehr im Forum geschrieben hat,
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Gast » 15.11.2010 18:33

Entschuldigung habe mich im Datum verguckt.

lutz
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Beitragvon lutz » 15.11.2010 19:06

Entschuldigung, ich hätte mehr erläuternd dazu schreiben sollen, dass ich ein altes Thema wieder aufgreife.

Lutz


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