Sexualität in der Bibel

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Moderator: Jörg

mike
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Sexualität in der Bibel

Beitragvon mike » 23.08.2005 07:56

Hallo Zusammen

gibt es Bibelstellen, welche belegen, dass Selbstbefriedigung Sünde ist?

mike
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Beitragvon mike » 25.08.2005 11:35

keine Antworten sagen manchmal mehr aus als tausend Worte

Jakob
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Beitragvon Jakob » 25.08.2005 11:43

Hallo Mike,

"Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, daß jeder, der ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen." (Mat 5,27-28)

Es war eigentlich nichts neues was Jesus hier gesagt hat. Sünde fängt nicht da an wo man etwas in der Realität umsetzt, sondern im Herzen. (vgl. 2Mo 20,17)

Was man bei Selbstbefriedigung für Gedanken hat und fördert ist wohl klar. Also sollte auch die Antwort auf deine Frage klar sein.

Antestor
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Beitragvon Antestor » 25.08.2005 17:00

nicht unbedingt.

es ist ja auch möglich "masturbation" (denn befriedigung bringt es letztlich nicht), nicht aus "Lust" einzusetzen sondern aus sagen wir mal aus anatomischen gründen, ganz einfach weil es sonst nach spätestens 2 wochen sehr unangenehm und schmerzhaft werden kann. (die männer in diesem forum, die es schon mal geschafft haben 2 wochen nicht zu masturbieren wissen wohl was ich meine).
Frykt ikke

Jakob
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Beitragvon Jakob » 25.08.2005 18:08

Antestor hat geschrieben:die männer in diesem forum, die es schon mal geschafft haben 2 wochen nicht zu masturbieren wissen wohl was ich meine.
Tut mir leid, aber ich habe bis jetzt noch keine Schmerzen. $:? Es hört sich für mich eher nach einer Ausrede an.

Antestor
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Beitragvon Antestor » 25.08.2005 21:03

ja kann sein, glaub ich aber nicht in allen fällen.

und wenn dann ist es eine seeeehr unglaubwürdige ausrede ;)
das physische problem kann ich aber teilweise nachvollziehen.
Frykt ikke

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User1211
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Beitragvon User1211 » 26.08.2005 08:15

Die Frage, die sich doch eigentlich auf Grund der von Jakob zitierten Bibelstelle stellt ist meiner Ansicht nach die Folgende:

Was für Gedanken hast Du, wenn Du dich selbst befriedigst? Unser Herr sagt, dass wenn man eine Frau ansieht und sie begehrt man schon Ehebruch mit ihr im Herzen begangen hat. Kann man sich selbst befriedigen, ohne an eine Frau zu denken?
Lieben Gruß
Thorsten

Manfred Gehann
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Beitragvon Manfred Gehann » 26.08.2005 11:20

Liebe Brüder,
der Argumentation stimme ich zu, dass Selbstbefriedigung immer mit ehebrecherischen bzw. unzüchtigen Fantasien einhergeht. - Allein das sollte eigentlich Antwort genug sein.

Ich habe beim Lesen der Apokryphen (ich weiß schon, dass sie nicht dem Wort Gottes gleichgestellt sind!) folgende Stelle gefunden:
Jesus Sirach 23,21-24 (nach Luther): Zwei Arten von Menschen begehen viele Sünden, und die dritte bringt Strafe über sich: wer voll brünstiger Gier ist, der ist wie ein brennendes Feuer und hört nicht auf, bis er sich selbst verzehrt hat. Ein Mann, der an sich selbst Unzucht treibt, hat keine Ruhe, bis das Feuer ausgebrannt ist. Einem sittenlosen Menschen scheint alle Speise süß, und er lässt nicht ab, bis er ein Ende nimmt.
(Auch die Verse danach sind wertvoll): Ein Mann, der seine Ehe bricht und denkt sich dabei: "Wer sieht mich schon? Es ist finster um mich, und die Wände verbergen mich, so dass mich niemand sieht; was soll ich scheuen? Der Allerhöchste achtet auf meine Sünden nicht", der scheut nur die Augen der Menschen und bedenkt nicht, dass die Augen den Herrn vieltausendmal heller sind als die Sonne und alles sehen, was die Menschen tun, und auch in die verborgenen Winkel schauen; alle Dinge sind Ihm bekannt, ehe sie geschaffen werden, und ebenso, wenn sie vollbracht sind.

Auch in diesem Zusammenhang wird deutlich, dass ein Mann, der an sich selbst Unzucht treibt (m.M. nach Selbstbefriedigung) wie schon das Wort sagt, UNZUCHT treibt. Und Unzucht ist in den Augen Gottes im AT und NT immer Sünde.

Jesus macht frei! Auch von Selbstbefriedung! Sicher!
Hilfreich ist auch ein Wort von Hiob 31,1: Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen. Wie hätte ich da auf eine Jungfrau (lüstern) blicken sollen?
Meist ist es ja die Augenlust, die Begierden erwecken, die dann in unzüchtigen Gedanken (mit anschließender Selbstbefriedigung) bis zum Ehebruch (fängt auch schon in Gedanken an) führen.
"Fliehet die Unzucht".

Ich hoffe, dass diese Gedanken besonders diejenigen "ärgern", die meinen, dass Selbstbefriedigung doch eine natürliche Sache ist.

Nochmal: Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei!

Gottes Segen euch allen
Manfred

philipp
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Beitragvon philipp » 26.08.2005 14:28

1. Ich halte es für falsch, jegliche sexuelle Fantasien direkt als unzüchtige Gedanken zu bezeichnen. Wir sollten mal auf dem Teppich bleiben und überlegen, dass Sexualität grundsätzlich in der Realität was Gutes ist und nicht jegliche gedankliche sexuelle Vorstellung direkt Sünde ist.

Was ist denn z.B., wenn ich mir Sex mit meiner Freundin (oder Frauen mit ihrem Freund) gedanklich vorstelle?

2. Um Ehebruch in Gedanken zu begehen, muss ja auch eine Ehe in irgendeiner Weise bestehen, die gedanklich gebrochen wird... Also muss ja entweder derjenige, der "das Weib ansieht" eine Ehe führen oder "das Weib"...

3. Ich denke, dass es eine relativ normale Sache ist und ich halte es für unrichtig und unweise, wenn (vor allen Dingen gegenüber Jugendlichen während der Pubertät) pauschal irgendwelche gesetzlichen Masturbationsverbote gepredigt werden.

Natürlich ist es eine Sache des Maßes und wenn Abhängigkeit, Pornografie oder gedanklicher Ehebruch eine Rolle spielen, kann man sicherlich von Sünde sprechen. Aber ich halte nichts von einer pauschalen "Verteufelung"...

Antestor
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Beitragvon Antestor » 26.08.2005 15:34

ich würde auch unterscheiden zwischen einem pubertären masturbieren und einer abhängigkeit die entsteht wenn man älter wird. ich habe allerdings in der christen-welt oft den eindruck, dass die, die nach außen hin am strengsten sind und argumentieren, oft gerade die sind, die mit ihrere sexualität eben nicht klar kommen.

zum anderen ist es ein schmaler grat, auf der einen seite zu versuchen, jede sexuelle phantasie zu nuterbinden (was meiner meinung nach gar nicht sinn der sache ist) und anderer seits noch seine sexualität als etwas absolut positives, von gott gegebenes zu sehen. die meisten fallen an einer der seiten vom pferd!
Frykt ikke

Jakob
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Beitragvon Jakob » 26.08.2005 16:32

philipp hat geschrieben:1. Ich halte es für falsch, jegliche sexuelle Fantasien direkt als unzüchtige Gedanken zu bezeichnen. [...] Was ist denn z.B., wenn ich mir Sex mit meiner Freundin (oder Frauen mit ihrem Freund) gedanklich vorstelle?
Wir sind uns doch hoffentlich einig, dass Sexualität in die Ehe gehört. Da ist die Bibel völlig klar das ist aber eine andere Diskussion.

philipp hat geschrieben:2. Um Ehebruch in Gedanken zu begehen, muss ja auch eine Ehe in irgendeiner Weise bestehen, die gedanklich gebrochen wird... Also muss ja entweder derjenige, der "das Weib ansieht" eine Ehe führen oder "das Weib"...
Nenn es wie du willst. Dann ist es eben kein Ehebruch mehr, sondern Hurerei. Sonst könnte ja jeder machen was er will solange er nicht verheiratet ist.
philipp hat geschrieben:3. Ich denke, dass es eine relativ normale Sache ist und ich halte es für unrichtig und unweise, wenn (vor allen Dingen gegenüber Jugendlichen während der Pubertät) pauschal irgendwelche gesetzlichen Masturbationsverbote gepredigt werden.
Das es in der Welt normal ist heißt noch lange nicht, dass wir es halt übernehmen sollen. Und dem was man über Gesetzlichkeit sagt muss man aufpassen. Gesetzlichkeit, nach dem Galaterbrief, ist die Forderung nach dem Gesetz leben zu müssen um gerecht zu sein. In dieser Weise sollten wir nicht gesetzlich sein. Wir sollten uns aber trotzdem am Gesetz orientieren, an dem was richtig und falsch sein. Gott lässt Sünde nicht einfach mal durchgehen. Was Sünde betrifft nimmt er es sehr genau. Und so sollte auch unser Maßstab der Maßstab Gottes sein. Wir werden ihn nie einhalten können, aber deshalb sollten wir nicht seinen Maßstab für uns niedriger ansetzen, sondern mit seiner Hilfe versuchen danach zu leben.

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User1211
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Beitragvon User1211 » 26.08.2005 16:55

philipp hat geschrieben:1. Ich halte es für falsch, jegliche sexuelle Fantasien direkt als unzüchtige Gedanken zu bezeichnen. Wir sollten mal auf dem Teppich bleiben und überlegen, dass Sexualität grundsätzlich in der Realität was Gutes ist und nicht jegliche gedankliche sexuelle Vorstellung direkt Sünde ist.

Was ist denn z.B., wenn ich mir Sex mit meiner Freundin (oder Frauen mit ihrem Freund) gedanklich vorstelle?

2. Um Ehebruch in Gedanken zu begehen, muss ja auch eine Ehe in irgendeiner Weise bestehen, die gedanklich gebrochen wird... Also muss ja entweder derjenige, der "das Weib ansieht" eine Ehe führen oder "das Weib"...
Dann sollten wir als Ergänzung zum bereits zitierten Vers noch folgendes zitieren:
1.Korinther 7v9 hat geschrieben:Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten als vor Verlangen zu brennen.
Paulus redet gar nicht von der Möglichkeit des außerehelichen Geschlechtsverkehrs. Sex außerhalb der Ehe ist Sünde.
philipp hat geschrieben:3. Ich denke, dass es eine relativ normale Sache ist und ich halte es für unrichtig und unweise, wenn (vor allen Dingen gegenüber Jugendlichen während der Pubertät) pauschal irgendwelche gesetzlichen Masturbationsverbote gepredigt werden.
Kann es sein, dass die Ansicht durch schulische und sonstige Bildung entstanden ist und nicht durch das Beschäftigen mit der Bibel??
philipp hat geschrieben:Natürlich ist es eine Sache des Maßes und wenn Abhängigkeit, Pornografie oder gedanklicher Ehebruch eine Rolle spielen, kann man sicherlich von Sünde sprechen. Aber ich halte nichts von einer pauschalen "Verteufelung"...
Wo ist denn dann das Maß überschritten zwischen "normaler Selbstbefriedigung" und Sünde? Meiner Ansicht nach kennt die Bibel in keinem Punkt eine Sache, die bis dahin normal und ab da Sünde ist. Warum dann ausgerechnet hier???? :roll:
Lieben Gruß
Thorsten

Antestor
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Beitragvon Antestor » 26.08.2005 19:37

Meiner Ansicht nach kennt die Bibel in keinem Punkt eine Sache, die bis dahin normal und ab da Sünde ist. Warum dann ausgerechnet hier????
Ach nein? Und was ist mit Alkoholmißbrauch? Oder wenn mein Haus, mein Auto, meine Familie mir zu wichtig wird? ALLES kann uns zur Gefahr werden wenn wir unser Herz daran hängen oder die Dinge nicht mehr im griff haben sondern umgekehrt...
Frykt ikke

Manfred Gehann
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Beitragvon Manfred Gehann » 26.08.2005 21:09

Anestor schrieb: Und was ist mit Alkoholmißbrauch? Oder wenn...

Ganz recht, du schreibst von Missbrauch.
Gott hat die Sexualität erfunden und deswegen ist sie gut!
Aber gegen den Missbrauch von Sexualität spricht sein Wort.
Der Geschlechtsverkehr gehört nur in die Ehe. - Außerhalb davon ist es Missbrauch.
Auch in anderen Lebensbereichen ist es ähnlich. Es ist nicht falsch, Geld zu haben. Aber ein Geldgieriger (Missbrauch) ist ein Götzendiener.
Die Bibel macht da schon klare Unterschiede.

Ich glaube, dass es gerade in der heutigen Zeit für die Menschen (jung oder älter) sehr schwer geworden ist, sexuell "sauber" zu bleiben, bzw. zu werden.
Aber unser Maßstab sollten nicht die Medien sein (auch wie Bravo o.ä.) sondern die Bibel. Leider wird oft dann, wenn das Wort Gottes als Richtschnur genommen wird, das fälschlicherweise als "Gesetzlichkeit" abgetan.
Es ist heute nicht mehr modern, Sünde beim Namen zu nennen.

Bei allem darf und muss aber immer auf die Hilfe von oben (Ps. 121,1-2...) hingewiesen werden. Ohne seine Gnade und Hilfe ist es unmöglich ein autentisches Christsein zu leben.

Antestor
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Beitragvon Antestor » 26.08.2005 21:28

@Manfred:

Ich seh das genauso wie du. jedoch machen es sich viele christen auch dort sehr einfach. sex kann auch in der ehe falsch gelebt werden. wenn ich nicht vorher gelernt habe damit umzugehen (das ist jetzt KEIN argument für masturbation). Die Ehe gibt dem Sex keinen Freifahrtschein. Und dem Mann schon gar nicht! Übrigens gibt es in christlichen Gemeinden mehr sexuellen Mißbrauch als man meint. Woher kommt das? Was meint ihr?
Frykt ikke


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