Lesung aus Arthur W. Pink "Das Leben des Elia"

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Lesung aus Arthur W. Pink "Das Leben des Elia" Kapitel 35.Der feurige Wagen

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Kapitel 35.Der feurige Wagen

Nach seiner Begegnung mit König Ahasja lesen wird nichts mehr über ihn bis zu dieser abschließenden Szene seiner irdischen Laufbahn, doch aus den Andeutungen, die der göttlich inspirierte Bericht in 2. Könige 2 vermittelt, folgern wir, dass er seine letzten Tage nicht müßig verbrachte. Auch wenn er nicht mit spektakulären, dramatischen Ereignissen befasst war, tat er das, was gut und nützlich war. Allem Anschein nach haben er und Elisa die Menschen nicht nur im privaten Kreis unterwiesen, sondern auch Seminare und Schulen für Propheten in verschiedenen Teilen des Landes gegründet und beaufsichtigt. Durch Unterricht im Lesen und Lehren des Wortes Gottes wurden diese jungen Männer für den geistlichen Dienst ausgebildet und zugerüstet, das Werk der Erneuerung in Israel fortzuführen; und damit hatten die Propheten alle Hände voll zu tun. Dieses heilige Wirken war, wenn auch weniger spektakulär für die Sinne, dennoch von noch viel größerer Wichtigkeit, denn die Wirkung von übernatürlichen Wundern, wenn auch sehr bewegend für den Augenblick, lässt schnell nach, während die Wahrheit, die in die Seele dringt, für immer bleibt. Die Zeit, die Christus damit verbrachte, Seine Jünger zu lehren, brachte mehr dauerhafte Frucht hervor als all die Wunder, die Er in der Gegenwart der Massen wirkte.

Elia hatte seinen Lauf jetzt fast vollendet. Die Zeit seines Fortgangs war nahe. Wie verbringt er nun seine letzten Stunden? Was macht er in Erwartung der großen Verwandlung, die ihm bevorsteht? Schließt er sich in ein Kloster ein, um nicht von der Welt gestört zu werden? Zieht er sich in sein Kämmerlein zurück, um seine letzten Augenblicke frommer Meditation und inbrünstigem Gebet zu weihen, mit Gott Frieden zu machen und sich auf die Begegnung mit seinem Richter vorzubereiten? Nein, wahrlich nicht, denn Frieden mit Gott hatte er viele Jahre zuvor geschlossen, und er hatte Tag für Tag in seliger Gemeinschaft mit Ihm gelebt. Was die Vorbereitung für die Begegnung mit seinem Richter betrifft, so war er nicht so wahnsinnig, diese wichtige Aufgabe auf den letzten Moment aufzuschieben. Er hatte, durch Gottes Gnade, sein Leben im Wandel mit Gott zugebracht, in der Erfüllung Seiner Aufträge, im Vertrauen auf Seine Barmherzigkeit und in der Erfahrung Seiner Gunst. Ein solcher Mensch macht sich ständig bereit für die große Verwandlung. Nur die törichten Jungfrauen sind ohne Öl, wenn der Bräutigam kommt. Nur die Weltmenschen und die Gottlosen verschieben die Vorbereitung auf die Ewigkeit auf ihre letzten Augenblicke.

„Denn du bist Erde, und zu Erde sollst du werden“ (1.Mose 3,19). Aus dem Erdboden war der Körper des Menschen genommen, und dorthin wird er, wegen der Sünde, wieder zurückkehren. Mehr als dreitausend Jahre waren vergangen, seit jenes Urteil gegen das gefallene Geschlecht gesprochen wurde, und Henoch war die einzige Person gewesen, die davon ausgenommen war. Warum gerade ihm, und nicht Noah, Abraham oder Samuel, diese Ehre zuteil wurde, wissen wir nicht, denn der Allerhöchste lässt sich nicht immer herab, einen Grund zur Erklärung Seines Handelns anzugeben. Er tut stets, was Ihm gefällt, und die Ausübung von Souveränität kennzeichnet alle Seine Wege. In der Errettung von Seelen wenn Er Sünder vor der verdienten Verurteilung verschont und ihnen unverdiente Segnungen zuteil werden lässt –„teilt er einem jeden das Seine zu, wie es ihm gefällt“ (1.Kor. 12,11), und niemand kann ihm widersprechen. Ebenso ist es in Zusammenhang mit jenen, die Er vor dem Grab verschonte. Ein weiterer Mensch stand jetzt kurz davor, leiblich in den Himmel versetzt zu werden, aber warum eine so besondere Ehre gerade Elia zuteil werden sollte, und nicht einem der anderen Propheten, kann ich nicht sagen, und es ist nutzlos, darüber zu spekulieren.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Kapitel 35.Der feurige Wagen


„Als aber der HERR Elia im Wagen gen Himmel holen wollte, gingen Elia und Elisa von Gilgal weg“ (2.Kön. 2,1). Die Tatsache, dass Elia jetzt auf göttliche Weisung von Ort zu Ort zog, legt den Gedanken nah, dass der Prophet eine Vorankündigung der gnädigen Absicht des Herrn erhalten hatte, ihm einen übernatürlichen Ausgang aus dieser Welt zu geben. „Gilgal“ war der Ausgangspunkt seiner letzten Reise ein Ort von besonderer historischer Bedeutung. Es war der erste Lagerplatz für Israel gewesen, nachdem sie den Jordan überquert und das Land Kanaan betreten hatten (Jos.4,19). Dort war es gewesen, dass die Kinder Israel ihre Zelte aufschlugen und die Stiftshütte aufrichteten. Dort war es gewesen, dass sie „das Passa hielten“ und „vom Getreide des Landes aßen“ anstatt des Manna, von dem sie sich so lange Zeit übernatürlich ernährt hatten (Jos. 5,10-12). „Und Elia sprach zu Elisa: Bleibe du hier, denn der Herr hat mich nach Bethel gesandt“ (2,2). Verschiedene Mutmaßungen wurden angestellt, weshalb Elia sich jetzt von Elisa trennen wollte: dass er allein sein wollte, dass er aus Anstand und Bescheidenheit die große Ehre, die ihm zuteil werden sollte, vor menschlichen Augen verbergen wollte, dass er seinem Gefährten die Trauer des endgültigen Abschieds ersparen wollte, dass er die Stärke seiner Zuneigung und seines Glaubens prüfen wollte ich neige zu dieser letzten Erklärung.

„Elisa aber sprach: So wahr Jehova lebt und deine Seele lebt, wenn ich dich verlasse! Und sie gingen nach Bethel hinab“ (2,2; Elberf.). Bei seiner ursprüngliche Berufung durch Elia hatte er erklärt: „Ich will dir nachfolgen“ (1.Kön. 19,20). Meinte er das wirklich? Würde er bis zum Ende dem Propheten treu bleiben? Elia stellte seinen Glauben auf die Probe, um zu sehen, ob er nur durch einen flüchtigen Impuls entflammt war, oder ob es sich um einen festen Entschluss handelte. Elisa hatte es ernst gemeint und weigerte sich jetzt, da ihm die Möglichkeit nahegelegt wurde, seinen Meister zu verlassen. Er war entschlossen, den Segen der Gemeinschaft und der Unterweisung des Propheten so lange er konnte zu genießen, und blieb bei ihm vermutlich in der Hoffnung, seinen Abschiedssegen zu empfangen. „Und sie gingen nach Bethel“, das bedeutet „das Haus Gottes“. Dies war ein weiterer Ort heiliger Erinnerung, denn hier war Jehova erstmals Jakob erschienen und hatte ihm die Vision der himmlischen Leiter geschenkt. Hier kamen die „Söhne der Propheten“ (Elberf.) der örtlichen Prophetenschule und informierten Elisa, dass der Herr seinen Meister noch am selben Tag entrücken würde. Er sagte ihnen, er wüsste es bereits, und wies sie an, still zu sein (V. 3), denn sie störten.

„Und Elia sprach zu ihm: Elisa, bleib du hier, denn der Herr hat mich nach Jericho gesandt“ (V. 4). Wie der Heiland sich „stellte, als wollte er weitergehen“ (Lk. 24,28), als Er die Zuneigung Seiner Jünger auf dem Weg nach Emmaus auf die Probe stellte, so fordert der Prophet seinen Gefährten auf „bleib du hier“ in Bethel, dem Ort so vieler heiliger Erinnerungen. Doch wie die beiden Jünger Christus „nötigten“ zu bleiben, so konnte nichts Elisa dazu bringen, seinen Meister im Stich zu lassen. „Und sie kamen nach Jericho“, das an der Grenze des Landes lag, aus dem Elia entrückt werden sollte. „Da traten die Söhne der Propheten, die in Jericho waren, zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du, dass Jehova heute deinen Herrn über deinem Haupte hinweg nehmen wird? Und er sprach: Auch ich weiß es; schweiget!“ (V. 5; Elberf.). Dahinter scheint der Gedanke zu stehen: Welchen Sinn hat es, so hartnäckig an deinem Meister zu hängen? Er wird am Morgen von dir genommen werden; weshalb bleibst du nicht bei uns! Doch wie der große Apostel einer späteren Zeit besprach sich Elisa „nicht mit Fleisch und Blut, sondern blieb fest bei seinem Entschluss. Möge uns dieselbe Gnade gewährt werden, wenn wir in der Versuchung stehen, dem Herrn nicht ganz und gar zu folgen.
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Kapitel 35.Der feurige Wagen

„Und Elia sprach zu ihm: Elisa, bleib du hier, denn der Herr hat mich nach Jericho gesandt“ (V. 4). Wie der Heiland sich „stellte, als wollte er weitergehen“ (Lk. 24,28), als Er die Zuneigung Seiner Jünger auf dem Weg nach Emmaus auf die Probe stellte, so fordert der Prophet seinen Gefährten auf „bleib du hier“ in Bethel, dem Ort so vieler heiliger Erinnerungen. Doch wie die beiden Jünger Christus „nötigten“ zu bleiben, so konnte nichts Elisa dazu bringen, seinen Meister im Stich zu lassen. „Und sie kamen nach Jericho“, das an der Grenze des Landes lag, aus dem Elia entrückt werden sollte. „Da traten die Söhne der Propheten, die in Jericho waren, zu Elisa und sprachen zu ihm: Weißt du, dass Jehova heute deinen Herrn über deinem Haupte hin wegnehmen wird? Und er sprach: Auch ich weiß es; schweiget!“ (V. 5; Elberf.). Dahinter scheint der Gedanke zu stehen: Welchen Sinn hat es, so hartnäckig an deinem Meister zu hängen? Er wird am Morgen von dir genommen werden; weshalb bleibst du nicht bei uns! Doch wie der große Apostel einer späteren Zeit besprach sich Elisa „nicht mit Fleisch und Blut, sondern blieb fest bei seinem Entschluss. Möge uns dieselbe Gnade gewährt werden, wenn wir in der Versuchung stehen, dem Herrn nicht ganz und gar zu folgen.

„Und Elia sprach zu ihm: Bleibe du hier, denn der HERR hat mich an den Jordan gesandt“ (V. 6). Weite Strecken waren bereit zurückgelegt. Wurde Elisa müde von der Reise, oder würde er bis zum Ende durchhalten? Wie viele laufen eine Zeitlang gut, und werden dann müde Gutes zu tun? Elisa war nicht so. „Er aber sprach: So wahr der Herr lebt und du lebst: ich verlasse dich nicht. Und es gingen die beiden miteinander“ (V. 6). Das erinnert an Ruths Entscheidung: Als Naomi sie aufforderte: „Kehre du um, deiner Schwägerin nach“, antwortete sie: „Rede mir nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch“ (1,16). „Und es gingen die beiden miteinander“ und ließen die Prophetenschulen hinter sich zurück. Der junge Gläubige darf selbst die glückliche Gemeinschaft mit den Heiligen nicht zwischen sich und seine eigene persönliche Gemeinschaft mit dem Herrn treten lassen. Wie reich Elisa für seine Treu und Beständigkeit belohnt wurde, werden wir im weiteren Textverlauf sehen.

„Und fünfzig Mann von den Söhnen der Propheten gingen hin und stellten sich gegenüber von ferne; und sie beide traten an den Jordan“ (V. 7; Elberf.). Die Söhne der Propheten hofften vermutlich, Elias Entrückung in den Himmel miterleben zu können; doch diese Gunst wurde nur Elisa gewährt. Dennoch durften auch sie Zeugen eines bemerkenswerten Wunders werden: Die Wasser des Jordan teilten sich nach beiden Seiten, so dass der Prophet und sein Gefährte trockenen Fußes hindurchgehen konnten. Wie zeigt sich doch überall die Souveränität Gottes! Die Menge durfte das Wunder Christi bezeugen, wie Er Brot und Fische teilte, doch nicht einmal alle Jünger schauten Seine Verklärung auf dem Berg. Es hatte Gott gefallen, diese jungen Propheten von dem übernatürlichen Fortgang Seines Knechts aus dieser Welt in Kenntnis zu setzen, doch tatsächliche Zuschauer dieses Ereignisses zu sein, war ihnen nicht gestattet. Warum, das wissen wir nicht, doch die Tatsache bleibt, und wir sollten daraus lernen. Es veranschaulicht einen Grundsatz, den wir auf jeder Seite der Heiligen Schrift offenbart finden und der die gesamte Geschichte hindurch mit Beispielen belegt wird: Dass Gott nicht nur zwischen Menschen und Menschen Unterschiede macht, sondern auch zwischen Seinen Heiligen, zwischen einem Seiner Knechte und einem anderen, indem Er Seine Gunst verteilt, wie es Ihm gefällt. Und wenn jemand wagt, Seine hohe Autorität in Frage zu stellen, so lautet Seine Antwort: „Habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist?“ (Mt. 20,15).
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Kapitel 35.Der feurige Wagen


„Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, so dass die beiden auf trockenem Boden hinübergingen“ (V. 8). Die Teilung des Jordan war ein passendes Präludium für die Entrückung des Propheten. Wie Matthew Henry schrieb: „Es war die Einleitung zu Elias Übergang in das himmlische Kanaan, wie es diejenige für Israels Eintritt in das irdische Kanaan gewesen war“ (Jos. 3,15-17). Elia und sein Gefährte hätten den Fluss, wie andere Reisende, mit der Fähre überqueren können, aber der Herr hatte beschlossen, Seinen Knecht in seinem Auszug aus dem Land zu ehren, wie Er Josua in seinem Einzug geehrt hatte. Mit seinem Stab hatte Mose die See geteilt (2.Mose 14,16), hier war es der Mantel, mit dem Elia den Fluss teilte beides waren Insignien, Abzeichen ihres jeweiligen Amtes. Dass dieses bemerkenswerte Geschehen eine tiefere Bedeutung und eine weitere Anwendung hat, ist wohl kaum zu bezweifeln. Der „Jordan“ ist das wohlbekannte Bild für den Tod: Elia ist hier ein Typus für Christus, wie Elisa als Verkörperung aller zu verstehen ist, die Ihm anhängen und nachfolgen. Somit lernen wir, dass durch den Herrn Jesus Christus ein sicherer, angenehmer Weg durch den Tod für Sein Volk bereitet ist.

„Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde“ (V. 9). Das ist der Beweis, dass Elia seinen Gefährten auf die Probe gestellt hatte, als er ihn an den vorherigen Zwischenstationen ihrer Reise aufgefordert hatte zu „bleiben“, denn gewiss hätte er eine solche Einladung nicht ausgesprochen, wenn Elisa seinem ausdrücklichen Wunsch entgegen gehandelt hätte. Der Prophet war so erfreut über Elisas Zuneigung und Dienst, dass er beschloss, ihn mit einem Abschiedssegen zu belohnen. Und welch eine Prüfung seines Charakters lag darin: Bitte, was ich dir tun soll“! Einer der Puritaner hat auf die Bedeutung von Elias Formulierung „ehe ich von dir genommen werde“ hingewiesen, denn es hätte Elisa nichts genützt, seinen Meister nachher anzurufen. „Er sollte nicht als ‚Mittler‘ oder Fürbitter‘ angerufen werden, wie es die Papisten gotteslästerlich erweise bezüglich der Heiligen und Engel lehren.“ Christus ist der einzige im Himmel, der für Gottes Volk auf Erden eintritt. Wie aufmerksam müssen wir die Sprache der Heiligen Schrift lesen: das eine Wort „ehe“ straft eine der wichtigsten Irrlehren Roms Lügen.

„Elisa sprach: Dass mir zwei Anteile von deinem Geist zufallen“ (V. 9). Das war Elisas noble Antwort auf Elias „Bitte, was ich dir tun soll“. Er wuchs über die Lüste und Gefühle des Fleisches hinaus, erbat nichts, das die Natur begehrt hätte, sondern das, was geistlich war, suchte nicht seinen eigenen Aufstieg, sondern die Herrlichkeit Gottes. Ich denke, er bat nicht um etwas Höheres als das, was sein Meister gehabt hat, sondern „zwei Anteile“ von dem, was den anderen Propheten gegeben war. Er sollte Elias Rolle auf der öffentlichen Bühne einnehmen: Er sollte der Anführer der „Söhne der Propheten“ werden (wie sich aus V. 15 schließen lässt), und deswegen wünschte er sich, für seine Mission zugerüstet zu werden. Mit Recht „strebte er nach den größeren Gaben“: Er bat um zwei Anteile von dem Geist der Prophetie der Weisheit und Gnade, des Glaubens und der Kraft damit er „zu allem guten Werk geschickt“ würde.
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Kapitel 35.Der feurige Wagen


„Er sprach: Du hast Schweres erbeten“ (V. 10). Elisa hatte nicht um Reichtum oder Ehre, Weisheit oder Macht gebeten, sondern um einen doppelten Anteil von dem Geist, der auf seinem Meister ruhte und durch ihn wirkte. Wenn Elia es etwas "Schweres“ nannte, schien er damit den großen Wert dieser Gabe zu betonen: Es war, als hätte er gesagt: Du erwartest sehr viel. Ich halte Matthew Henrys Kommentar für sehr treffend: „Am besten vorbereitet für geistliche Segnungen sind diejenigen, die am meisten Gespür für ihren Wert und gleichzeitig für ihre eigene Unwürdigkeit, sie zu empfangen, haben.“ Elisa fühlte seine eigene Schwachheit und Nichtswürdigkeit für ein solches Werk, zu dem er berufen war, und deshalb wünschte er die nötige Befähigung für sein erhabenes Amt. „Doch wenn du mich sehen wirst, wenn ich von dir genommen werde, so wird’s geschehen; wenn nicht, so wird’s nicht sein“ (V.10). Das war eine trostreiche Antwort: Seine Bitte würde gewährt werden, das sollte er anhand des genannten Zeichens erkennen: Der Anblick von Elias Entrückung würde der Beweis, dass sein Anliegen dem Willen Gottes entsprach, und ein Unterpfand für die Erfüllung seines Wunsches sein: Doch zu dem Zweck mussten seine Augen weiterhin auf seinen Meister geheftet sein. Chronologen schätzen, dass der Dienst Elisas mindesten doppelt so lange währte wie der seines Vorgängers, und es scheint so, dass er die doppelte Anzahl an Wundern wirkte.

Der große Augenblick war gekommen. Elia hatte den Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte, vollständig erfüllt. Er hatte seine Kleider vor der Befleckung durch die abtrünnige religiöse Welt bewahrt. Jetzt war sein Kampf zu ende, sein Lauf gelaufen, der Sieg errungen. Er hatte keine Heimat, keinen Ruherort hier, und so streckte er sich aus nach seiner himmlischen Heimat. „Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander; und Elia fuhr im Wetter gen Himmel“ (V.11). Es ist interessant, dass Gott Seinen Wagen nicht zu Elia sandte, solange er sich in Samaria aufhielt. Nein, das Land Israel war befleckt, und Ikabod stand darüber geschrieben. Jenseits des Jordan, an einem abgelegen Ort, wurde dem Propheten diese außerordentliche Ehre zuteil. Da die Seelen der Heiligen von Engeln zum Paradies geleitet werden (Lk. 16,22), glaube ich, dass es himmlische Wesen, und zwar die höchsten unter ihnen, waren, die Elia in den Himmel holten. „Seraphim“ heißt „feurig“, und Gott macht Seine Diener zu „flammendem Feuer“ (Ps. 104,4; Elberf.), während „Cherubim“ „Gottes Wagen“ genannt werden (Ps. 68,18; und vergl. Sach, 1,8; 6,1). „Elia sollte zur Welt der Engel entrückt werden, und so wurden Engel gesandt, um ihn dorthin zu geleiten“ (Matthew Henry), auf dass er im Triumphzug wie ein Eroberer in den Himmel fahren möge.

In der Entrückung Elias haben wir einen klaren Beweis für die Tatsache, dass es eine Belohnung für die Gerechten gibt. Oft scheinen die Erfahrungen dieses Lebens dies deutlich zu widerlegen. Wir sehen den Gottlosen grünen wie die Zedern, während das Kind Gottes kaum sein zeitliches Auskommen hat; aber es wird nicht immer so sein. Elia hat Gott in Zeiten fast universaler Abtrünnigkeit in besonderer Weise geehrt, und jetzt war Gott hocherfreut, ihn zu ehren. Wie er die Menschen unter ständiger Lebensgefahr die Erkenntnis des einzig wahren Gottes gelehrt hatte, so würde er sie jetzt dadurch, dass er lebendig in den Himmel aufgenommen wurde, lehren, dass es ein zukünftiges Sein gibt, dass es eine Welt jenseits des Firmaments gibt, in welche die Gerechten Einlass haben, wo sie fortan mit Gott und dem ganzen Heer der Engel in ewiger Herrlichkeit wohnen werden. Zukünftige Freude wird für gegenwärtige Opfer und Leiden unendlich endschädigen: wer sich erniedrigt, wird erhöht werden. Elias übernatürlicher Ausgang aus dieser Welt zeigt auch, dass der menschliche Körper für die Unsterblichkeit tauglich ist! Für die Wahrheit von der Auferstehung ist er kein Zeugnis, denn Elia ist niemals gestorben; doch sein körperlicher Fortgang in den Himmel liefert einen unzweifelhaften Beweis, dass der Leib fähig ist, unsterblich gemacht zu werden und in den Daseinsbedingungen des Himmels zu leben.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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„Er sprach: Du hast Schweres erbeten“ (V. 10). Elisa hatte nicht um Reichtum oder Ehre, Weisheit oder Macht gebeten, sondern um einen doppelten Anteil von dem Geist, der auf seinem Meister ruhte und durch ihn wirkte. Wenn Elia es etwas "Schweres“ nannte, schien er damit den großen Wert dieser Gabe zu betonen: Es war, als hätte er gesagt: Du erwartest sehr viel. Ich halte Matthew Henrys Kommentar für sehr treffend: „Am besten vorbereitet für geistliche Segnungen sind diejenigen, die am meisten Gespür für ihren Wert und gleichzeitig für ihre eigene Unwürdigkeit, sie zu empfangen, haben.“ Elisa fühlte seine eigene Schwachheit und Nichtswürdigkeit für ein solches Werk, zu dem er berufen war, und deshalb wünschte er die nötige Befähigung für sein erhabenes Amt. „Doch wenn du mich sehen wirst, wenn ich von dir genommen werde, so wird’s geschehen; wenn nicht, so wird’s nicht sein“ (V.10). Das war eine trostreiche Antwort: Seine Bitte würde gewährt werden, das sollte er anhand des genannten Zeichens erkennen: Der Anblick von Elias Entrückung würde der Beweis, dass sein Anliegen dem Willen Gottes entsprach, und ein Unterpfand für die Erfüllung seines Wunsches sein: Doch zu dem Zweck mussten seine Augen weiterhin auf seinen Meister geheftet sein. Chronologen schätzen, dass der Dienst Elisas mindesten doppelt so lange währte wie der seines Vorgängers, und es scheint so, dass er die doppelte Anzahl an Wundern wirkte.

Der große Augenblick war gekommen. Elia hatte den Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte, vollständig erfüllt. Er hatte seine Kleider vor der Befleckung durch die abtrünnige religiöse Welt bewahrt. Jetzt war sein Kampf zu ende, sein Lauf gelaufen, der Sieg errungen. Er hatte keine Heimat, keinen Ruheort hier, und so streckte er sich aus nach seiner himmlischen Heimat. „Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander; und Elia fuhr im Wetter gen Himmel“ (V.11). Es ist interessant, dass Gott Seinen Wagen nicht zu Elia sandte, solange er sich in Samaria aufhielt. Nein, das Land Israel war befleckt, und Ikabod stand darüber geschrieben. Jenseits des Jordan, an einem abgelegen Ort, wurde dem Propheten diese außerordentliche Ehre zuteil. Da die Seelen der Heiligen von Engeln zum Paradies geleitet werden (Lk. 16,22), glaube ich, dass es himmlische Wesen, und zwar die höchsten unter ihnen, waren, die Elia in den Himmel holten. „Seraphim“ heißt „feurig“, und Gott macht Seine Diener zu „flammendem Feuer“ (Ps. 104,4; Elberf.), während „Cherubim“ „Gottes Wagen“ genannt werden (Ps. 68,18; und vergl. Sach, 1,8; 6,1). „Elia sollte zur Welt der Engel entrückt werden, und so wurden Engel gesandt, um ihn dorthin zu geleiten“ (Matthew Henry), auf dass er im Triumphzug wie ein Eroberer in den Himmel fahren möge.

In der Entrückung Elias haben wir einen klaren Beweis für die Tatsache, dass es eine Belohnung für die Gerechten gibt. Oft scheinen die Erfahrungen dieses Lebens dies deutlich zu widerlegen. Wir sehen den Gottlosen grünen wie die Zedern, während das Kind Gottes kaum sein zeitliches Auskommen hat; aber es wird nicht immer so sein. Elia hat Gott in Zeiten fast universaler Abtrünnigkeit in besonderer Weise geehrt, und jetzt war Gott hocherfreut, ihn zu ehren. Wie er die Menschen unter ständiger Lebensgefahr die Erkenntnis des einzig wahren Gottes gelehrt hatte, so würde er sie jetzt dadurch, dass er lebendig in den Himmel aufgenommen wurde, lehren, dass es ein zukünftiges Sein gibt, dass es eine Welt jenseits des Firmaments gibt, in welche die Gerechten Einlass haben, wo sie fortan mit Gott und dem ganzen Heer der Engel in ewiger Herrlichkeit wohnen werden. Zukünftige Freude wird für gegenwärtige Opfer und Leiden unendlich endschädigen: wer sich erniedrigt, wird erhöht werden. Elias übernatürlicher Ausgang aus dieser Welt zeigt auch, dass der menschliche Körper für die Unsterblichkeit tauglich ist! Für die Wahrheit von der Auferstehung ist er kein Zeugnis, denn Elia ist niemals gestorben; doch sein körperlicher Fortgang in den Himmel liefert einen unzweifelhaften Beweis, dass der Leib fähig ist, unsterblich gemacht zu werden und in den Daseinsbedingungen des Himmels zu leben.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Kapitel 35.Der feurige Wagen

An Elias Entrückung sehen wir, wieviel besser Gottes Wege sind als die unsrigen. In einer Stunde der Verzagtheit hatte der Prophet diese Welt verlassen wollen, bevor Gottes Zeit dafür gekommen war, und zwar auf bei weitem weniger erhabene Weise als diejenige, die Gott für ihn bestimmt hatte: Unter dem Ginsterbusch hatte er darum gebeten, sterben zu dürfen: „Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele“ (1.Kön. 19,4). Wieviel hätte er verloren, wenn sein Wunsch erfüllt worden wäre! Wieviel besser war sein Fortgang, als in einem Anfall von Ungeduld vom Tod dahingerafft zu werden! Und dies ist zu unserer Belehrung überliefert worden, enthält es doch eine Lektion, die wir alle zu Herzen nehmen müssen. Es ist Weisheit, uns selbst und all unsere Geschicke in Gottes gnädiger Hand zu lassen, Ihm vollständig zu vertrauen und einzuwilligen, dass Er Seine Maßnahmen und Methoden an uns zur Anwendung bringt. Wir werden mit Sicherheit schweren Verlust davontragen, wenn wir auf unserem eigenen Willen beharren: „Da gab er ihnen ihr Begehr, aber er sandte Magerkeit in ihre Seelen“ (Ps. 106,15; Elberf.). Der reife Christ wird seinen jüngeren Geschwistern versichern, dass er heute Gott dafür dankt, dass Er ihm die Antworten versagt hat, um die er einst flehte. Gott verweigert dein Anliegen jetzt, weil Er etwas Besseres für dich bestimmt hat.


In Elias Entrückung haben wir sowohl ein Unterpfand als auch ein typologisches Vorbild für den übernatürlichen Ausgang aus dieser Welt, den jedes Gotteskind erfährt. Im Verlauf dieser Kapitel habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass, wenn auch in gewisser Hinsicht Elias Charakter und Laufbahn besonders waren, er dennoch in seinen Grundzügen als die beispielhafte Verkörperung eines Heiligen zu verstehen ist. So war es auch in Zusammenhang mit dem finalen Ereignis. Kein gewöhnlicher Fortgang aus dieser Welt wurde ihm zuteil, und ganz anders als das gewöhnliche Ende der irdischen Existenz, wie es die Gottlosen erfahren, ist das Ende der Gerechten. Tod als der Sünde Sold ist für die Erlösten abgeschafft. Physische Zersetzung bedeutet für sie ein Einschlafen des Körpers: was die Seele betrifft, so wird sie von Engeln in die unmittelbare Gegenwart Gottes geleitet (Lk. 16,22), und das ist gewiss eine übernatürliche Erfahrung. Und nicht einmal alle Gotteskinder werden „einschlafen“ (1.Kor. 15,51). Diejenigen von ihnen, die bei der Wiederkunft des Retters lebendig auf Erden sein werden, werden an ihrem Leib „verwandelt werden, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe“ (Phil. 3,21), und sie werden zugleich mit den
auferweckten Heiligen entrückt werden „auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen“ (1.Thess. 4,17). So ist ein natürlicher Ausgang aus dieser Welt all den erlösten Scharen Gottes gewiss.
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