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Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 08.03.2011 14:26
von Leo_Sibbing
22. Ist das ganze Menschengeschlecht in jener ersten Übertretung gefallen?
Da der Bund mit Adam wie mit einem bevollmächtigten Vertreter nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Nachkommenschaft geschlossen war, so hat in jener ersten Übertretung das ganze Menschengeschlecht, das von ihm durch natürliche Zeugung abstammt, in ihm gesündigt und ist mit ihm gefallen.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 09.03.2011 14:21
von Leo_Sibbing
23. In was für einen Stand hat der Fall das Menschengeschlecht gebracht?
Der Fall hat das Menschengeschlecht in einen Stand der Sünde und des Elends gebracht.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 10.03.2011 20:53
von Leo_Sibbing
24. Was ist Sünde?
Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit einem göttlichen Gesetz oder jede Übertretung eines göttlichen Gesetzes, welches dem vernünftigen Geschöpf zur Richtschnur gegeben ist.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 11.03.2011 10:08
von Leo_Sibbing
25. Worin besteht die Sündhaftigkeit des Standes, in den der Mensch gefallen ist?
Die Sündhaftigkeit des Standes, in den der Mensch gefallen ist, besteht in der Schuld von Adams erster Sünde, dem Mangel der Gerechtigkeit, worin er geschaffen war, und der Verderbtheit seiner Natur, wodurch er völlig unfähig, ungeschickt und im Gegensatz zu allem geist- lieh Guten und gänzlich hingeneigt zu allem Bösen ist, und zwar immerwährend, was man gewöhnlich Erbsünde nennt und woraus alle wirklichen Übertretungen hervorgehen.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 12.03.2011 16:04
von Leo_Sibbing
26. Wie wird die Erbsünde von unsern ersten Eltern auf ihre Nachkommenschaft übertragen?
Die Erbsünde wird von unsern ersten Eltern auf ihre Nachkommenschaft durch natürliche Zeugung übertragen, so dass alle, die auf diese Weise aus ihnen hervorgehen, in Sünden empfangen und geboren werden.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 13.03.2011 13:59
von Leo_Sibbing
27. Welches Elend brachte der Fäll über das Menschengeschlecht?
Der Fall brachte über das Menschengeschlecht den Verlust der Gemeinschaft mit Gott, seine Ungnade und seinen Fluch, sodass wir von Natur Kinder des Zorns, dem Satan als Knechte unterworfen und verdientermassen allen Strafen in dieser und der zukünftigen Welt verfallen sind.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 14.03.2011 10:26
von Leo_Sibbing
28. Welches sind die Strafen der Sünde in dieser Welt?
Die Strafen der Sünde in dieser Welt sind entweder innere, wie Blindheit des Geistes, verkehrter Sinn, kräftige Irrtümer, Herzenshärte, Gewissensangst und schändliche Lüste, oder äussere, wie die göttliche Verfluchung der Geschöpfe um unsertwillen und alle ändern Übel, die uns an unserm Leibe, Namen, Vermögen, unsern persönlichen Beziehungen und Beschäftigungen widerfahren, dazu der Tod selbst.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 15.03.2011 13:03
von Leo_Sibbing
29. Welches sind die Strafen der Sünde in der zukünftigen Welt?
Die Strafen der Sünde in der zukünftigen Welt sind: ewige Trennung von Gottes tröstlicher Gegenwart und die schrecklichsten Qualen an Seele und Leib ohne Unterbrechung im höllischen Feuer immerdar.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 16.03.2011 18:31
von Leo_Sibbing
30. Lässt Gott das ganze Menschengeschlecht im Stande der Sünde und des Elends untergehen?
Gott lässt nicht alle Menschen im Stande der Sünde und des Elends untergehen, worin sie dadurch gefallen waren, dass sie den ersten Bund gebrochen hatten, den man gewöhnlich den Bund der Werke nennt; vielmehr errettet er daraus nach seiner reinen Liebe und Barmherzigkeit seine Auserwählten und bringt sie in einen Stand des Heils durch den zweiten Bund, den man gewöhnlich den Bund der Gnade nennt.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 17.03.2011 11:49
von Leo_Sibbing
31. Mit wem wurde der Bund der Gnade gemacht?
Der Bund der Gnade wurde mit Christus als dem zweiten Adam und in ihm mit allen Auserwählten als seinem Samen gemacht.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 18.03.2011 19:53
von Leo_Sibbing
32. Wie bekundet sich die Gnade Gottes in dem zweiten Bund?
Die Gnade Gottes bekundet sich in dem zweiten Bund dadurch, dass er Sündern einen Mittler und durch ihn Leben und Seligkeit umsonst bereitet und anbietet und, indem er Glauben als die Bedingung verlangt, unter der sie Anrecht auf ihn gewinnen, allen seinen Auserwählten seinen heiligen Geist verheisst und gibt, damit er in ihnen jenen Glauben mit allen ändern selig machenden Gnadengaben wirkt und sie zu allem heiligen Gehorsam fähig macht, als dem Beweis der Wahrheit ihres Glaubens und ihrer Dankbarkeit gegen Gott und als dem Weg, den er ihnen zur Seligkeit bestimmt hat.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 19.03.2011 15:06
von Leo_Sibbing
33. Ist der Bund der Gnade allezeit auf eine und dieselbe Weise durchgeführt worden?
Der Bund der Gnade ist nicht allezeit in derselben Weise durchgeführt worden, sondern seine Durchführung unter dem Alten Testament war verschieden von der unter dem Neuen.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 20.03.2011 14:10
von Leo_Sibbing
34. Wie wurde der Bund der Gnade unter dem Alten Testament durchgeführt?
Der Bund der Gnade wurde unter dem Alten Testament durchgeführt durch Verheissungen, Weissagungen, Opfer, Beschneidung, das Passah und andere Vorbilder und Einrichtungen, welche alle auf Christum als den damals zukünftigen hinwiesen und für jene Zeit hinreichend waren, um die Auserwählten zu erbauen im Glauben an den verheissenen Messias, durch welchen sie damals volle Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit erlangten.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 21.03.2011 06:35
von Leo_Sibbing
35. Wie wird der Bund der Gnade unter dem Neuen Testament durchgeführt?
Unter dem Neuen Testament, worin Christus wesenhaft erschienen ist, wurde ebenderselbe Bund der Gnade durchgeführt und ist noch durchzuführen in der Predigt des Wortes und der Verwaltung der Sakramente, der Taufe und des heiligen Abendmahls, worin Gnade und Seligkeit in grösserer Fülle, Klarheit und Kraft allen Völkern dargeboten wird.

Der große Westminster-Katechismus von 1647

Verfasst: 22.03.2011 17:05
von Leo_Sibbing
36. Wer ist der Mittler des Bundes der Gnade?
Der einige Mittler des Bundes der Gnade ist der Herr Jesus Christus, welcher, obwohl er der ewige Sohn Gottes, eines Wesens mit dem Vater und ihm gleich war, in der Fülle der Zeit Mensch wurde, und welcher so war und bleibt Gott und Mensch in zwei ganzen, unterschiedenen Naturen und eine einzige Person immerdar.