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Vom Nutzen gedruckter Bücher gegenüber E-Books

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Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf einen Interessanten Artikel auf der Webseite Arts.Mic hinweisen: Demzufolge hat das Lesen herkömmlicher Bücher bedeutende mentale Vorteile gegenüber E-Books. Im Folgenden eine Zusammenfassung des englischen Artikels, der unter der Überschrift „Lesen in Printform hilft beim Verstehen“ steht.

Vom Nutzen gedruckter Bücher gegenüber E-Books

Bei einer Studie im Jahr 2014 wurde festgestellt: Leser, die eine Kurzgeschichte auf einem E-Book-Lesegerät (Kindle) gelesen hatten, konnten die Reihenfolge der Ereignisse in der Geschichte viel schlechter wiedergeben als Leser, die dieselbe Geschichte in einem Buch gelesen hatten. Anne Mangen von der Universität Stavanger in Norwegen schreibt: „Die haptische (d.h. den Tastsinn betreffende) und taktile Sinneserfahrung eines Kindle-Gerätes unterstützt die mentale Rekonstruktion einer Geschichte nicht so gut wie ein gedrucktes Buch.“

Unser Gehirn konstruiert beim Lesen eine mentale Repräsentation des Textes anhand der Platzierung und Anordnung des Textes auf einer Seite und der Seite im Buch. In diesen Prozess ist neben der optisch-räumlichen Orientierung auch der Tastsinn mit einbezogen, der z.B. die Dicke und Beschaffenheit der Buchseiten registriert. Mangen hat aufgrund ihrer Studie als Hypothese formuliert: Der Unterschied in der Rekonstruktionsfähigkeit beim Kindle-Leser könnte damit zu tun haben, dass beim Buch der Text fest auf einer Stelle einer bestimmten Seite steht und somit beim Prozess des Lesens eine feste mental-sensorische Orientierung bietet. E-Book-Geräte versuchen zwar Buchseiten zu simulieren, doch ist die Darstellung variabel, flüchtig und nur virtuell. Auch Umfragen unter E-Book-Lesern deuten darauf hin, dass sich diese reduzierte Sinneserfahrung und weniger feste Orientierung nachteilig auf den kognitiven Gewinn (weniger Aha-Erlebnis und positives Kontrollgefühl) ausübt. Dass man nicht einfach zurückblättern bzw. den Text physisch unter Kontrolle hat, indem man z.B. Anstreichungen macht oder die Seiten knickt, schränkt die Sinneswahrnehmung und somit auch die Einbettung ins Langzeitgedächtnis ein.

Außerdem verleitet das Lesen auf einem Bildschirm zum flüchtigen Überfliegen eines Textes, anstatt ihn gründlich und konzentriert wahrzunehmen. Die Fähigkeit, auch lange oder schwierige Sätze (oder komplexere Zusammenhänge und Abschnitte) rasch und unmittelbar zu verstehen, geht uns somit allmählich verloren (sofern wir sie überhaupt noch erlernen). Das Auge verfolgt Text auf einem Bildschirm anders als auf einer Buchseite. Im Buch liest das Auge linear Wort für Wort und Zeile für Zeile; auf einem Display hingegen ist das Auge abgelenkter. Eine Studie aus dem Jahr 2006 stellte fest, dass Betrachter von Bildschirmen eher nach einem „F“-Muster lesen, d.h. die Überschrift lesen sie noch ganz, aber den Rest des Textes überfliegen sie linkslastig und nur bruchstückhaft.

Maryanne Wolf von der Universität Tufts äußert sich besorgt über diese oberflächlichen Lesegewohnheiten, und befürchtet, dass sie sich negativ auf unsere Fähigkeiten gründlichen Lesens auswirken. Mittlerweile ist sogar eine „Bewegung des langsamen Lesens“ entstanden, initiiert von Wissenschaftlern und Literaturliebhabern, die dem Abwärtstrend der gesellschaftlichen Lesekompetenz entgegenwirken möchten. Befürworter des langsamen Lesens empfehlen, täglich wenigstens 30-45 Minuten konzentriert zu lesen, ohne sich dabei von moderner Technik ablenken zu lassen. Dadurch kann sich das Gehirn wieder auf lineares Lesen einstellen. Eine solche „langsame Lesegewohnheit“ hat viele Vorteile: Stress wird abgebaut und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Das Lesen von gedruckten Büchern fördert auch die Fähigkeit zur Empathie (Mitgefühl), wie eine weitere Studie erwiesen hat.

Bereits 6 Minuten Lesen kann den Stress um 68% reduzieren. Untersuchungen zeigen, dass herkömmliches Lesen aufgrund des entspannenden Effekts das Einschlafen erleichtert, das Lesen auf elektronischen Displays hingegen das Einschlafen erschwert, da das bläuliche Display-Licht, auf das die Augen stark fixiert sind, die Ausschüttung von Müdigkeitshormonen unterbindet und stattdessen wach hält ähnlich wie Koffein. Hinzu kommt: Wenn wir unsere Arbeitszeit vor dem Bildschirm verbringen, ist es für den Körper kein Signal, abzuschalten, wenn wir im Bett weiterhin in ein Display schauen. Das Lesen eines gedruckten Buches versetzt das Gehirn in einen anderen, entspannteren Modus.

Da leider immer weniger Menschen gedruckte Bücher lesen, haben diejenigen, die an dieser guten alten – und wie wir gesehen haben mental sehr gesunden – Gewohnheit festhalten, den anderen womöglich etwas Entscheidendes voraus. Gott hat den Menschen in seinem Ebenbild erschaffen – als intelligentes Wesen mit einem enormen kognitiven Potenzial insbesondere im Verstehen und Erfassen von Texten. Gott hat sich im geschriebenen Wort offenbart und je ausgeprägter unsere Fähigkeit ist, Wort und Text zu verstehen und dauerhaft zu verinnerlichen, desto bessere Voraussetzungen haben wir, Gott  zu erkennen und ihm nahe zu sein.

Natürlich kann man in dieser Hinsicht auch sehr von E-Books profitieren. Gerade im Sachbuchbereich können E-Books sehr vorteilhaft sein. Hier ging es uns darum, einige Vorteiler gedruckter Bücher herauszustellen. E-Books und herkömmliche Bücher sind keine Konkurrenten, sondern Teamplayer. Die Vorteile von beiden sollten wir nutzen.

(Quelle: o.g. Artikel, zusammengefasst, übersetzt und ergänzt von Hans-Werner Deppe)

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