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Wir müssen beten!

Wenn wir über die „große Drangsal“ und Christenverfolgung nachdenken, kommt uns das vielleicht weit entfernt vor. Vor langer Zeit wurden Christen verfolgt oder in fernen Ländern mag das sein. In diesem Heft stelle ich die steile These auf, dass die „große Drangsal“, von der die Bibel redet, gerade hier und jetzt ist! Du bist wahrscheinlich in der komfortablen Situation, in Mitteleuropa zu leben, eine bibeltreue Gemeinde zu besuchen und wohlhabend, gebildet und unabhängig zu sein. Sei dir bewusst: Das ist eine hochprivilegierte Insel der Seligen in dieser Welt, und wir brauchen eine Horizonterweiterung, um die Lage des weltweiten Leibes Christi – mit dem wir als Glieder verbunden sind – einzuschätzen.
Gerade wurde Afghanistan von den christenhassenden Taliban eingenommen. Können wir uns ausmalen, was das für die kleine, geheime Schar von Christen dort bedeutet? Sie müssen sich verstecken und ständig um ihr Leben fürchten. Sie sind von der Grundversorgung abgeschnitten und mussten ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Die Frauen sind besonders gefährdet.

Timotheus 44

Die Covid-19-Krise verschärft die Verfolgung von Christen weltweit. Der Weltverfolgungsindex von Open Doors listet die 50 Länder mit der stärksten Christenverfolgung auf und stuft dabei ab nach einem „extremen“, „sehr hohen“ und „hohen“ Ausmaß an Verfolgung. 2021 weisen erstmals alle 50 aufgelisteten Länder ein extremes oder sehr hohes Maß an Verfolgung auf. Mindestens 4761 Christen wurden im vergangenen Jahr wegen ihres Glaubens getötet. Allein in Nigeria wurden von April bis August 2020, als das Land wegen Covid abgeriegelt war, 3530 Christen umgebracht. Die Angriffe von Islamisten auf Christen und Massenentführungen von christlichen Schulkindern nehmen besonders in Westafrika zu. Da wegen der Lockdown-Einschränkungen keine Sicherheitskräfte eingreifen, haben Islamisten leichtes Spiel. In vielen Ländern werden Christen bezichtigt, sie seien schuld an der Pandemie. Alleinstehende Christen in nichtchristlichen Familien haben in Lockdownzeiten keine Unterstützung und sind Gewalt ausgeliefert.
China kontrolliert alle Bürger mit seinem Überwachsungs- und Punktesystem. Christen stehen hier besonders unter Beobachtung. Kameras mit Gesichtserkennungssoftware kontrollieren die Gottesdienste. Kinder und Jugendliche dürfen gar nicht teilnehmen. 2020 wurden in China mindestens 3080 Kirchen geschlossen, attackiert oder zerstört und durften nur öffnen, wenn sie den Sieg der Regierung über das Virus rühmen. Christliche Rentner müssen um ihre Rente fürchten. Und nun fehlt der Platz, um weiterzuschreiben über Gewalt und Schikane gegen Christen in Nordkorea, Indien, Pakistan, der Türkei und zahllosen weiteren Ländern.
Auch wenn wir hier im Sofa sitzen müssen wir an unsere verfolgten Geschwister denken, für sie beten und uns bewusst sein, dass wir in demselben Kampf stehen.

Herzliche Grüße, euer Hans-Werner Deppe

DER INHALT IM DETAIL

Timotheus Magazin 44

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