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Die leichte Bedrängnis

Unser Gott ist ein rettender und barmherziger Gott. In Psalm 107 werden vier Situationen beschrieben, in denen Gott Menschen in verschiedenen Notsituationen rettete und befreite: Umherirrende in der Wüste, in Dunkelheit Gefangene, todkranke Toren und Seefahrer im Sturm. Die vier kurzen Rettungsgeschichten dieses Psalms haben einige Gemeinsamkeiten. Wie ein Refrain verbindet sie der Vers: „Da schrien sie zum HERRN in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Bedrängnissen“ (Vers 6.13.19.28). Gott kann zwar auch völlig passive Tote auferwecken und unwillige Besessene heilen, die ihn nicht darum gebeten haben, aber grundsätzlich möchte er, dass wir betend bei ihm Hilfe suchen. Er möchte sich erbitten lassen und zeigen, dass er auf Gebete hört. Und in diesem Psalm flüstern die Leute nicht nur im Gebet, sie schreien. Und Gott handelt. Entweder führt er den natürlichen Verlauf der Dinge so, dass das Blatt sich zum Guten wendet, oder er tut Wunder. Er führt die Umherirrenden zu einem Ort, wo sie Nahrung finden (Vers 7 und 9). Er zerbricht und zerschlägt Fesseln und Ketten (Vers 14 und 16). Er stillt den Sturm (Vers 29).

Timotheus 42

Am bemerkenswertesten finde ich, wie Gott den siechenden Toren hilft, die sich von ihm abgewandt hatten und schrecklich krank geworden waren: „Er sandte sein Wort und heilte sie“ (Vers 20). Gottlosigkeit und Sünde waren die Ursache für ihr Leid, das Gegen- und Heilmittel war Gottes Wort. Zu alttestamentlicher Zeit bedeutete, dass Gott „sein Wort sandte“, sicherlich, dass ein Prophet Gottes Wort verkündete (Hebr 1,1). Am umfassendsten hat sich dieser Vers erfüllt, als Gott seinen Sohn sandte, das fleischgewordene Wort Gottes. Auf sein Wort hin wurden unzählige Kranke geheilt. Aber nicht nur körperlich heilt Gott durch sein Wort. Das Wort vom Kreuz, das Evangelium, sind „gesunde Worte“, was auch gesundmachende oder heilsame (so Luther) Worte heißen kann (1Tim 1,10; 6,3; 2Tim 1,13; Tit 1,9 u.a.). Unser gestörtes Denken – gesellschaftlich und individuell – unser verfinstertes Herz, unsere kranke Seele – all das kann durch Gottes Wort in Ordnung gebracht und zu ewigem Leben erweckt werden.

Vor einem Jahr schrieb ich das erste Timotheus-Editorial unter Corona-Bedingungen. Wann endlich nimmt Gott das Virus weg? Muss der Leidensdruck noch größer werden, damit die Leute wie in Psalm 107 zum Herrn „schreien“? Wann und wie auch immer Gott unsere Gebete erhört – er hat seine Mittel, um Rettung zu schaffen. Die eiserne Schlange auf dem Stab. Jesus am Kreuz. Und dann das leere Grab. Davon kündet uns Gottes Heil- und Rettungsmittel: sein Wort, zu dem wir uns hinwenden und von dem wir reichlich Gebrauch machen sollten. Unsere Probleme nimmt Gott nicht unbedingt weg. Aber er sandte seinen Sohn und zeigte dadurch seine unfassbar große Liebe und Gnade. Das Ergebnis von Gottes Rettung ist stets, dass er für seine Gnade gepriesen wird (Ps 107,8.15.21.31). Corona hin oder her, die „leichte Bedrängnis“ (2Kor 4,17) dieser Krise ist nichts im Vergleich zu dem, was Gott uns bereitet hat!

Herzliche Grüße, euer Hans-Werner Deppe

DER INHALT IM DETAIL

Timotheus Magazin 42

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