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Als ich am 12. März 2020 das Editorial für die vorherige Ausgabe des Timotheus-Magazins schrieb, war das Corona-Virus bereits in aller Munde, aber in Deutschland waren noch keine strikten Lockdown-Maßnahmen verordnet worden. Das folgte wenige Tage später, als alle Veranstaltungen verboten und Schulen, Geschäfte und Freizeit­einrichtungen geschlossen wurden. So hatten wir in der Nr. 38 noch ganz wie gewohnt auf bevorstehende Veranstaltungen hingewiesen. Und tatsächlich haben wir versäumt, zu den Terminen das übliche „D.v.“ hinzufügen – eine Abkürzung, die Christen bei solchen Ankündigungen stets im Hinterkopf haben sollten: Deo volente, lateinisch für „wenn Gott will“. Diese Redewendung wird auch Conditio Jacobaea genannt, „unter der Bedingung des Jakobus“. Das bezieht sich auf eine Stelle aus dem Jakobusbrief:

„Nun also, die ihr sagt: ‚Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen‘ – die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet – statt dass ihr sagt: ‚Wenn der Herr will, werden wir sowohl leben als auch dieses oder jenes tun.‘“ (Jak 4,13-15)

Die Veranstaltungen, auf die wir hingewiesen haben, mussten leider abgesagt werden. Offenbar war es so Gottes Wille. „Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der HERR hat es nicht bewirkt?“ (Amos 3,6). Es ist bemerkenswert, wie die Welt fast zum Stillstand geraten ist. Gott hat Schluss gemacht mit Partys, Kirmes, Kinos, Fußballstadien und Großgetümmel aller Art. Leider auch eine Zeitlang mit Gottesdiensten in größerem Rahmen. Die Kirchengeschichte kennt das aus Zeiten, als noch die Pest grassierte. „Zwei oder drei“ (Matthäus 18,20) konnten sich aber immer noch im Namen Jesu versammeln. Stefan Beyer beschreibt seine Erfahrungen und Lektionen aus der Corona-Krise in diesem Heft auf Seite 26. John Piper verdeutlicht ab Seite 19, wie die Souveränität Gottes auch in solchen schwierigen Zeiten genossen werden kann.
Die Entschleunigung durch die Krise hat auch die Chance geboten, sich wieder mehr der Lektüre von Büchern und Zeitschriften zu widmen, und dem Wort Gottes. Wir Christen sind zwar ein Volk der Gemeinschaft – reale Treffen und Zusammenkünfte sind unerlässlich für unser christliches Leben –, aber wir sind auch ein Volk des Buches – ein Volk, das von den lebendigen und lebens­spendenden Aussprüchen Gottes lebt. Nutzen wir diese entschleunigte Zeit, um Gemeinschaft in kleinem Rahmen umso mehr zu pflegen und wertschätzen, und um uns wieder ganz neu dem Lesen guter Literatur zu widmen, allem voran der Bibel selbst.

Herzliche Grüße, euer Hans-Werner Deppe

DER INHALT IM DETAIL


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