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Online-Church – geht das?

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Corona befeuert die Digitalisierung. Kann eine Gemeinde komplett im Internet existieren?

In Zeiten von Corona hat der Trend zu Online-Community unter Christen enorm zugenommen. Die technischen Möglichkeiten des Verbindens und Teilhabens sind in einer solchen Zeit der Kontaktbeschränkungen äußerst nützlich. Schon vor der Pandemie verzeichneten Online-Angebote für Christen einen ständigen Aufwärtstrend. Darunter finden sich sogar „echte Online-Gemeinden“, die für sich beanspruchen, wirkliche, vollwertige Gemeinden zu sein und alle Eigenschaften und Aktivitäten einer realen Ortsgemeinde zu bieten, einschließlich Abendmahl, Gebetsgemeinschaft und Jüngerschafts-Mentoring.
Es steht außer Frage, dass Online-Angebote sehr nützlich sein können. Die Frage ist: Können und dürfen sie die physische Gemeinde ersetzen? Wenn es zum biblischen Verständnis eines echten Christen gehört, dass er verbindlich einer örtlichen Gemeinde angehört, reicht es dann, wenn er Mitglied einer Online-Gemeinde ist wie z. B. „Life.Church online“? Life.Church online ist immerhin noch ein Arbeitszweig einer realen Ortsgemeinde, aber es gibt auch reine Online-Gemeinden wie VR Church, die nur digital existieren und doch behaupten, vollständige, echte Gemeinden zu sein.
Doch der Begriff „Online-Gemeinde“ ist schon ein Widerspruch in sich wie „alter Knabe“. Das Wesen der örtlichen Gemeinde als Gottes einzige verordnete Institution für unsere Zeit ist physisch, real und erfordert eine echte, körperliche Anwesenheit und Gemeinschaft. Warum, werde ich nun, angeregt durch einen ausführlichen Artikel von Ronald L. Giese Jr. (Is „Online Chruch“ really Church? The Church as God’s Temple. Erschienen in der Zeitschrift Themelios), zu erklären versuchen.

Die Gemeinde heilsgeschichtlich gesehen

Zuerst müssen wir uns vergegenwärtigen, was Gemeinde überhaupt ist. Sie ist der Ort oder das Ereignis der gemeinschaftlichen Anbetung Gottes und der Gemeinschaft einer Gruppe von Gläubigen mit Gott. Im Garten Eden erfreuten sich Adam und Eva dieser realen Gegenwart Gottes, bis die Sünde diese Gemeinschaft zerstörte. Altäre und Opfer waren dann über lange Zeit die Vorkehrungen, wo Gläubige einzeln oder gemeinsam die Nähe und Anbetung Gottes suchten. Gott aber hatte von Anfang an den Wiederherstellungs-Plan, sich ein ganzes Volk von Anbetern zu erlösen. Er berief von Abraham ausgehend dessen Nachkommenschaft als sein Volk, das Volk Israel. Nach der Rettung aus Ägypten gab Gott Israel einen wunderbaren zentralen Ort der Begegnung mit ihm, die Stiftshütte und später den Tempel. Damit verbunden war ein ausgeklügeltes System an Opfern und Zeremonien und Ordnungen, die alle bildlich (typologisch) auf den kommenden Messias Jesus Christus und sein wiederherstellendes Erlösungswerk hinweisen.
Israel war ein ethnisches (d. h. per Abstammung definiertes) Volk. Gottes Plan war aber umfassender und schloss die Erlösung von Menschen aus allen Nationen und Völkern ein. Schon im Alten Testament konnten gläubige Heiden in die Gemeinschaft Israels integriert werden. Man schaue sich dazu nur einmal den Stammbaum Jesu in Matthäus 1 an, und auch Abraham selbst war ein Heide. Doch erst im Neuen Testament erfüllt sich Gottes Plan umfassender: Die Anbetung und Gemeinschaft mit ihm muss nicht mehr monozentral im Tempel von Jerusalem stattfinden. Die Bundeslade, die einst Gottes Gegenwart repräsentierte, war ohnehin schon länger verschwunden, die symbolischen Tieropfer waren nach dem wirklichen Opfer Jesu am Kreuz hinfällig und im Jahre 70 n.Chr. wurde der Tempel von den Römern endgültig zerstört.
Der Tempel war der Ort gewesen, wo Gott wohnte und Menschen die Gemeinschaft mit ihm suchen konnten – diese Gemeinschaft mit Gott, die seit dem Sündenfall verloren war und die Gott durch seinen Erlösungsplan stets wiederherstellen wollte. Zur Zeit der Juden des Neuen Testaments war der Tempel aber eher ein leerer Götze geworden; die Juden vertrauten mehr auf dessen schöne Steine als auf den lebendigen Gott, der bei ihnen wohnen wollte. Dieser Gott kam dann zu ihnen in Jesus Christus, dem wahren Tempel. Im realen, physischen Fleisch, dem Körper Jesu Christi, war Gott unter dem Volk gegenwärtig, doch er wurde abgelehnt und gehasst. Aber wer glaubend zu Jesus kam, konnte die wiederhergestellte Gemeinschaft mit Gott erfahren. Das Prinzip zieht sich als roter Faden durch die Bibel: Gott sucht die Gemeinschaft mit seinem Volk und trifft Vorkehrungen, damit diese Gemeinschaft real stattfinden kann: Opfer, Altäre, Stiftshütte, Tempel – und als dieser zunehmend leer und bedeutungslos wurde, das Versammeln um Gottes Wort in den Synagogen – dann die alles überragende Gegenwart Gottes in Jesus. Nötig war an all diesen materiellen Orten immer ein blutiges Opfer, das mit Gott versöhnte. Und als Jesus in den Himmel aufgefahren war, sandte er den Heiligen Geist, um aus seinen bluterkauften Erlösten die Gemeinde als Körperschaft seines Leibes zu bilden und darin gegenwärtig zu sein.
Wer das Volk Gottes ist und wie es sich zum Gottesdienst versammelt, erfuhr zur Zeit des Neuen Testaments einen großen Umbruch. Es wurde deutlich, dass nicht automatisch alle gebürtigen Juden zum echten Volk Gottes gehören, sondern nur die gläubigen Juden, nämlich die, die an Jesus glaubten. Sie waren von neuem geboren. Das Volk Gottes ist kein ethnisches Volk, definiert durch natürliche Abstammung, sondern ein geistliches Volk von Kindern Gottes. Sie sind Mitglieder der Familie Gottes, des Hauses Gottes. Dieses Haus bzw. die Familie Gottes ist eines der vielen neutestamentlichen Bilder für die Gemeinde. Sie empfingen den Heiligen Geist, der in ihnen wohnte und sie versiegelte – Gottes Gegenwart in ihnen. Diese „Taufe mit dem Heiligen Geist“ schweißte die Gläubigen förmlich zusammen zu einem Leib, was ein weiteres Bild für die Gemeinde ist (1Kor 12,13).
Hinzu zu dieser neuen Körperschaft kamen nun auch Heiden, die sich zum Glauben an Jesus bekehrt hatten. Juden wie Petrus erschien das revolutionär, aber es war schon immer Gottes Plan, denn bereits zu Abraham hatte er gesagt, dass durch dessen Nachkommen (dem Messias) alle Nationen gesegnet würden. Zusammen mit den gläubigen Juden bildeten die gläubigen Heiden das eine Volk Gottes. Dieses Volk, die Gemeinschaft der durch das Blut Jesu Erkauften, wird im Neuen Testament als ekklesia bezeichnet, die Gemeinde, wörtlich die Herausgerufene (eine zusammengerufene Versammlung). Wie das Volk Gottes im Alten Testament unter dem Alten Bund (dem Bund vom Sinai), ist auch das neutestamentliche Volk Gottes unter dem Neuen Bund (dem Bund von Golgatha) ein einziges Volk und nicht viele individuelle Gruppen oder Einzelpersonen. Doch der große Unterschied zum Alten Testament ist: Dieses Volk versammelt sich nicht mehr zentral an ausschließlich einem von Gott festgelegten Ort, dem Tempel von Jerusalem, sondern dezentral an vielen Orten, überall auf der Welt, in unzähligen einzelnen Ortsgemeinden. Diese Ortsgemeinden benötigen noch nicht einmal ein bestimmtes Gebäude, aber in jedem Fall ein tatsächliches, reales Versammeln z. B. in Privathäusern. Das Prinzip kleiner örtlicher Versammlungen gab es auch im Judentum schon in Form der Synagogen, und tatsächlich entstanden die Ortsgemeinden nicht zuletzt nach diesem jüdischen Vorbild.
Diese beiden Bedeutungen des Wortes „Gemeinde“ gibt es im Neuen Testament: die eine große Gesamtgemeinde aus allen Gläubigen weltweit, und die vielen einzelnen Ortsgemeinden, an die z. B. auch einige Briefe des Apostels Paulus gerichtet sind. Die Ortsgemeinde ist dabei stets eine Miniatur-Repräsentation der Gesamtgemeinde, was z. B. im Abendmahl zum Ausdruck kommt: „Ein Brot, ein Leib, sind wir, die vielen“ (1Kor 10,17).
Auch im Buch der Offenbarung gibt es Briefe an einzelne Ortsgemeinden, die sieben Sendschreiben in Offenbarung 2 – 3. Die Offenbarung schildert, wie schwer es die Gemeinde in dieser Welt hat; sie wird verfolgt bis hin zum Märtyrertod. Deshalb bezeichnet man die Gemeinde auf der Erde auch als ekklesia militans – die kämpfende Gemeinde. Doch Jesus wandelt in der Vision des Johannes inmitten von sieben Leuchtern, die die Ortsgemeinden repräsentieren (Offb 1,13; 2,1). Sie bieten dieser Welt Gottes Licht, und Jesus ist bei ihnen. Am Ende wird Gott alles gut und neu machen und sein leiblich auferstandenes Volk wird für immer bei dem leiblich Auferstandenen Jesus wohnen, sich von ihm trösten und lieben lassen und ihn anbeten. Das ist das großartige Ziel der Gemeinde: „Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott“ (Offb 21,3). Das ist die ekklesia triumphans – die triumphierende Gemeinde und diese neu-schöpfliche Gegenwart Gottes bei seinem Volk ist das große Ziel der Heilsgeschichte.

Die Ortsgemeinde ist die höchste von Gott verordnete Institution in dieser Welt und Zeit.

Die Gemeinde praktisch gesehen

Die Ortsgemeinde ist die höchste von Gott verordnete Institution in dieser Welt und Zeit. Auch Ehe, Familie und Staat sind von Gott vorgesehen und verordnet, aber nur die Gemeinde ist die Institution, wo wir zu unserer höchsten Berufung zusammenkommen: Gott gemeinschaftlich anzubeten und zu verherrlichen – durch Worte und Taten.
Da es für Bibelschulen, Missionswerke, christliche Schulen und Verlage usw. keine biblischen Anweisungen gibt, sollten solche gemeinschaftlichen Werke und Dienste letztlich auch von der Gemeinde ausgehen. Und tatsächlich werden Missionare in der Bibel nicht von einem Missionswerk, sondern von einer Gemeinde – in der der Heilige Geist gegenwärtig ist und wirkt – ausgesandt (Apg 13,2-3). Auch bei christlichen Schulen und andere Einrichtungen halte ich es für den Idealfall, wenn sie von Ortsgemeinden getragen und geleitet werden.
Apostelgeschichte 2,42 skizziert vier wesentliche Aktivitäten der Gemeinde: biblische Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebet. Wenn einer dieser vier Bereiche fehlt, ist es kein vollständiges Gemeindeleben. Alle vier Dinge dienen dazu, dass wir mehr und mehr umgestaltet werden in das Bild Jesu und zur Ehre Gottes leben – nicht nur individuell, sondern als Gemeinschaft, wo wir füreinander da sind, uns mit unseren Gaben geistlich und physisch helfen und einander wertschätzen und lieben.
Nur in einer Gemeinde können wir mit Hilfe anderer den Segen erfahren, den Gott für uns vorgesehen hat: Wir wachsen geistlich durch die Zurüstung durch Gläubige, die dafür begabt sind, und stehen unter der Aufsicht von Hirten, die uns vor Fehlern, Verirrungen und Feinden bewahren und für alle geistlichen Bedürfnisse sorgen, allem voran mit dem Wort Gottes. Autoritätsausübung ist zwar nicht unbedingt das herausragendste Merkmal einer Gemeinde und gehört nicht zu den vier Punkten aus Apostelgeschichte 2,42, aber es ist sehr wichtig, dass ein Christ verbindlich der von Jesus offiziell eingesetzten Autorität einer Gemeinde untersteht. Denn die Gemeinde ist mit ihrer Leitung quasi das auswärtige Amt des Himmels und bestätigt (durch Taufe und Mitgliedschaft) oder bestätigt eben nicht (durch Nichtaufnahme oder Ausschluss), dass wir echte Christen sind und dazugehören (Mt 18,20).
Doch brauchen wir das tatsächlich nicht an einem festen Ort, in einem bestimmten Gebäude zu tun. Denn nicht das Gebäude ist die Gemeinde, sondern wir Gläubigen sind die Gemeinde. Ist also Online-Gemeinde möglich? Nun, Gott wohnt nicht in einem Tempel oder Haus, „das mit Händen gemacht ist“ (wie Stephanus in Apg 7,48 erklärt), sondern durch seinen Heiligen Geist in den Gläubigen. Das gilt für uns als einzelne Gläubige, die wir mit unserem physischen Körper ein Tempel des Heiligen Geistes sind, aber es gilt auf einer noch höheren Ebene in unserer Gemeinschaft, und zwar dann, wenn wir uns physisch versammeln. Darauf werden wir im Folgenden noch näher eingehen, denn das ist ein Schlüssel für die Antwort auf die Frage, ob es eine vollwertige Online-Gemeinde geben kann.

Anbetung in Geist und Wahrheit und Gottes Allgegenwart

Ein Argument, das für die Möglichkeit von Online-Gemeinde angeführt wird, findet sich in der Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen. Sie überlegte, ob ihr lokaler Berg der einzig richtige Anbetungsort sei oder Jerusalem. Jesus antwortete: „Es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. […] Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,21-24). Das bestätigt unseren heilsgeschichtlichen Überflug, dass Gottes Volk sich nicht mehr wie im Alten Testament zentral in Jerusalem versammelt. Aber heißt „Anbetung in Geist und Wahrheit“ (statt in Jerusalem) auch, dass Christen sich überhaupt nicht mehr real, körperlich versammeln müssen? Kann gemeinschaftliche Anbetung „in Geist und Wahrheit“ virtuell online stattfinden?
Ein weiteres Argument der Befürworter von Online-Gemeinden ist Gottes Allgegenwart. Ja, Gott ist allgegenwärtig, aber der Mensch ist nicht immer in Gemeinschaft mit ihm. Der Sünder ist getrennt von Gott. Durch den Glauben, die Wiedergeburt und das Innewohnen des Heiligen Geistes wird die persönliche Gemeinschaft wiederhergestellt.
Aber der Wiederherstellungsplan Gottes schließt noch etwas Größeres mit ein. Die persönliche Gemeinschaft des Einzelnen mit Gott ist schon grandios, aber es gibt etwas noch Höheres: die gemeinschaftliche Gemeinschaft, in der Gott ganz eng bei seinem Volk wohnt, ist das große und noch höhere Ziel als die individuelle Beziehung zu Gott. Das reale, physische Zusammenkommen der Gemeinde ist ein kleiner Vorgeschmack auf die künftige große, ewige Gemeinschaft Gottes mit seinem Eigentumsvolk in der neuen Schöpfung.
Gott ist überall gegenwärtig, aber er hat beschlossen, Menschen nicht überall in gleichem Maße an seiner Gegenwart teilhaben zu lassen. Bestimmte Voraussetzungen sind dafür nötig. Der Sünder kann keine Gemeinschaft mit ihm haben, er muss zunächst durch das Evangelium zum Glauben kommen und sich so „in Geist und Wahrheit“ (Joh 4,24) befinden. Und auch der einzelne Gläubige erreicht nicht das hohe Ziel der gemeinschaftlichen Gemeinschaft mit Gott, wenn er nicht die reale Zusammenkunft der Gemeinde aufsucht, den besonderen Wohnort des Geistes und den „Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit“ (1Tim 3,15b), die dort verkündet wird. Paulus schreibt diese Aussage an Timotheus, damit er „weiß, wie man sich verhalten muss im Haus Gottes, das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes …“ (3,15a). Die Gemeinde ist ein realer Ort der Gemeinschaft und des gemeinsamen Verhaltens, mit gemeinschaftlichen Ordnungen wie Älteste und Diakone, von denen Paulus in den Versen zuvor schreibt. Die Gemeinde ist eine reale, fleischhafte, physische Gemeinschaft, so leibhaft wie der fleischgewordene Sohn Gottes selbst (Vers 16).
Anbetung „in Geist und Wahrheit“ bedeutet nicht die Auflösung geschöpflicher (physischer) Existenz in der Gegenwart Gottes, sondern Gottes Ziel ist die Wiederherstellung der geschöpflichen Gegenwart bei ihm. Mit dem Fortschreiten von Gottes Heilsplan wird geschöpfliche Existenz nicht mehr und mehr in virtuelles Dasein aufgelöst, sondern wiederhergestellt. Die Stunde, in der wir geschöpflich real in Geist (geistlich erneuert) und Wahrheit (in voller Erkenntnis Gottes) anbeten werden, wird in der Ewigkeit vollkommen da sein, aber diese Stunde ist auch schon jetzt (Joh 4,23) – seit dem ersten Kommen Jesu – in der versammelten Gemeinde vorgeschmacklich da.

Wir werden die Ewigkeit nicht als digital abgespeicherte Online-Seelen auf einer himmlischen Festplatte verbringen, sondern mit neuen, ewigen, vollkommenen Leibern in einer neuen Schöpfung!

Die Gemeinde bildlich gesehen

Wir haben kurz die ganze Bibel heilsgeschichtlich überflogen, um zu sehen, was Gemeinde überhaupt ist, und wir haben praktische Seiten der Gemeinde betrachtet, um zu sehen, was die Gemeinde macht. Sehr viel über die Gemeinde lernen wir zudem aus den vielen Bildern, die das Neue Testament für die Gemeinde gebraucht. Bereits erwähnt haben wir das Haus im Sinne einer Familie und den Leib. Weitere Bilder sind z. B. die Braut, das Haus im Sinne eines Gebäudes, die Herde, das Priestertum, der Leuchter und der Tempel. Das sind alles sehr reichhaltige Bilder, die tiefen Einblick in das wunderbare Wesen des bluterkauften Volkes Gottes geben. Und anhand all dieser Bilder können wir untersuchen, ob das dadurch ausgedrückte Wesen der Ortsgemeinde mit einer virtuellen, verstreuten Online-Gemeinschaft vereinbar ist.
Obwohl die Gemeinde kein ethnisches Volk ist, sondern ein geistliches, ist sie dennoch ein echtes Volk aus echten Menschen, die echte Kinder Gottes sind und eine echte Familie bilden. Als solche leben sie zusammen in vertrauter und strukturierter Gemeinschaft. Das biblische Bild der Familie („Haus“ oder „Haushalt“, Eph 2,19; 1Tim 3,15; 1Petr 4,17) für die Gemeinde drückt also eine enge Zusammengehörigkeit und Verbundenheit aus, eine Blutsverwandtschaft und Liebe, die ein praktisches Füreinander-da-Sein beinhaltet.
Das Bild des Leibes (Röm 12,4ff; 1Kor 10,16-17; 12,12ff; Eph 1,23; 4,4ff) besagt, dass Christus das Haupt der Gemeinde ist und die Gläubigen sind die Glieder. Eine engere, dynamischere, vitalere Beschreibung der Zusammengehörigkeit ist kaum vorstellbar. Nur wenn ein Leib mit allen Gliedern und Organen beisammen und richtig verbunden ist, kann er gesund sein, funktionieren und leben. Nur dann stehen die Glieder dem Haupt zur Verfügung.
Dass die Gemeinde die Braut Christi ist (2Kor 11,2; Eph 5,23-32; Offb 19,7-8), ist wohl der stärkste Ausdruck dafür, mit welcher Sehnsucht sich der Herr Jesus nach der vollendeten, leibhaftigen Gemeinschaft mit den Seinen in der Ewigkeit sehnt – und sie sehnen sich ebenfalls danach, dass die leiblich-räumliche Trennung von ihm aufhört. Bis dahin können wir aber die enge Gemeinschaft untereinander praktizieren und uns als vereinte Braut gemeinsam auf den Tag der „Hochzeit des Lammes“ freuen. Unser Ziel ist die vereinte Gemeinschaft, und so weit es möglich ist, sollten wir die Gelegenheit zur Gemeinschaft schon jetzt nutzen – nicht aus Pflicht, sondern aus Sehnsucht und Liebe.
Das Bild von der Gemeinde als Haus, das aus einzelnen Steinen gebaut wird (1Kor 3,9ff; Eph 2,22; Hebr 3,3-4; 1Petr 2,5) ist zwar etwas statischer, drückt aber auch aus, dass die Steine zusammengehören und nur in enger, fester und strukturierter Gemeinschaft ihren Zweck erfüllen – nämlich als Tempel eine Wohnung für Gott zu bilden. Das Wort „Erbauung“ (griech. oikodomeo, „hausbauen“) stammt auch aus diesem Bild. Erbauung ist also eine gemeinschaftliche Sache. Sie kann online geschehen, aber je näher und echter wir beim Predigen und Lehren, bei Seelsorge, bei Hauskreisen usw. zusammen sind, desto besser ist die Erbauung. Digital, telefonisch oder mit Büchern sind nützliche Hilfsmittel, aber das echte Zusammenkommen ist Gottes eigentliche Absicht.
Die Gemeinde wird auch als Herde mit Hirten beschrieben (Joh 10,16; Apg 20,28-29; Eph 4,11; 1Petr 5,2-3), was wieder ein sehr starkes, lebhaftes Bild ist. Der Oberhirte ist natürlich nicht der Papst, sondern der Herr Jesus. Er hat Unterhirten eingesetzt, die sich um die Herde kümmern sollen. Das heißt, sie sollen sie nähren, pflegen, schützen und leiten. Je größer die Distanz zu den Schafen ist, desto schwieriger wird das: „Hütet die Herde, die bei euch ist!“ (1Petr 5,2). Und die Schafe sollen ja eine zusammenhängende Herde bilden und nicht einzeln herumlaufen. Dafür hat der gute Hirte sein Leben gegeben, um alle seine Schafe zu vereinen (Joh 10,11.16) und um „die zerstreuten Kinder Gottes in eins zu versammeln“ (Joh 11,52).
Den Leuchter als Bild für die Ortsgemeinde – bzw. ein Leuchter-Ensemble als Bild für die weltweite Gemeinde – finden wir in Offenbarung 1,12-20 und 2,1.5. Die Gemeinden spenden Licht für diese in Gottesfremdheit verfinsterte Welt (Mt 5,14). Sie leuchten mit der Botschaft des Evangeliums der Liebe Gottes, indem sie das Wort Gottes verkünden und verbreiten, aber sie strahlen auch als Zeugnis für ein heiliges, Gott ehrendes Leben (Phil 2,15). Dazu gehört allen voran die Liebe untereinander, denn daran sollen „alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid“, sagt der Herr (Joh 13,35). Wie aber soll die Welt diese Liebe sehen, wenn wir uns nur online treffen? Die Ortsgemeinde hat eine ganz öffentliche Aufgabe.
Über den Tempel als Bild für die Gemeinde, die der Ort der Gegenwart und Anbetung Gottes ist, haben wir bereits nachgedacht. Paulus lehrt in 1. Korinther 3,16-17, 2. Korinther 6,16 und Epheser 2,19-22, dass die Gemeinde den Tempel Gottes bildet, wo er ganz besonders gegenwärtig ist. Und damit meint Paulus die Ortsgemeinde.
Wir haben drei Ebenen der Gegenwart und Gemeinschaft Gottes gesehen: Erstens hat der Sünder gar keine Gemeinschaft mit Gott. Zweitens hat der einzelne Gläubige eine persönliche Beziehung zu ihm. Und drittens bildet die versammelte Ortsgemeinde als Tempel einen „schon jetzt“ existierenden Vorgeschmack des künftigen Wohnorts Gottes bei seinem Volk in der Ewigkeit. Das physische Zusammenkommen der Gemeinde ist so etwas einzigartig Besonderes, dass sogar die himmlische Welt (Engel, Dämonen), staunend zuschauen, wenn wir uns versammeln (Eph 3,10).
Sogar für den Fall, dass sich nur „zwei oder drei“ Gläubige physisch im Namen Jesu versammeln, hat er verheißen: „… da bin ich in ihrer Mitte“ (Mt 18,20). Das ist der geistliche Tempel der Gegenwart Gottes. Aber dazu ist es eben notwendig, sich real zu versammeln und „unser Zusammenkommen nicht zu versäumen, wie es bei einigen Sitte ist“ (Hebr 10,25). Paulus thematisiert die Versammlung der Gemeinde im 1. Korintherbrief und gibt konkrete Anweisungen für diese Zusammenkünfte einschließlich Abendmahl und Wortverkündigung (1Kor 11,17ff; 14,23ff). Und was geschieht, wenn ein Nichtchrist in so eine Zusammenkunft kommt? „Wenn aber alle weissagen und irgendein Ungläubiger oder Unkundiger kommt herein, so wird er von allen überführt, von allen beurteilt; das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er auf sein Angesicht fallen und wird Gott anbeten und verkündigen, dass Gott wirklich unter euch ist“ (14,24-25). Ja, Gott ist in der versammelten Ortsgemeinde wirklich auf eine unfassbar besondere Weise gegenwärtig. Das ist die engste Form der Gegenwart Gottes, die bis zur Wiederkunft Jesu möglich ist.
Noch ein letztes Bild. Die Gläubigen werden auch als Priestertum beschrieben (1Petr 2,5; Offb 1,6). Priester sind Geheiligte, die in die Gegenwart Gottes treten und ihm dienen durch Opfer und Anbetung. Als Christen dienen wir Gott auch einzeln, wenn wir z. B. „Witwen besuchen“ (Jak 1,27) oder Geld spenden (Phil 4,18). Aber sogar das Sammeln von Spenden gehört eigentlich in den Gottesdienst (1Kor 16,1-3). Und natürlich beten wir Gott durch Worte und Lieder an, gemeinschaftlich, als Vorgeschmack des Chores der Ewigkeit, der für Gott ein neues Lied anstimmen wird.
Alle Gläubigen sind Priester. Dieses allgemeine Priestertum bedeutet, dass alle Gläubigen sich aktiv in der Gemeinde mit ihren Gaben einbringen. Wenn Online-Gemeinden argumentieren, dass man sich bei ihnen besser beteiligen und einbringen kann als in realen Gemeinden, in denen man meistens nur Zuschauer sei, dann läuft in diesen realen Gemeinden mächtig etwas schief! Jeder Gläubige sollte sich aktiv und konstruktiv am Gemeinde­leben beteiligen, damit er seine Berufung als Priester erfüllt.
Es gibt noch mehr Bilder für die Gemeinde, aber diese sollen genügen. Manche dieser Bilder beziehen sich in erster Linie auf die Gesamtgemeinde, aber einige klar auf die Ortsgemeinde: der Leuchter, die Herde und der Tempel. Was diese Bilder ausdrücken, lässt sich online nicht wirklich praktizieren und erfahren. Besonders das Bild des Tempels (und das ist nicht nur ein Bild, sondern die Gemeinde ist der Tempel) macht klar, dass nur die körperlich versammelte Ortsgemeinde den Ort bildet, wo Gott in unserem Zeitalter bei seinem Volk wohnt und die Gemeinschaft mit Gott auf vorläufig vollkommene Weise wiederhergestellt ist – als Vorläufer des Himmels.

Leiblichkeit gehört zum Menschen

Francis Schaeffer hat in seinen Büchern immer wieder vor der modernen Denkweise gewarnt, dass sich das Leben in zwei getrennte Bereiche teile: in einen rationalen physischen und einen nicht rationalen geistigen Bereich. Diese Spaltung ist falsch, wird aber immer verbreiteter. Der Glaube wird in den irrationalen geistigen Bereich verschoben, der nicht mit dem rationalen physischen Bereich verbunden sei. Das macht uns schizophren und fördert ein Doppelleben. Der Glaube ist nämlich sowohl sehr vernünftig und logisch als auch praktisch realitätsbezogen. Gott hat uns mit einem Leib geschaffen. Sein eigener Sohn wurde Fleisch und hat nun einen verherrlichten Auferstehungsleib. Seine Nachfolge ist etwas ganz Handfestes, das unser Alltagsleben in allen Bereichen durchdringt. Die Gemeinde ist Christi Leib in einem real körperlichen Sinn – eine Gott im Leib verherrlichende, leidende, ihr Kreuz tragende Gemeinde (z. B. Kol 1,24).
Doch durch die zunehmende Digitalisierung werden wir von unseren Körpern entfremdet, von physischer Gemeinschaft entwöhnt und aus der realen Welt mehr und mehr entrückt in eine Flucht ins Virtuelle. Sogar unsere Freundschaften pflegen wir immer öfter virtuell. Es wächst eine Generation heran, die mehr virtuelle als reale Kontakte hat und in einer Onlinewelt lebt. Das ist völlig entgegen Gottes guter Schöpfung und seiner Absicht für den Menschen.
Die Gemeinde ist die Gemeinschaft derer, in deren Leibern der Heilige Geist wohnt. Wir müssen uns dieser Realität stellen und uns physisch begegnen. In der Gemeinde und als Gemeindeglieder. Mit unseren Schwächen und Gebrechen offen umgehen und sie nicht durch Filter vertuschen. Unsere Körper sind immer auch Ausdruck unserer Schwäche und Begrenztheit. Gerade in unserer Schwachheit wird Gottes Kraft und Größe deutlich. Mache einmal ein Wortstudium zu „Schwachheit“ und „schwach“ im Neuen Testament! Paulus schreibt z. B., dass Gott ihm gesagt hat: „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. … denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2Kor 12,9-10).
Unsere Leiblichkeit verleiht uns auch die Sehnsucht nach einem perfekten Auferstehungsleib. Ja, wir werden die Ewigkeit nicht als digital abgespeicherte Online-Seelen auf einer himmlischen Festplatte verbringen, sondern mit neuen, ewigen, vollkommenen Leibern in einer neuen Schöpfung! Wir erwarten sehnsüchtig die Wiederkunft Jesu, und das nicht nur, um endlich aus dieser Welt samt dieser leidigen Corona-Pandemie entrückt zu sein, sondern um bei Jesus zu sein – in echt, leibhaftig, physisch, ganz real mit allen Sinnen.
Leiblichkeit gehört zu Gottes Plan – in Zukunft und jetzt. Wir können uns nicht online beim Umzug helfen. Wir können nicht online im Chor singen. Wir können nicht online unserem Bruder in die Augen schauen, seinen Atem spüren, unseren Arm um ihm legen und ihn eindringlich ermahnen, um Christi willen endlich mit seiner sündigen Gewohnheit aufzuhören. Wir können uns auch schlecht online taufen und nur sehr eingeschränkt das Mahl des Herrn feiern. Online-Gemeinde geht nicht und ist ein Widerspruch in sich. Es ist eine groteske Vorstellung, aber in der reinen Online-Gemeinde „VR Church“ nehmen alle Teilnehmer die künstlichen Gestalten von Avatars an, wie in einem Computerspiel. Das stellt die Realität der Gemeinde vollkommen auf den Kopf. Es kann keine entleiblichte Gemeinde geben, denn die Gemeinde ist ein Leib aus ganzen, echten Menschen.

Wer Online-Gemeinde für möglich hält, hat total unterschätzt, was Gemeinde ist.

Fazit

Ein letztes Argument der Online-Church-Befürworter lautet: „Zu Jesus kommen“ ist eine biblische Aufforderung, aber das geht nicht physisch, sondern nur „virtuell“. Nun, Jesus ist nicht leiblich auf der Erde, aber die Gläubigen sind es. Und „zu ihm kommen“ – eine Beschreibung des Gläubigwerdens – ist auch etwas sehr Reales, das konkrete Handlungen umfasst: sein Wort hören oder lesen, ihn im Gebet anrufen, sich taufen lassen, konkret auf ihn vertrauen, das eigene Denken und Leben konkret ändern. Ebenso ist das Versammeln als Gemeinde zu Gott hin zwar nicht an einen festen Ort gebunden, weil es momentan keinen festgelegten Ort dafür gibt, dennoch müssen wir uns konkret und real versammeln, wo auch immer, so gut es eben geht. Sei es im Freien oder in Kleingruppen daheim. Mit unseren Körpern, die Tempel des Heiligen Geistes sind, kommen wir wie viele einzelne Bausteine zusammen und bilden gemeinsam einen Tempel für Gott.
Der räumlichen Trennung zwischen Paulus (oft im Lock-In im Gefängnis) und seinen geliebten Gemeinden haben wir zahlreiche neutestamentliche Briefe zu verdanken. Diese für immer dokumentierte „Telekommunikation“ ersetzte nicht die ersehnte reale Gemeinschaft, aber war eine segensreiche Notlösung. Vielleicht werden die Notlösungen unserer Corona-Zeit uns den Segen sehr vieler online verfügbarer Predigten etc. hinterlassen, aber diese Online-Ressourcen ersetzen nicht die reale Gemeinschaft von Christen als Gemeinde. Sie sind Krücken, die wir eine Zeitlang als Behelf brauchen.
Sollen wir Online-Vernetzung nutzen, wenn wir uns nicht real treffen können? Auf jeden Fall. Wir sollen nicht stumpf die Finger vom Internet lassen und denken, dass die digitale Welt in sich böse sei; das ist sie trotz vieler Gefahren nicht. Nur müssen wir uns – neben den vielen anderen Gefahren – davor hüten, bequem zu werden und zu meinen, Online-Gemeinschaft ersetze echte Gemeinschaft. Ich habe mich selbst schon dabei ertappt, dass ich vom Sofa aus unseren Gottesdienst verfolgt habe und dachte: Prima, keine Autofahrt, keine Parkplatzsuche, mehr Zeit am Sonntag. Kein Sitznachbar stinkt, niemand quatscht mich blöd an. Ein solches Denken ist arg falsch. Wir brauchen eine Sehnsucht nach Gemeinschaft, wie Paulus und Epaphroditus sich z. B. nach den Philippern sehnten (Phil 1,8; 2,26; 4,1 etc.) und wie der Herr Jesus sich danach sehnte, das letzte Passahmahl mit seinen Jüngern zu essen und es wieder zu essen im Reich Gottes (Lk 22,15-16). Wir dürfen uns nicht einander vorenthalten, nicht voreinander verstecken, untertauchen in der Anonymität, Virtualität, Filterung und Abschaltbarkeit der Internet­medien. Wir dürfen uns nicht an Isolation gewöhnen. Lasst uns ein Vorgeschmack auf die reale gemeinsame Gemeinschaft mit Gott in der Ewigkeit sein und diesen Vorgeschmack ausleben, als sein Tempel aus vielen Steinen, Priestern, Gliedern, Schafen und Hirten. Lasst uns die echte Ortsgemeinde in dem Reichtum wertschätzen, wie Gott sie in seinem Wort beschreibt. Wer Online-Gemeinde für möglich hält, hat total unterschätzt, was Gemeinde ist.

Was ist deine Meinung zu dem Thema? Wir freuen uns auf dein Feedback! Diskutiere mit!

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Geschwister,
    danke für die biblische Darstellung über die Versammlungen der Gemeinde.
    Es braucht Gebet auch für die klare Sicht des Willen Gottes, wie die Gemeinde in der Zeit der Einschränkungen reagieren soll.
    Wann gilt es Gott mehr zu gehorchen als den Menschen?!
    Zu diesem Thema hat auch W. Nestvogel Stellungnahmen abgegeben (auf seiner Internetseite). Wichtig dabei ist es, wie immer, dass unsere Motive sind – Gott zu gehorchen, Ihm zu dienen und somit Salz und Licht zu sein, in dieser Zeit, in die Er uns gestellt hat. (Nicht aus Rebellion zu handeln).
    Das Vertrauen Christi Leibes wird gerade geläutert – damit die Bewährung unseres Glaubens viel kostbarer befunden wird, als die des vergänglichen Goldes.
    Und für die vielen Verlorenen (um uns herum) ist es Gnadenruf umzukehren, solange es noch Heute heißt.
    “Denn noch eine ganz kleine Weile und der Kommende wird kommen und wird nicht säumen.” (wann immer das sein wird). Also gilt es, unsere Zuversicht nicht wegzuwerfen , denn Ausharren haben wir nötig, am Wort zu halten und im Gebet zu sein.

    Grüße mit Psalm 111,1
    “Halleluja! Preisen will ich den Herrn von ganzem Herzen im Kreis der Aufrichtigen und der Gemeinde.”
    Dijana

    Antworten

  2. Vielen Dank, Frau Pieper, Sarah, für diesen treffenden Artikel.

    Und das sage ich, die in gar keine Gemeinde geht, weil hier in meiner Heimatstadt keine ist, in die ich gehen könnte … ausser besuchsweise in eine hin und wieder.
    (Das hat mehrere Gründe, so manches lag an mir, heute würde ich anders reagieren, aber seit drum – und in den meisten ist es auch die Ausrichtung und die für mich nicht nährenden Predigten – ich traue mich jetzt mal, das so auszudrücken …)

    Mein Bedürfnis nach realer Gemeinde – je mehr gute Online-Predigten ich höre – wächst grade ins Unendliche … obwohl ich sehr menschenscheu bin, dennoch oft anecke, zu viele Fragen habe, in einem Alter bin, in dem man nicht mehr leicht Anschluss findet … auch im Sinne von Zweierschaften. Da ich alt bin aber nicht verheiratet bin und auch nie war, keine Kinder habe, kann ich also auch den jungen Frauen nicht viel “geben” … dennoch bleibt: das gemeinsame Anbeten, das gemeinsame Hören und das Üben in Geduld und Hoffnung auf eine wenn auch noch so kleine Aufgabe und Hilfestellung, oder auch den Mut zu lernen, selbst um Hilfe zu bitten. Entweder ganz praktisch, oder auch seelsorgerlich.

    Ich habe kein Problem allein zu sein … (aber mit dem Herrn ist man ja auch eigentlich nie allein) …und doch … grade jetzt wird mir der Wert der Gemeinschaft deutlich …

    Realer Kontakt, eine Umarmung, ein Lächeln vis-a-vis, oder auch sogar der kritische Blick… hören, nonverbale Kommunkation, ja auch riechen .. das gemeinsame Mittagessen … die Anstrengung die es oft kostet, zusammen zu sein …. all das ist die echte Realität und durch keine noch so tolle Technik – für die ich aber unbedingt ganz arg dankbar bin – kann Gemeinschaft ersetzen …

    Beten wir,d ass die Impfungen Sinn machen und das Virus in Schach halten, ohne uns einzubilden, dass wir über es triumphieren könnten oder gar eine Todesursache ausmerzen könnten.
    Das können wir nicht, und das werden wir nie können.
    Es wird immer GOTT sein, der das bestimmt – aber wir dürfen um ein seliges Ende beten und bitten.

    Antworten

  3. Oh, das tut mir leid, nun steht Ihr Name da, Herr Deppe.
    Habe ich mich so verschaut???
    Bitte um Entschuldigung.

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  4. Gern, Herr Deppe ..
    Und ich wollte noch was anmerken: bitte – egal, wer das liest und wer in welcher Gemeinde ist: kümmert euch grade jetzt um Singles. Ja, es gibt Singles und Singles. Welche, die ohnehin sowieso mehr Kontakt haben, aber auch welche, die immer schon eher wenig hatten, bis auf die Gemeinde, warum auch immer.
    Ruft sie an, schickt ihnen Karten … betet für sie, fragt sie nach ihren Gebetsanliegen, aber vor allem, gaaaaanz wichtig: fragt sie, ob sie für euch mitbeten und teilt ihnen Gebetsanliegen mit. Signalisiert Vertrauen!!!

    Man möchte auch als Single sich gebraucht wissen … und beten – wenn ich das richtig verstanden habe – ist mit der wichtigste Dienst, den man tun kann.

    Über Gebet sind wir verbunden in IHM .. und dann kann uns das Onlinige auch nicht so sehr schaden, oder verbequemlichen.

    Ich zitiere, aus dem EG, Lied Nr 61

    Hilf, Herr Jesu, lass gelingen.
    (Ps 118, 24 und 25)

    2) Was ich sinne, was ich mache,
    das gescheh in dir allein;
    wenn ich schlafe, wenn ich wache,
    wollest du, Herr, bei mir sein;
    geh ich aus, wollst du mich leiten;
    komm ich heim, steh mir zur Seiten.

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